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Das lyrische Ich bei Monika Rinck

Titre: Das lyrische Ich bei Monika Rinck

Dossier / Travail , 2018 , 20 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Sarah Eisenfeld (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Das lyrische Ich als Instanz subjektiver Aussprache ist eines der zentralen Felder der Lyrik und ist seit dem Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts Mittelpunkt zahlreicher Debatten in der Lyrikforschung. Kern dieser Debatten bilden meist Fragen wie: „Wer spricht in einem Gedicht? Welchen Status haben Stimmen, die in Gedichten vorkommen? Sind Autorsubjekt und lyrisches Ich strikt zu trennen oder kann das Ich mit dem Autor identifiziert werden?”. Somit wirft das lyrische Ich Fragen zu grundsätzlichen Problemen der Lyrik als Gattung auf. In vielen Fällen identifiziert man das lyrische Ich an der Ichform, also dem Personalpronomen in der ersten Person Singular, doch können auch andere Pronomen auf Sprechinstanzen hinweisen.

Die deutsche Dichterin Monika Rinck reflektiert und spielt sehr bewusst mit den unterschiedlichen Pronomen, ihren Bedeutungen und provoziert mit der gezielten Verwendung der unterschiedlichen Erscheinungsformen des lyrischen Ichs. Als eine der theorieversiertesten Lyrikerinnen der Gegenwart schreibt sie Gedichte, Prosa und Essays, in denen sie oftmals Sprachkritik und bewusste Provokation konventioneller Sprachnormen zum Durchbrechen alter Denkmuster nutzt. Rincks Gedichte zeichnen sich vor allem durch ihre vielstimmige Art und Weise aus. Diese Stimmenvielfalt erschafft Rinck durch den Gebrauch von Pronomen, welche oftmals als Spiegel von Persona fungieren. Rincks besonderer Umgang mit dem lyrischen Ich, mit besonderem Augenmerk auf die Verwendung von Personalpronomen ist deshalb Untersuchungsobjekt dieser Arbeit.

Zunächst wird die Historie des Begriffs des lyrischen Ich dargestellt: Die teils widersprüchlichen Theorien der Forschung werden begründet eingeordnet um eine sachangemessene und präzise Abbildung des breiten Forschungsspektrums des lyrischen Ich zu gewährleisten. Im Anschluss werden die neueren theoretischen Überlegungen zum Begriff und seiner Verwendung kurz beleuchtet. Schließlich wird auf dieser theoretischen Basis und mit Hilfe linguistischer und literaturtheoretischer Überlegungen das lyrische Ich bei Monika Rinck analysiert. Ein Vergleich zweier Gedichte der Autorin schließt diese Arbeit ab.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DAS LYRISCHE ICH

2.1 DIE JAHRHUNDERTWENDE ALS GEBURTSSTUNDE DES LYRISCHEN ICHS

2.2 NEUERE THEORETISCHE ANSÄTZE

3. MONIKA RINCKS POETIK

3.1 DAS ICH UND DIE ANDEREN BEI MONIKA RINCK

4. FAZIT

5. BIBLIOGRAPHIE

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den besonderen Umgang der Lyrikerin Monika Rinck mit dem Begriff des lyrischen Ichs, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf ihrer gezielten und experimentellen Verwendung von Personalpronomen liegt. Ziel ist es zu analysieren, wie Rinck durch sprachkritische Methoden und eine vielstimmige Gestaltung ihrer Texte traditionelle Rollenbilder der Identität im Gedicht auflöst und das lyrische Ich als Spielfeld für verschiedene Stimmen und Sprachstrukturen etabliert.

  • Historische Entwicklung des Begriffs "lyrisches Ich" von der Jahrhundertwende bis zur Moderne.
  • Rezeptionstheoretische und sprachtheoretische Ansätze in der Lyrikforschung.
  • Die poetische Technik Monika Rincks: Mikroanalyse von Sprache und Sprachkritik.
  • Analyse von Personalpronomen als Instrumente zur Konstruktion und Dekonstruktion von Sprecherinstanzen.
  • Vergleichende Untersuchung der Gedichte "mein lyrisches ich" und "mein denken".

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Ich und die anderen bei Monika Rinck

mein lyrisches ich

„Kam zurück zu mir und sagte: i could do that (das) `til the end of days. Leicht vorgebeugter gang, diese zeitversetzte taille, noch ist alles gut, ist alles, wie es sein soll. Doch in der nacht, da trafen wir auf mein brutales double. Zurückgerufen mich: ich sei es nicht. die schwere meiner knochen, ganz gewiss. Ein vogelkopf wippt sprechend über meiner schulter, dünnes hacken, war da nicht ein herrgottsschnabel in den augenwinkeln dieser welt? War da nicht eine enge und ein zwang? Und hab ich schon gesagt: in der tiefen nacht In jeder stadt begegnete uns auf allen straßen, die wir gingen, mein brutales double? Hab ich schon. Monika, das hast du schon. Hab ich schon? Du hast.”39 Monika Rinck

Mit dem Gedicht „mein lyrisches Ich” aus Rincks zweitem Gedichtband “zum fernbleiben der Umarmung” (2007), wurde ein Bildraum vermischter Stimmen und Sprachen geschaffen. Der Titel “mein lyrisches ich” gibt eine klare Fährte vor: Sprechinstanz und Pronomen. Betrachtet man „mein lyrisches ich” etwas eingehender, so entdeckt man die irreführende Widersprüchlichkeit des Titels. Mit nur einem (Possessiv-)Pronomen verunsichert Rinck die so strikte Trennung zwischen Autorsubjekt und lyrischem Ich. Das “mein” im Titel provoziert die Frage: „Wem gehört das lyrische Ich?” und „[...] legt es darauf an, dass der Leser die 1.Person Singular mit der Autorin identifiziert”40. Liest man Titel und den ersten Vers als ein Ganzes, so entsteht die Atmosphäre einer narrativen Erzählstruktur, in der eine Person von der Begegnung mit seinem lyrischen Ich erzählt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Problematik des lyrischen Ichs ein, skizziert den Forschungsstand und definiert Monika Rinck als Untersuchungsobjekt, deren vielstimmige Lyrik durch einen bewussten Umgang mit Pronomen gekennzeichnet ist.

2. DAS LYRISCHE ICH: Dieses Kapitel arbeitet die Historie des Begriffs des lyrischen Ichs auf, angefangen bei der Geburtsstunde um 1900 bis hin zu neueren theoretischen Ansätzen von Hamburger, Spinner, Schlaffer und Martínez.

3. MONIKA RINCKS POETIK: Hier wird der poetologische Ansatz von Monika Rinck erläutert, der auf einer linguistischen Mikroanalyse und dem Experimentieren mit Kommunikationsstrukturen basiert, um die traditionelle Subjektivität zu überwinden.

4. FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, indem es den Vergleich der Gedichte „mein lyrisches ich“ und „mein denken“ nutzt, um Rincks Spiel mit Pronomen als Mittel zur Entnormierung des lyrischen Ichs darzustellen.

Schlüsselwörter

Monika Rinck, lyrisches Ich, Lyrik, Personalpronomen, Autorsubjekt, Sprachkritik, Sprecherinstanz, Literaturwissenschaft, Moderne Lyrik, Identität, Poetologie, Leerdeixis, Diskurs, Sprachform, Gedichtanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie die Dichterin Monika Rinck den klassischen Begriff des lyrischen Ichs durch den bewussten und spielerischen Gebrauch von Pronomen und Sprachformen dekonstruiert.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die literaturwissenschaftliche Historie des Begriffs "lyrisches Ich", die poetologischen Besonderheiten von Monika Rincks Werk und die sprachphilosophische Funktion von Personalpronomen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Rinck durch die Auflösung starrer Ich-Identitäten ein Spielfeld für Stimmen schafft und wie dies in den Gedichten praktisch umgesetzt wird.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Theorieanalyse und führt eine exemplarische Gedichtanalyse sowie einen Vergleich zweier spezifischer Gedichte durch.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Begriffs des lyrischen Ichs und eine detaillierte Analyse der poetischen Praxis von Monika Rinck anhand von konkreten Textbeispielen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere die "Leerdeixis" nach Kaspar Spinner, das Konzept des "Autorsubjekts" und die linguistische Untersuchung von Personalpronomen.

Warum spielt die Person "Monika" in den Gedichten eine zentrale Rolle?

Der Name dient Rinck als bewusste Provokation, um den Leser zur Identifikation mit dem Autorsubjekt einzuladen, nur um diese Erwartungshaltung anschließend durch die grammatische Struktur wieder zu verunsichern.

Wie unterscheidet sich "mein lyrisches ich" von "mein denken" laut der Analyse?

Während "mein lyrisches ich" durch eine massenhafte Verwendung von Pronomen den Raum für das lyrische Ich eher verkleinert und normiert, eröffnet "mein denken" durch eine formale Leerstelle und eine offenere Struktur einen größeren Spielraum für das Leser-Ich.

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Résumé des informations

Titre
Das lyrische Ich bei Monika Rinck
Université
Free University of Berlin  (Institut für deutsche und niederländische Philologie)
Cours
Autorinnenseminar: Monika Rinck
Note
1,7
Auteur
Sarah Eisenfeld (Auteur)
Année de publication
2018
Pages
20
N° de catalogue
V459665
ISBN (ebook)
9783668879706
ISBN (Livre)
9783668879713
Langue
allemand
mots-clé
lyrisches Ich Monika Rinck Poetik mein denken
Sécurité des produits
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Citation du texte
Sarah Eisenfeld (Auteur), 2018, Das lyrische Ich bei Monika Rinck, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/459665
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Extrait de  20  pages
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