In dieser Arbeit sollen verschiedene Einflussfaktoren auf die Selbstregulation in Bezug auf das Fahrverhalten betrachtet werden und mögliche praktische Implikationen aufgeführt werden.
Im Jahr 2014 lag die Anzahl polizeilich erfasster Straßenverkehrsunfälle in Deutschland bei 2.406.685, darunter 361.935 bei denen ein Fehlverhalten des Fahrzeugführers vorlag und bei denen Personen zu Schaden gekommen sind. Was führt dazu, dass Menschen trotz des Wissens über die möglichen negativen Konsequenzen dennoch mit überhöhter Geschwindigkeit oder unter Alkoholeinfluss Auto fahren?
Ein möglicher Erklärungsansatz hierfür bietet die unzureichende Fähigkeit zur Selbstregulation in bestimmten Situationen. Unter Selbstregulation versteht man ein zielgerichtetes Verhalten mit einer zeitlichen Perspektive. Aspekte der Selbstregulation sind dabei: 1. Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen, welche von einem Individuum mental repräsentiert und überwacht werden, 2. eine ausreichende Motivation um eine Diskrepanz zwischen dem momentanen Zustand und der mentalen Repräsentation dieser Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen zu überwinden und 3. ausreichende Kapazität und Fähigkeiten um diesen Zustand trotz Widerständen zu erreichen.
Erfolgreiche Selbstregulation erlaubt es Menschen Pläne zu erstellen und durchzuführen, ihre Impulse zu kontrollieren, unerwünschte Gedanken und Gefühle zu inhibieren und ermöglicht ein soziales Zusammenleben. Scheitert Selbstregulation jedoch kann dies zu verschiedenen sozialen und gesundheitlichen Problemen führen. Zum Beispiel wird Alkoholabhängigkeit mit einem Scheitern von Selbstregulation in Zusammenhang gebracht. Selbstregulation kann scheitern, wenn nicht genug Ressourcen vorhanden sind, um Hindernisse, die der Zielerreichung im Weg stehen, zu überwinden. Dies ist unter anderem der Fall, wenn die Ressourcen durch eine vorherige Anstrengung bereits reduziert wurden. Ein Beispiel hierfür ist, dass es nach einem anstrengenden Tag im Büro sehr schwer fällt noch ins Fitnessstudio zu gehen. Im Gegensatz zu diesem top-down Prozess steigt bei bottom-up Prozessen durch die Konfrontation mit bestimmten Hinweis-cues die ressourcenbezogene Anforderung an das Individuum. Beispielsweise fällt es vielen Menschen leicht eine Tüte Gummibärchen unangetastet zu lassen, wohingegen sie die Tafel Schokolade nicht mehr aus der Hand legen können (oder – je nach Vorliebe – andersrum).
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Einflussfaktoren
2.1 Alter
2.2 Geschlecht
2.3 Kriminelle Handlungen
3. Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der psychologischen Fähigkeit zur Selbstregulation und sicherheitsrelevantem Fahrverhalten unter Berücksichtigung von demografischen und verhaltensbezogenen Einflussvariablen.
- Bedeutung der Selbstregulation für die Verkehrssicherheit
- Einfluss des Lebensalters auf selbstregulatorische Strategien im Straßenverkehr
- Geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Selbstregulation und Emotionsregulation
- Zusammenhang zwischen mangelnder Selbstkontrolle und riskantem bzw. kriminellem Fahrverhalten
- Ableitung praktischer Implikationen zur Prävention von Verkehrsunfällen
Auszug aus dem Buch
Einführung
Im Jahr 2014 lag die Anzahl polizeilich erfasster Straßenverkehrsunfälle in Deutschland bei 2.406.685, darunter 361.935 bei denen ein Fehlverhalten des Fahrzeugführers vorlag und bei denen Personen zu Schaden gekommen sind (Statistisches Bundesamt, 2015). Was führt dazu, dass Menschen trotz des Wissens über die möglichen negativen Konsequenzen dennoch mit überhöhter Geschwindigkeit oder unter Alkoholeinfluss Auto fahren?
Ein möglicher Erklärungsansatz hierfür bietet die unzureichende Fähigkeit zur Selbstregulation in bestimmten Situationen. Unter Selbstregulation versteht man ein zielgerichtetes Verhalten mit einer zeitlichen Perspektive. Aspekte der Selbstregulation sind dabei: 1. Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen, welche von einem Individuum mental repräsentiert und überwacht werden, 2. eine ausreichende Motivation um eine Diskrepanz zwischen dem momentanen Zustand und der mentalen Repräsentation dieser Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen zu überwinden und 3. ausreichende Kapazität und Fähigkeiten um diesen Zustand trotz Widerständen zu erreichen (Hofmann, Schmeichel & Baddeley, 2012).
Erfolgreiche Selbstregulation erlaubt es Menschen Pläne zu erstellen und durchzuführen, ihre Impulse zu kontrollieren, unerwünschte Gedanken und Gefühle zu inhibieren und ermöglicht ein soziales Zusammenleben. Scheitert Selbstregulation jedoch kann dies zu verschiedenen sozialen und gesundheitlichen Problemen führen (Heatherton & Wagner, 2010). Zum Beispiel wird Alkoholabhängigkeit mit einem Scheitern von Selbstregulation in Zusammenhang gebracht (Baumeister & Heatherton, 1996).
Selbstregulation kann scheitern, wenn nicht genug Ressourcen vorhanden sind, um Hindernisse, die der Zielerreichung im Weg stehen, zu überwinden. Dies ist unter anderem der Fall, wenn die Ressourcen durch eine vorherige Anstrengung bereits reduziert wurden (Hofmann, Schmeichel & Baddley, 2012). Ein Beispiel hierfür ist, dass es nach einem anstrengenden Tag im Büro sehr schwer fällt noch ins Fitnessstudio zu gehen. Im Gegensatz zu diesem top-down Prozess steigt bei bottom-up Prozessen durch die Konfrontation mit bestimmten Hinweis-cues die ressourcenbezogene Anforderung an das Individuum (Heatherton & Wagner, 2010).
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung: Das Kapitel definiert den Begriff der Selbstregulation und stellt den Bezug zum Straßenverkehr sowie zur Unfallstatistik her.
Einflussfaktoren: Hier werden die Variablen Alter, Geschlecht und kriminelle Handlungen analysiert und deren jeweiliger Einfluss auf das selbstregulatorische Fahrverhalten diskutiert.
Diskussion: Abschließende Zusammenführung der Ergebnisse mit Fokus auf praktische Implikationen und den Bedarf an weiterer Forschung im Bereich des Fahrverhaltens.
Schlüsselwörter
Selbstregulation, Fahrverhalten, Verkehrssicherheit, Alter, Geschlecht, Kriminelle Handlungen, Selbstkontrolle, Fahrerfahrung, Emotionsregulation, Stereotype Threat, Unfallrisiko, Verkehrspsychologie, Impulsivität, Copingstrategie, Mobilität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit beleuchtet, wie individuelle psychologische Fähigkeiten zur Selbstregulation das Verhalten von Fahrzeugführern beeinflussen und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen umfassen den Einfluss des Alters, die Rolle geschlechtsspezifischer Unterschiede bei der Regulation sowie den Zusammenhang zwischen mangelnder Selbstkontrolle und riskantem Fahrverhalten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Analyse von Faktoren, die die Selbstregulation im Straßenverkehr beeinflussen, um daraus Ansätze für praktische Implikationen und eine sicherere Teilnahme am Straßenverkehr abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung bestehender psychologischer Studien basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Einflussfaktoren wie Alter und Geschlecht sowie die Analyse, wie sich Defizite in der Selbstkontrolle in riskantem oder kriminellem Verhalten im Straßenverkehr niederschlagen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Selbstregulation, Fahrverhalten, Verkehrssicherheit, Selbstkontrolle und Einflussvariablen wie Alter und Geschlecht.
Warum spielt das Alter eine Rolle beim Fahrverhalten?
Das Alter korreliert oft mit funktionalen Einschränkungen. Ältere Fahrer setzen Selbstregulation häufig als kompensatorische Strategie ein, um ihre Mobilität bei gleichzeitig reduziertem Unfallrisiko zu erhalten.
Was besagt der "Stereotype Threat" im Kontext dieser Arbeit?
Er beschreibt die Angst, negative Vorurteile gegenüber der eigenen Gruppe (z.B. "Frauen fahren schlecht") zu bestätigen, was bei Frauen zu einem erhöhten Selbstmonitoring und damit mehr Selbstregulation führen kann.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Kriminalität und Fahrverhalten?
Ja, Studien weisen darauf hin, dass eine geringe Fähigkeit zur Selbstkontrolle sowohl mit kriminellen Handlungen allgemein als auch mit spezifisch riskantem Fahrverhalten, wie dem Fahren unter Alkoholeinfluss, korreliert.
Welche praktischen Empfehlungen werden abgeleitet?
Unter anderem wird die Notwendigkeit verstärkter Aufklärung über kognitive Ressourcenfresser wie Smartphone-Nutzung am Steuer sowie der Umgang mit negativen Emotionen beim Fahren hervorgehoben.
- Quote paper
- Katrin Mayer (Author), 2016, Selbstregulation und Fahrverhalten. Zum Einfluss der Variablen Alter, Geschlecht und kriminelle Handlungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/459088