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Religiös bedingter Antisemitismus? Antisemitische Ressentiments im deutschen Islam

Title: Religiös bedingter Antisemitismus? Antisemitische Ressentiments im deutschen Islam

Bachelor Thesis , 2018 , 56 Pages , Grade: 1,8

Autor:in: Jonas Runge (Author)

Theology - Islamic theology
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Im öffentlichen Diskurs, der medialen Berichterstattung und politischen Debatte scheinen Muslime derzeit unter Generalverdacht zu stehen, wenn die Täterschaft antisemitischer Übergriffe und das Hegen antisemitischer Ressentiments thematisiert wird. Studien bekräftigen die aktuelle Wahrnehmung: So gaben Betroffene antisemitischer Übergriffe an, dass sie hinter 13 von 16 körperlichen Angriffen Personen muslimischen Glaubens vermuten.

Hinter verbalen antisemitischen Beleidigungen und Belästigungen steckten zu ca. 62 Prozent Muslime. Das ergab jüngst ein Bericht des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) der Universität Bielefeld nach Befragungen deutscher Juden (Anzahl jüdischer Gemeinden in Deutschland: 104; Anzahl Mitglieder: ca. 97. 800). Mediale wie auch wissenschaftliche Auseinandersetzungen mit antisemitischen Ressentiments im deutschen Islam gebrauchen Klassifizierungen wie ‚islamischer‘, ‚muslimischer‘, ‚islamisierter‘ oder ‚neuer‘ Antisemitismus.

In diesem Zusammenhang stellen sich zahlreiche Fragen: Sind die genannten Zuschreibungen gerechtfertigt? Wenn ja, wie unterscheidet sich die Semantik eines ‚islamischen‘ Antisemitismus von ‚klassischen‘ antisemitischen Phänomenen? Wurzeln ‚muslimische‘ Antisemitismen im Koran und sind sie somit ein genuin islamisches Problem?

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Forschungsstand

1.2 Forschungsfrage

1.3 Vorgehensweise

2. Antisemitismus

2.1 Operationalisierung

2.2 Typologisierung

3. Kontextualisierung: Der deutsche Islam – Muslime in Deutschland

3.1 Soziodemographie

3.2 Organisationsstruktur

3.3 Sozialintegration

3.4 Religiosität von Muslimen in Deutschland

4. Exkurs: Antisemitismus in islamisch geprägten Gesellschaften

5. Phänomen des ‚importierten‘ Antisemitismus

6. Antisemitische Ressentiments unter Muslimen in Deutschland

7. Ursachen und Ursprünge antisemitischer Ressentiments unter Muslimen in Deutschland

7.1 Antisemitische Ressentiments als Folge der Auslegung religiöser Quellen

7.2 Antisemitische Ressentiments als Reaktion auf den Nahostkonflikt

7.3 Antisemitische Ressentiments als Resultat von Diskriminierungs- und Marginalisierungserfahrungen

8. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwieweit antisemitische Ressentiments unter Muslimen in Deutschland auf die Religionszugehörigkeit zurückzuführen sind und welche anderen Faktoren, wie etwa politische Ereignisse im Nahen Osten oder Diskriminierungserfahrungen, diese Einstellungen beeinflussen könnten.

  • Phänomenologie des Antisemitismus und dessen Typologisierung
  • Soziologische und religiöse Kontextualisierung von Muslimen in Deutschland
  • Einfluss religiöser Quellen auf die Entstehung antisemitischer Denkmuster
  • Die Rolle des Nahostkonflikts als Treiber antisemitischer Artikulationen
  • Diskriminierungs- und Marginalisierungserfahrungen als Verstärker

Auszug aus dem Buch

2.2 Typologisierung

Für die hier darlegte Differenzierung nutze ich die in Europa gegenwärtig wissenschaftspopuläre Unterscheidung nach der Typologie von Samuel Salzborn. Als sozialwissenschaftlicher Antisemitismusforscher unterscheidet Salzborn zwischen fünf Artikulationsformen bzw. Grundphänomenen. Diese Unterscheidung ist in der sozialwissenschaftlichen und historischen Antisemitismusforschung etabliert. Zunächst nennt er den religiös-antijüdischen Antisemitismus (oft religiöser Antijudaismus): Diese Form bildet die lange antijüdische Vorgeschichte des modernen Antisemitismus (die Semantik des modernen Antisemitismus wird im weiteren Verlauf noch expliziert). Bereits im Mittelalter war der religiös-antijüdische Antisemitismus bzw. religiöse Antijudaismus christlich motiviert und gegen das Judentum als Religion gerichtet. Die christliche Abneigung richtete sich besonders gegen das jüdische Selbstverständnis des Auserwähltseins und war durchsetzt von Mythen und Phantasmen einer Weltbeherrschung durch das Judentum. Bereits im Mittelalter existierten somit Vorstellungen der auch noch heute allzu präsenten ‚jüdischen Weltverschwörung‘. Die beschriebenen christlich-religiösen Motive des Antijudaismus transformierten sich in Vorstellungen des modernen Antisemitismus, wie in die des völkisch-rassistischen Antisemitismus.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle öffentliche und mediale Debatte über antisemitische Vorfälle unter Muslimen in Deutschland und führt in die Problematik sowie die Forschungsfragen ein.

2. Antisemitismus: Dieses Kapitel widmet sich der begrifflichen Definition und Operationalisierung von Antisemitismus sowie der Typologisierung verschiedener Erscheinungsformen nach Samuel Salzborn.

3. Kontextualisierung: Der deutsche Islam – Muslime in Deutschland: Es werden soziodemographische Daten, Organisationsstrukturen und der Grad der Integration sowie Religiosität von Muslimen in Deutschland dargestellt.

4. Exkurs: Antisemitismus in islamisch geprägten Gesellschaften: Dieser Abschnitt analysiert die Verbreitung antisemitischer Propaganda und die Rolle von Verschwörungstheorien in mehrheitlich muslimischen Ländern.

5. Phänomen des ‚importierten‘ Antisemitismus: Hier wird die wissenschaftlich kontroverse Debatte über einen durch Migration aus dem Nahen Osten nach Europa „importierten“ Antisemitismus diskutiert.

6. Antisemitische Ressentiments unter Muslimen in Deutschland: Es werden empirische Befunde und Studien vorgestellt, die antisemitische Einstellungen unter Muslimen in Deutschland näher beleuchten.

7. Ursachen und Ursprünge antisemitischer Ressentiments unter Muslimen in Deutschland: In diesem Hauptteil werden die Auslegung religiöser Quellen, der Einfluss des Nahostkonflikts sowie Diskriminierungserfahrungen als Ursachenfaktoren untersucht.

8. Schlussbemerkungen: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, in der die Forschungsfragen unter Berücksichtigung der analysierten Faktoren beantwortet werden.

Schlüsselwörter

Antisemitismus, Muslime in Deutschland, Islam, Nahostkonflikt, Antizionismus, religiöser Antijudaismus, Diskriminierung, Marginalisierung, Verschwörungstheorien, Integration, Sozialisation, Identität, Religionswissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen antisemitischer Ressentiments unter Muslimen in Deutschland und analysiert, inwieweit diese religiös bedingt sind oder durch externe Faktoren wie den Nahostkonflikt beeinflusst werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Neben der Definition von Antisemitismus stehen die soziale Realität von Muslimen in Deutschland, die Rolle des Korans, die Auswirkungen des Israel-Palästina-Konflikts sowie Diskriminierungserfahrungen im Fokus.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu klären, ob antisemitische Einstellungen unter Muslimen auf ihre Religionszugehörigkeit zurückzuführen sind oder ob es sich primär um islamisierte, politische Einstellungen handelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, dem Studium bestehender quantitativer und qualitativer Studien sowie der theoretischen Auseinandersetzung mit Fachliteratur zur Antisemitismusforschung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die drei zentralen Faktoren: die Auslegung religiöser Quellen, die Reaktion auf politische Ereignisse im Nahen Osten und die Bedeutung von Diskriminierungserfahrungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Antisemitismus, Islam, Nahostkonflikt, Integration, Antizionismus und Diskriminierung.

Welche Rolle spielt der Nahostkonflikt für die Arbeit?

Der Konflikt wird als eines der Hauptreservoirs für antisemitische Äußerungen unter jungen Muslimen identifiziert, wobei der territoriale Konflikt oft in ein globales, ethnisches oder religiöses Feindbild transformiert wird.

Kann man von einem "genuin islamischen" Antisemitismus sprechen?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass eine solche Klassifizierung nicht zutreffend ist, da sich antisemitische Einstellungen nicht direkt aus dem Glauben speisen, sondern oft politisch oder soziologisch legitimiert werden.

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Details

Title
Religiös bedingter Antisemitismus? Antisemitische Ressentiments im deutschen Islam
College
University of Rostock
Grade
1,8
Author
Jonas Runge (Author)
Publication Year
2018
Pages
56
Catalog Number
V459057
ISBN (eBook)
9783668899445
ISBN (Book)
9783668899452
Language
German
Tags
religiös antisemitismus antisemitische ressentiments islam
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jonas Runge (Author), 2018, Religiös bedingter Antisemitismus? Antisemitische Ressentiments im deutschen Islam, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/459057
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