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Sportgeschmack als Distinktionsmittel bei älteren Menschen

Title: Sportgeschmack als Distinktionsmittel bei älteren Menschen

Thesis (M.A.) , 2004 , 113 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Daniel Schönert (Author)

Sport - Sport Sociology
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Zusammenfassung
Es ist schon so: Auch ältere Menschen sehen im Freizeitsport, ob nun Neueinsteiger oder Personen, die mit "ihrem" Sport nie aufgehört haben, einen Teil des eigenen Lebensstilkonzepts. Und dass sportliche Aktivitäten nicht nur aus gesundheitlichen Gründen getan sondern auch als kulturelle Bereicherung gesehen werden können, ist ebenso einleuchtend. Ziel dieser Arbeit war es, inwieweit der Sport als kulturelles Konsumgut auch als Distinktionsmittel eingesetzt wird und ob die Wahl einer Sportart (mit ihrem entsprechenden Prestige) von der sozialen Stellung der Akteure abhängt. Zwar hat sich das Sportangebot in den letzten Jahrzehnten vervielfältigt; werden aber die Sportarten zufällig nach Lust und Laune gewählt oder berechenbar als schichtspezifisches Kulturgut, sofern es noch typische Sportarten für den kleinen oder großen Mann gibt?
Fünf Freizeitsportler, vier davon über, einer unter 60 Jahren, die fünf verschiedene Sportpraxen repräsentieren, wurden für diese Arbeit mündlich interviewt.
Zwar können bestimmte Sportpraxen als Distinktionsmittel verstanden und benutzt werden, sofern die Sportart auch die Möglichkeit dazu lässt. Ebenso konnte gezeigt werden, dass die ob bewusste oder unbewusste Wahl der Sportart mit ihren Regeln und Praktiken dem Köperschema aber auch dem ethischen Moralverständnis der Akteure entsprechen muss, da man sich schließlich in der Sportart wohlfühlen will. Die These, dass der Sportgeschmack der sozialen Stellung entspringt, konnte nicht bestätigt werden.
Dennoch: Distinktionen können durch symbolische Strukturierung der Gesellschaft, in der natürlich auch ältere Menschen dazugehören, in Form von Lebensstilen sichtbar werden. Distinktionsstrategien sollen jedoch nicht als bewusste Strategien (demonstrativer Luxuskonsum) oder gar als Befolgung von Regeln, sondern, wenn überhaupt, als größtenteils unbewusste, vom Habitus generierte Strategien interpretiert werden. Somit ist der Geschmack nicht eine bloße Meinung oder Werthaltung. Eher graben sich die Geschmackspräferenzen und Habitusstrukturen in die einzelnen Körper ein und werden zu Dispositionen der Körper. Trotzdem ist der Geschmack keine Naturgabe.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Der Sport als Distinktionsmittel

2 Bourdieus Kultursoziologie

2.1 Der Habitusbegriff

2.1.1 Der Habitus als Gedächtnisstütze

2.1.2 Der Klassenhabitus

2.1.3 Das Habituskonzept zwischen Determinismus und Freiheit

2.2 Der Kapitalbegriff

2.3 Soziale Klassen und Soziale Stellung

2.4 Der Raum der Lebensstile und der Geschmacksbegriff

2.5 Der Sportgeschmack von sozialen Klassen

3 Ältere Menschen und ihre gesellschaftliche Stellung

3.1 Demografische Entwicklung

3.2 Wann ist man alt? Grenzen und Definitionen

3.3 Soziale Ungleichheit im Alter

3.4 Die Lebenssituation der Älteren

3.5 Sport im Alter

4 Anlage der Untersuchung

4.1 Gegenstand der Untersuchung

4.2 Methodologische Grundentscheidung

4.2.1 Forschungsfrage

4.2.2 Operationalisierung

4.3 Auswahl der Probanden

4.4 Erhebungsinstrumente

4.5 Datenauswertung

4.6 Das Kategoriensystem

5 Die Kurzportraits

Frau Niebaum: „Leute aus allen Schichten“

Herr Günther: „kann ich tun und lassen was ich will“

Herr Meyer: „man spielt ja gegen sich“

Herr Wanzke: „Welche mit Krawatte und Leute im Trainingsanzug“

Herr Herold: „Solange wir durch den Wald reiten, wird nicht gesprochen“

6 Diskussion

7 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern der Sportgeschmack älterer Menschen als Distinktionsmittel im Sinne der kultursoziologischen Theorie von Pierre Bourdieu fungiert und ob ein systematischer Zusammenhang zwischen der Wahl einer Sportart und der sozialen Position im Alter besteht.

  • Habitus und Sportgeschmack
  • Distinktionsstrategien im Sport
  • Klassenspezifische Sportpraktiken
  • Lebenssituation und Sportengagement älterer Menschen
  • Qualitative Analyse von Alterssportlern

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Der Habitus als Gedächtnisstütze

Wie erlangt man nun diesen Habitus? Der Habitus wird von gesellschaftlichen Einflüssen und nicht vom Akteur selbst geprägt, so dass im Habitus das Individuelle immer etwas Kollektives ist. Auch zu beschreiben als sozialisierte Subjektivität oder Verinnerlichung der äußeren Bedingungen. Nun ist es so, dass der Habitus nicht angeboren, sondern aus der Geschichte der eigenen subjektiven Erfahrungen heraus zu kristallisieren und dadurch Teil des Unbewussten ist. Die im Habitus inkorporierten − Bourdieu spricht von Inkorporation, wenn externe soziale Strukturen in dauerhafte innere Strukturen transferiert werden − und verinnerlichten Strukturen werden zur zweiten Natur, also zur Kultur (vgl. Schwingel 1995, S. 56 f.). Mit anderen Worten: es entsteht ein doppelter Prozess der „Interiorisierung der Exteriorität“ und der „Exteriorisierung der Interiorität“, wenn eine Beziehung zwischen den objektiven Strukturen und den strukturierten Dispositionen, die diese zu aktualisieren und zu reproduzieren trachten, die Erkenntnisweise bestimmt (vgl. Bourdieu 1976, S. 147 und Bourdieu 1987, 102).

Die Einverleibung von Objektivität ist demzufolge die Verinnerlichung kollektiver Schemata, da das, was verinnerlicht wird, das Produkt der Entäußerung einer ähnlich strukturierten Subjektivität darstellt. Also sowohl eine Entäußerung der Innerlichkeit wie eine Verinnerlichung der Äußerlichkeit (vgl. Bourdieu 1976, S. 170). Einfacher, „indem die Umwelt auf den Menschen einwirkt, trägt sie zu dessen Identitätsbildung bei; gleichzeitig führt menschliches Handeln zu Resultaten, die Spuren in der Umwelt hinterlassen“. Somit prägt nicht nur die Gesellschaft das Individuum, sondern das Individuum auch die Gesellschaft (vgl. Weiß 1999, S. 70 f.).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die sportsoziologische Relevanz des Alters und der Forschungsfrage nach Distinktion im Seniorensport.

1 Der Sport als Distinktionsmittel: Theoretische Einordnung des Sports als Ausdruck gesellschaftlicher Strukturen und kulturelles Produkt.

2 Bourdieus Kultursoziologie: Darstellung des Habitus- und Kapitalbegriffs sowie des Modells des sozialen Raums zur Analyse von Lebensstilen.

3 Ältere Menschen und ihre gesellschaftliche Stellung: Soziodemografische Analyse der Lebenssituation, Ungleichheit und Sportaktivität im Alter.

4 Anlage der Untersuchung: Erläuterung des Forschungsdesigns, der Methodik des qualitativen Leitfadeninterviews und der Operationalisierung der Begriffe.

5 Die Kurzportraits: Vorstellung der empirischen Ergebnisse anhand von Kurzportraits der interviewten Sportler.

6 Diskussion: Kritische Reflexion der Ergebnisse und Auseinandersetzung mit alternativen Theorien zur Lebensstilforschung.

7 Zusammenfassung: Abschließendes Fazit der Arbeit und Beantwortung der Forschungsfrage.

Schlüsselwörter

Pierre Bourdieu, Habitus, Sportgeschmack, Distinktion, Alterssport, Soziale Schichtung, Kapitalformen, Lebensstil, Sportsoziologie, Qualitative Sozialforschung, Seniorensport, Sozialer Raum, Distinktionsmittel, Körperhabitus, Soziale Ungleichheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob Sportgeschmack bei älteren Menschen als Mittel zur sozialen Unterscheidung (Distinktion) dient.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Kultursoziologie von Pierre Bourdieu, die Lebenssituation älterer Menschen und die Bedeutung des Sports als kulturelles Gut.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Frage lautet: Fungiert ein Sportgeschmack bei älteren Menschen in Abhängigkeit von ihrer sozialen Position als Distinktionsmittel?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der Leitfadeninterviews mit älteren Sporttreibenden umfasst.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Habitus, Kapital, sozialer Raum), eine soziodemografische Analyse der Zielgruppe und die Durchführung sowie Auswertung der Interviews.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Bourdieu, Habitus, Distinktion, Alterssport und soziale Schichtung.

Warum wurde die Altersgruppe der über 60-Jährigen gewählt?

Die Gruppe wurde gewählt, um die Anwendbarkeit von Bourdieus Klassentheorie auf eine Lebensphase zu prüfen, die sich durch spezifische soziale Übergänge wie die Verrentung auszeichnet.

Welche Rolle spielt der Körper bei der Distinktion?

Nach Bourdieu ist der Körper ein Speichermedium kultureller Prägungen; der Körperhabitus offenbart dabei oft unbewusst die Klassenzugehörigkeit.

Was ist das Ergebnis der Untersuchung in Bezug auf den Sportgeschmack?

Es konnte gezeigt werden, dass die Wahl einer Sportart nicht rein zufällig ist, sondern habituell mit den sozialen Voraussetzungen und dem Bedürfnis nach Selbstverwirklichung korrespondiert, auch wenn Distinktionsbemühungen im Alter eine komplexere Form annehmen.

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Details

Title
Sportgeschmack als Distinktionsmittel bei älteren Menschen
College
University of Münster  (Institut für Sportkultur und Weiterbildung)
Grade
1,0
Author
Daniel Schönert (Author)
Publication Year
2004
Pages
113
Catalog Number
V45928
ISBN (eBook)
9783638432450
ISBN (Book)
9783656146841
Language
German
Tags
Sportgeschmack Distinktionsmittel Menschen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Schönert (Author), 2004, Sportgeschmack als Distinktionsmittel bei älteren Menschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45928
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