In den letzten Jahren hat das Thema der Mitarbeiterbindung in der ambulanten Pflege immer mehr an Bedeutung gewonnen. Einerseits liegt Deutschlandweit bereits ein Mangel an Altenpflegekräften vor und anderseits nimmt durch den demografischen Wandel der Anteil der Pflegebedürftigen an der Gesamtbevölkerung stetig zu. In Hinblick auf diese Situation ist es besonders wichtig vorhandenes Personal zu binden. Eine Mitarbeiterbefragung kann im Rahmen der Mitarbeiterorientierung dazu dienen, Mitarbeiter (MA) an das Unternehmen zu binden. Aus den genannten Gründen wurde in dieser Arbeit eine schriftliche, überwiegend standardisierte Befragung der MA eines ambulanten Pflegedienstes (aPD) durchgeführt, um den Stand der subjektiven Zufriedenheit der MA zu ermitteln. Dabei wurde die Hypothese aufgestellt, dass die Zufriedenheit der MA in den sieben erfassten Kategorien des Fragebogens zu 75 % gegeben ist. Diese Hypothese wurde im Ergebnis wiederlegt, da dies nur in einer Kategorie der Fall war. In den anderen Kategorien wurde eine sehr unterschiedliche Ausprägung der Zustimmungswerte erzielt. Jedoch liefern die Ergebnisse wichtige Hinweise auf die Stärken und Schwächen der Mitarbeiterorientierung in der untersuchten Einrichtung. Diese können dazu genutzt werden, gezielte Verbesserungsmaßnahmen hinsichtlich der Mitarbeiterbindung abzuleiten. Da die Pflegeeinrichtung sowie deren Träger anonym bleiben möchten, werden diese im Folgenden „die Pflegeengel“ bzw. „aPD Potsdam“ genannt.
Inhaltsverzeichnis
1 Hinführung zum Thema
1.1 Arbeitszufriedenheit
1.2 Arbeitsmotivation
1.3 Theorien zur Arbeitsmotivation/-zufriedenheit
1.4 Messung von Arbeitszufriedenheit
1.4.1 Methodische Probleme von Arbeitszufriedenheitsmessungen
2 Aktueller Forschungsstand
3 Untersuchungsleitende Fragestellung
4 Methodik
4.1 Das Erhebungsinstrument
4.2 Das Anschreiben
4.3 Darstellung des Untersuchungsorts
4.4 Bestimmung der Untersuchungsteilnehmer
4.5 Zeitplanung
4.6 Kostenplanung
5 Auswertung
5.1 Ermittlung der Rücklaufquote
5.2 Auswertung der einzelnen Kategorien nach Arbeitsbereich
5.3 Inhaltliche Auswertung der offenen Fragen
6 Ergebnisse / Bewertung der Hypothesen
7 Diskussion
8 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, den aktuellen Stand der subjektiven Mitarbeiterzufriedenheit in einem ambulanten Pflegedienst zu ermitteln, um daraus fundierte Ansätze für eine nachhaltige Mitarbeiterbindung abzuleiten.
- Analyse von Arbeitszufriedenheit und -motivation im pflegerischen Kontext.
- Durchführung einer standardisierten Mitarbeiterbefragung als Diagnoseinstrument.
- Identifikation von Stärken und Schwächen der Mitarbeiterorientierung in der Einrichtung.
- Entwicklung von Empfehlungen für gezielte Verbesserungsmaßnahmen zur Personalbindung.
Auszug aus dem Buch
1.4.1 Methodische Probleme von Arbeitszufriedenheitsmessungen
Erhebungen der Arbeitszufriedenheit sind nicht unproblematisch. Durch die zum Teil sehr unterschiedlichen Auffassungen des Konstrukts Zufriedenheit sind auch die eingesetzten Messinstrumente häufig unterschiedlich aufgebaut, was eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse insgesamt einschränkt. Zudem werden vielfach Fragebögen eingesetzt, die eine mangelnde theoretische Fundierung aufweisen. Des Weiteren gehen Zufriedenheitsmessungen häufig mit hohen Zufriedenheitswerten einher, was daran liegen kann, dass die befragten Personen ggf. die Tendenz haben, positive oder sozial erwünschte Antworten zu geben. Weiterhin muss beachtet werden, dass es sich bei der Messung von Zufriedenheit um eine rein subjektive Wahrnehmung handelt, die aufgrund der Ausprägung von individuellen Persönlichkeitsmerkmalen unterschiedlich ausfallen kann. So bewerten Personen mit einem hohen Anspruchsniveau Arbeitsbedingungen häufig kritischer und andersherum (Rosenstiel, 2007).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Hinführung zum Thema: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz der Mitarbeiterbindung im Kontext des Fachkräftemangels in der Pflege und stellt die Forschungsfrage sowie das methodische Vorgehen vor.
2 Aktueller Forschungsstand: Hier werden theoretische Grundlagen und empirische Erkenntnisse zur Mitarbeiterbindung, Arbeitszufriedenheit und deren Einfluss auf die Leistungsbereitschaft und Gesundheit im Gesundheitswesen zusammengefasst.
3 Untersuchungsleitende Fragestellung: In diesem Kapitel werden die konkreten Forschungsfragen sowie die für die Arbeit aufgestellte Hypothese definiert.
4 Methodik: Der Abschnitt beschreibt das gewählte Erhebungsinstrument, die Auswahl des Untersuchungsortes, die Teilnehmer sowie die zeitliche und finanzielle Planung der Befragung.
5 Auswertung: Dieses Kapitel dokumentiert die deskriptive Auswertung der erhobenen Daten, unterteilt in die Rücklaufquote, die kategoriale Analyse und die inhaltliche Betrachtung offener Fragen.
6 Ergebnisse / Bewertung der Hypothesen: Hier werden die gewonnenen Daten mit der aufgestellten Hypothese abgeglichen und deren Falsifizierung begründet.
7 Diskussion: Dieser Teil reflektiert die methodischen Grenzen der Untersuchung und interpretiert die Ergebnisse vor dem Hintergrund der praktischen Anwendbarkeit.
8 Fazit und Ausblick: Das Kapitel resümiert die wesentlichen Ergebnisse und leitet Empfehlungen für zukünftige Maßnahmen sowie den weiteren Forschungsbedarf ab.
Schlüsselwörter
Mitarbeiterbefragung, Mitarbeiterbindung, Arbeitszufriedenheit, Fachkräftemangel, Ambulante Pflege, Personalführung, Gesundheitswesen, Arbeitsmotivation, Mitarbeiterorientierung, Arbeitskultur, Fragebogen, Personalsituation, Pflegemanagement, Patientenversorgung, Personalpolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Projektarbeit?
Die Arbeit untersucht den aktuellen Stand der Mitarbeiterzufriedenheit in einem spezifischen ambulanten Pflegedienst, um die Bindung des Personals an das Unternehmen zu analysieren und zu stärken.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen Arbeitszufriedenheit, Arbeitsmotivation, Methoden der Mitarbeiterbefragung sowie Strategien zur Mitarbeiterbindung im pflegerischen Bereich.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Ist-Zustand der Mitarbeiterzufriedenheit zu erfassen und Stärken sowie Schwächen der Mitarbeiterorientierung zu identifizieren, um darauf basierend Maßnahmen zur langfristigen Steigerung der Zufriedenheit zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde eine quantitative, empirische Querschnittserhebung mittels eines standardisierten, modifizierten Picker-Mitarbeiter-Fragebogens durchgeführt und deskriptiv ausgewertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Herleitung, der methodischen Umsetzung der Befragung, der detaillierten statistischen Auswertung der sieben Kategorien sowie der Diskussion der Ergebnisse.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Mitarbeiterbindung, Arbeitszufriedenheit, Fachkräftemangel und ambulante Pflege definieren.
Warum wurde der Picker-Mitarbeiter-Fragebogen modifiziert?
Die Anpassung war notwendig, um den Fragebogen spezifisch auf die Bedürfnisse und die Organisationsstruktur eines ambulanten Pflegedienstes zuzuschneiden, da das Original primär für Krankenhäuser konzipiert war.
Wie wurde die Anonymität der befragten Mitarbeiter sichergestellt?
Die Anonymität wurde durch ein standardisiertes schriftliches Verfahren und das Vermeiden von personenbeziehbaren Daten wie Alter oder Geschlecht gewährleistet, wobei lediglich der Arbeitsbereich erfasst wurde.
Zu welchem Ergebnis kommt die Arbeit hinsichtlich der Hypothese?
Die aufgestellte Hypothese, dass 75 % der Items eine hohe Zustimmung erreichen, konnte nicht bestätigt werden, da dies lediglich in der Kategorie „Kolleginnen und Kollegen“ der Fall war.
Welche konkreten Schwachstellen wurden in der Einrichtung aufgedeckt?
Unter anderem wurde der Mangel an geeigneten Pausenräumen, eine als verbesserungswürdig empfundene Dienstplanung und der Wunsch nach mehr Freizeitausgleich identifiziert.
- Arbeit zitieren
- Katrin Schulze (Autor:in), 2017, Mitarbeiterbefragung als Instrument der Mitarbeiterbindung in ambulanten Pflegediensten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/459818