Einsatz von e-Learning in der Didaktik der Geometrie


Examensarbeit, 2005
96 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Erläuterungen zum Begriff e-Learning

Arten von Lehr- Lernumgebungen
Begriffsdefinition Lehr- Lernumgebung
Begriffsdefinition Lernplattform:
LMS und CMS in Gegenüberstellung:
Anwendung des CMS im Konstruktivistischen Lernparadigma
Was macht im Gegenzug ein LMS aus?
Rechteverwaltung in LMS bzw.

Kommunikation im Lehr-Lernprozess
Die einzelnen Kommunikationstools und ihre Bedeutung im Lehr- Lernprozess
Lehr- Lernszenarien im Hinblick auf CMS und

Auswahl der geeigneten Lernplattform
CMS oder LMS?
Auswahl des

E-Learning im Schulunterricht
Autorentools
Verwendete Software zum Erstellen der Inhalte
Wandel der Lehrerrolle und der erforderlichen Kompetenzen

Kommentar zur Lehreinheit „Winkelsumme“

Didaktische Konzeption der Lehreinheit „zentrische Streckung und Ähnlichkeiten“
Lehrplanbezug
Exkurs über Medienkompetenz
Hierzu eine Statistik über Internetnutzung in Deutschland:
Die unterschiedliche Internetnutzung bei verschiedenen Bildungsgruppen.
Informationserwerb in unserer Gesellschaft
Medienkompetenz als Schlüsselqualifikation im Berufsleben
Wichtige Elemente der Lehreinheit aus didaktischer Sicht
Hier zunächst das Inhaltsverzeichnis der Lehreinheit:
Wir beginnen mit 3.1: der zentrischen Streckung
Teilverhältnisse
Musteraufgaben zum goldenen Schnitt
Die Strahlensätze
Aufgabenstellung mit direkter Rückmeldung
Aufgabe mit Cinderella
Ähnlichkeitsabbildungen
Begriffsdefinition veranschaulicht durch eine Animation
Beispiel für den Einsatz von Foren

Didaktische Konzeption der Lehreinheit „Kunstwerke von M.C. Escher und ihr Bezug zur Mathematik“
Lehrplanbezug:
Wichtige Elemente der Lehreinheit aus didaktischer Sicht
Hier zunächst das Inhaltsverzeichnis der Lehreinheit
Aufgabenstellung mit Foreneinsatz
Gruppentheorie in der Schule?
Axiome der Gruppentheorie
Multimediaeinsatz zum Abschluss

Evaluation der erstellten Inhalte
Theoretische Grundlagen der durchgeführten Evaluation
Die Evaluation
Voraussetzungen in der Klasse:
Auswertung ausgewählter Fragen des Fragebogens:

Ein Schlusswort an den kritischen Leser

Literaturverzeichnis
Verwendete Bücher und Aufsätze
Verwendete Internetseiten

Anhang
Anhang I Zitate
Anhang II Fragebogen zum Thema PC-Nutzung:
Anhang III Kommentar zur Erstellten CD
Anhang IV Danksagung
Anhang V Eidesstattliche Versicherung

Einleitung

Sprechen wir von e‑Learning in der Didaktik der Geometrie, so meinen wir zweierlei Dinge. Einerseits kann damit der didaktisch begründete Einsatz von e‑Learning im Schulunterricht, speziell im Teilgebiet der Geometrie gemeint sein. Andererseits kann aber auch genauso gut das Vermitteln didaktischer Prinzipien an Studenten des Lehramts oder sogar zielgerichtet an Lehrer gemeint sein. In dieser Arbeit wird versucht beiden Aspekten ein wenig zu entsprechen. Der Praktische Teil, welcher in der Arbeit auf eine theoretische Basis gestellt werden soll, umfasst im Kern eine ausgearbeitete Lernsequenz, welche in einem Unterrichtsversuch getestet wurde, und so, oder so ähnlich in Zukunft an Schulen Verwendung finden könnte. Ein zweiter Teil der praktischen Arbeit bestand darin diesen Teil didaktisch zu kommentieren, um so Studenten und Lehrkräften einen Einblick in die Möglichkeiten von e‑Learning zu geben. Hierzu wurden auch Anmerkungen zu Medienkompetenz und zu e‑Learning und virtuellen Lehr- Lernumgebungen in die entsprechende Sequenz eingefügt. Anhand des erstellten Materials soll es also möglich sein den Unterricht mittels e‑Learning durchzuführen und das Unterrichtsgeschehen zu reflektieren. Damit dies ohne weiteres möglich ist, müssen jedoch zu Beginn einige Begriffe geklärt werden. Hierzu dient der bereits erwähnte allgemeine Teil über e-Learning und die Gegenüberstellung der beiden am Häufigsten vertretenen Typen, dem CMS ( content management system) und dem LMS ( learning management system ). Nach dieser Gegenüberstellung, werden zu jedem der beiden Typen kurz die möglichen Lehr- Lernszenarien geschildert. Dabei soll auch hervorgehen, aus welchem Grund für den Praxisteil ein LMS verwendet wurde, wobei hier speziell auf die Kommunikation zwischen den Teilnehmern eingegangen werden soll. Da es eine Vielzahl von LMS´s auf dem Markt gibt, soll sich an diesen Teil anschließen aus welchen Gründen die Wahl auf den Anbieter Web-CT gefallen ist. Die Methoden der Entscheidungsfindung sollen hier kurz erwähnt werden, um es den Studenten und Lehrern zu ermöglichen später selbst eine Lernplattform ihren eigenen Bedürfnissen entsprechend auszuwählen. Dieser Abschnitt der Arbeit soll allerdings absichtlich kurz gehalten werden, da er selbst einer eigenen Ausarbeitung bedürfte um dem Thema vollends gerecht zu werden. Nachdem wir die theoretischen Voraussetzungen für virtuelles Lehren und Lernen an dieser Stelle der Ausarbeitung abgesteckt haben, soll dann die Auswertung des eigentlichen Praxisteiles erfolgen. Hierzu wird zunächst auf die zur Erstellung der Inhalte verwendete Software eingegangen. Um den Blick auf die Didaktik nicht aus dem Auge zu verlieren, soll hier auch erörtert werden, in wieweit Lehrer in der Lage sind Lehrinhalte selbst zu erzeugen, und welchen Wandel der Lehrerkompetenzen dies zur Folge haben muss. Danach werden ausgewählte Beispiele aus den erstellten Inhalten aus mediendidaktischer Sicht analysiert. Hierzu soll zunächst allgemein der Lehrplanbezug erläutert werden, und im Anschluss der Medieneinsatz und die verwendeten Aufgabentypen und Fragestellungen eingegangen werden. Als letzter Punkt folgt die Auswertung von Erprobungen im Unterricht. Im abschließenden Resumee werde ich versuchen die Machbarkeit von e-Learning im Schulalltag noch einmal zu reflektieren und zusammenzufassen welche Veränderungen sich voll ziehen müssen, um den sinnvollen Einsatz von e-Learning im Schulalltag möglich zu machen.

Erläuterungen zum Begriff e-Learning

Bei Recherchen über den Begriff e-Learning stellt man zunächst überraschend fest, dass sich bisher keine einheitliche Schreibweise des Begriffes durchgesetzt hat. Abgesehen von einigen Tippfehlern werden die Schreibweisen „e-Learning, e-Learning, e-learning, E-learning und e‑Learning“ nahezu parallel verwendet. Unabhängig von der Schreibweise möchte ich nun eine Definition anbringen, welche ich auf den Seiten der „Virtual Polytechnic“ gefunden habe. Der Originaltext ist in englischer Sprache und befindet sich im Anhang, hier eine von mir erstellte frei Übersetzung ins Deutsche.

[1] Die Definition von virtueller Lehre

Unterricht mittels e-Learning ist eine Form des Unterrichts, welche nicht an einen festen Ort oder eine feste Zeit gekoppelt ist. Die Unterrichts Inhalte werden über IT Netzwerke oder mittels Datenträger (CD-Packages) offeriert.[...]E-Learning kann ebenfalls Hilfestellungen, Beratung, Unterstützung oder auch Prüfungen beinhalten welche nicht im virtuellen Raum angesiedelt sind. (vgl. Szenarien des virtuellen Lernens)

Unterricht mittels e-Learning lässt sich in 3 Kategorien unterteilen:

1. Eine Ausbildung welche auf „supervised e-Learning“ basiert

Definition:

Supervised e-Learning ist eine Form des Unterrichts welche vorwiegend auf einer co-operativen Zusammenarbeit über das Netzwerk zwischen Lehrer und Schüler basiert. Diese Zusammenarbeit wird durch verschiedene digitale Werkzeuge unterstützt bzw. initiiert. Hierbei kann sowohl Einzelarbeit, als auch Gruppenarbeit gefordert sein. Die Kommunikationsmöglichkeiten reichen von Diskussionsforen bis hin zur Audio- oder Video Konferenz.[...]

2. Eine Ausbildung welche auf Materialen zum Selbststudium basiert

Definition:

Hierbei handelt es sich um eine Form des Unterrichts, welcher vollkommen ohne unterstützende Beratung auskommt. Die Schüler erarbeiten die Inhalte anhand von Aufgaben und Selbsterschließungsaufträgen. Ein Feedback wird durch die Software nicht aber mittels Kommunikation mit Betreuern oder anderen Schülern gegeben.

3. Eine Ausbildung welche auf einer Mischung aus Präsenz und Fernstudium basiert (diverse education)

Definition:

„Diverse education“ ist eine Form des Unterrichts welche verschiedene Formen des Unterrichts vereint. (vgl. hybride Lehr- Lernarragements) Bei dieser Form ist prinzipiell jede Organisationsform möglich, angefangen von Diskussionsforen, über Präsenzseminare mit unterstützenden Onlineangeboten. Dies ermöglicht ein sehr flexibles und zielgerichtetes Lernen.[...]“

(Gerade bei diesem Punkt kann genauer unterschieden werden nach Grad der

Onlineaktivität der Schüler. Dies soll im Abschnitt über Lehr- Lernszenarien

genauer beleuchtet werden.)

Wir erkennen, dass bei dieser Erklärung des Begriffes e-Learning bereits auf die unterschiedlichen Organisationsformen der virtuellen Lehre eingegangen wird. Gleichzeitig wird deutlich, welche Möglichkeiten für die Unterrichtsplanung sich aus dieser Vielschichtigkeit des Begriffes ergeben. So ist denkbar die Hausaufgabenkontrolle in den Verantwortungsbereich der Schüler zu übertragen. Diese können zum Beispiel über das Internet verglichen, und gegenseitig in Foren diskutiert werden. Dem Lehrer bleibt die Aufgabe hier lenkend einzuschreiten. In der eigentlichen Unterrichtsstunde kann dann im Allgemeinen direkt im Stoff fortgefahren werden. Um diese Chancen des e-Learning sinnvoll für die Unterrichtsplanung nutzen zu können, müssen wir uns jedoch zuerst mit den verschiedenen Arten der Software und ihren besonderen Eigenschaften auseinandersetzen, um dann alle Möglichkeiten des e-Learning zu erkennen. Aus diesem Grund werde ich im folgenden Abschnitt zunächst einen Überblick über die verschiedenen Arten von Lehr- Lernumgebungen geben.

Arten von Lehr- Lernumgebungen

Begriffsdefinition Lehr- Lernumgebung

Um den Begriff der Lehr- Lernumgebung zu fassen, hier zunächst eine Definition.

[2] „Wenn wir von Lehr-/Lernumgebungen sprechen, dann meinen wir damit sozio-technische

Systeme, also Organisationsformen, die sowohl durch Menschen als auch durch Technologie

strukturiert und determiniert sind.“

Wenn wir uns noch einmal die Definition von e-Learning vor Augen führen, so bemerken wir, dass e-Learning ohne Lehr- Lernumgebung nur schwer oder überhaupt nicht zu realisieren ist. Es handelt bei der Lehr- Lernumgebung bildlich gesprochen um ein virtuelles Klassenzimmer. Indem die Kommunikation zwischen Lehrendem und Lernendem ermöglicht wird. Innerhalb der Lernumgebung werden alle Aktionen ausgeführt, welche für e-learning konstitutiv sind. Je nach Art, der zur Verfügung stehenden Werkzeuge werden im Allgemeinen zwei Systemtypen unterschieden[3], die so genannten CMS (= Content Management Systeme) und die LMS (= Learning Management Systeme). Beide können als Lehr-Lernumgebung entsprechend unserer Definition verstanden werden. Beschäftigt man sich näher mit diesen Software Lösungen, so begegnet einem ebenfalls der Begriff der „Lernplattform“. Da viele Anbieter von LMS sich selbst als „Lernplattform“ bezeichnen, wird er umgangssprachlich synonym verwendet. Dies ist jedoch nach allgemeinen Definitionen nicht korrekt, da hierzu auch die CMS gehören. Der Vollständigkeit halber gebe ich deshalb diese Definition ebenfalls an.

Begriffsdefinition Lernplattform

„Unter einer webbasierten Lernplattform ist eine serverseitig installierte Software zu verstehen, die beliebige Lerninhalte über das Internet zu vermitteln hilft und die Organisation der dabei notwendigen Lernprozesse unterstützt“[4]

Daraus folgt also, dass es sich bei einer Lernplattform um eine Lehr- Lernumgebung nach unserer Definition handelt. Der Begriff kann deshalb nicht synonym verwendet werden, da es sich bei der Lernplattform um eine Untergruppe der Lehr- Lernumgebungen handelt. So ist zum Beispiel vorstellbar eine Lehr- Lernumgebung nur im Intranet einer Schule zu betreiben und den Zugang vom und zum Internet zu sperren.

Dann handelt es sich nicht um eine Lernplattform gemäß der zweiten angegebenen Definition. In dieser Ausarbeitung werde ich vorwiegend webbasierte Lernplattformen behandeln, da diese weitaus mehr Möglichkeiten im didaktischen Sinne bieten, als auf ein Intranet beschränkte Systeme. Wie bereits erwähnt unterscheiden wir im groben in CMS und LMS welche ich im Folgenden vergleichen möchte.

LMS und CMS in Gegenüberstellung:

Der Unterschied zwischen LMS und CMS besteht im Groben darin, dass ein CMS ein ausgeklügeltes Datenbanksystem mit einer Vielzahl von Indizierungsmöglichkeiten und Suchsystemen ist, welches es uns ermöglicht, große Mengen an Informationen zu ordnen und einfach abrufbar zu machen. Entwickelt und angewendet wurden diese Systeme ursprünglich hauptsächlich für Redaktionen, weswegen sie in einiger Literatur auch unter dem Begriff redaktionelle Systeme zusammengefasst werden. Im Unterschied dazu besitzt das Learning Management System zusätzliche Komponenten, die für erfolgreiches Lernen zwingend nötig sind, aber über die bloße geordnete Bereitstellung von Wissen (=„content“) hinausgeht. Man sieht bereits am einleitenden Abschnitt, dass es nur schwer möglich ist eine klare saubere Trennung zu finden, erschwerend kommt hinzu, dass seid einiger Zeit auch LCMS (=„Learning Content Management System) im Umlauf sind, welche eine Mischform von LMS und CMS darstellen. Aus diesem Grund nun zunächst eine grobe Unterteilung.

Baumgartner und Kalz geben sieben zentrale Charakteristika von CMS an:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. [5] Beschaffung und Erstellung von Inhalten
2. Präsentation und Publikation von Inhalten
3. Aufbereitung und Aktualisierung von Inhalten
4. Management und Organisation von Inhalten
5. Verteilung und Integration von Inhalten
6. Verarbeitung von Inhalten (Workflow)
7. Wiederverwendung von Inhalten

Ein weiteres wichtiges Unterscheidungsmerkmal, welches hier nicht genannt wird, ist die unterschiedliche Rechteverwaltung der einzelnen Systeme, worauf ich aber später beim Vergleich näher eingehen möchte.

Im Gegensatz dazu geben Baumgartner und Kalz fünf Charakteristika für LMS:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.[6] Präsentation von Inhalten (Learning Content)
2. Werkzeuge zur Erstellung von Aufgaben
3. Evaluations- und Bewertungshilfen (Assessment)
4. Administration (von Lernenden,(...))
5. Kommunikationswerkzeuge (synchron, asynchron)

Baumgartner und Kalz gehen also davon aus, dass einem LMS vorwiegend die Aufgabe der Wissensvermittlung, nicht jedoch der Erzeugung von Inhalten auferliegt. Dies ist aber meiner Meinung nach für den Schulunterricht ein großes Einsatzhemmnis. Um bereits fertig erzeugte Inhalte einzukaufen, fehlen im Normalfall die Mittel, da dies ja für mehrere Fächer und Klassenstufen gemacht werden müsste, damit die Schüler auch wirklich vielfältig damit zu arbeiten beginnen. Die Vorteile des online Lernens werden schließlich erst mittel- oder langfristig sichtbar; genauso wie die Nachteile. Es muss also in einem LMS, welches für den Schulalltag Gebrauch finden kann, ein Modul integriert sein, das dem Lehrer erlaubt, auch ohne unzumutbar hohe Einarbeitungszeit, selbst Inhalte zu erstellen. Hierfür werden zurzeit immer mehr LCMS auf den Markt gebracht, bei denen versucht wird, zu den Tools die dem Lernenden zur Verfügung stehen, Module zu implementieren, welche es dem Lehrenden ermöglichen Inhalte zu verwalten und aufzubereiten. Es stellt sich einem jedoch die Frage, welche Vorteile die einzelnen Systeme beim Einsatz im Unterricht haben. Ich beginne mit dem CMS, da dieses aus seiner Entwicklung heraus als Lehr- Lernumgebung nicht vorgesehen war und daher für mich einer genaueren Beleuchtung hinsichtlich seiner Bedeutung auf diesem Sektor bedarf.

Betrachten wir CMS hinsichtlich didaktischer Gesichtspunkte und versuchen eine mediendidaktisch sinnvolle Anwendung zu finden, so stellen wir fest, dass diese Systeme vorwiegend Anwendung im Konstruktivistischen Lernparadigma finden. Aus diesem Grund werde ich im nächsten Abschnitt dieses Lernparadigma kurz beleuchten und den möglichen Einsatz des CMS hinterfragen.

Anwendung des CMS im Konstruktivistischen Lernparadigma

Die Konstruktivisten gehen davon aus, dass Wissen im Individuum konstruiert wird.

[7] “...meaning is imposed on the world by us, rather than existing in the world independently of us. There are many ways to structure the world, and there are many meanings or perspectives for any event or concept. Thus there is not a correct meaning that we are striving for."

Im Rahmen dieses Konzeptes hat das CMS einen besonderen Stellenwert. Hier wird der Lehrinhalt dynamisch von den Lernenden in Kooperation mit den Lehrenden selbst erzeugt (konstruiert). Der Inhalt steht also im Mittelpunkt unserer Bemühungen.

Dies wird in folgender Graphik deutlich:[8]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Unter den einzelnen Lehrparadigmen (vgl. Lehr-Lernpardigmen bei CMS und LMS) wird in Anlehnung an diese Quelle verstanden:

Lehren 1: Reines Faktenwissen in Form einer Begriffslehre

Lehren 2: „(...)Aktivitäten sind integrativer Teil“ es folgt selbstgesteuerte Planung und reflektiertes Lernen, aber immer noch nach Anleitung

Lehren 3: eng mit Konstruktivismus verbunden; der Schüler wird dem Lehrer ebenbürtig, erzeugt sich seine Lehrinhalte selbst.

Man kann sich also vorstellen ein CMS einzusetzen um den klassischen Hefteintrag als Ergebnissicherung zu ergänzen oder ganz zu ersetzen. So können Schüler von zu Hause aus ihre Lösungen der Hausaufgaben im CMS veröffentlichen und Mitschülern Hilfestellung geben. Dies fördert den Lerneffekt, da der Schüler selbst zum Tutor wird. Als Problem sehe ich allerdings die Gefahr, dass sich vereinzelt Schüler auf diesem System ausruhen könnten. Dies wird jedoch im Allgemeinen durch die Selbstregulierungskräfte in der Gruppe; der Klasse nivelliert werden.

Der Unterschied zum offenen Netz ist, die nicht vorhandene Anonymität, die das Ausruhen auf den Schultern Anderer einschränkt und auf Dauer unmöglich macht.

Was macht im Gegenzug ein LMS aus?

Wir haben bereits bei den Merkmalen gesehen, dass ein Hauptaugenmerk beim LMS auf den Möglichkeiten der Wissensvermittlung und der Kommunikation liegt. Dazu sind in der Software zahlreiche Möglichkeiten implementiert, die sowohl eine synchrone als auch eine asynchrone Kommunikation möglich machen. Welche Kommunikationstools zur Verfügung stehen ist allerdings von System zu System verschieden. Außerdem kann der Lehrende teilweise mitentscheiden welche Arten der Kommunikation er zur Verfügung stellt. So kann er zum Beispiel bei Web-CT aus folgenden Tools wählen:

- Foren
- Mail
- Chat
- Whiteboard
- Kalender
- Kursteilnehmertipps
- Wimba Voice Authoring
- Wimba Voice Board
- Wimba Voice Direct
- Wimba Voice E-Mail

Die Wahl bleibt wie bereits erwähnt dem Lehrenden überlassen. Somit kann die Lernplattform in das didaktische Konzept des Lehrenden eingebunden werden und nicht umgekehrt, so dass der Lehrende nicht eingeengt wird.

Als weiteren Unterschied zum CMS enthält das LMS die Möglichkeit für den Lehrenden Tests zu erzeugen und auszuwerten. Hierzu gibt es in Web-CT folgende Tools:

- Test/Umfragen
- Selbsttest
- Aufgaben
- Kursteilnehmer Präsentationen

Bereits an diesem kurzen, beispielhaften Überblick wird eines klar deutlich. Während bei einem CMS der Lernende sehr aktiv ist, ist bei einem LMS eher die Rolle des Lehrenden die aktive. Das System wird verwendet, um auf verschiedene Art und Weise, zum Beispiel mit Hilfe von Bildern und Animationen, Wissen zu vermitteln. Aktiv wird der Schüler erst bei der Bearbeitung der Aufgaben. Allerdings hängt die Stärke der Aktivität des Lernenden, eng vom Konzept des Lehrenden ab. Wird ein LCMS verwendet mit dem Content auch selbst erzeugt werden kann, so ist der Lehrende im Stande, die Aufgaben frei zu stellen und mit Hilfe von Foren eine Diskussion darüber in Gang zu setzen.

Dadurch kann dennoch ein hohes Maß an Aktivität Einzug halten. Die endgültige Ergebnissicherung obliegt dann aber wieder dem Lehrenden, der die Ergebnisse zusammenfassen und aufbereiten muss. Es ist jedoch ebenfalls denkbar, dass sich die Lernenden in Gruppen zusammenfinden und nach einer bestimmten Reihenfolge, jeweils eine Gruppe die erarbeiteten Inhalte (zum Beispiel aus einer Forumsdiskussion) zusammenfasst und den anderen Gruppen in der Lernplattform zur Verfügung stellt. Dies kann jedoch nur über den Lehrer geschehen, da in einem LMS es die Rechteverwaltung nicht zulässt, dass Schüler Inhalte veröffentlichen. Es handelt sich dabei um einen weiteren Unterschied zwischen den beiden Systemen, welche aus ihrer unterschiedlichen Entwicklungsgeschichte herrühren. Diesen Unterschied mache ich mir zum Anlass einen genaueren Blick auf die Rechteverwaltung der Systeme zu werfen.

Rechteverwaltung in LMS bzw. CMS

Wie bereits mehrfach erwähnt entstammt das CMS den Softwarepaketen der großen Redaktionshäuser, während LMS speziell für den Einsatz im Lehr- Lerngeschehen konzipiert wurden. Dabei wurde vielfach versucht einen Präsenzunterricht in einem Klassen- oder Vorlesungssaal zu kopieren. Aus diesem Grund wurden den verschiedenen Zugängen zu der Plattform unterschiedliche Rechte gegeben. Die einzelnen Abstufungen variieren von Hersteller zu Hersteller und auch die Benennung differiert. Dennoch kann man im Großen und Ganzen von 3 unterschiedlichen Zugriffsstufen reden:[9]

1. Administrator
2. Designer
3. Student / Schüler

Administrator: Er verfügt über alle Lese und Schreibrechte. Er ist für den reibungslosen

Betrieb der Plattform auf dem Server zuständig und kann

Systemkomponenten hinzufügen und entfernen.

Designer: Ihm unterstehen ein, oder mehrer Kurse, in denen er freien Schreib und

Lesezugriff hat. Er kann die Arbeitsumgebung verändern, Inhalte erzeugen

und erstellen.

Student: Er hat nur reinen Lesezugriff. Auf dieser Stufe ist es nur möglich Eingaben

über die Kommunikationsmittel zu machen (Forum, Chat, Whiteboard).

Das Erstellen auch nur kleiner Inhalte ist nicht möglich.

Dies hat die bereits erwähnten Nachteile zur Folge, dass Schüler keine eigenes Wissen in Form von Inhalten erzeugen können, wie es zum Beispiel im konstruktivistischen Lernparadigma vorgesehen ist. Der Vorteil besteht darin, dass der Lehrer die genaue Kontrolle über den gelernten Inhalt behält und so den Lernerfolg seiner Schüler besser in Tests nachprüfen kann, da ein festes Grundwissen vorgegeben ist. Andererseits bietet sich aber dennoch die Möglichkeit zusätzlich Material einzustellen, so dass sich der interessierte Schüler über den [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]Pflichtstoff hinaus bilden kann.

In nebenstehender Graphik[10] wurde versucht dies zu verdeutlichen. Designer erzeugen mittels Autorentools Inhalte, oder es werden kommerziell erstellte Inhalte zugekauft. Diese werden ebenfalls vom Designer in geeigneter Form in der Lernplattform zur Verfügung gestellt. Die Kursteilnehmer befinden sich außerhalb des Systems und haben keine Möglichkeit darauf einzuwirken. Sie sind vielmehr Konsumenten.

In einem CMS gibt es im Groben vier unterschiedliche Niveaus des Zugriffs:

1. Administrator
2. „Genehmigung“
3. Autor
4. Endkonsument

Administrator: Vergleichbar mit LMS è Er verfügt über alle Lese- und Schreibrechte.

Er ist für den reibungslosen Betrieb der Plattform

auf dem Server zu ständig und kann Systemkomponenten hinzufügen

und entfernen.

„Genehmigung“: Voller Lese- und Schreibzugriff. Die durch Autoren erstellten Materialen

werden erst durch Freigabe an dieser Stelle veröffentlicht.

Autor: Voller Lese- und eingeschränkter Schreibzugriff. Der Autor darf von ihm

erstellte Materialien abändern. In manchen CMS ist es ihm auch gestattet

Beiträge anderer Autoren zu verwenden und abzuändern.

Endkonsument: entspricht dem Schülerstatus beim LMS.

[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]Wendet man wie bereits erwähnt ein CMS im Konstruktivistischen Lernparadigma an, so fallen den Schülern die Rolle des 10 Endkonsumenten und des Autors zu. Es können zu Beginn teilweise vorgefertigte Inhalte verwendet werden. Die Schüler sollen diese Inhalte zunächst konsumieren, dann aber die Inhalte als Autoren bearbeiten und den anderen zur

Verfügung zu stellen, so dass der Inhalt fortwährend weiterentwickelt wird. Es entsteht also ein Kreislauf, der zur tieferen Durchdringung des Stoffes beiträgt. Bei dieser Art des Lernens kann man allerdings feststellen, dass sich die Kommunikation unter den Lernenden fast ausschließlich auf den Austausch von Lehrmaterialien beschränkt. Bei einem LMS haben wir jedoch festgestellt, dass uns eine Vielzahl an Kommunikationsmitteln zur Verfügung steht. Dies legt die Frage nach dem Sinn dieser Kommunikationsmittel nahe. Handelt es sich bei den bereitgestellten Tools um unnütze Spielereien, oder machen sie aus mediendidaktischer Sicht Sinn? Um diese Frage näher zu untersuchen gehe ich auf dieses weitere Unterscheidungsmerkmal von LMS und CMS ein.

Kommunikation im Lehr-Lernprozess

Betrachten wir zunächst die Kommunikation zwischen Lehrendem und Lernendem:

Im klassischen Unterricht erhält der Lehrende direkt Rückmeldung seiner Schüler über Motivationsgrad, evtl. aufgetretene Verständnisprobleme und den Lernfortschritt seiner Klasse überhaupt. Dies geschieht jedoch in den seltensten Fällen über die Verbalisierung der Problematik, als vielmehr über nonverbale Kommunikationsformen. Das Feingefühl des Lehrenden ist gefragt um zu erspüren, in wieweit seine Schüler ihm folgen wollen und auch können. Der Lehrer ist dadurch im Stande sein Konzept spontan zu überarbeiten und die Richtung des Unterrichts zu wechseln. Selbstverständlich wird er im Allgemeinen seinen Unterricht nicht komplett verwerfen, dennoch wird er versuchen durch zusätzlich motivierende Beispiele aus dem Alltag oder durch ergänzende Erklärungen die Defizite abzufangen. Wir sehen also, dass die Kommunikation für erfolgreiches Lernen sehr wichtig ist. Im LMS versucht man diese Situation durch die vielen verschiedenen Tools anzunähern.[11]Gemäß der Theorie des Sprechaktes[...]“ jedoch, „lässt sich jede linguistische Äußerung analytisch in zwei Komponenten unterteilen: Einerseits in den Inhalt der Äußerung und andererseits in die Beziehung, die Sprecher mit Ihren Äußerungen zur Welt einnehmen.“ Das bedeutet für uns, dass nicht nur die eigentliche Information übermittelt werden muss, vielmehr muss das Verhältnis der Gesprächspartner sinnvoll abgebildet werden. Da einer der Hauptkanäle unserer Kommunikation, die nonverbale Komponente, vollkommen ausgeblendet wird, entwickelt sich das Verhältnis automatisch zu einem distanzierteren als im herkömmlichen Unterricht. Dem gilt es deutlich entgegen zu wirken. Es muss dem Lehrenden beigebracht werden, wie die neuen Kommunikationsmedien sinnvoll zu gebrauchen sind. Um dennoch den Kontakt zu den Lernenden nicht zu verlieren.

Die einzelnen Kommunikationstools und ihre Bedeutung im Lehr- Lernprozess

Hierzu müssen den verschiedenen Tools bereits von Beginn an bestimmte Funktionen zu geordnet werden. So sollte die erste Aufgabe in einer Lehreinheit darin bestehen, eine eigene Homepage erstellen zu lassen, um sich im virtuellen Raum[12] „sichtbar zu machen“ und somit die erste Kommunikationsform bereits kennen zu lernen. Hierzu eignet sich besonders gut eine „ Willkommen Seite“, oder eine „Betreuer Homepage“ in der ein Beispiel gegeben wird, wie eine solche Online-Präsenz aussehen könnte. Wichtig ist hierbei selbst kreativ zu sein und die Schüler zu Kreativität zu ermuntern.

Hier ein Beispiel aus den erstellten Lerninhalten:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Als nächstes sollte den Foren eine klare Aufgabe zu kommen. Zum Beispiel als Ort für Diskussionen über bestimmte Themen, um Gruppenarbeiten zu beginnen oder Ähnliches. Mit Foren haben Schüler die Möglichkeit untereinander bestimmte Themen zu diskutieren. Die Diskussion über das Netz erfordert jedoch der gesonderten Übung, um von Beginn an zur Nutzung des Mediums zu motivieren, sollte ein einleitender Auftrag darin bestehen zu einem bestimmten Thema in einem Forum zu Posten. Im späteren Verlauf sollten dann immer wieder Impulse für Diskussionen gegeben werden. So wird in der erstellten Lehreinheit versucht, Kunstformen mit Hilfe der Gruppentheorie mathematisch zu ordnen. Da zu Beginn für den Schüler nicht klar ist was ihn erwartet, ist die erste Frage folgende:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Ziel ist es dem Schüler die Möglichkeit zu geben, eine sachliche Diskussion über das Netz führen zu lernen. Unabhängig von den Zielen für das e-Learning selbst, ist es auch im Berufsleben immer wichtiger so genannte Medienkompetenz (vgl. Exkurs über Medienkompetenz) zu besitzen, wozu sicher auch zählt, die verschiedenen Möglichkeiten der Telekommunikation zu kennen und erfolgreich für Diskussionen nutzen zu können.[13] Ein klarer Vorteil des Forums an dieser Stelle ist, dass mehrere Diskussionsstränge parallel aufgebaut werden können. Und so das Thema von mehreren Seiten beleuchtet werden kann. Weiterhin können die Schüler Ihre Zeit frei einteilen, da das Medium ja eine asynchrone Kommunikation unterstützt.

Wozu dann aber die vielen anderen Kommunikationsformen?

Ein Nachteil des Forum besteht direkt in der Vielschichtigkeit der Diskussionsstränge und der dem Medium anhängenden Asynchronizität. Während für den Beginn einer Diskussion beide Aspekte von Vorteil sind, stellt sich schnell das Problem ein, dass keine gemeinsame Lösung des Problems gefunden werden kann. Bei obiger Fragestellung mag dies gerade erwünscht sein. Ist jedoch geplant eine Gruppenarbeit mit einem gemeinsamen Ergebnis abzuschließen, so muss die Möglichkeit geschaffen werden, synchron miteinander zu diskutieren um auf den Anderen eingehen zu können und gemeinsam eine einheitliche Antwort auf die Frage entwickeln zu können. Hier ist die Selbstorganisation der Gruppe, aber auch eine Anleitung durch den Lehrenden gefragt. Den Schülern steht für diese Endphase der Aufgabenbearbeitung der Chat zur Verfügung. Sie sollen, angeleitet durch den Lehrer, Termine ausmachen an denen sie sich regelmäßig in einem Chat treffen. Um hier einen Anreiz zu schaffen, sollten auch Sprechstunden mit dem Lehrer und evtl. Rollenspiele oder Ähnliches vorbereitet und regelmäßig durchgeführt werden. In dem für diese Arbeit ausgewählten LMS (Web-Ct) stehen unabhängig von der jeweiligen Aufgabenstellung permanent vier Chaträume zur Verfügung, sodass im Allgemeinen immer genügend Raum vorhanden sein wird, damit sich eine Gruppe ungestört treffen kann.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die erwähnte Aufzeichnung der Gespräche steht nur dem Lehrer zur Verfügung und gibt ihm die Möglichkeit den Fortschritt der einzelnen Gruppen zu kontrollieren und wenn erforderlich, zu helfen. Dies gibt ihm die Möglichkeit die erstellten Hilfen zu verfeinern und anzupassen um einen möglichst hohen Lernerfolg zu erzielen. Dies bringt jedoch auch einen Wandel der an die Lehrkräfte gestellten Kompetenzen mit sich, auf den ich in einem der folgenden Kapitel noch eingehen werde. In den bisherigen Ausführungen wurde bereits versucht an geeigneten Stellen auf Anwendung im Unterrichtsalltag hinzuweisen. Nun sollen diese einzelnen Beispiele noch auf eine theoretisch fundierte Grundlage gestellt werden.

Lehr- Lernszenarien im Hinblick auf CMS und LMS

[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]Wie bereits erwähnt ist es möglich drei Lehr-Lernparadigmen der virtuellen Lehre zu unterscheiden. Ebenso können die entsprechenden Handlungsstrukturen in drei Bereiche eingeteilt werden. Die verschiedenen Lernparadigmen lassen sich am besten in einer Gegenüberstellung erläutern. Hierzu nutze ich folgende Tabelle, in der die drei Lernparadigmen gegenübergestellt sind.[14]

[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal ist die jeweilige Aktivität der Lernen-den. Wie bereits erwähnt kann ein CMS besonders gut bei Lehren II und evtl. Lehren III eingesetzt werden. Wir nutzen dann das konstruktivistische Lernparadigma. Mit einem LMS bewegt man sich hauptsächlich im Bereich Lehren I, da hier vorwiegend Wert auf die Vermittlung von Wissen an den Schüler Wert gelegt wird. Es ist jedoch nicht zwingend nötig, dass man sich auf diesen Bereich einengen lässt. Gerade mit Hilfe der Kommunikationsmittel, können mittels geeigneter Aufgabenstellung Diskussionen entfacht werden, wodurch man sehr leicht in den Bereich der Lehre II und evtl. auch in die Lehre III kommen kann. Die dauerhafte Erzeugung von Inhalten bleibt zwar wie mehrfach erwähnt dem Lehrer vorbehalten, dennoch können auch hier über E-Mail-Anhänge von Schülern erstellte Inhalte über das Kontrollorgan Lehrer in der Plattform veröffentlicht werden. Wichtiger, als die Einordnung in dieses System, ist mir jedoch die Einordnung in das Modell der Handlungsstrukturen. Ich begründe dies damit, dass der Lernerfolg durch die aktive Auseinandersetzung mit dem Lehrstoff im Allgemeinen positiv beeinflusst wird. Wir sehen den bereits erwähnten Kreislauf, in dem Wissen als vorliegende Lehrinhalte erzeugt wird.

[15] Die Handlungsstrukturen lassen sich gliedern in:

1. Knowing-in-action
2. Reflection-in-action
3. Reflection-in-practice

Der Unterschied zwischen den einzelnen Stufen des Handels liegt in Art und Tiefe der gedanklichen Reflexion. So ist es eine[16]scheinbare Paradoxie des Lernprozesses, dass der Start- und Endpunkt [...] durch die „spontane“ Handlung charakterisiert wird.“ Entsprechend dieser Quelle, beginnen wir mit naiven unreflektierten Handlungen. Durch den Lernprozess passen wir diese Verhaltensweisen den äußeren Umständen an. Am Ende dieses Prozesses steht wieder eine Handlung die keiner tieferen Reflexion bedarf da das Wissen „in unserem Körper integriert (inkorporiert)“ wurde. Diesen Endzustand, bei dem es offenbar möglich ist, Tätigkeiten korrekt ohne größere gedankliche Anstrengungen auszuführen, nennen wir „knowing-in-action“. Versuchen wir diese Handlungen zu verbalisieren stehen wir vielfach vor einem Problem, durch das wir die Handlungen ausführen ohne darüber nachzudenken fehlt uns die Routine den Vorgang zu verbalisieren. Versuchen wir es dennoch so befinden wir uns auf einer Zwischenstufe, dem „ knowing-on-action“. Sie stellt den Übergang dar zur zweiten Stufe des Handelns, dem „ reflection-in-action“ bzw. dem „ reflection‑on‑action“. Nachdem wir unser erlangtes Handlungswissen gelernt haben zu verbalisieren können wir über die Handlung reflektieren. Wir haben ein Begriffsfeld erschlossen, dass es uns hilft unsere Handlungen zu perfektionieren. Dabei nehmen wir nicht nur Bezug auf Eindrücke von außen, wir verbinden sie mit einem kritischen „Blick nach innen“. Der Unterschied zwischen den beiden Handlungstypen der Stufe II, besteht lediglich darin, dass bei „reflection-in-action“ der Akt der Reflektion unmittelbar während der Handlung stattfindet, wo hingegen im zweiten Fall nach abgeschlossener Handlung über Ausgangssituation und Endzustand nachgedacht wird, um den Handlungsvorgang zu verbessern. Bei der dritten Stufe des Handelns werden mehrere Handlungen nach Mustern sortiert, um so in neuen Situationen auf alte Handlungsmuster zurückgreifen zu können. Hierzu verstehen wir unter „Praxis“ „eine Serie von routinierten Handlungsfolgen, die [...] eine Reihe von strukturellen Gemeinsamkeiten besitzen.“ Wie wir aus der Graphik erkennen, handelt es sich hierbei um die Phase der Einübung an verschiedenen Beispielen und die Diskussion über die Ergebnisse, sowie die Vorgehensweise. Um Lerninhalte vollkommen zu durchdringen, ist es oftmals nötig alle Handlungsstufen zu durchlaufen. Mit Hilfe eines CMS ist dieser Kreislauf durch die Erzeugung und Verbesserung der Inhalte gegeben. Schwierig wird es jedoch bei der dritten Handlungsstufe, da Kommunikation in Form von Diskussionen nicht vorgesehen ist. Hier bietet das LMS mit seinen Foren und Chaträumen klare Vorteile. Auch die einfach zu erstellenden Übungsaufgaben und Tests sprechen hier für das LMS.

Man stellt also fest, dass beide Systeme ihre Vorzüge haben. Doch welche Art des Systems ist nun besonders geeignet? Dieser Frage möchten wir uns im nächsten Kapitel stellen.

Auswahl der geeigneten Lernplattform

CMS oder LMS?

Wenn es um die reine Produktion von Wissen und dem Lernen einfacherer Zusammenhänge geht, also eine Art Nachschlagewerk zu erzeugen, so gebe ich klar dem CMS den Vorrang, da dieses speziell für solche Aufgaben ausgelegt ist. Zum Erstellen einer kompletten Lerneinheit, bei der es darum geht auch komplizierte Zusammenhänge zu erläutern und Diskussionen anzuregen, gebe ich jedoch klar dem LMS den Vorzug. Es bleibt also zuerst die Überlegung welchen Zweck die Lernumgebung erfüllen soll. Hierzu ist nötig zu bedenken, in welcher Weise und Regelmäßigkeit die Schüler Zugang zum Netz und dem System haben. Gehen wir vom Optimum aus, dass der Schüler permanenten Zugang hat so rentiert sich die Anschaffung eines LMS und die entsprechende Umstellung der Lehre, da auf diese Weise auch komplizierte Vorgänge anschaulich durch Animationen unterrichtet werden können. Ferner ist es möglich, das[17]selbstgesteuerte, anwendungsorientierte und kooperative Lernen zu unterstützen“. Dies kann jedoch nur geschehen, wenn die dargebotenen Medien und die bereitgestellten Werkzeuge der Lernumgebung ausreichen, um den Stoff selbsttätig zu durchdringen. Hierzu ist ein CMS nicht gut in der Lage da hier die Möglichkeit der Kommunikation und der Gruppenarbeit stark eingeschränkt ist. Die Verfügbarkeit an LMS jedoch scheint gigantisch. Aus diesem Grund möchte ich im Folgenden einen kleinen Überblick über die erhältlichen LMS geben und begründen aus welchem Grund die Wahl auf das LMS Web-CT gefallen ist.

Auswahl des LMS

Die Auswahl des geeigneten LMS hängt nicht nur stark von den entsprechenden Wünschen, sondern vielmehr von den verfügbaren Mitteln ab. So bot es sich an, für die Umsetzung der Arbeit die bereits eingeführte Lernplattform Web-CT zu verwenden, da dadurch keine weiteren Lizenzkosten entstanden. Dies ist sicherlich aus ökonomischer Sicht eine kluge Entscheidung. Es stellt sich aber die Frage nach der didaktischen Begründbarkeit dieser Entscheidung. Kritiker könnten mir also vorwerfen, der Kosteneffizienz gegenüber der didaktisch klugen Umsetzung den Vorzug zu geben.

Es ist also nötig die Entscheidung für Web-CT auf eine didaktisch begründbare Ebene zu stellen. Hierzu wird versucht, in entsprechenden Studien Auskunft über die Qualität von Web‑CT zu erhalten. So wird im Folgenden an Auszügen aus der Studie von R. Schulmeister die Wahl von Web-CT als LMS begründet[18]. Die Recherche von Schulmeister ergab 171 Produkte die als Lernplattform angesehen werden können. Um eine Vorauswahl treffen zu können wurden K.O.-Kriterien aufgestellt, hierzu wurden zunächst die bereits mehrfach erwähnten Bestandteile des LMS in 10 Kategorien eingeteilt:

[19]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zu diesen 10 Kategorien werden dann einzelne K.O.-Kriterien gegeben um eine Vorauswahl zu treffen. Wichtig für uns sind vorwiegend die Kategoriepunkte Didaktik und Kommunikation. Bei den K.O.‑Kriterien zu diesen Kategoriepunkten sind auch die meisten der Lernplattformen gescheitert. (40 bei Didaktik und 12 bei Kommunikation). Als Bewertungsmaßstab für Didaktik wurde vorausgesetzt, dass „die Plattform auf jeden Fall für die Studierenden einige Werkzeuge oder Methoden für die eigene Arbeit“ bieten sollte. Ebenfalls sollten die entsprechenden LMS eine Sitemap, oder andere Möglichkeiten dem Studierenden bieten, um sich ohne große Einarbeitungszeit zu recht zu finden. Schließlich soll der Augenmerk des Studenten auf den Inhalten lasten und nicht der Bedienung des LMS anhaften. Um einen Gesamtüberblick über alle Kurse des Semesters zu erhalten, wurde eine Startseite gefordert auf der die Studenten alle Kurse mit wichtigen Meldungen auf einen Blick dargeboten bekommen. Bei der Kommunikation wurde gefordert, dass sowohl E-Mail als auch Foren und Whiteboard zur Verfügung stehen. Nach dem, nach allen Kategorien gefiltert wurde, kamen zunächst 10 LMS in die engere Wahl. Diese wurden genauer beleuchtet und daraus wurden erneut fünf LMS für einen Praxistest ausgewählt:

1. CLIX
2. IBT Server
3. IntraLearn
4. SABA
5. Web-CT

Im Praxistest gibt Schulmeister an, dass Web-CT als einziger Anbieter bereits mehrfach Erfahrung im öffentlichen Bildungswesen sammeln konnte und mehrere Referenz-Unis angeben kann. Die anderen Lernplattformen entstammen der Industrie und wurden dort in der internen Weiterbildung angewendet. Klar ist aber festzuhalten, dass alle Systeme noch stark entwicklungsbedürftig sind. Als negativ wurden Systeminstabilitäten und schlechte Anpassungsfähigkeit bei den Systemen genannt, wobei lediglich Web-CT hier eine löbliche Ausnahme bildet. Als Fazit zieht Schulmeister, dass diese fünf getesteten Plattformen alle geeignet sind, aber noch weiterer Entwicklung bedürfen. Wobei alles in allem Web-CT als bestes abschließt. Hierzu folgende Übersichtstabelle aus der Studie von Schulmeister:

[...]


[1] Übersetzt aus einem Zitat von den Internetseiten von

„THE VIRTUAL POLYTECHNIC Development Unit“ in Finnland

http://www.virtuaaliamk.fi/channels/www/eng/hallinto/1088687898720/1088754886699.html

[2] Baumgartner,P.: „Didaktik und Reusable Learning Objects” S.4

Von: http://www.fernuni-hagen.de/ksw/ifbm/bt/forschung/

Erscheint in:Campus 2004

“Kommen die digitalen Medien an den Hochschulen in die Jahre?“

Carstensen, D.; Barrios, B. Waxmann. 29: S.311-327 Münster

[3] In meinen Ausführungen lehne ich mich an, an den Aufsatz:

„Content Management Systeme aus bildungstechnologischer Sicht“ von: Baumgartner, P; Kalz, M.

Erschienen in: Baumgartner,Häfele, Maier-Häfele : „Content Management Systeme für e-Education.“

Studienverlag, Innsbruck 2004

[4] Baumgartner, P; Häfele, H; Maier-Häfele, K:

„E-Learning Praxishandbuch- Auswahl von Lernplattformen: Marktübersicht - Funktionen – Fachbegriffe“

Studien Verlag, Innsbruck 2002 S24

[5] Baumgartner, P; Kalz, M.:

„Content Management Systeme aus bildungstechnologischer Sicht S.3

Erschienen in: Baumgartner,Häfele, Maier-Häfele : „Content Management Systeme für e-Education.“

Studienverlag, Innsbruck 2004

Von: http://www.fernuni-hagen.de/ksw/ifbm/bt/forschung/

[6] Baumgartner, P; Kalz, M.:

„Content Management Systeme aus bildungstechnologischer Sicht S.3

Erschienen in: Baumgartner,Häfele, Maier-Häfele : „Content Management Systeme für e-Education.“

Studienverlag, Innsbruck 2004

Von: http://www.fernuni-hagen.de/ksw/ifbm/bt/forschung/

[7] Duffy, T.M., Jonassen, D.H. (eds): “Constructivism and the Technology of Instruction: A Conversation.” S.3 Lawrence Erlbaum; Hillsdale NJ; 1992

Von: http://tagebuch.aol.de/riesemann/Erwachsenenbildung/entries/614

[8] Baumgartner, P.; Kalz, M.:

„Content Management Systeme aus bildungstechnologischer Sicht“ S.30

Von: http://www.fernuni-hagen.de/ksw/ifbm/bt/forschung/

Erscheint in:„Content Management Systeme für e-Education.“ Studienverlag Insbruck 2004

[9] Begriffe wurden angelehnt an die Nomenklatur von Web-CT

[10] Graphiken entlehnt aus dem Aufsatz: „Learning-, Content- und Learning-Content-Managemet-Systeme: Gemeinsamkeiten und Unterschiede.“ Von:Maier-Haefele, K.; Haefele, H. S11 und S19

[11] Baumgartner P & Kalz M „Content Management Systeme aus bildungstechnologischer Sicht“ S.22

Von: http://www.fernuni-hagen.de/ksw/ifbm/bt/forschung/

Erscheint in:„Content Management Systeme für e-Education.“ Studienverlag Insbruck 2004

[12] Arnold, P; Kilian, L; Thilosen, A; Zimmer, G.: „E-Learning Handbuch für Hochschulen und Bildungszentren“ S.65: Bildung und Wissen Verlag, Nürnberg 2004

[13] In meinen Ausführungen über Forum und Chat lehne ich mich an, an die Ausarbeitung von Claudia Bremer:

„Lessons learned: Moderation und Gestaltung netzbasierter Diskussionsprozesse in Foren -Erfahrungen aus virtuellen Konferenzen und Gestaltungsoptionen von Foren im eLearning“

Erschienen in: M. Kerres, B. Voss (Hrsg.): Digitaler Campus. „Vom Medienprojekt zum nachhaltigen Medieneinsatz in der Hochschule.“ Münster 2004.

http://www.bremer.cx/paper22/paper_bremer_gmw2003.pdf

[14] Abbildungen entlehnt aus dem Aufsatz: „Content Management Systeme aus bildungstechnoligischer Sicht“ S.21 von: Baumgartner, P.; Kalz, M

Von: http://www.fernuni-hagen.de/ksw/ifbm/bt/forschung/

Erscheint in:„Content Management Systeme für e-Education.“ Studienverlag Insbruck 2004

[15] Ich lehne mich an, an den Aufsatz aus 14, die Fachbegriffe wurden ebenda entlehnt

[16] Baumgartner, P.; Kalz, M.:

„Content Management Systeme aus bildungstechnologischer Sicht“ S.18

Von: http://www.fernuni-hagen.de/ksw/ifbm/bt/forschung/

Erscheint in:„Content Management Systeme für e-Education.“ Studienverlag Insbruck 2004

[17] Aufsatz: „Hybride Lernarrangements in der universitären Weiterbildung. Das Beispiel Educational Media“

de Witt, Claudia vom 26.11.2003 S.1

Von: http://www.medienpaed.com/03-1/dewitt03-1.pdf

[18] Ich lehne mich an, an die Studie: „Lernplattformen für das virtuelle Lernen“ von Schulmeister, R.Prof. Dr.

Oldenbourg Verlag München Wien 2003 S55ff

[19] „Lernplattformen für das virtuelle Lernen“ von Schulmeister, R.Prof. Dr.

Oldenbourg Verlag München Wien 2003 S55f

Ende der Leseprobe aus 96 Seiten

Details

Titel
Einsatz von e-Learning in der Didaktik der Geometrie
Hochschule
Technische Universität Kaiserslautern
Note
1,7
Autor
Jahr
2005
Seiten
96
Katalognummer
V46050
ISBN (eBook)
9783638433334
Dateigröße
5600 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einsatz, Didaktik, Geometrie
Arbeit zitieren
Andreas Berberich (Autor), 2005, Einsatz von e-Learning in der Didaktik der Geometrie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46050

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