Förderung der beruflichen Kompetenzentwicklung anhand geeigneter Lernsituationen in der Kommunalverwaltung


Hausarbeit, 2016
16 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theorie
2.1 Kompetenz und Kompetenzentwicklung
2.2 Berufliche Handlungskompetenz
2.3 Lernarten in der Arbeit
2.4 Lernsituationen

3. Die Kommunalverwaltung
3.1 Die Kommunalverwaltung
3.2 Aufgaben und Kompetenzen

4. Lernsituationen in der Kommunalverwaltung
4.1 Ausbildung
4.2 berufliche Weiterbildung

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Der öffentliche Dienst stellt mit 16% am Anteil aller Erwerbstätigen im Jahre 2011 (vgl. Datenreport Bundeszentrale für politische Bildung 2013, S. 110) in seiner Gesamtheit einen der größten Arbeitgeber in Deutschland. Auch weist er für die Mitarbeitenden in wesentlichen Punkten der Berufsbildung und Beschäftigung wesentliche Unterschiede zur Privatwirtschaft auf und bietet somit auch genügend interessante Ansatzpunkte für eine wissenschaftliche Untersuchung im Rahmen dieses Moduls. Denn auch der öffentliche Dienstleistungssektor verändert sich und muss sich verändern, um den angepassten Bedürfnissen der Gesellschaft Rechnung zu tragen. Dehnbostel (ebd. 2015, S. 10 ff.) führt den Wandel der Arbeit und die veränderten Lernanforderungen auf den wachsendenden Einfluss von Informations- und Kommunikationstechnologien, den wachsenden Dienstleistungscharakter der Arbeit, einer Zunahme von Lern- und Prozessorientierung moderner Arbeitsorganisation und einem Wertewandel innerhalb der Gesellschaft und damit auch der Arbeitswelt zurück. Es verschieben sich Arbeitsprozesse auch in Büro und Verwaltungstätigkeiten dahingehend, dass ursprünglich angedachte Arbeitsteilungen zwischen hohem Fachwissen einerseits und reinen verarbeitenden Tätigkeiten wie Schreibarbeiten andererseits immer mehr verschwinden (Georg und Sattel 2013, S. 40). Die Rahmenbedingungen ändern sich also genauso wie sich auch die Ausrichtung des öffentlichen Dienstes im Allgemeinen und in den Kommunen ganz speziell in den letzten Jahrzehnten verändert hat. Erinnert sei in diesem Zusammenhang an Konzepte zur Bürgerkommune und ähnliche Beschreibungen, denen stets die stärkere Bürgerbeteiligung und somit Orientierung auf die Bedürfnisse der Bürger zugrunde liegt. Die Kommunen als Arbeitgeber sind somit im Gegenzug aber auch gefordert ihre Mitarbeiter in die Lage zu versetzen die Bedürfnisse der Bürger an sie zu erfüllen. Die Tatsache einer zumeist beim selben Arbeitgeber von Ausbildungsbeginn bis Eintritt in das Rentenalter zurückgelegten Beschäftigungszeit versetzt die öffentlichen Arbeitgeber in die Position alle Möglichkeiten der lebenslangen (Arbeitsleben) Entwicklung jedes einzelnen Mitarbeiters zielgerichtet nutzen zu können. Denn „die Leistung der Kommunalverwaltung entspricht der Summe individueller Mitarbeiter und Amtsträger.“ (Hiemstra, 2008, S. 46). Mitarbeiter der Kommunalverwaltung sind zum einen kommunalpolitische Wahlbeamte, Führungskräfte des höheren und gehobenen Dienstes sowie zum überwiegenden prozentualen Anteil natürlich Verwaltungsangestellte oder Quereinsteiger als Angestellte/Beamte im öffentlichen Dienst. Am Beispiel der Verwaltungsfachangestellten in der Kommunalverwaltung, welche ihre fachlichen Qualifikationen und Kompetenzen entweder in ihrer Ausbildung, während der Arbeitsprozesse allgemein und in anderen Weiterbildungssituationen erwerben, sollen die zugrundeliegenden Lernprozesse mit dieser Hausarbeit näher untersucht werden. Dabei werden insbesondere die Gestaltung der jeweiligen Lernsituationen und deren Auswirkungen auf den Kompetenzerwerb in den Vordergrund treten. Mit dieser Hausarbeit soll nun der Frage nachgegangen werden, wie das Lernen innerhalb der Kommunalverwaltung erfolgt und welche betrieblichen Lernsituationen hinsichtlich Kompetenzerwerb und Kompetenzentwicklung geeignet erscheinen. Zur Beantwortung dieser Frage werden im zweiten Kapitel zunächst die Erklärungen und Einordnung der hier verwendeten Begrifflichkeiten vorgenommen. Das dritte Kapitel erklärt kurz den Begriff Kommunalverwaltung und widmet sich dann der Beschreibung der für die Mitarbeitenden notwendigen Kompetenzen. Auf die Lernsituationen während verschiedener Bildungsabschnitte im Erwerbsleben der Verwaltungsangestellten wird in Kapitel 4 eingegangen und versucht deren Vor- und Nachteile darzustellen. Im fünften Kapitel wird schlussendlich ein Fazit zur Hausarbeit gezogen.

2 Theorie

Die in der Hausarbeit verwendeten wissenschaftlichen Begriffe werden in diesem Kapitel definiert und erklärt, soweit dies für die weitere Arbeit von Bedeutung ist. Dies geschieht im ersten Unterkapitel allgemein bildungswissenschaftlich mit einer Einordnung des Kompetenzbegriffes, während im darauffolgenden Unterkapitel dann auf die speziell in der beruflichen Bildung notwendige Handlungskompetenz eingegangen wird. Die verschiedenen Lernarten zur Aneignung von Kompetenzen werden in Unterkapitel 2.3 aufgezählt und erklärt, so dass im letzten Unterkapitel noch eine Definition des Begriffes der Lernsituation stattfindet.

2.1 Kompetenz und Kompetenzentwicklung

Der Kompetenzbegriff ist in den letzten 50 Jahren in Deutschland immer mehr zum Gegenstand bildungswissenschaftlicher Diskussionen und auch unterschiedlicher Verwendung im Kontext von Bildung, Schule und Beruf geworden. Gleichwohl liegt noch immer keine eindeutig übereinstimmende Definition in Verwendung und Sprachgebrauch vor, oft werden noch die Begriffe Kompetenz und Qualifikation synonym verwendet. Der Begriff Qualifikation stellte den ersten Schritt zur Eingrenzung des Bildungsbegriffes für den beruflichen Sektor Ende der 1960er Jahre dar. Durch die entstehende Diskussion um ihn wurde ebenfalls erstmalig der Kompetenzbegriff geprägt. Bereits 1974 grenzte dann der Deutsche Bildungsrat beide Begriffe voneinander ab (vgl. Elsholz 2015, S. 8). Nach dessen Definition werden Qualifikationen als objektbezogene Fertigkeiten und Kenntnisse verstanden, während Kompetenzen eher aufgrund ihrer Subjektbezogenheit und der damit verbundenen Orientierung an der individuellen Persönlichkeitsentwicklung am Bildungsbegriff in seiner ursprünglichen Verwendung anknüpfen (ebd., S. 8). Auch Dehnbostel (ebd. 2015, S. 17) verweist auf die Definition des Bildungsrates und möchte den Kompetenzbegriff als noch mehr als Qualifikationen und reines Wissen verstanden wissen. Vielmehr so, dass Qualifikationen als formale Fertigkeiten und Kenntnisse in den Kompetenzbegriff einfließen und darüber hinaus auch die Befähigung einschließt, diese auch entsprechend einzusetzen. Der Kompetenzbegriff soll daher den Transfer von Wissenserwerb hin zur Problemlösung verdeutlichen. Die Kompetenzentwicklung an sich wird durch aktive Partizipation des Subjektes an der Welt im Allgemeinen und insbesondere an unterschiedlichen Lernprozessen zumeist selbst betrieben (vgl. Dehnbostel 2015, S. 17). Dabei muss insbesondere in der Komplexität der einzelnen Kompetenzen und ihren Entwicklungen eine Unterscheidung stattfinden, ob diese erst- bzw. herausgebildet oder durch Weiterbildung präzisiert und verfeinert werden. Wie Dehnbostel (ebd. 2015, S. 30) weiter ausführt ist Kompetenzentwicklung immer an Lernen gebunden, welches auch in der Arbeit verschiedene Theorien und Modelle aufweist. Hierbei ist zum einen bei den stattfindenden Lernarten zu differenzieren. Damit Kompetenzen und deren Entwicklungen im beruflichen Kontext von Mitarbeitern der Kommunalverwaltungen näher betrachtet werden können, ist jedoch zunächst der Blick auf die Begrifflichkeit der beruflichen Handlungskompetenz immanent und findet im nächsten Unterkapitel statt.

2.2 Berufliche Handlungskompetenz

Im Bereich der beruflichen Bildung wurde berufliche Handlungsfähigkeit als Begriff und Ziel seit den 1980er Jahren zum zentralen Gedanken beruflicher Erstausbildung (vgl. Elsholz 2015, S.9). Vereinzelt werden die Begriffe Handlungsfähigkeit und Handlungskompetenz gleichgesetzt, auch wenn die berufliche Handlungsfähigkeit das Vorliegen der notwendigen beruflichen Kompetenzen bis zu einem gewissen Grad erst operationalisiert und damit sichtbar macht. Auch gesetzlich wurde mit der Neuausrichtung auf das Ziel der beruflichen Handlungsfähigkeit im Jahr 2005 der Wechsel zu kompetenzorientierter beruflicher Bildung und damit auch weg von älteren didaktischen Grundsätzen vollzogen. So ist im Berufsbildungsgesetz (BBiG) bei Berufsvorbereitung, Berufsausbildung und auch beruflicher Fortbildung als Ziel die Herstellung, Erhaltung und Erweiterung der beruflichen Handlungsfähigkeit normiert (ebd. 2015, § 1). Es nennt außerdem mit der Berufsschule, den betrieblichen Einrichtungen wie auch den sonstigen Berufsbildungseinrichtungen die Lernorte, an denen Berufsbildung stattfinden darf (ebd. § 2). Da die Kultusministerkonferenz der Länder (KMK), wie Dehnbostel (ebd. 2015, S. 18) ausführt, die Entwicklung des beruflichen Kompetenzbegriffes bisher am meisten förderte, soll deren Definition der „Bereitschaft und Befähigung des Einzelnen, sich in beruflichen, gesellschaftlichen und privaten Situationen sachgerecht durchdacht sowie individuell und sozial verantwortlich zu verhalten“ (vgl. KMK 2011, S. 15) als die dieser Arbeit zugrundeliegende Definition dienen. Die Fähigkeit berufliche Handlungen sachgerecht zu vollziehen wird zum erklärten Ziel beruflicher Bildung und die dafür notwendige Befähigung soll das Individuum, unter Einbeziehung der im vorherigen Unterkapitel getätigten Definition von Kompetenz und deren Entwicklung, aktiv erwerben und den Wissenstransfer hin zur Problemlösung vollziehen. Untergliedert wird berufliche Handlungskompetenz in die Teildimensionen Fach-, Selbst- und Sozialkompetenz. Fachkompetenz stellt hierbei die Befähigung dar unter Zuhilfenahme des für den fachlichen Hintergrund notwendigen Wissens die beruflichen Aufgaben und Probleme selbstständig lösen und auch einschätzen zu können (vgl. Dehnbostel 2015, S. 18). Die Selbstkompetenz, welche auch als Human- oder Personalkompetenz bezeichnet wird, stellt dagegen die „Bereitschaft und Fähigkeit, als individuelle Persönlichkeit die Entwicklungschancen, Anforderungen und Einschränkungen in Familie, Beruf und öffentlichem Leben zu klären, zu durchdenken und zu beurteilen, eigene Begabungen zu entfalten sowie Lebenspläne zu fassen und fortzuentwickeln“ (KMK 2011, S. 15) dar. Unter anderem zählen Eigenschaften wie Selbstständigkeit, Zuverlässigkeit und Selbstvertrauen als Bestandteile von Selbstkompetenz. Sozialkompetenz als dritte der Dimensionen bezieht sich auf die Gestaltung des sozialen Lebens des Einzelnen, sich mit Anderen auseinanderzusetzen, soziale Anknüpfungspunkte zu finden und Verständnis zu empfinden (ebd., S. 15). Die nachfolgende Darstellung eröffnet den Blick auf diese den beruflichen Handlungskompetenzbegriff gleichwertig umkreisenden Teildimensionen, wobei die für jede einzelne Teildimension benötigten Methoden-, Kommunikations- und Lernkompetenz ebenso enthalten sind.

Abb. 1 – Berufliche Handlungskompetenz nach den Bestimmungen des KMK

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die für das jeweilige anerkannte Berufsbild notwendige Handlungskompetenz wird in Deutschland in der zugehörigen Ausbildungsordnung und den damit einhergehenden Ausbildungsrahmenplänen für den Betrieb und dem Rahmenlehrplan für die Berufsschule gegliedert. Die berufliche Handlungsfähigkeit eines Automobilschlossers ist eine andere, als dieselbe eines Verwaltungsfachangestellten. Jeder von ihnen benötigt andere Fähigkeiten, Fertigkeiten und Schlüsselqualifikationen um die in seinem Arbeitsalltag vorkommenden Handlungssituationen bedarfsgerecht angehen und lösen zu können. Eine genauere Betrachtung der Vermittlung beruflicher Handlungskompetenzen im Sinne dieser wissenschaftlichen Untersuchung findet in Kapitel 4 statt. Vorher soll zunächst im nun folgenden Unterkapitel die theoretische Eingrenzung der verschiedenen Lernarten erfolgen.

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Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Förderung der beruflichen Kompetenzentwicklung anhand geeigneter Lernsituationen in der Kommunalverwaltung
Hochschule
FernUniversität Hagen  (KSW)
Note
1,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
16
Katalognummer
V459888
ISBN (eBook)
9783668908222
ISBN (Buch)
9783668908239
Sprache
Deutsch
Schlagworte
betriebliches Lernen, Kompetenzentwicklung, Lernfelder, Lernsituationen, Handlungskompetenz
Arbeit zitieren
Christian Kaupke (Autor), 2016, Förderung der beruflichen Kompetenzentwicklung anhand geeigneter Lernsituationen in der Kommunalverwaltung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/459888

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