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Der künstliche Mensch in Ovids "Pygmalion" und Ray Bradburys "Marionetten AG"

Zwischen Sehnsucht und Furcht

Title: Der künstliche Mensch in Ovids "Pygmalion" und Ray Bradburys "Marionetten AG"

Seminar Paper , 2012 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Ann-Christin Helmke (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Wenn Maschinen und Menschen einander immer ähnlicher werden und die Grenzen verschwimmen: Was bedeutet das für die Beziehung zwischen Mensch und Maschine?

Diese Seminararbeit untersucht, wie die Beziehung zwischen Menschen und künstlichen Menschen in der Literatur dargestellt wird, und inwiefern sich diese Beziehung vor dem Hintergrund neuer Technologien wandelt.

Um eine mögliche Veränderung in der literarischen Darstellung festzustellen, wurden zwei Texte ausgewählt, die zeitlich, kulturell als auch technologisch sehr weit auseinander liegen: Ovids „Pygmalion“ ist ein Werk der Antike, während Ray Bradburys Kurzgeschichte „Marionetten AG“ 1977 erschienen ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Motiv des künstlichen Menschen und Einordnung der gewählten Texte

3. Analyse von Pygmalion

3.1 Kreation und Beschaffenheit der Statue

3.2 Beziehung zwischen Mensch und Statue

4. Analyse von Marionetten AG

4.1 Kreation und Beschaffenheit von Braling Zwei

4.2 Beziehung zwischen Braling und Braling Zwei

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die literarische Darstellung der Beziehung zwischen Menschen und künstlichen Menschen. Ziel ist es, anhand der Werke von Ovid und Ray Bradbury zu analysieren, ob sich diese Beziehung über die Jahrhunderte vor dem Hintergrund technologischer Entwicklungen gewandelt hat oder konstant geblieben ist.

  • Vergleich antiker Mythen und moderner Dystopien
  • Motivgeschichte des künstlichen Menschen
  • Technischer Fortschritt und das Bild des Schöpfers
  • Psychologische Aspekte der Mensch-Maschine-Beziehung
  • Wandel von Sehnsucht hin zu Furcht

Auszug aus dem Buch

4.1 Kreation und Beschaffenheit von Braling Zwei

Braling ist unglücklich verheiratet, den Abstand zu seiner Frau bekommt er nur über den Doppelgänger Braling Zwei, der es ihm erlaubt, stundenweise oder länger, nicht zu Hause zu sein, ohne dass seine Frau es merkt. Der Mensch ist demnach Auftraggeber und die Marionetten AG die ausführende Instanz, die einen – noch nicht legalisierten – Doppelgänger gemäß des Auftrags anfertigt.

Hierzu müssen die Auftraggeber einen „Abguss ihres Körpers machen lassen sowie einen Farbindex-Test ihrer Augen, Lippen, Haare, Haut etc.“, damit humanoid Plastiken entstehen und dem Vorbild, nach dem sie erstellt wurden, gänzlichen ähneln. Die Plastiken sind so gefertigt, dass sie die natürlichen Tätigkeiten des Menschen wie „essen, schlafen, schwitzen“ problemlos beherrschen und sich sonst in Geruch („er [Braling Zwei] riecht sogar wie du“) und Aussehen („Zwillingsbruder“) nicht von ihrem Auftraggeber unterscheiden lassen – bis auf ein Merkmal: Das Ticken aus dem Oberkörper.

Das Bild der Marionette ist bereits im Titel der Kurzgeschichte angelegt und der Doppelgänger wird an einer Stelle ebenfalls als Marionette bezeichnet.

Marionetten sind hölzerne Puppen, an deren Gliedern Fäden befestigt sind, über die sie bewegt werden können. Das Motto der Marionetten AG lautet „Alle Fäden lösen“, was darauf hinweist, dass das Leben des Menschen durch einen Doppelgänger erleichtert wird. Die gelösten Fäden können im Sinne von der Abwesenheit von Zwängen gesehen werden.

Andererseits, um beim Bild der Holzpuppe zu bleiben, bedeutet es: Wenn Marionetten von ihren Fäden gelöst werden, fallen sie in sich zusammen. Oder, wie in dieser Kurzgeschichte, sie verselbstständigen sich. Das Selbstverständnis seiner Eigenständigkeit als Doppelgänger zeigt die Textstelle, an der Braling Zwei sagt: „Marionetten sind dazu gemacht, dass sie sich bewegen und nicht still liegen“. Eigentlich müsste es heißen, „dass sie bewegt werden“, denn ohne einen Spieler, der die Fäden lenkt, können sie sich nicht bewegen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Aktualität des Themas Mensch-Maschine-Interaktion ein und stellt die beiden Primärtexte sowie die Forschungsabsicht vor.

2. Das Motiv des künstlichen Menschen und Einordnung der gewählten Texte: Dieses Kapitel verortet das Motiv in der Literaturgeschichte und erläutert die beiden gegensätzlichen Handlungsschemata des Schöpfertraums und der Schöpferangst.

3. Analyse von Pygmalion: Es wird die Metamorphose der Statue in Ovids Werk untersucht, wobei der Fokus auf dem künstlerischen Prozess und der positiven Liebesbeziehung liegt.

3.1 Kreation und Beschaffenheit der Statue: Dieser Abschnitt analysiert das Entstehen der Statue aus Elfenbein als einen Akt der künstlerischen Vollendung und Wunschprojektion.

3.2 Beziehung zwischen Mensch und Statue: Hier wird die einseitige Liebe Pygmalions zu seinem Werk analysiert, die durch göttliches Eingreifen eine Beseelung erfährt.

4. Analyse von Marionetten AG: Das Kapitel widmet sich der Dystopie von Bradbury und der Frage, wie künstliche Doppelgänger das menschliche Leben und die Identität beeinflussen.

4.1 Kreation und Beschaffenheit von Braling Zwei: Fokus liegt auf der technologischen Konstruktion der "Humanoid Plastiken" und deren nahezu perfekter Anpassung an das Original.

4.2 Beziehung zwischen Braling und Braling Zwei: Analyse des Machtverhältnisses zwischen Schöpfer und Geschöpf, das in einer unheimlichen Verselbstständigung und Bedrohung endet.

5. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Entwicklung des Motivs vom mythologischen Schöpfungsakt der Antike hin zur technikskeptischen Dystopie der Moderne.

Schlüsselwörter

Künstlicher Mensch, Pygmalion, Marionetten AG, Literaturanalyse, Metamorphose, Doppelgänger, Kybernetik, Mensch-Maschine-Beziehung, Schöpfer, Geschöpf, Technikangst, Zeitgeist, Identität, Hybridisierung, Dystopie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die literarische Darstellung des künstlichen Menschen und wie sich das Verhältnis zwischen Mensch und künstlicher Schöpfung im Laufe der Zeit verändert hat.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Entwicklung des Motivs des künstlichen Menschen, das Spannungsfeld zwischen Schöpfer und Geschöpf sowie der Einfluss technologischer Möglichkeiten auf das Menschenbild.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit analysiert, wie die Beziehung zwischen Mensch und künstlichem Wesen in der Literatur dargestellt wird und ob sich diese Darstellung vor dem Hintergrund technologischen Fortschritts wandelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse zweier Primärtexte, die unter Einbeziehung motivgeschichtlicher Lexika und theoretischer Literatur zu künstlichen Menschen interpretiert werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Ovids "Pygmalion" und Ray Bradburys "Marionetten AG", wobei jeweils die Kreation der Wesen und ihre Beziehung zu ihren Schöpfern betrachtet werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören künstlicher Mensch, Doppelgänger, Metamorphose, Technikangst, Schöpfer-Geschöpf-Beziehung und Identität.

Wie unterscheidet sich die "Belebung" bei Ovid von der bei Bradbury?

Bei Ovid ist die Belebung ein mythologischer Akt göttlicher Gnade und führt zur Erfüllung eines Liebeswunsches, während sie bei Bradbury technologisch-kybernetisch erfolgt und in einer bedrohlichen Machtumkehr endet.

Warum wird "Braling Zwei" als eine Art Marionette interpretiert?

Der Begriff bezieht sich sowohl auf den Titel der Kurzgeschichte als auch auf das Verhältnis der Abhängigkeit: Zunächst fungiert er als Marionette des Menschen, doch durch seine Verselbstständigung kehrt sich dieses Machtverhältnis um.

Was bedeutet das Zitat "Die Marionette ist ich" für die Interpretation?

Diese Aussage verdeutlicht die existenzielle Verunsicherung des Menschen: Indem der Mensch sich durch eine Maschine ersetzen lässt, verliert er die Kontrolle und wird selbst zum manipulierten Objekt.

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Details

Title
Der künstliche Mensch in Ovids "Pygmalion" und Ray Bradburys "Marionetten AG"
Subtitle
Zwischen Sehnsucht und Furcht
College
Justus-Liebig-University Giessen  (Germanistik)
Grade
1,3
Author
Ann-Christin Helmke (Author)
Publication Year
2012
Pages
17
Catalog Number
V459648
ISBN (eBook)
9783668902756
ISBN (Book)
9783668902763
Language
German
Tags
Ray Bradbury Ovid Pygmalion Künstlicher Mensch Mensch-Maschine
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ann-Christin Helmke (Author), 2012, Der künstliche Mensch in Ovids "Pygmalion" und Ray Bradburys "Marionetten AG", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/459648
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