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Sollte der einheitliche gesetzliche Mindestlohn eingeführt werden? Eine Analyse aus der Sicht von John Rawls' "A Theory of Justice"

Título: Sollte der einheitliche gesetzliche Mindestlohn eingeführt werden? Eine Analyse aus der Sicht von John Rawls' "A Theory of Justice"

Trabajo Escrito , 2013 , 16 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Richard Mittag (Autor)

Sociología - Sistemas sociales y Estructuras sociales
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In dieser Arbeit soll aus der Sicht von John Rawls' 1971 erschienenem Buch "A Theory of Justice" geprüft werden, ob die Einführung eines einheitlichen gesetzlichen Mindestlohnes zu befürworten ist oder nicht. Die Arbeit erfragt demnach die Sinnhaftigkeit eines einheitlichen gesetzlichen Mindestlohnes aus der neoliberalen Perspektive der "Theorie der Gerechtigkeit" John Rawls.

Die bereits über Jahre anhaltenden Debatten in der Parteipolitik um die Einführung eines einheitlichen gesetzlichen Mindestlohnes in Deutschland sind vor dem Hintergrund der größer gewordenen Spannung zwischen ökonomischer Effizienz und Sozialprotektion zu betrachten. Für die Betrachtung ist von Bedeutung, was genau den Mindestlohn bezeichnet. So definiert der einheitliche gesetzliche Mindestlohn die Untergrenze der Bezahlung für abhängig Beschäftigte. Diese Untergrenze darf kein Arbeitgeber unterschreiten. Die Forderungen zu dieser Maßnahme, die durch die Politik umgesetzt werden soll, fußen gemäß der Aussagen der Befürworter auf der wachsenden sozialen Ungerechtigkeit. Die Gegner befürchten hingegen eine Verschärfung der sozialen Ungerechtigkeit nach Einführung des einheitlichen gesetzlichen Mindestlohnes.

In Deutschland, aber auch weltweit, zeigt sich gesellschaftliches Engagement, wenn es um die Verwirklichung von menschenwürdigen Lebens- und Arbeitsverhältnissen geht. Prekäre Arbeit bezeichnet den Ausschluss gleichberechtigter Integration in soziale Netze und vom vollen Genuss institutionell verankerter sozialer Rechte und Partizipationschancen. Dem Individuum widerfährt in der Folge ein systematischer Sinnverlust, und ihm wird die soziale Anerkennung vorenthalten. Ein längerfristig ausgerichteter Lebensentwurf lässt sich darauf nicht gründen. Unter diesen Prämissen kann gerechter Lohn und gleiches Entgelt für gleichwertige Arbeit als ein soziales und wirtschaftliches Grundrecht konstituiert werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung in die Thematik

1.1. Präzisierung der Fragestellung

1.2. Gliederungsabriss

2. Theoretischer Hintergrund und Forschungsstand

2.1. Gesellschaftspolitische Aspekte

2.2. Juristische Aspekte

2.3. Parteipolitische Aspekte

2.4. Vorbemerkungen zur `Theorie der Gerechtigkeit´

3. Diskussion

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Sinnhaftigkeit eines einheitlichen gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland kritisch zu prüfen. Dabei wird als theoretische Grundlage die „Theorie der Gerechtigkeit“ von John Rawls herangezogen, um die Pro- und Contra-Argumente einer normativen Bewertung aus neoliberaler Perspektive zu unterziehen.

  • Analyse der aktuellen gesellschafts- und parteipolitischen Debatte um Mindestlöhne in Deutschland.
  • Darstellung der juristischen Rahmenbedingungen wie Tarifautonomie und Arbeitnehmer-Entsendegesetz.
  • Einführung in die zentralen Konzepte von John Rawls (Urzustand, Differenzprinzip, Schleier des Nichtwissens).
  • Abgleich der Mindestlohn-Argumente mit den Gerechtigkeitsstandards nach Rawls.
  • Diskussion über Beschäftigungseffekte und soziale Verteilungsgerechtigkeit.

Auszug aus dem Buch

2.4. Vorbemerkungen zur `Theorie der Gerechtigkeit´

Wie bereits einleitend betont, ist die `Theorie der Gerechtigkeit´ von John Rawls, US-amerikanischer Philosoph, international anerkannt. Die `Theorie der Gerechtigkeit´, eine vertragstheoretische Begründung liberaler Ordnungen, ist dessen Hauptwerk (vgl. Schiller in Nohlen/ Grotz 2011: 344). Einige „Kritiker vergleichen sein Werk sowohl hinsichtlich seines Innovationsgehaltes sogar mit den Werken von Immanuel Kant“ (Schaal/ Heidenreich 2006: 94). Nun sollen einige Eckpunkte dieser Abhandlung dargestellt werden, um in der folgenden Argumentation Rawls Leitidee nachvollziehen zu können.

Rawls konstruiert einen fiktiven Urzustand als einem erkenntnistheoretischen Mittel, um Gerechtigkeitsstandards zu finden. Dabei ist die Frage entscheidend, wie der Mensch im Urzustand ist und welche Fähigkeiten er besitzt. So hüllt er die Menschen in einen Schleier des Nichtwissens, dem `veil of ignorance´. Mit diesem Identitätsabstraktionsmechanismus möchte er universalistische Kriterien der Gerechtigkeit finden (vgl. ebd.: 97). So generalisiert er also das Individuum selbst, das Individuum sind alle. Dies ist von immenser Bedeutung insofern, als dass Einflüsse, die den Menschen prägen, wie Sozialisation, Persönlichkeitsstrukturen und Wertanschauungen, als nicht gegeben angenommen werden. „Da die Menschen weder ihren Status in der Gesellschaft noch ihre Talente oder psychischen Dispositionen kennen, sind sie in der Lage, Gerechtigkeitsgrundsätze zu finden, die universell gültig sind“ (ebd.: 98). Diese Menschen werden als Akteure oder Parteien bezeichnet. Sie sind individuelle, rationale Nutzenmaximierer, die anderen gegenüber gleichgültig sind. So sind die Akteure weder neidisch noch altruistisch, aber haben einen Gerechtigkeitssinn (vgl. ebd.: 99).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung in die Thematik: Dieses Kapitel skizziert die kontroverse Debatte um gesetzliche Mindestlöhne in Deutschland vor dem Hintergrund ökonomischer und sozialer Spannungen und definiert die zentrale Fragestellung.

2. Theoretischer Hintergrund und Forschungsstand: Hier werden die gesellschaftspolitischen, rechtlichen und parteipolitischen Ausgangslagen erläutert und die relevanten Konzepte aus John Rawls „Theorie der Gerechtigkeit“ eingeführt.

3. Diskussion: Dieser Abschnitt überträgt die Pro- und Contra-Argumente zum Mindestlohn auf die theoretischen Gerechtigkeitsmaßstäbe von Rawls, um deren normative Tragfähigkeit zu prüfen.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und schlägt eine Synthese der Positionen vor, um sozialen Risiken für die am schlechtesten Gestellten entgegenzuwirken.

Schlüsselwörter

Mindestlohn, John Rawls, Theorie der Gerechtigkeit, Tarifautonomie, soziale Gerechtigkeit, Differenzprinzip, Sozialpolitik, Arbeitsmarktpolitik, Verteilungsgerechtigkeit, Beschäftigungseffekte, Urzustand, Chancengleichheit, Deutschland, Wirtschaftspolitik, Prekäre Beschäftigung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Einführung eines einheitlichen gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland unter dem Aspekt der moralischen Rechtfertigung anhand der „Theorie der Gerechtigkeit“ von John Rawls.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die deutsche Arbeitsmarktpolitik, das Tarifsystem, aktuelle politische Parteipositionen zum Mindestlohn sowie die philosophische Grundlegung liberaler Gerechtigkeitskonzepte.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu klären, ob ein flächendeckender Mindestlohn aus der Perspektive von John Rawls sinnvoll und gerechtfertigt ist oder ob er negative Folgen für die am schlechtesten gestellten Bevölkerungsgruppen hätte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Diskursanalyse, bei der aktuelle politökonomische Argumente auf einer Metaebene an den Kriterien einer renommierten politischen Theorie gemessen werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die gesellschaftlichen und juristischen Hintergründe des Mindestlohns dargestellt, Rawls Kernkonzepte erklärt und anschließend eine Transferdiskussion geführt, die Argumente beider Lager bewertet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Mindestlohn, John Rawls, Theorie der Gerechtigkeit, soziale Gerechtigkeit und Tarifautonomie maßgeblich definiert.

Warum spielt die Tarifautonomie in der Diskussion eine so große Rolle?

Die Tarifautonomie ist verfassungsrechtlich in Deutschland verankert und dient als zentrales Argument der Mindestlohngegner, die staatliche Eingriffe in die Lohnfindung für problematisch halten.

Welchen Stellenwert nimmt das „Differenzprinzip“ nach Rawls ein?

Das Differenzprinzip dient als Maßstab für die Beurteilung von Ungleichheiten; laut Rawls sind diese nur dann gerechtfertigt, wenn sie die Situation der am schlechtesten Gestellten verbessern.

Was ist das Ergebnis der Untersuchung?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass ein Mindestlohn zwar als soziales Auffangnetz dienen kann, jedoch aufgrund unklarer Beschäftigungseffekte ein Risiko für die Schwächsten birgt, weshalb eine moderate, evaluierbare Vorgehensweise empfohlen wird.

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Detalles

Título
Sollte der einheitliche gesetzliche Mindestlohn eingeführt werden? Eine Analyse aus der Sicht von John Rawls' "A Theory of Justice"
Universidad
YMCA University of Applied Sciences
Curso
Sozialstaatliche und sozialpolitische Grundlagen der Sozialen Arbeit
Calificación
1,3
Autor
Richard Mittag (Autor)
Año de publicación
2013
Páginas
16
No. de catálogo
V459402
ISBN (Ebook)
9783668903050
ISBN (Libro)
9783668903067
Idioma
Alemán
Etiqueta
Mindestlohn John Rawls
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Richard Mittag (Autor), 2013, Sollte der einheitliche gesetzliche Mindestlohn eingeführt werden? Eine Analyse aus der Sicht von John Rawls' "A Theory of Justice", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/459402
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