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Vom "konservativen Wohlfahrtsstaat" zum "aktivierenden Sozialstaat". Geschlechterspezifische Auswirkungen des Aktivierungsinstruments atypischer Beschäftigungen

Título: Vom "konservativen Wohlfahrtsstaat" zum "aktivierenden Sozialstaat". Geschlechterspezifische Auswirkungen des Aktivierungsinstruments atypischer Beschäftigungen

Trabajo Escrito , 2018 , 15 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Sina Schütte (Autor)

Ciencias sociales (General)
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Inwieweit trägt der aktivierende Arbeitsmarkt zu einer Veränderung des Geschlechterverhältnisses am Beispiel atypischer Beschäftigungsverhältnisse bei?
Um ein grundlegendes Verständnis zu verschaffen, wird zu Beginn eine schemenhafte Darstellung der Prämissen des Paradigmenwechsels gegeben, gefolgt von den wesentlichen Konzeptinhalten des „aktivierendes Sozialstaates“.
Da im Mittelpunkt der aktivierenden Sozialpolitik die Universalisierung der Arbeitsmarktteilhabe steht, wird im Anschluss grob aufgezeigt, welche Veränderungen sich unter dem Schlagwort „aktivierender Arbeitsmarkt“ vollzogen haben. Darüber hinaus wird sich der Fragestellung angenähert, in dem gleichstellungspolitische Veränderungen innerhalb des Aktivierungsdiskurses aufgezeigt und folglich die Regelungen der Sozialgesetzbücher auf ihre Geschlechtsneutralität geprüft werden. Um der Frage eine präzise Beantwortung zu ermöglichen, wird sich im weiteren Verlauf dem Aktivierungsinstrument atypischer Beschäftigungsverhältnisse angenommen. Grundlage dessen ergibt sich aus der Annahme, dass die aus den aktivierenden Arbeitsmarktprinzipien resultierenden, atypischen Erwerbsformen die Relation der Geschlechter erheblich prägen.
Im nächsten Kapitel werden dessen Auswirkungen auf die Geschlechterdifferenzen herausgearbeitet, woraufhin schlussendlich die Forschungsfrage innerhalb des Fazits Beantwortung findet

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Vom „konservativen Wohlfahrtsstaat“ zum „aktivierenden Sozialstaat“

2.1 Konzept des aktivierenden Sozialstaates

2.2 Konzept des aktivierenden Arbeitsmarktes

3 Gleichstellungspolitik innerhalb des Aktivierungsdiskurses

3.1 Das sozialpolitische Instrument der atypischen Beschäftigung

3.2 Auswirkungen atypischer Beschäftigung auf das Geschlechterverhältnis

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Paradigmenwechsel vom versorgenden Wohlfahrtsstaat zum aktivierenden Sozialstaat und analysiert dessen Auswirkungen auf das Geschlechterverhältnis unter besonderer Berücksichtigung prekärer Beschäftigungsverhältnisse.

  • Transformation des Staatsverständnisses (Aktivierung)
  • Konzept des aktivierenden Arbeitsmarktes
  • Gleichstellungspolitik und Genderperspektive
  • Atypische Beschäftigung als Instrument und Prekarisierungsrisiko

Auszug aus dem Buch

3.1 Das sozialpolitische Instrument der atypischen Beschäftigung

Das „Normalarbeitsverhältnis“ beschreibt im normativen Sinne ein abhängig, unbefristet ausgeübtes Beschäftigungsverhältnis in Vollzeit, wodurch die ArbeitnehmerInnen sozialrechtlich abgesichert sind und tariflich bezahlt werden. In Abgrenzung dazu stehen die innerhalb des aktivierenden Arbeitsmarktes unweigerlich geförderten Ausformungen „atypischer Beschäftigungsverhältnisse“. Diese beschreiben das Abweichen zum männlich geprägten „Normalarbeitsverhältnis“ und umfassen geringfügige, befristete Beschäftigungen, Teilzeit-, Werkvertragsbeschäftigungen, Soloselbstständigkeit und Leiharbeit. (vgl. Galuske 2004: 5f.; Bäcker/Schmidt 2016: 6f.)

Wird ein Blick auf aktuelle Angaben des statistischen Bundesamtes geworfen, so hat die Erwerbstätigkeit im Jahresdurchschnitt 2017 um 1,5 % auf 44,29 Mio. zugenommen, wodurch sie ihren höchsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht. Demgegenüber steht die Anzahl der atypisch Beschäftigten in Deutschland, welche in den Jahren 1999 bis 2016 von 6,17 Mio. auf rund 7,66 Mio. anstieg (vgl. Bundesagentur für Arbeit 2018: 11).

Ursprung dieser Zunahme liegt in den zu Beginn erläuterten Globalisierungs- und Internationalisierungsprozessen der Arbeitsmärkte, welche maßgeblich den Konkurrenzdruck der Unternehmen fördern. Daher versuchen die Unternehmen des aktivierenden Arbeitsmarktes mittels neuer, atypischer Beschäftigungsformen Lohnkosten einzusparen. Kostenvorteile ergeben sich beispielsweise durch den Wegfall von Kündigungskosten bei LeiharbeiterInnen oder befristeten Arbeitsverhältnissen, durch in geringerem Umfang anfallende Sozialversicherungsbeiträge sowie dem Entfall von gesetzlichen Lohnfortzahlungs- und Urlaubsgeldansprüchen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in den Paradigmenwechsel zum aktivierenden Sozialstaat ein und definiert die zentrale Forschungsfrage nach dem Einfluss des aktivierenden Arbeitsmarktes auf das Geschlechterverhältnis.

2 Vom „konservativen Wohlfahrtsstaat“ zum „aktivierenden Sozialstaat“: Dieses Kapitel erläutert den Strukturwandel der Sozialpolitik und die Entstehung der Agenda 2010 als Ausdruck neoliberaler Steuerung.

2.1 Konzept des aktivierenden Sozialstaates: Hier wird der Wandel des Sozialstaatsauftrags hin zu einem "Gewährleistungsstaat" beschrieben, der BürgerInnen durch Sanktionen und Anreize zur Selbstverantwortung erzieht.

2.2 Konzept des aktivierenden Arbeitsmarktes: Das Kapitel thematisiert die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit durch Deregulierung und die Förderung flexibler Arbeitsformen.

3 Gleichstellungspolitik innerhalb des Aktivierungsdiskurses: Hier wird die Verankerung der Geschlechtergleichstellung im SGB II und SGB III sowie die Bedeutung der Frauenbewegung für diesen Prozess untersucht.

3.1 Das sozialpolitische Instrument der atypischen Beschäftigung: Dieses Kapitel definiert das Normalarbeitsverhältnis und grenzt es von den durch den aktivierenden Arbeitsmarkt geförderten atypischen Beschäftigungsformen ab.

3.2 Auswirkungen atypischer Beschäftigung auf das Geschlechterverhältnis: Es wird analysiert, wie die Flexibilisierung primär Frauen betrifft und zu einer Mehrfachbenachteiligung sowie Prekarisierungsrisiken führt.

4 Fazit: Das Fazit fasst die Ambivalenz des Aktivierungsprozesses zusammen und stellt fest, dass die Geschlechtergleichstellung durch prekäre Arbeitsverhältnisse de facto untergraben wurde.

Schlüsselwörter

Aktivierender Sozialstaat, Normalarbeitsverhältnis, Atypische Beschäftigung, Geschlechterverhältnis, Prekarisierung, Gleichstellungspolitik, Arbeitsmarktpolitik, Agenda 2010, Flexibilisierung, Erwerbsarbeit, Genderperspektive, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Sozialgesetzbücher, Subjektivierung, Wohlfahrtsstaat.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den sozialpolitischen Wandel in Deutschland vom versorgenden Wohlfahrtsstaat hin zum sogenannten aktivierenden Sozialstaat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die Transformation des Arbeitsmarktes, die politische Einführung des "Fördern und Fordern"-Prinzips sowie die geschlechterspezifischen Folgen dieser Reformen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu untersuchen, inwieweit der aktivierende Arbeitsmarkt tatsächlich zur Geschlechtergleichstellung beigetragen hat oder ob er traditionelle Rollenmuster eher zementiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Auswertung sozialwissenschaftlicher Fachliteratur sowie statistischer Daten der Bundesagentur für Arbeit und des Statistischen Bundesamtes.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit dem Konzept des aktivierenden Staates, den rechtlichen Rahmenbedingungen im SGB II und SGB III sowie den Auswirkungen von atypischen Beschäftigungsverhältnissen auf Frauen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Aktivierung, Prekarisierung, Geschlechtergerechtigkeit, atypische Beschäftigung und soziale Sicherung charakterisiert.

Warum wird atypische Beschäftigung als ambivalent bewertet?

Einerseits ermöglicht sie den (Wieder-)Einstieg in den Arbeitsmarkt, andererseits geht sie oft mit geringeren Löhnen, fehlender sozialer Absicherung und schlechteren Aufstiegschancen einher.

Was bedeutet die "Feminisierung der Erwerbsarbeit" in diesem Kontext?

Der Begriff beschreibt, dass durch die Ausweitung prekärer Beschäftigungsformen nun zunehmend mehr Personen von Arbeitsbedingungen betroffen sind, die früher als typisch weiblich und weniger abgesichert galten.

Zu welchem Schluss kommt die Autorin bezüglich der Gleichstellungsziele?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die gesetzlich verankerten Ziele der Geschlechtergleichstellung in der Realität durch die Zunahme atypischer Beschäftigung gescheitert sind und Frauen weiterhin benachteiligt werden.

Welche Rolle spielt das "Männliche Ernährermodell"?

Trotz Reformen zeigt die Arbeit, dass das Modell des männlichen Ernährers durch die ungleiche Verteilung in atypischen Beschäftigungen faktisch fortbesteht und durch den Strukturwandel sogar wieder an Bedeutung gewinnen kann.

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Detalles

Título
Vom "konservativen Wohlfahrtsstaat" zum "aktivierenden Sozialstaat". Geschlechterspezifische Auswirkungen des Aktivierungsinstruments atypischer Beschäftigungen
Universidad
University of Applied Sciences Frankfurt am Main
Curso
Aufbaumodul Gesellschaft, Ökonomie, Sozialstaat (sozialpolitische Bezüge)
Calificación
1,3
Autor
Sina Schütte (Autor)
Año de publicación
2018
Páginas
15
No. de catálogo
V459650
ISBN (Ebook)
9783668907256
ISBN (Libro)
9783668907263
Idioma
Alemán
Etiqueta
Sozialstaat Aktivierungsdiskurs Atypische Beschäfigung aktivierend Wohlfahrtsstaat Frauen Politik Soziale Arbeit Auswirkung Aktivierung Agenda 2010 Hartz IV Gerhard Schröder workfare
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Sina Schütte (Autor), 2018, Vom "konservativen Wohlfahrtsstaat" zum "aktivierenden Sozialstaat". Geschlechterspezifische Auswirkungen des Aktivierungsinstruments atypischer Beschäftigungen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/459650
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