In dieser Arbeit werden alternative Modelle der Grammatikdidaktik vorgestellt. Besondere Konzentration liegt auf der Grammatikwerkstatt von Wolfgang Menzel, daraufhin wird anhand der Wortart Adjektiv eine Analyse eines herkömmlichen Deutschlehrwerks (Wortstark 3) durchgeführt, um schließlich herauszufinden, wie diese Konzepte in praxisorientierten Aufgaben nach Menzels Konzept aussehen könnten, welche Schwierigkeiten auftreten und worin die Unterschiede der didaktischen Modelle liegen.
Wie in jedem wissenschaftlichen Fachgebiet gibt es verschiedenen Herangehensweisen an einzelne Probleme und Aufgabenstellungen. Nicht anders ist dies im Bereich der Grammatik und ihrer didaktischen Lehre, dem Grammatikunterricht. Ein Teilgebiet des Fachs Deutsch, der oft nicht nur SchülerInnen sondern auch Lehrern Unbehagen bereitet. Konzepte des Grammatikunterrichts in Schulen entfernen sich immer mehr von dem normativen traditionellen Grammatikunterricht und versuchen, situative und praxisnahe Lehrmethoden und Aufgaben umzusetzen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grammatikunterricht in der Schule
2.1 Traditioneller Grammatikunterricht
2.2 Alternativen zum traditionellen Grammatikunterricht
2.2.1 Der situative Grammatikunterricht nach Boettcher und Sitta
2.2.2 Die Grammatik-Werkstatt nach Wolfgang Menzel
3. Wortartenklassifikation im Grammatikunterricht
4. Das Adjektiv in der Fachdidaktik
4.1 Das Adjektiv in Wortstark 3
4.2 Das Adjektiv in Der andere Grammatikunterricht
4.3 Das Adjektiv in der Grammatik-Werkstatt
5. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert kritisch die Vermittlung der Wortart Adjektiv in aktuellen Deutschlehrwerken und vergleicht diese mit didaktischen Modellen, insbesondere der Grammatik-Werkstatt von Wolfgang Menzel, um Möglichkeiten für einen praxisorientierten Grammatikunterricht aufzuzeigen.
- Vergleich traditioneller versus alternativer Grammatikdidaktik.
- Analyse der Wortartenvermittlung in Lehrwerken wie "Wortstark 3".
- Untersuchung induktiver versus deduktiver Aufgabenformate.
- Bedeutung morphosyntaktischer Kriterien für das Sprachverständnis.
- Umgang mit grammatikalischen Zweifelsfällen im Schulunterricht.
Auszug aus dem Buch
Experiment 1
Gegeben sind sieben Adjektive (braun, schön, dick, komisch, groß, mächtig, winzig) und ein Adverb (dort). Darunter befinden sich zwei Lückensätze mit dem imaginären Substantiv „Blunschis“, in welche jeweils Adjektive eingesetzt werden sollen. Satz a) sieht die attributive Adjektivstellung vor, Satz b) die prädikative. Die Aufgaben besteht darin, die vorgegebenen Wörter (Adjektive und Adverb) in die Lücken einzusetzen. Wenn die Wörter nun korrekt eingesetzt werden, bemerken die SchülerInnen dass zwar alle Wörter in Satz b) untergebracht werden können, das Adverb „dort“ jedoch nicht in den Beispielsatz mit der attributiven Adjektivstellung passt, da Adverbien nicht flektiert werden. Sie lernen so, dass „dort“ kein Adjektiv sein kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Grammatikunterrichts ein und stellt das Ziel der Untersuchung anhand der Wortart Adjektiv und Menzels Modell vor.
2. Grammatikunterricht in der Schule: Es werden traditionelle sowie alternative Unterrichtsansätze wie der situative Grammatikunterricht und die Grammatik-Werkstatt diskutiert.
3. Wortartenklassifikation im Grammatikunterricht: Dieses Kapitel thematisiert die Schwierigkeiten der Wortartenvermittlung und die Problematik von Mischkategorien bei semantischen Ansätzen.
4. Das Adjektiv in der Fachdidaktik: In diesem Hauptteil erfolgt eine detaillierte Analyse der Darstellung des Adjektivs in "Wortstark 3", "Der andere Grammatikunterricht" und der "Grammatik-Werkstatt".
5. Schluss: Die Ergebnisse werden zusammengefasst und das Potenzial induktiver Aufgabenformate für den modernen Deutschunterricht hervorgehoben.
Schlüsselwörter
Adjektiv, Grammatikunterricht, Wortartenvermittlung, Sprachdidaktik, induktives Lernen, Grammatik-Werkstatt, Wortstark 3, morphosyntaktische Kriterien, Schulgrammatik, Deutschunterricht, Zweifelsfälle, Fachtermini, Sprachwandel, Lehrwerkanalyse, Schulpraxis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie das Adjektiv im Deutschunterricht vermittelt wird und wie verschiedene fachdidaktische Ansätze die Qualität des Grammatikverständnisses bei Schülern beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Grammatikunterricht in der Sekundarstufe, der Vergleich zwischen traditionellen und alternativen didaktischen Modellen sowie die Analyse spezifischer Schulbuchaufgaben.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Schwachstellen in aktuellen Lehrwerken zu identifizieren und aufzuzeigen, wie ein induktiver, am Sprachsystem orientierter Unterricht Grammatik nachhaltiger vermitteln kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine lehrwerkanalytische Untersuchung basierend auf didaktischen Kriterien, insbesondere durch den Abgleich mit den methodischen Vorgaben von Wolfgang Menzel.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert konkret die Behandlung der Wortart Adjektiv in den Werken "Wortstark 3", "Der andere Grammatikunterricht" und der "Grammatik-Werkstatt".
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Adjektiv, Grammatikdidaktik, induktive Methode, Wortartenklassifikation und Lehrwerkanalyse.
Warum kritisiert die Autorin die semantische Vermittlung von Wortarten?
Die Autorin argumentiert, dass rein semantische Erklärungen (z.B. "alles was man tut") zu undifferenzierten "Mischkategorien" führen und bei Schülern eher zu Wissenslücken und Verwirrung statt zu tiefem Systemverständnis führen.
Was zeichnet die "Grammatik-Werkstatt" nach Menzel aus?
Sie zeichnet sich durch einen induktiven Ansatz aus, bei dem Schüler durch systematisches Experimentieren mit Sprache selbst Regeln entdecken, anstatt fertige, teils fehlerhafte Definitionen auswendig zu lernen.
Welche Rolle spielt die "attributive" und "prädikative" Stellung für die Definition?
Diese syntaktischen Positionen werden als entscheidende morphosyntaktische Kriterien herangezogen, um zwischen prototypischen Adjektiven und anderen Wortarten wie Adverbien präzise unterscheiden zu können.
- Citar trabajo
- Lucia Maea (Autor), 2018, Das Adjektiv. Eine Betrachtung des Grammatikunterrichts mit Analyse der Wortartenvermittlung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/459032