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Die Anfänge der Körpergrabsitte bei den Germanen und ihre Verbreitung im Ostseeraum während der älteren römischen Kaiserzeit

Titel: Die Anfänge der Körpergrabsitte bei den Germanen und ihre Verbreitung im Ostseeraum während der älteren römischen Kaiserzeit

Akademische Arbeit , 2004 , 94 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: René Bräunig (Autor:in)

Archäologie
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Text analysiert die Anfängen der Körperbestattungssitte bei den Germanen und mögliche Einflüsse aus benachbarten Kulturen.

Der Zeitraum der Untersuchung des Aufkommens der Körpergrabsitte und ihrer Verbreitung beginnt in der Zeitstufe A nach Eggers und endet mit der Stufe Eggers B2 mit wenigen Ausnahmen, die in den Grenzbereich des Übergangs zwischen Eggers B2 und C1 gehören. Um der Frage der Entstehung der Körpergrabsitte nachzugehen, sind Untersuchungen zur vorrömischen Eisenzeit in den, später durch römische Schriftquellen, als sicher germanisch besiedelt anzusehenden Gebiete notwendig.
Der Zeitabschnitt der frühen Kaiserzeit bringt einige Besonderheiten im Grabritus hervor, die vorher im germanischen Raum mehr oder weniger unbekannt waren.

Dazu gehören getrennte Männer- und Frauenfriedhöfe, die Waffenbeigabe und das zahlreicher werdende Phänomen der Körpergräber. Dahinter wurde oft eine stärkere soziale Differenzierung der germanischen Gesellschaft gesehen. Hachmann vermutete hinter den verschieden ausgestatteten Waffengräbern verschiedene Kriegerränge mit politisch und sozial differenziertem Einfluß. Dagegen wäre die vorrömische Eisenzeit homogener strukturiert gewesen, weil eine Führungsschicht archäologisch nicht nachweisbar ist.

Neuere Untersuchungen zu Gräberfeldern der vorrömischen Eisenzeit im skandinavischen Raum zeigen hier ein viel differenzierteres Bild.

In den reich ausgestatteten frühkaiserzeitlichen Körpergräbern vom Lübsowtyp sah man die archäologische Hinterlassenschaft einer überregionalen Führungsschicht. Neuere Untersuchungen haben gezeigt, daß alle diese Erscheinungen im Grabritus stärker zu differenzieren sind.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG UND FORSCHUNGSSTAND

DIE KÖRPERGRÄBER DER SPÄTLATENEZEIT

Die keltischen Körpergräber der Spätlatenezeit

Die Körpergräber der vorrömischen Eisenzeit in Skandinavien

Körpergräber der vorrömischen Eisenzeit im Havelgebiet

Die Körpergräber der vorrömischen Eisenzeit im Elb-Saale-Gegiet

Die "rätische" Körpergrabgruppe

DER RAUM MITTELEUROPA, SÜDPOLEN

Böhmen

Mitteldeutschland

Süd- und Mittelpolen

Mittelschlesien

Niederschlesien

Kujawien und das Palukigebiet

Großpolen

DIE FÜRSTENGRÄBER VOM LÜBSOWTYP

DAS RHEINLAND

SKANDINAVIEN, NORDOSTDEUTSCHLAND, NORDWESTPOLEN UND GROßPOLEN

Nordostdeutschland und Nordwestpolen

Pommersche Küstengruppe

Rügensche Küstengruppe

Südpommersche Gruppe

Brandenburg und der mittlere Oderraum

Brandenburg

Der mittlere Oderraum

Mecklenburg

Hinterpommern

Pommerellen und Westpreußen

Dänemark

Nordjütland (Himmerland, Vendsyssell, Thy)

Mittel- und Ostjütland

Westjütland

Südjütland und Nordschleswig

Fünen und Langeland

Seeland, Lolland und Falster

Bornholm

Schweden

Gotland und Öland

Das schwedische Festland

Västergötland

Östergotland

Norwegen

Finnland und Ostpreußen

Finnland

Ostpreußen

Das Baltikum

VERGLEICH DER VERSCHIEDENEN ENTWICKLUNGEN

KATALOG

Jüngere Vorrömische Eisenzeit

Brandenburg

Schweden

Ältere Kaiserzeit

Dänemark

Norwegen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Aufkommen und die Verbreitung der Körpergrabsitte bei den germanischen Stämmen während der älteren römischen Kaiserzeit, um die soziokulturellen Hintergründe dieses Wandels sowie mögliche Einflüsse und soziale Differenzierungsprozesse zu verstehen.

  • Ursprung und Entwicklung der Körperbestattung
  • Soziale Differenzierung innerhalb der germanischen Gesellschaft
  • Einflüsse von keltischen und römischen Siedlungsräumen
  • Regionale Ausprägungen des Grabritus im Ostseeraum
  • Analyse der Fürstengräber vom Lübsowtyp

Auszug aus dem Buch

Einleitung und Forschungsstand

Der Zeitraum der Untersuchung des Aufkommens der Körpergrabsitte und ihrer Verbreitung beginnt in der Zeitstufe A nach Eggers und endet mit der Stufe Eggers B2 mit wenigen Ausnahmen, die in den Grenzbereich des Übergangs zwischen Eggers B2 und C1 gehören. Um der Frage der Entstehung der Körpergrabsitte nachzugehen, sind Untersuchungen zur vorrömischen Eisenzeit in den, später durch römische Schriftquellen, als sicher germanisch besiedelt anzusehenden Gebiete notwendig.

Der Zeitabschnitt der frühen Kaiserzeit bringt einige Besonderheiten im Grabritus hervor, die vorher im germanischen Raum mehr oder weniger unbekannt waren. Dazu gehören getrennte Männer- und Frauenfriedhöfe, die Waffenbeigabe und das zahlreicher werdende Phänomen der Körpergräber. Dahinter wurde oft eine stärkere soziale Differenzierung der germanischen Gesellschaft gesehen. Hachmann vermutete hinter den verschieden ausgestatteten Waffengräbern verschiedene Kriegerränge mit politisch und sozial differenziertem Einfluß. Dagegen wäre die vorrömische Eisenzeit homogener strukturiert gewesen, weil eine Führungsschicht archäologisch nicht nachweisbar ist.

Neuere Untersuchungen zu Gräberfeldern der vorrömischen Eisenzeit im skandinavischen Raum zeigen hier ein viel differenzierteres Bild. In den reich ausgestatteten frühkaiserzeitlichen Körpergräbern vom Lübsowtyp sah man die archäologische Hinterlassenschaft einer überregionalen Führungsschicht. Neuere Untersuchungen haben gezeigt, daß alle diese Erscheinungen im Grabritus stärker zu differenzieren sind (Gebühr 1974, Gebühr/Kunow 1976, Kunst 1978, Steuer 1982).

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG UND FORSCHUNGSSTAND: Einführung in den Untersuchungszeitraum und Diskussion der Forschungsgeschichte hinsichtlich der sozialen Differenzierung und des Grabritus.

DIE KÖRPERGRÄBER DER SPÄTLATENEZEIT: Untersuchung früher Körpergrabbestattungen im keltischen und germanischen Kulturraum sowie deren zeitliche Einordnung.

DER RAUM MITTELEUROPA, SÜDPOLEN: Detaillierte Analyse der Bestattungssitten in den Regionen Böhmen, Mitteldeutschland und Polen.

DIE FÜRSTENGRÄBER VOM LÜBSOWTYP: Untersuchung der reich ausgestatteten Gräber als Hinweis auf eine soziale Oberschicht und deren Handelsbeziehungen zum römischen Reich.

DAS RHEINLAND: Kurze Betrachtung früher Soldatengräber in dieser Region.

SKANDINAVIEN, NORDOSTDEUTSCHLAND, NORDWESTPOLEN UND GROßPOLEN: Regionale Untersuchung der Gräberfelder und Bestattungsformen unter besonderer Berücksichtigung kultureller Einflüsse.

VERGLEICH DER VERSCHIEDENEN ENTWICKLUNGEN: Synthese der Forschungsergebnisse zur Entstehung und Verbreitung der Körpergrabsitte und der Rolle der sozialen Strukturen.

Schlüsselwörter

Körpergrabsitte, römische Kaiserzeit, Germanen, Bestattungsritus, Lübsowtyp, soziale Differenzierung, Archäologie, Przeworskkultur, Waffenbeigabe, Grabbeigaben, Ostseeraum, Kelten, Skandinavien, Siedlungsstruktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Publikation analysiert die Einführung und Verbreitung der Körperbestattung in germanisch besiedelten Gebieten während der älteren römischen Kaiserzeit.

Welche Themenfelder sind zentral?

Im Zentrum stehen die archäologische Erfassung von Körpergräbern, die soziale Schichtung der Gesellschaft sowie Handelskontakte und kulturelle Austauschprozesse.

Was ist die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie und warum sich der Bestattungsritus von der Brand- zur Körperbestattung wandelte und welche sozialen Strukturen oder externen Einflüsse dabei eine Rolle spielten.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Es handelt sich um eine archäologische Analyse auf Basis von Fundkomplexen, Typologien von Beigaben (wie Fibeln) und C-14-Datierungen.

Was behandelt der Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in regionale Studien, die Untersuchung der Fürstengräber vom Lübsowtyp sowie den systematischen Vergleich der Grabriten in unterschiedlichen geographischen Räumen.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Körpergrabsitte, römische Kaiserzeit, soziale Differenzierung, Lübsowtyp und Bestattungswesen.

Welche Rolle spielen die Fürstengräber vom Lübsowtyp für die Argumentation?

Sie dienen als Beleg für eine wohlhabende, sozial herausgehobene Schicht und verdeutlichen die Intensität des Handels mit dem römischen Reich.

Warum ist der Vergleich zwischen den Regionen wichtig?

Der Vergleich zeigt, dass es keinen monokausalen Ursprung für die Körpergrabsitte gibt, sondern dass regionale Entwicklungen eng mit spezifischen Handels- und sozialen Gegebenheiten verknüpft waren.

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Details

Titel
Die Anfänge der Körpergrabsitte bei den Germanen und ihre Verbreitung im Ostseeraum während der älteren römischen Kaiserzeit
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Ur- und Frühgeschichte)
Veranstaltung
Archäologie im Ostseeraum
Note
1,0
Autor
René Bräunig (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
94
Katalognummer
V459099
ISBN (eBook)
9783668894396
ISBN (Buch)
9783668894402
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Körpergrab Bestattungssitten
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
René Bräunig (Autor:in), 2004, Die Anfänge der Körpergrabsitte bei den Germanen und ihre Verbreitung im Ostseeraum während der älteren römischen Kaiserzeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/459099
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Leseprobe aus  94  Seiten
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