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Tugenden und Künste in Gottfrieds von Straßburg "Tristan" und ihre Bedeutung für den Werdegang der Hauptfigur

Titel: Tugenden und Künste in Gottfrieds von Straßburg "Tristan" und ihre Bedeutung für den Werdegang der Hauptfigur

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2015 , 23 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Alexandra Busch (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Als These sei hier aufgestellt, dass die Vollkommenheit des Wunderkindes Tristan essentiell für die Begegnung mit der jungen Tochter Isolde ist. Der von Tristan selbst bewusste und unbewusste Einsatz seiner Begabung und Erziehung sorgt linear dafür, dass die Geschichte genau so von statten geht, wie sie es in Gottfrieds Erzählung tut. Tristans Fertigkeiten sind von Anfang an dafür verantwortlich, dass es ausweglos zu der Begegnung der beiden späteren Liebenden, sowie zur Entwicklung dieser Liebe und Beziehung zwischen Tristan und Isolde, und somit auch unausweichlich zu den Problemen und dem damit verbundenen tragischen Verlauf der Geschichte kommt. Bevor Argumente und Beispiele dieser These aufgezeigt werden, möchte ich in dieser Arbeit gerne mit einem grundsätzlichen Überblick über die mittelalterliche Bedeutung von Fähigkeiten wie sie Tristan aufweist, beginnen und auch über den Stand und die Bedeutung von Rittern und Spielleuten kurz einführen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ritterliche Tugenden

2.1 Tristan: der Ritter

3. Tristan der Spielmann

3.1 Der Spielmann im Mittelalter

3.2 Tristan: der (höfische) Spielmann

4. Textbelege: Auswirkungen der Begabung auf Tristans Werdegang

4.1 Kapitel IV: Die Entführung

4.2 Kapitel V: Die Jagd

4.3 Kapitel VI: Der junge Künstler

4.4 Kapitel VII: Das Wiedersehen

4.5 Kapitel X: Morold

4.6 Kapitel XI: Tantris

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Tristans außergewöhnliche Begabungen und seine Erziehung in Gottfrieds von Straßburg "Tristan" maßgeblich seinen Werdegang und damit den Verlauf der gesamten Geschichte bestimmen. Es wird analysiert, inwiefern seine Fähigkeiten als Ritter und Spielmann nicht nur zur Charakterisierung dienen, sondern handlungsleitende Ereignisse wie seine Entführung, die Ankunft am Hofe von König Marke sowie die Begegnung mit Isolde erst ermöglichen.

  • Die Definition und Bedeutung ritterlicher Tugenden im Mittelalter.
  • Die Rolle des Spielmanns und die Abgrenzung des "höfischen Spielmanns".
  • Die Analyse von Textbelegen zu Tristans Begabungen in Schlüsselkapiteln.
  • Der Einfluss von Tristans Fertigkeiten auf seine Entführung und Ausbildung.
  • Die strategische Nutzung von Listen und Künsten zur Lebensrettung.

Auszug aus dem Buch

4.2 KAPITEL V: DIE JAGD

Nachdem Tristan von den Pilgern aufgegriffen wird, trifft die Gruppe auf einen Jagdtrupp des Königs. Tristan nimmt Kontakt zum Jägermeister auf und trumpft mit seinem außergewöhnlichen Wissen über die Jagdkunst. So erklärt der junge Tristan dem Jägermeister das korrekte Entbästen eines Hirsches.

V: 2823 – 2328: Tristan sprach: „lieber meister mîn, / sol ez iuwern hulden sîn / und mag iu liep dar an geschehen, / sô lâze ich iuch vil gerne sehen,/ als verre als ichs gemerket hân, / wie mîn lantsite ist getân, / als ir dâ vrâget umbe den bast.

Die Jagd (vor allem die Hirschjagd als „edelste Art des Jagens“57) gilt am Hofe als elitäres Vergnügen des Adels und ist deren Hauptbeschäftigung. Begeistert vom enormen Wissen Tristans und seiner Vorstellung der dem Jägermeister unbekannten Kunst des Entbästens, entscheidet dieser den Knaben mit an Markes Hof zu nehmen, damit dieser den Ablauf des Entbästens bis zum Ende vorführen könne. Angekommen an Markes Hof in Tintajol kann Tristan mit seinen musikalischen Fertigkeiten am Horn begeistern.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die These auf, dass Tristans Vollkommenheit als "Wunderkind" essentiell für den Verlauf der Erzählung und die Begegnung mit Isolde ist.

2. Ritterliche Tugenden: Dieses Kapitel definiert den Ritterbegriff und die zentralen höfischen Tugenden wie triuwe, êre und zuht im mittelalterlichen Kontext.

2.1 Tristan: der Ritter: Hier wird analysiert, wie Tristan durch den Erhalt von Schwertern zu verschiedenen Zeitpunkten als ritterlicher Kämpfer aufsteigt und seine Ausbildung bei Rual unter Beweis stellt.

3. Tristan der Spielmann: Dieses Kapitel beleuchtet das allgemeine Tätigkeitsfeld und die gesellschaftliche Stellung fahrender Musiker und Spielleute im Mittelalter.

3.1 Der Spielmann im Mittelalter: Es werden die Funktionen des Spielmanns als Vermittler zwischen gesellschaftlichen Teilbereichen sowie als Bewahrer von Liedern und Werken erläutert.

3.2 Tristan: der (höfische) Spielmann: Die Analyse konzentriert sich auf Gottfrieds Kriterien eines "höfischen Spielmanns", insbesondere auf die Begriffe hövescheit und vuoge, die Tristan von der einfachen fahrenden Gruppe abheben.

4. Textbelege: Auswirkungen der Begabung auf Tristans Werdegang: Dieser Abschnitt dient als empirische Stützung der Arbeit, indem spezifische Kapitel aus dem Roman auf die Wirksamkeit von Tristans Talenten hin untersucht werden.

4.1 Kapitel IV: Die Entführung: Die Entführung durch Kaufleute wird als Folge von Tristans höfischer Art und seinem schachspielerischen sowie sprachlichen Talent dargestellt.

4.2 Kapitel V: Die Jagd: Tristans Wissen über die Jagdkunst und sein musikalisches Geschick am Horn führen dazu, dass er an den Hof von König Marke aufgenommen und zum Jägermeister ernannt wird.

4.3 Kapitel VI: Der junge Künstler: Dieses Kapitel dokumentiert die breite Ausbildung Tristans, der neben dem Hornspiel auch Saiteninstrumente beherrscht und mehrere Sprachen fließend spricht, was seine Sonderstellung am Hof festigt.

4.4 Kapitel VII: Das Wiedersehen: Die erneute Zusammenkunft mit seinem Ziehvater Rual wird als Resultat von Tristans vollkommener Erscheinung gewertet, die ihn für Reisende unvergesslich macht.

4.5 Kapitel X: Morold: Der Kampf gegen den übermächtigen Morold zeigt Tristans Mut und sein Vertrauen in Gott, führt jedoch zu seiner folgenschweren Verwundung.

4.6 Kapitel XI: Tantris: Tristan nutzt seine List und seine musikalischen Fähigkeiten als "Tantris", um trotz seiner Verwundung die Hilfe der Königin Isolde zu erlangen.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Tristans Fertigkeiten den Verlauf der Geschichte maßgeblich bestimmen und ihn als vollkommenes, vorbildhaftes Ideal erscheinen lassen.

Schlüsselwörter

Tristan, Gottfried von Straßburg, höfische Tugenden, Spielmann, Rittertum, hövescheit, vuoge, Schwertleite, Literaturanalyse, Mittelalter, Höfische Kultur, Wunderkind, Werdegang, Identitätsfindung, Begabung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie die vielfältigen Talente und die höfische Erziehung der Hauptfigur Tristan in Gottfrieds von Straßburg Roman als treibende Kraft für den gesamten Handlungsverlauf dienen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf den ritterlichen Tugenden, der Rolle und dem Selbstverständnis des Spielmanns im Mittelalter sowie der Bedeutung individueller Bildung für den sozialen Aufstieg und den tragischen Verlauf der Geschichte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, dass Tristans Handeln nicht zufällig ist, sondern direkt auf seinem bewussten und unbewussten Einsatz seiner erlernten Fertigkeiten und Tugenden basiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die primär auf der Textinterpretation von Versstellen aus dem "Tristan" unter Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur zu mittelalterlicher Kultur und Standesgeschichte basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zum Ritter- und Spielmannsbild und eine detaillierte Auswertung ausgewählter Kapitel, in denen Tristan durch seine Begabungen (wie Schachspiel, Jagen, Musik und Sprachen) seinen Werdegang beeinflusst.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Tristan, höfische Tugenden, Spielmann, hövescheit, vuoge und der mittelalterliche Werdegang einer literarischen Heldenfigur.

Warum ist das Schwert für Tristan so bedeutsam?

Das Schwert fungiert als Statussymbol, als Werkzeug zur legitimen Gewaltausübung und gleichzeitig als Marker, der Tristan als den wahren Träger bzw. als den Spielmann "Tantris" entlarven kann.

Wie schafft es Tristan, sich von der Gruppe der "outcasts" abzugrenzen?

Durch die Einhaltung der höfischen Kriterien "hövescheit" und "vuoge", die seine geistige Bildung und sein gesellschaftliches Auftreten definieren, distanziert er sich erfolgreich vom einfachen fahrenden Spielmann.

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Details

Titel
Tugenden und Künste in Gottfrieds von Straßburg "Tristan" und ihre Bedeutung für den Werdegang der Hauptfigur
Hochschule
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)  (Institut für Germanistik: Literatur, Sprache, Medien)
Veranstaltung
Tristan (und Isolde)
Note
1,0
Autor
Alexandra Busch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
23
Katalognummer
V459808
ISBN (eBook)
9783668907799
ISBN (Buch)
9783668907805
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tristan Gottfried von Straßburg Mediävistik Ritter Tugend Literatur
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alexandra Busch (Autor:in), 2015, Tugenden und Künste in Gottfrieds von Straßburg "Tristan" und ihre Bedeutung für den Werdegang der Hauptfigur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/459808
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Leseprobe aus  23  Seiten
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