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Popliteratur und Popjournalismus

Title: Popliteratur und Popjournalismus

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Franziska Walser (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Popjournalismus und Popliteratur haben mehr gemeinsam als die Vorsilbe. Popjournalismus chargiert ins Literarisch-erzählerische, bis hin zum Borderline-Journalismus. Popliteratur widmet sich ursprünglich journalistischen Themen, sie ist aktuell und stark auf das eigene Erleben bezogen.
Auch personell überschneiden sich die Sphären von Literatur- und Medienwelt: Wer schreiben kann, ist heutzutage meist beides, Autor und Journalist, wobei der Weg oft vom Journalisten bei den sogenannten Lifestyle-Magazinen hin zum ersten Buch führt. Gleichzeitig sind die meisten Pop-Autoren gewandte Akteure im Mediensystem. Im günstigsten Fall (für Autor und Verlag) entsteht so ein selbstreferentieller, höchst effektiver Kreislauf, bei dem Autoren über und für Medien schreiben und die Medien wiederum über diese Autoren schreiben.
Die vorliegende Arbeit untersucht Werke und Arbeitsweisen von Popautoren (Christian Kracht, Benjamin Stuckrad-Barre, Eckhart Nickel) und vergleicht sie mit den Methoden und Texten des Popjournalismus (TEMPO, SPEX, New Journalism in den USA). Wichtige Punkte dabei sind Themen, Sprache und die mediale Inszenierung der Autoren.
Die Verfasserin der Arbeit hat sowohl Neuere Deutsche Literaturwissenschaft, als auch Kommunikationswissenschaft studiert und bewusst einen interdisziplinären Ansatz gewählt um dieses bisher kaum untersuchte Thema zu bearbeiten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Popliteratur

2.1 Inhalt

2.1.1 Alltag als Thema

2.1.2 Jugend und Provokation

2.2 Form

2.2.1 Alltagssprache

2.2.2 Subjektives Erzählen

3 Popjournalismus

3.1 Die Anfänge: New Journalism

3.2 Die Hoch-Phase: Von Spex zum Spiegel

4 Ungleiche Brüder - Gemeinsamkeiten und Unterschiede

5 Mediale Inszenierung der Popliteratur

5.1 Beispiel Tristesse Royale

5.2 Lieblingsfeinde - Popliteratur und das Feuilleton

6 Ende der Popliteratur, Krise des Popjournalismus??

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen der deutschen Popliteratur und dem Popjournalismus der 1990er Jahre, um Gemeinsamkeiten in Arbeitsweise und medialer Inszenierung aufzuzeigen und die Frage eines möglichen Zusammenwachsens der Disziplinen zu klären.

  • Charakteristika der Popliteratur (Inhalt und Form)
  • Entwicklung und Stilmittel des Popjournalismus
  • Vergleich der Rollenbilder von Autor und Journalist
  • Die mediale Selbstinszenierung der Popliteraten
  • Reaktionen des Feuilletons auf die Pop-Bewegung

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Alltag als Thema

Das bestimmende Thema der Popliteratur sind Erfahrungen aus dem jugendlichen Lebensalltag. Die ebenfalls jungen Autoren beschreiben Modestile, Freizeitverhalten, Konsumgewohnheiten und Denkweisen ihrer Generation mit großer Genauigkeit. Vor allem Markennamen spielen ein große Rolle, wobei es verfehlt wäre, den Autoren „Markenfetischismus“ vorzuwerfen. Sieht man genau hin, werden in „Faserland“ Marken nicht glorifiziert, sondern als selbstverständlicher Teil eines konsumorientierten Alltags dargestellt. Kracht setzt Markennamen oft ein, um Menschen in kurzen Sätzen eindeutig zu charakterisieren:

„Am Nebentisch stehen drei Männer und reden ziemlich laut über ihren Testarossa. Sie tragen alle Cartier-Uhren, und man sieht ihnen förmlich an, daß sie Golf spielen. Die haben eine Behäbigkeit, die sich nach dreißig einstellt, so eine braungebrannte, unsympathische Behäbigkeit.“

Die Bücher leben von der detaillierten Beobachtung des Alltags, die beim Leser Widererkennung bis hin zur Identifikation auslöst: „Das Erleben muss authentisch wirken. Musik, Sprache, Gesten, Rituale müssen stimmen. Expertenwissen ist unerlässlich.“ Allerdings bleiben diese Beobachtung immer an der Oberfläche; das Konzept zielt „nicht auf Abstraktion und Selbstrefentialität, sondern auf Gegenständlichkeit und die Beschreibung von Empirie“.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Durchlässigkeit zwischen Literatur und Journalismus anhand des Beispiels von Christian Kracht und problematisiert den Mangel an wissenschaftlicher Untersuchung dieses Phänomens.

2 Popliteratur: Dieses Kapitel definiert Popliteratur über inhaltliche Schwerpunkte wie die jugendliche Lebenswelt und formale Aspekte wie eine alltagsnahe, subjektive Sprache.

3 Popjournalismus: Hier wird der Popjournalismus von seinen Ursprüngen im „New Journalism“ bis zur Professionalisierung in Magazinen wie „Tempo“ und den Krisen durch fiktionale Praktiken analysiert.

4 Ungleiche Brüder - Gemeinsamkeiten und Unterschiede: Das Kapitel vergleicht die Berufsfelder von Journalisten und Schriftstellern und stellt fest, dass die Grenzen insbesondere bei den Protagonisten der Pop-Bewegung aufgrund ähnlicher Themenwahl und Arbeitsweisen verschwimmen.

5 Mediale Inszenierung der Popliteratur: Diese Sektion behandelt die bewusste Eigenvermarktung der Autoren und die polemische Reaktion des Feuilletons, wobei das Beispiel „Tristesse Royale“ zentral ist.

6 Ende der Popliteratur, Krise des Popjournalismus??: Das Fazit stellt fest, dass Popliteratur und Popjournalismus nicht verschwunden sind, sondern in den Mainstream und moderne Formate wie Blogs eingeflossen sind.

Schlüsselwörter

Popliteratur, Popjournalismus, Christian Kracht, Faserland, New Journalism, Benjamin von Stuckrad-Barre, Feuilleton, Inszenierung, Tristesse Royale, Lifestyle-Magazin, Subjektivität, Medien, Generation Golf, Konsum, Literaturkritik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die engen Verbindungen und Überschneidungen zwischen der deutschen Popliteratur und dem Popjournalismus der 1990er Jahre.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen die inhaltlichen und formalen Merkmale der Popliteratur, die Entwicklung des Popjournalismus, die mediale Selbstinszenierung der Autoren sowie der Konflikt mit dem traditionellen Feuilleton.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Literatur und Journalismus im „Pop“-Kontext zu einer Einheit verschmelzen und ob diese Entwicklung als ein wirklicher Generationswechsel zu verstehen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine qualitative Analyse, indem sie literarische Primärtexte (z.B. „Faserland“) mit einer Auswertung von Zeitungs- und Zeitschriftenartikeln sowie medienwissenschaftlicher Fachliteratur vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von inhaltlichen/formalen Merkmalen der Popliteratur, die Genese des Popjournalismus, einen direkten Vergleich beider Disziplinen und eine detaillierte Analyse der medialen Inszenierungsstrategien am Beispiel von Projekten wie „Tristesse Royale“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Popliteratur, Popjournalismus, Subjektivität, mediale Inszenierung, Feuilleton, Konsumkultur und Autoren wie Christian Kracht oder Benjamin von Stuckrad-Barre.

Welche Bedeutung hat das Buch „Faserland“ für die Argumentation?

„Faserland“ dient als exemplarisches Gründungsdokument der Popliteratur, an dem sich die inhaltliche Faktenbezogenheit und die spezifische, oberflächenorientierte Schreibweise besonders gut belegen lassen.

Warum wird die „Kummer-Affäre“ als wichtiges Fallbeispiel angeführt?

Die Affäre um die gefälschten Interviews von Tom Kummer markiert den Wendepunkt im deutschen Popjournalismus, der die Debatte über den Wahrheitsanspruch und die Schattenseiten der subjektiven Erzählweise im Journalismus erst richtig entfachte.

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Details

Title
Popliteratur und Popjournalismus
College
LMU Munich  (Institut für Deutsche Philologie)
Course
Prosa der 90er Jahre
Grade
1,0
Author
Franziska Walser (Author)
Publication Year
2005
Pages
23
Catalog Number
V45939
ISBN (eBook)
9783638432528
ISBN (Book)
9783638658379
Language
German
Tags
Popliteratur Popjournalismus Prosa Jahre
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franziska Walser (Author), 2005, Popliteratur und Popjournalismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45939
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