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Eine wissenschaftliche Analyse der Postkorbmethode als eignungsdiagnostisches Instrument

Title: Eine wissenschaftliche Analyse der Postkorbmethode als eignungsdiagnostisches Instrument

Seminar Paper , 2005 , 44 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Taro Niggemann (Author), Maren Jäger (Author), Elena Kruzhanov (Author), Jérôme Verger (Author)

Leadership and Human Resources - Miscellaneous
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Das Postkorbverfahren erfreut sich in der Praxis aufgrund seiner augenscheinlichen Validität als eignungsdiagnostisches Instrument seit nunmehr rund 50 Jahren großer Beliebtheit. Die häufige Verwendung als Personalauswahlverfahren und teilweise auch als Weiterbildungsverfahren durch Unternehmen und andere Organisationen steht im Kontrast zu einer bis heute mangelnden wissenschaftlichen Validierung des Verfahrens. Zudem kommen die veröffentlichten Arbeiten, die es seit Entstehung der Methode, vor allem aus dem amerikanischen Raum, gibt, zu teilweise divergierenden Ergebnissen. Nach heutigem Kenntnisstand sieht die Mehrzahl der Autoren die Objektivität des Postkorbverfahrens in Form der Durchführungs- und Auswertungsobjektivität gewährleistet. Hinsichtlich der Reliabilität fällt das Urteil schlechter aus. In Bezug auf die Validität muss zwischen den verschiedenen Validitätskonzepten unterschieden werden. Eine Konstruktvalidität im Sinne der psychometrischen Tradition ist nicht gegeben. Die prädiktive Validität, die für die Praxis das essentielle Kriterium darstellt, ist im Zusammenhang mit einer Reihe von Erfolgsparametern nachgewiesen. Die inhaltliche Validität ist ebenfalls zufrieden stellend. Die Forschung steht jedoch vor der Herausforderung, für die Praxis Methoden zu entwickeln, die die Konstruktion reliabler und inhaltlich valider Postkorbübungen rationalisieren. Diesbezüglich haben sich bereits zwei Erkenntnisse etabliert. Erstens muss eine Postkorbübung für eine bestimmte Zielposition in einer Organisation spezifisch und strukturiert konstruiert werden. Und zweitens ist das Training der Beobachter, welches zu einem einheitlichen Verständnis der Bewertungsparameter führt, essentiell für eine hinreichende Reliabilität und Validität. Diese Empfehlungen an die Praxis gehen einher mit einer reduzierten organisationalen Effizienz des Postkorbverfahrens. Auch die Digitalisierung des Verfahrens hat den Zielkonflikt zwischen Effizienz- und Qualitätsaspekten noch nicht entschärft. Deswegen sollte über die Verwendung des Postkorbverfahrens in Assessment Centern fallweise entschieden werden.

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Inhaltsverzeichnis

1 Abstract

2 Einleitung

2.1 Definition

2.2 Funktionsweise des Verfahrens

2.3 Beurteilungskriterien der Postkorbübung

2.4 Historischer Hintergrund

2.5 Relevanz

3 Analyse des wissenschaftlichen Kenntnisstandes zum Verfahren

3.1 Eingliederung in den Kontext der Berufseignungsdiagnostik

3.2 Theoretische Grundlagen aus der Pädagogik, Psychologie und Testtheorie

3.3 Darstellung der empirischen Basis

3.4 Objektivität, Reliabilität und Validität des Verfahrens

4 Bewertung und Implikationen

4.1 Einsatzmöglichkeiten und Grenzen des Verfahrens

4.2 Erfolgsfaktoren für das anwendende Unternehmen

4.3 Erfolgsfaktoren für den individuellen Teilnehmer

5 Konklusion

5.1 Zusammenfassung und Fazit

5.2 Weiterer Forschungsbedarf

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert das Postkorbverfahren als eignungsdiagnostisches Instrument. Ziel ist es, die wissenschaftliche Fundierung des Verfahrens, seine Reliabilität und Validität zu prüfen sowie Empfehlungen für den praktischen Einsatz in Assessment Centern abzuleiten.

  • Definition und historische Entwicklung der Postkorbmethode
  • Wissenschaftliche Bewertung der Gütekriterien (Objektivität, Reliabilität, Validität)
  • Analyse von Erfolgsfaktoren für Unternehmen und Teilnehmer
  • Diskussion zur Digitalisierung und Zukunftstrends von Postkorbübungen
  • Kritische Einordnung des Verfahrens im Kontext der Berufseignungsdiagnostik

Auszug aus dem Buch

2.2 Funktionsweise des Verfahrens

Bei der Postkorbübung soll sich der Teilnehmer in eine für den Inhaber der relevanten Position typische Situation hinein versetzen. Der Teilnehmer ist dabei entweder ein potentieller, zukünftiger Inhaber dieser Position oder ein Mitarbeiter, dessen Kompetenzen in Hinsicht auf die für diese Position relevanten Aspekte weitergebildet werden sollen. Dafür erhält er zunächst eine Einweisung, die ihm die notwendigen Informationen über Art und Umfang der Übung gibt. „Eine sehr ausführliche Aufgabenstellung liefert den firmen- und abteilungsspezifischen Hintergrund. So können Organigramme über Firmenhierarchien informieren, Stellenbeschreibungen über Aufgabengebiete der Mitarbeiter Auskunft geben und Terminkalender des Vorgesetzten über dessen Vorhaben aufklären“ (Nielsen, 1995, S. 67). Alle weiteren Informationen sind in den ihm zur Verfügung gestellten Unterlagen enthalten, so dass keine Rückfragen nötig sind. Diese Unterlagen bestehen aus einer Reihe von typischerweise 15 bis 30 Schriftstücken, die für den Posteingang des Stelleninhabers repräsentativ sind.

Beispiele hierfür sind Briefe, Faxe, E-Mails, Notizzettel und Wiedervorlagen. Sowohl berufliche als auch private Angelegenheiten können Gegenstand der Dokumente sein. Oft ist der Inhalt an die zu besetzende Stelle und die jeweilige Branche angepasst. Für den Teilnehmer gilt es zum Beispiel, Termine zu planen, Prioritäten zu setzen, Personalengpässe zu meistern, zu kontrollieren und zu delegieren. Bei Assessment Centern für Führungspositionen sind häufig Mitarbeiterprobleme zu lösen (vgl. Nielsen, 1995, S. 68). Die Papiere sind von unterschiedlicher Länge, Komplexität, Wichtigkeit und Dringlichkeit, können versteckte Hinweise enthalten und weisen zum Teil einen Zusammenhang zu anderen Schriftstücken auf. Als Erschwernis werden sie oft weitschweifig und kompliziert formuliert.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Abstract: Bietet einen Überblick über die Beliebtheit des Postkorbverfahrens in der Praxis bei gleichzeitig mangelnder wissenschaftlicher Validierung und zeigt den Konflikt zwischen Effizienz und Qualität auf.

2 Einleitung: Definiert die Methode als Simulationsübung zur Personalauswahl und Personalentwicklung, erläutert die Funktionsweise und stellt Anforderungen an Teilnehmer sowie Kriterien zur Beurteilung vor.

3 Analyse des wissenschaftlichen Kenntnisstandes zum Verfahren: Integriert den Postkorb in die Berufseignungsdiagnostik, definiert psychologische Gütekriterien und diskutiert die empirische Basis sowie die Validität des Instruments.

4 Bewertung und Implikationen: Reflektiert Einsatzmöglichkeiten und Grenzen, benennt Erfolgsfaktoren für Unternehmen bei der Durchführung und gibt Hinweise zur Vorbereitung für Teilnehmer.

5 Konklusion: Fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert den aktuellen Forschungsstand und formuliert den Bedarf für zukünftige wissenschaftliche Untersuchungen.

Schlüsselwörter

Postkorbverfahren, Assessment Center, Eignungsdiagnostik, Personalauswahl, Validität, Reliabilität, Arbeitsprobe, Simulationsübung, Personalentwicklung, Anforderungsprofil, Führungskräfteauswahl, Testtheorie, Beobachtertraining, Objektivität, berufliche Eignung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der wissenschaftlichen Analyse der Postkorbmethode, die als weit verbreitetes Instrument in Assessment Centern zur Beurteilung von Führungskräften und Mitarbeitern eingesetzt wird.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Definition und Funktionsweise der Methode, die Überprüfung ihrer wissenschaftlichen Gütekriterien (Validität, Reliabilität, Objektivität) sowie die praktische Anwendung und Optimierung im Unternehmenskontext.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es, den wissenschaftlichen Kenntnisstand zum Postkorbverfahren kritisch zu bewerten und zu hinterfragen, ob die weit verbreitete praktische Anwendung durch empirische Belege gerechtfertigt ist.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit stützt sich auf eine umfassende Literaturanalyse bestehender psychologischer Studien und Forschungsergebnisse zur psychometrischen Fundierung des Postkorbverfahrens.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der Berufseignungsdiagnostik, die empirische Basis zur Validierung des Verfahrens und bewertet kritisch verschiedene methodische Ansätze und Erfolgsfaktoren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Postkorbverfahren, Eignungsdiagnostik, Assessment Center, Validität, Reliabilität und Personalauswahl charakterisiert.

Warum ist das Training der Beobachter laut Arbeit besonders wichtig?

Da die Bewertung von Postkörben komplex ist und oft auf manueller Eindrucksbildung beruht, ist ein einheitliches Verständnis der Bewertungsparameter bei den Beobachtern essentiell, um Objektivität und Reliabilität zu erhöhen.

Welche Herausforderungen bestehen bei der Digitalisierung von Postkorbübungen?

Die Digitalisierung ermöglicht zwar eine objektivere Auswertung, birgt jedoch das Risiko, dass die Komplexität reduziert wird und nur isolierte Konstrukte gemessen werden, was die inhaltliche Validität beeinflussen kann.

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Details

Title
Eine wissenschaftliche Analyse der Postkorbmethode als eignungsdiagnostisches Instrument
College
Otto Beisheim School of Management Vallendar  (Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Führung & Personalmanagement)
Course
Seminar: Human Resource Assessment
Grade
1,3
Authors
Taro Niggemann (Author), Maren Jäger (Author), Elena Kruzhanov (Author), Jérôme Verger (Author)
Publication Year
2005
Pages
44
Catalog Number
V45919
ISBN (eBook)
9783638432399
Language
German
Tags
Eine Analyse Postkorbmethode Instrument Seminar Human Resource Assessment
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Taro Niggemann (Author), Maren Jäger (Author), Elena Kruzhanov (Author), Jérôme Verger (Author), 2005, Eine wissenschaftliche Analyse der Postkorbmethode als eignungsdiagnostisches Instrument, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45919
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