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Der sächsische Widerstand im Spiegel des Bruno von Magdeburg

Title: Der sächsische Widerstand im Spiegel des Bruno von Magdeburg

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Elke Timme (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Die bereits seit Anfang des 11. Jahrhunderts herrschenden Spannungen zwischen dem salischen Königtum und den Sachsen führten zu einer Aufstandsbewegung, als Heinrich IV. versuchte, eine umfassende Neuordnung und insbesondere den Amtscharakter der Grafschaften auf sächsischem Gebiet durchzusetzen. Die ersten achteinhalb Jahre dieses insgesamt 15 Jahre dauernden Krieges Heinrichs IV. gegen die Sachsen schildert der Magdeburger Kleriker Bruno in seinem einzigen Werk Bellum Saxonicum. Zwar orientiert Bruno sich im Wesentlichen an der Chronologie der Auseinandersetzungen, doch steht das Verhalten Heinrichs im Vordergrund. Nach Meinung der sächsischen Fürsten hatte Heinrich durch die Verletzung seiner Pflichten als König und Lehnsherr aufgehört, König zu sein; die Sachsen sahen sich somit nicht mehr an die geleisteten Treueide gebunden. Brunos Buch zeigt den Sachsenkrieg als eine Kette gescheiterter Versuche, eine Eskalation des Streites zu verhindern.

Nach einem kurzen Abriss über das Leben Brunos von Magdeburg und sein Werk werden die Ursachen, die er für den sächsischen Widerstand nennt, genauer untersucht und das Verhältnis des sächsischen Adels zu Heinrich IV. vor und nach dem Bannspruch Gregors VII. charakterisiert. Abschließend werden einige Überlegungen zur Funktion des Werkes ausgeführt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. BRUNONIS SAXONICUM BELLUM

2.1. Bruno von Magdeburg

2.2. Werk

3. URSPRÜNGE DES SÄCHSISCHEN WIDERSTANDES

3.1. Stammespartikularismus

3.2. lex Saxonum und sächsische libertas

4. AUSLÖSENDE ELEMENTE DER KONFRONTATION

4.1. Revindikationspolitk und Burgenbau

4.2. iniuriae und ”falsche” Berater

4.3. Die Verletzung des Gefolgschaftsverhältnisses

5. WIDERSTAND NACH DER EXKOMMUNIKATION HEINRICHS IV.

5.1. Die Königswahl Rudolfs von Rheinfelden

5.2. Heinrich als communis omnium hostis

6. SCHLUßBETRACHTUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen und die Dynamik des sächsischen Widerstandes gegen das salische Königtum unter Heinrich IV. anhand der Chronik von Bruno von Magdeburg. Zentral ist dabei die Frage, wie der sächsische Adel sein Widerstandsrecht legitimierte und wie das Verhältnis zwischen dem König und den Großen vor sowie nach dem Bannspruch Gregors VII. durch Brunos Werk dargestellt wird.

  • Analyse des Werkes "Bellum Saxonicum" als historische Quelle
  • Stammespartikularismus und sächsisches Rechtsverständnis
  • Konfliktauslöser wie Burgenbau und "falsche" Berater
  • Die Entwicklung des Widerstandsrechts nach der Exkommunikation Heinrichs IV.

Auszug aus dem Buch

4.2. iniuriae und ”falsche” Berater

Von Bruno als eigentlicher Kriegsgrund bezeichnet wird der 29.6.1073, an dem Heinrich IV. den Affront beging, die sächsischen Fürsten zwar nach Goslar zitiert zu haben, sie dann jedoch warten ließ, da er ”cum suis parasitis aleis vel ceteris rebus nugatoriis operam dabat et tot magnos homines ad suam ianuam excubare, quasi mancipia vilissima, nichili pendebat”.

Diese hochmütige Behandlung und Verweigerung der Kommunikation seitens des Königs nahmen die Sachsen zum Anlaß, Ort und Tag festzusetzen, ”quo omnes cum omnibus Saxoni bus convenirent et de libertate communi, quam sibi videbant ereptum iri, communiter age rent...”. Auch den Berater Heinrichs, der die sächsischen Großen zusätzlich verhöhnte, bezeichnet Bruno als ”parasitus”; er beklagt - allerdings nur indirekt - die Unerfahrenheit dieser Emporkömmlinge an anderen Stellen. Daß Heinrich sich mit Leuten niederer Herkunft und ”falschen” Beratern umgeben habe, ist bei Lampert deutlicher formuliert: ”Haec enim illi gens [Suevorum] erat acceptissima, et eorum plerosque obscuris et pene nul lis maioribus ortos amplissimis honoribus ex tulerat et primos in palacio fecerat, et ad eorum nutum cuncta regni negocia disponebantur” und ”...posthabitis principibus, solos circa se Suevos assidue habebat, ex his sibi auricularios a secretis, ex his tam familiarium quam publicorum negociorum procuratores instituebat...”.

Offensichtlich befanden sich in des Königs Nähe nicht länger - wie im Früh- und Hochmittelalter üblich - etablierte Adelsfamilien als Berater, was auf ”Störungen im Herrschaftsgefüge” schließen läßt: Mittelalterliche Herrschaftsausübung war maßgeblich von der Verpflichtung der geistlichen und weltlichen Großen bestimmt, dem Herrscher consilium et auxilium zu leisten. Da der König sich deren Rat nicht ohne weiteres entziehen konnte, standen dem Adel erhebliche Einflußmöglichkeiten offen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Darstellung des staatlichen Dualismus zwischen König und Adel sowie die Einordnung von Brunos Werk als zentrale Anklageschrift gegen Heinrich IV.

2. BRUNONIS SAXONICUM BELLUM: Kurzbiografie des Autors Bruno von Magdeburg und Analyse seines Werkes hinsichtlich Entstehung und Quellenlage.

3. URSPRÜNGE DES SÄCHSISCHEN WIDERSTANDES: Untersuchung der historischen Wurzeln des sächsischen Partikularismus und des Stellenwerts der lex Saxonum für das Freiheitsverständnis.

4. AUSLÖSENDE ELEMENTE DER KONFRONTATION: Analyse der konkreten Konfliktursachen, insbesondere des Burgenbaus, der Beraterwahl des Königs und der Verletzung des Gefolgschaftsverhältnisses.

5. WIDERSTAND NACH DER EXKOMMUNIKATION HEINRICHS IV.: Beleuchtung der Legitimierung des Widerstands durch den Bannspruch sowie die Königswahl Rudolfs von Rheinfelden.

6. SCHLUßBETRACHTUNG: Zusammenfassende Betrachtung der unterschiedlichen Perspektiven auf den Konflikt und die Rolle des Rechtsprinzips bei der Königsherrschaft.

Schlüsselwörter

Heinrich IV., Bruno von Magdeburg, Sachsenkrieg, Bellum Saxonicum, Sächsischer Adel, Widerstandsrecht, Investiturstreit, libertas, Stammespartikularismus, Gregor VII., Rudolf von Rheinfelden, Gefolgschaftsverhältnis, lex Saxonum, Burgenbau, Königtum

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den sächsischen Widerstand gegen Kaiser Heinrich IV. im 11. Jahrhundert und analysiert dabei, wie dieser Konflikt in der zeitgenössischen Geschichtsschreibung, speziell durch Bruno von Magdeburg, dargestellt und legitimiert wurde.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf den Strukturen sächsischer Herrschaft, dem Konflikt zwischen monarchischem Anspruch und adeligem Partikularismus, sowie der Rolle von Recht und Treue im Hochmittelalter.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Ursachen für den Sachsenaufstand zu identifizieren und zu untersuchen, wie sich der sächsische Adel durch die Berufung auf althergebrachtes Recht gegenüber der Politik Heinrichs IV. behauptete.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es handelt sich um eine quellenkritische Analyse der historiographischen Überlieferung, insbesondere des Bellum Saxonicum, ergänzt durch einen Vergleich mit anderen zeitgenössischen Quellen wie den Annalen des Lampert von Hersfeld.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Ursprünge des Widerstandes (Stammespartikularismus), der auslösenden Ereignisse (Burgenbau, Berater) und der Phase nach der Exkommunikation Heinrichs IV., inklusive der Königswahl Rudolfs von Rheinfelden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Sächsischer Widerstand, Heinrich IV., Bellum Saxonicum, Widerstandsrecht, libertas, Stammespartikularismus und das Verhältnis von König und Adel im 11. Jahrhundert.

Welche Rolle spielten die "falschen" Berater bei der Eskalation des Konflikts?

Die Umgehung der etablierten Adelskreise durch den König, der sich stattdessen mit Ministerialen niederen Standes umgab, wurde als Bruch der traditionellen Herrschaftspraxis (consilium et auxilium) gewertet und verschärfte die Spannungen zwischen König und sächsischem Adel erheblich.

Warum wird die Exkommunikation Heinrichs IV. als "kirchliches Placet" bezeichnet?

Der Bannspruch durch Gregor VII. bot den sächsischen Fürsten eine willkommene kirchenrechtliche Legitimierung für ihren bereits bestehenden politischen Widerstand und löste sie formell von ihrem geleisteten Treueid gegenüber dem König.

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Details

Title
Der sächsische Widerstand im Spiegel des Bruno von Magdeburg
College
University of Cologne  (Historisches Seminar)
Course
Die Geschichtsschreibung der Salierzeit
Grade
1,0
Author
Elke Timme (Author)
Publication Year
2001
Pages
24
Catalog Number
V45941
ISBN (eBook)
9783638432542
ISBN (Book)
9783638731782
Language
German
Tags
Widerstand Spiegel Bruno Magdeburg Geschichtsschreibung Salierzeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Elke Timme (Author), 2001, Der sächsische Widerstand im Spiegel des Bruno von Magdeburg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45941
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