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Verbreitung und Ausmaß von Diabetes in der Moderne. Wie beeinflusst ein Migrationshintergrund die Therapie von Diabetespatienten?

Titre: Verbreitung und Ausmaß von Diabetes in der Moderne. Wie beeinflusst ein Migrationshintergrund  die Therapie von Diabetespatienten?

Dossier / Travail , 2009 , 18 Pages , Note: 2,7

Autor:in: Julia Peemöller (Auteur)

Ethnologie / Anthropologie Culturelle
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Résumé Extrait Résumé des informations

Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf an Diabetes erkrankten Migranten. Beispiele sollen zeigen, wie verschiedene Migranten mit der Krankheit Diabetes umgehen. Abschließend soll aufgezeigt werden, wie eine mögliche Diabtesprävention und –therapie aussehen könnte, die auf die jeweilige Kultur der Migranten eingeht.

In den letzten 20 Jahren hat die Zahl der Diabeteserkrankungen deutlich zugenommen. Es vollzog sich ein Wandel von einer ehemals westlichen Zivilisationskrankheit zu einer globalen Epidemie. In dieser Arbeit soll zunächst eine Definition der Krankheit Diabetes und ihrer medizinischen Folgen erbracht werden. Im Anschluss soll dargestellt werden, welches Ausmaß die Krankheit hat und welche Folgen dies für indigene Völker hat.

Diabetes war früher eine Krankheit, die sich zum Großteil auf westliche Industrieländer beschränkte, so dass man von ihr auch als Zivilisationskrankheit sprach. Diese breitet sich jedoch im Zuge der Globalisierung mittlerweile auf der ganzen Welt aus, so dass man hier von einer weltumfassenden Epidemie sprechen kann. Heute sind die Menschen in so genannten Entwicklungs- und Schwellenländern einem ebenso großen Risiko ausgesetzt an Diabetes zu erkranken wie die Menschen in den westlichen Ländern. Die WHO nimmt an, dass es weltweit ca. 180 Millionen Diabeteskranke gibt. Diese Zahl soll sich bis zum Jahre 2030 verdoppelt haben.

Besonders betroffen davon sind die indigenen Völker Nordamerikas, Australiens und der Westpazifikregion. So beträgt die Prävalenz unter australischen Aborigines 44%, auf der Pazifikinsel Nauru 48%. In Deutschland beträgt die Prävalenz im Vergleich dazu nur 6%. Die schnelle Ausbreitung der Krankheit bei diesen Völkern ist besonders besorgniserregend, denn vor dreißig Jahren war Diabetes bei ihnen noch nahezu unbekannt, wohingegen heute z. B. in Kanada die Erkrankungsrate der indigenen Bevölkerung dreimal so hoch ist wie die des nationalen Durchschnitts.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was ist Diabetes?

3 Die Verbreitung und das Ausmaß von Diabetes auf der Welt

4 Diabetes und Migration

4.1 Südasiatische Migranten in Großbritannien

4.2 Fallbeispiel: Britische Bangladesher in Ost-London

4.2.1 Ernährung und Fitness

4.2.2 Erfahrungen mit der Krankheit und mögliche Therapieansätze

4.3 Fallbeispiel: Vietnamesische Einwanderer in den USA

4.4 Mögliche kultursensible Therapieansätze

5 Schlußbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Migration und der Therapie von Diabetes mellitus Typ 2. Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie kulturelle Faktoren, Ernährungsgewohnheiten und psychische Belastungen bei Migranten die Krankheitswahrnehmung beeinflussen und warum eine kultursensible Anpassung medizinischer Behandlungsstrategien für eine erfolgreiche Therapie essenziell ist.

  • Globaler Anstieg von Diabetes als moderne Volkskrankheit
  • Einfluss von Migrationsprozessen auf Lebensstil und Ernährung
  • Kulturelle Krankheitskonzepte und Laienvorstellungen (z.B. Binärsysteme)
  • Herausforderungen in der Arzt-Patient-Kommunikation bei Migranten
  • Entwicklung kultursensibler Präventions- und Therapieansätze

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Ernährung und Fitness

Es zeigte sich auch hier, dass nicht ein westlicher Lebensstil adaptiert wurde, sondern dass die Ernährungsweise variiert wurde. Dabei ist es zunächst wichtig, zu verstehen, dass Nahrung mehr ist, als nur eine Quelle für Nährstoffe. Essen ist eingebettet in soziale, religiöse und wirtschaftliche Aspekte des täglichen Lebens. Diese zentrale Rolle des Essens im Alltag, besonders innerhalb von sozialen Beziehungen, macht es für Menschen schwierig, Ernährungsvorstellungen und -gewohnheiten zu ändern, auch wenn dies aus gesundheitlichen Gründen notwendig sein sollte (Helman 1994: 38). Jede Kultur definiert, welche Substanzen essbar sind und welche nicht. Die Grenzen, was als essbar gilt und was nicht sind jedoch flexibel. Des Weiteren wird Nahrung häufig in heilige und profane Speisen eingeteilt. Dabei gilt profanes Essen oft als unrein und wird mit einem Tabu versehen. Bestimmte Nahrungsmittel dürfen dann aus religiösen Gründen nicht gegessen werden. Solche Nahrungsmitteltabus können jedoch notwendige Nährstoffe aus der Ernährung ausschließen. Zum Beispiel können auch Medikamente, wie Insulin abgelehnt werden, wenn diese aus der Bauchspeicheldrüse von Rindern oder Schweinen hergestellt wurden (Helman 1994: 41).

Die britischen Bangladesher der Studie waren alle muslimischen Glaubens und hielten sich streng an islamische Normen, wie z. B. kein Schweinefleisch zu essen, keinen Wein zu trinken und während des Monats Ramadan zu fasten. Ihre Ernährungsweise wurde weiterhin von ihrem Heimatland bestimmt. Grundnahrungsmittel sind Reis, Fisch und Gemüse. Nur zu speziellen Anlässen wird eher Fleisch anstelle von Fisch serviert. Es gab kaum eine Angleichung an die britische Ernährungsweise, außer in Fällen, in denen Kinder durch die Schule in Kontakt z. B. mit Nudeln, Pizza und Baked Beans kamen. Die traditionelle Ernährungsweise blieb also weitgehend erhalten, doch sie wurde von den Befragten variiert, wobei hier die Verfügbarkeit und die Erschwinglichkeit der Lebensmittel bestimmend waren.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der weltweiten Zunahme von Diabetes ein und formuliert den Schwerpunkt der Arbeit auf die spezifischen Herausforderungen von Diabetes bei Migranten.

2 Was ist Diabetes?: Dieses Kapitel definiert Diabetes mellitus, differenziert zwischen den verschiedenen Typen (Typ 1, Typ 2 und Gestationsdiabetes) und beschreibt die physiologischen Auswirkungen und Risiken der Erkrankung.

3 Die Verbreitung und das Ausmaß von Diabetes auf der Welt: Hier wird die Entwicklung von einer westlichen Zivilisationskrankheit zur globalen Epidemie beleuchtet, wobei besonders die prekäre Lage indigener Völker hervorgehoben wird.

4 Diabetes und Migration: Dieser Hauptteil analysiert die psychosozialen und kulturellen Risikofaktoren für Migranten, illustriert dies durch Fallbeispiele aus Großbritannien und den USA und diskutiert Ansätze für eine kultursensible Therapie.

5 Schlußbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst zusammen, dass Migranten eine spezifische Risikogruppe darstellen, deren medizinische Betreuung zwingend kultursensible Aspekte integrieren muss, um erfolgreich zu sein.

Schlüsselwörter

Diabetes, Typ 2, Migration, Migrationshintergrund, Ernährungsweise, Medizinethnologie, kultursensible Therapie, Volksheilkunde, Gesundheitsberatung, Insulin, Gesundheitsversorgung, Prävention, kulturelle Identität, Stoffwechselkrankheit, Globalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Herausforderungen bei der Behandlung von Diabetes Typ 2 bei Migranten unter Berücksichtigung kultureller und sozialer Faktoren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind der Einfluss von Migration auf Ernährung und Lebensstil, kulturelle Krankheitskonzepte sowie die Schwierigkeiten im Gesundheitssystem beim Umgang mit Migranten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, wie ein Migrationshintergrund die Diabetestherapie beeinflusst und wie eine kulturell angemessene medizinische Versorgung gestaltet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Auswertung internationaler medizinethnologischer Studien und Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden psychosoziale Stressfaktoren, Ernährungsgewohnheiten, Sprachbarrieren und Fallbeispiele aus Großbritannien und den USA analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Medizinethnologie, Diabetes Typ 2, kultursensible Therapie und Migration beschreiben.

Warum spielt die Ernährungsweise bei Migranten eine so zentrale Rolle?

Nahrung ist eng mit Identität, Religion und sozialen Normen verknüpft, weshalb Ernährungsumstellungen bei Migranten nicht nur eine physiologische, sondern auch eine kulturelle Herausforderung darstellen.

Welche Rolle spielen "Binärsysteme" in der Krankheitsvorstellung der Befragten?

Viele Migrantengruppen klassifizieren Lebensmittel oder Zustände in Kategorien wie "heiß" und "kalt", um ein gesundheitliches Gleichgewicht zu halten, was oft in Konflikt mit westlichen biomedizinischen Empfehlungen steht.

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Résumé des informations

Titre
Verbreitung und Ausmaß von Diabetes in der Moderne. Wie beeinflusst ein Migrationshintergrund die Therapie von Diabetespatienten?
Université
University of Heidelberg
Note
2,7
Auteur
Julia Peemöller (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
18
N° de catalogue
V459865
ISBN (ebook)
9783668883383
ISBN (Livre)
9783668883390
Langue
allemand
mots-clé
verbreitung ausmaß diabetes moderne migrationshintergrund therapie diabetespatienten
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Julia Peemöller (Auteur), 2009, Verbreitung und Ausmaß von Diabetes in der Moderne. Wie beeinflusst ein Migrationshintergrund die Therapie von Diabetespatienten?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/459865
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Extrait de  18  pages
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