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Inwiefern bildet die Europäische Union eine Nation?

Title: Inwiefern bildet die Europäische Union eine Nation?

Term Paper , 2018 , 18 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Johann Vohn (Author)

Politics - Topic: European Union
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Die Europäische Union hat selten so viel Relevanz in einem Koalitionsvertrag einer möglichen Regierung bekommen wie in dem der Großen Koalition. Doch wenn den einschlägigen Tagesnachrichten Glauben geschenkt werden darf, sind die nationalstaatlichen Mitglieder der Europäischen Union in vielen Themen wie etwa der Migrations-, Finanz- oder Sicherheitspolitik alles andere als einheitlich aufgestellt. Wäre es unter diesen Voraussetzungen möglich und sinnvoll, eine europäische Nation zu gründen?

Um die Frage nach einer möglichen europäischen Nation zu beantworten werde ich von einer Definition des Begriffes "Nation" ausgehen. Anhand dieser werde ich herleiten, inwiefern die EU diese Definitionskriterien bereits erfüllt beziehungsweise welche Konditionen gegebenenfalls noch nötig wären, um sie zu erfüllen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsdefinition von „Nation“, „Identität“ und „nationaler Identität“

3 Eine europäische Nation

3.1 Die „traditionelle Heimat“

3.2 Gemeinschaft von Gesetzen und Institutionen mit einem einzigen politischen Willen

3.3 Politisch-rechtliche Gleichheit aller Nationsangehörigen

3.4 Eine sozial geteilte, immaterielle Kultur

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht auf Basis einer politikwissenschaftlichen Definition von Bernd Estel, inwieweit die Europäische Union bereits die Kriterien einer klassischen Nation erfüllt und welche Voraussetzungen für eine mögliche zukünftige Nationwerdung noch fehlen.

  • Analyse des Nationsbegriffs und der nationalen Identität im EU-Kontext.
  • Untersuchung der territorialen und institutionellen Struktur der Europäischen Union.
  • Bewertung der politisch-rechtlichen Gleichheit innerhalb der europäischen Mitgliedsstaaten.
  • Reflexion über die Bedeutung kultureller Identität und historischer Erinnerung für die EU.

Auszug aus dem Buch

3.1 Die „traditionelle Heimat“

Diese Frage ist oberflächlich gesehen simpel. Die Europäische Union hat feste Grenzen, innerhalb dieser Grenzen können sich Unionsbürgerinnen und -bürger frei bewegen. Aber zunächst sollte festgehalten werden, dass die EU ein stark fluktuierendes territoriales Gebiet ist. Von der EGKS über die EWG, die EG und schließlich die heutige EU wurden über einen Zeitraum von etwas weniger als 70 Jahren immer wieder Mitgliedsstaaten hinzugefügt, die das EU-Territorium erweiterten und somit auch zusätzliche Sprachen, Kulturen und nationale Identitäten hinzufügten.

Daraus resultiert dementsprechend die Frage, „ob das großartige Projekt der wirtschaftlichen und politischen Einheit Europas zu Ende geführt wird oder ob seine Verwässerung in Gestalt einer großen Freihandelszone […] bevorzugt wird“ (Wehler, 2008: 122). In diesem Konflikt sind zwei große Meinungen vertreten. Die „historisch kulturelle“ Lehrmeinung (Schmidt/Schünemann, 2009: 220) geht davon aus, dass christliche Werte das Fundament der europäischen Gemeinschaft seien. Oftmals wird damit impliziert, dass eine Aufnahme einer größtenteils muslimischen Nation wie zum Beispiel der Türkei nicht mit den Werten der EU vereinbar sei. Ein häufig verwendetes Argument hierbei ist, dass Europa ein Produkt der „gemeinsamen Kultur der germanischen, romanischen und slawischen Völker, die von der lateinischen und der griechischen Variante des Christentums seit dem Frühmittelalter geschaffen wurden“ (Reinhard, 1994: 79), sei.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle politische Relevanz der EU und die Herausforderungen durch nationale Interessen sowie EU-kritische Strömungen.

2 Begriffsdefinition von „Nation“, „Identität“ und „nationaler Identität“: Dieses Kapitel erarbeitet die theoretische Grundlage für die Analyse, indem es das staatsbürgerliche Modell der Nation nach Bernd Estel definiert.

3 Eine europäische Nation: Hier wird die EU anhand der vier Kriterien der Nationsdefinition auf ihren föderalistischen Charakter und ihr Potenzial zur Staatsbildung hin geprüft.

3.1 Die „traditionelle Heimat“: Dieses Unterkapitel problematisiert die variablen Territorialgrenzen der EU und die Frage nach einer gemeinsamen kulturellen Identität.

3.2 Gemeinschaft von Gesetzen und Institutionen mit einem einzigen politischen Willen: Das Kapitel analysiert die institutionelle Architektur und den politischen Willen der EU innerhalb der Währungsunion.

3.3 Politisch-rechtliche Gleichheit aller Nationsangehörigen: Es wird untersucht, inwiefern Unionsbürger durch EU-Recht gleichbehandelt werden und welche Defizite in einem fehlenden Grundrechtskatalog liegen.

3.4 Eine sozial geteilte, immaterielle Kultur: Dieser Teil befasst sich mit der Frage nach einem kollektiven europäischen Gedächtnis und dem Wert gemeinsamer friedensstiftender Erinnerungen.

4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die EU derzeit keine klassische Nation ist, aber viele der notwendigen Grundsteine bereits vorhanden sind.

Schlüsselwörter

Europäische Union, Nation, nationale Identität, Föderalismus, Identität, politisches System, europäische Integration, Gemeinschaftsrecht, Kultur, europäisches Gedächtnis, Wertegemeinschaft, Friedensprojekt, Brexit, politische Partizipation, Staatsbürgerschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob die Europäische Union als Nation im politikwissenschaftlichen Sinne betrachtet werden kann und welche Kriterien dafür entscheidend sind.

Welche zentralen Themenfelder behandelt das Dokument?

Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Nation, der institutionellen Struktur, der Rechtsgleichheit der Bürger und der Rolle einer gemeinsamen kulturellen Identität innerhalb der EU.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die Forschungsfrage lautet, inwieweit die EU schon heute einer klassischen Nation mit föderalistischem Charakter entspricht und was zur Entstehung der Vereinigten Staaten von Europa noch fehlt.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt die Definition des Nationsbegriffs von Bernd Estel als Analyseraster, um die verschiedenen Aspekte der EU strukturiert zu bewerten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden vier spezifische Kriterien (traditionelle Heimat, Institutionen, rechtliche Gleichheit, Kultur) theoretisch hergeleitet und auf die gegenwärtige Situation der EU angewendet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Europäische Union, Nation, Identität, politische Integration und Wertegemeinschaft.

Warum hält der Autor die „traditionelle Heimat“ für die EU noch für nicht gegeben?

Der Autor argumentiert, dass das EU-Gebiet durch die stetige Erweiterung zu fluktuierend ist und die Identifikation mit der EU als „Heimat“ bei vielen Bürgern noch nicht fest verankert ist.

Welche Rolle spielt der Euro für das Identitätsverständnis?

Der Euro wird als wichtiges Band der Gemeinschaft angesehen, wobei der Autor warnt, den Erfolg der Union nicht ausschließlich an die Währung zu knüpfen, da dies ein gemeinsames Wertesystem schwächen könnte.

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Details

Title
Inwiefern bildet die Europäische Union eine Nation?
College
RWTH Aachen University  (Institut für politische Wissenschaften)
Grade
2,3
Author
Johann Vohn (Author)
Publication Year
2018
Pages
18
Catalog Number
V459236
ISBN (eBook)
9783668897885
ISBN (Book)
9783668897892
Language
German
Tags
inwiefern europäische union nation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Johann Vohn (Author), 2018, Inwiefern bildet die Europäische Union eine Nation?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/459236
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