Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit einem der größten bekannten Mosaiken der Antike. Seine Größe ist einerseits physischer Natur, da es 5,12 Meter lang und 2,71 Meter breit ist. Andererseits besitzt es eine ideelle Größe, die Forscher seit seiner Entdeckung am 24.10.1831 in der pompeijanischen Casa del Fauno zu höchstem Lob und größter Bewunderung verleitet hat. Für Goethe, der zu Lebzeiten nie das Original, wohl aber eine Zeichnung desselben gesehen hatte, war es ein so bedeutendes Kunstwerk, daß er glaubte: „Mitwelt und Nachwelt werden nicht hinreichen, solches Wunder der Kunst würdig zu commentieren“. Auch namhafte Archäologen von Lippold über Curtius bis zu Andreae sprachen und sprechen in Superlativen vom Alexandermosaik. Die Forschungsgeschichte ist dementsprechend reich.
Vor allem zur Komposition des Mosaiks ist bereits viel publiziert worden. Schon die Entdecker des Mosaiks nahmen allerdings auch eine inhaltliche Analyse vor. Sie sahen im Alexandermosaik die Kopie eines Historiengemäldes, das einem hellenistischem Publikum die Verschmelzung griechischer und persischer Kulturen illustrieren sollte. Auch in der neueren Forschung wird das Werk oftmals als Versuch gedeutet, die beginnende makedonische Herrschaft Alexanders III. über das Reich des ehemaligen Großkönigs Dareios III. zu veranschaulichen und es in eine Reihe mit persischen Traditionen zu stellen um ihm somit eine gewisse Kontinuität zu geben. Andere moderne Ansätze, die etwa in Alexanders Lanze ein phallisches Symbol zu sehen glauben, sind allerdings eher zu vernachlässigen.
In dieser Hausarbeit soll zuerst auf die Machart und Herstellung des Mosaiks sowie seine Darstellung eingegangen werden. Daraufhin folgt eine ikonographische und stilistische Analyse des Mosaiks im Ganzen und mehrerer Bildausschnitte im Besonderen. Darin sollen die Thesen um das Original und die Datierung diskutiert werden. Dann wird der Frage nachgegangen, um welche Schlacht es sich handeln könnte. Daraufhin folgen einige Überlegungen, aus welchen Gründen der Dominus der Casa del Fauno das Mosaik wohl anfertigen lassen hat. Abschließend folgt eine kurze Zusammenfassung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Alexandermosaik in Pompeji
2.1 Machart und Herstellung
2.2 Darstellung
2.3 Vergleichende stilistische und ikonographische Analyse
2.4 Die Frage der Schlacht: Issos, Gaugamela oder eine Mischform?
2.5 Warum die Alexanderschlacht in der Casa del Fauno?
3. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Alexandermosaik aus der Casa del Fauno in Pompeji hinsichtlich seiner kunsthistorischen Beschaffenheit, ikonographischen Bedeutung und den Gründen für seine Platzierung im römischen Kontext. Ziel ist es, das Mosaik als archäologisches Zeugnis zu analysieren und die verschiedenen Deutungsansätze zu den dargestellten historischen Ereignissen sowie zur Intention des Auftraggebers kritisch zu würdigen.
- Techniken der antiken Mosaikherstellung (opus vermiculatum)
- Stilistische und ikonographische Analyse der Bildkomposition
- Diskussion über die Identifizierung der dargestellten Schlacht
- Die Funktion des Mosaiks als Prestigeobjekt und politisches Symbol
Auszug aus dem Buch
2.2 Darstellung
Das Alexandermosaik zeigt den Wendepunkt einer Schlacht. Von der linken Seite her reitet Alexander, zusammen mit seiner Gefolgschaft, der Hetairenreiterei, heran und führt damit das makedonische Heer in die direkte Konfrontation mit dem Großkönig Dareios und den ihn umgebenden persischen Kämpfern auf der rechten Seite. Der gewaltsame Vorstoß der Makedonen trifft das persische Heer dabei entscheidend.
Alexander selbst durchbohrt mit seinem Speer einen Getreuen des Großkönigs. Dieser hält den ihn durchbohrenden Speer mit der rechten Hand fest, als wolle er die Wucht des Aufpralls abschwächen. Sein unter ihm gestürztes Pferd ist bereits tot und von Blut umgeben. Rechts davon bietet ein persischer Adliger seinem Großkönig ein Pferd zur Flucht an. Das Tier ist dabei in einer stark nach rechts drehenden Bewegung dargestellt.
Dareios selbst, der eine gelbe Tiara trägt, die ihn als Großkönig auszeichnet, steht daneben in seinem, zur rechten Seite hin flüchtendem Streitwagen. Er blickt nach links, hin zu den griechischen Angreifern und führt dorthin auch seine rechte Hand in einem offenen Gestus. Er nutzt seine linke Hand, die einen Bogen hält, um sich auf dem Rand des Wagens abzustützen. Sein am Wagen hängender Köcher ist leer. Neben Dareios und ebenfalls im Streitwagen steht ein weiterer Perser, der die Pferdequadriga des Wagens in einer schnellen Bewegung und mit Peitschenhieben nach rechts, in die Flucht vor dem Heer Alexanders lenkt. Zwei Perser sind dadurch im Begriff von der Wucht des Wagens, respektive der Pferde, überrollt zu werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung des Alexandermosaiks als bedeutendes Kunstwerk der Antike ein und skizziert den Forschungsstand sowie die methodische Vorgehensweise der Hausarbeit.
2. Das Alexandermosaik in Pompeji: In diesem Hauptteil wird das Mosaik umfassend untersucht, wobei von der technischen Herstellung und der ikonographischen Analyse über die Identifizierung des Schlachtmotivs bis hin zu den Beweggründen des antiken Auftraggebers alle zentralen Aspekte beleuchtet werden.
3. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel resümiert, dass trotz langjähriger Forschung viele Fragen zur Herkunft und Deutung des Mosaiks offen bleiben und das Werk verschiedene Interpretationsansätze zulässt.
Schlüsselwörter
Alexandermosaik, Pompeji, Casa del Fauno, Alexander der Große, Dareios III., Hellenismus, Ikonographie, opus vermiculatum, Schlacht von Issos, Schlacht von Gaugamela, antike Kunst, Historienmalerei, Repräsentation, Archäologie, Seleukos Nikator.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit einer archäologischen Untersuchung des Alexandermosaiks aus der Casa del Fauno in Pompeji, insbesondere dessen kunsthistorischer Bedeutung.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?
Thematisiert werden die technische Herstellung in opus vermiculatum-Technik, die ikonographische Bedeutung der Darstellung und die Frage nach dem historischen Kontext und Auftraggeber.
Was ist die zentrale Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit analysiert, wie das Mosaik stilistisch und ikonographisch einzuordnen ist, welche Schlacht es repräsentiert und warum es als Prestigeobjekt in der Casa del Fauno angebracht wurde.
Welche wissenschaftliche Methodik kommt zum Einsatz?
Es wird eine kunsthistorische und archäologische Analyse durchgeführt, die primär auf der Auswertung bestehender Fachliteratur und der komparativen Betrachtung von antiken Quellen und bildlichen Darstellungen basiert.
Was sind die wesentlichen Inhalte des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Machart, eine detaillierte Beschreibung der Kampfszene, eine stilistische Analyse sowie die kritische Auseinandersetzung mit der Identität der dargestellten Schlacht und der Intention des Hausherrn.
Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Alexandermosaik, Hellenismus, Ikonographie und der historische Kontext der römischen Republik.
Wird im Text eine definitive Entscheidung getroffen, welche Schlacht dargestellt ist?
Nein, der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Darstellung eher als eine Synthese der Kämpfe Alexanders gegen Dareios zu verstehen ist, statt einer der Schlachten bei Issos oder Gaugamela eindeutig zuzuordnen.
Welche Rolle spielt der Auftraggeber für die Interpretation?
Der Autor diskutiert den Auftraggeber als Repräsentanten der römischen Oberschicht, der durch das prestigeträchtige Mosaik seine Bildung und die Verbindung zur hellenistischen Kultur sowie zu historischen Vorbildern wie Alexander unterstreichen wollte.
- Citar trabajo
- Kevin Grossart (Autor), 2014, Das Alexandermosaik in Pompeji, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/458985