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Pädophilie im therapeutischen Kontext. Erstellung eines Präventionsmodells für sexuellen Kindesmissbrauch

Titel: Pädophilie im therapeutischen Kontext. Erstellung eines Präventionsmodells für sexuellen Kindesmissbrauch

Bachelorarbeit , 2018 , 50 Seiten , Note: 2,2

Autor:in: Kai Liekefett (Autor:in)

Pflegewissenschaft - Pflegemanagement
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Zusammenfassung Leseprobe Details

"Wegschließen – und zwar für immer" ist eine bekannte Forderung aus der Bevölkerung wenn es um die Bestrafung von Sexualstraftätern geht, die sich an Minderjährigen vergreifen. Oft werden derart harte Sanktionen gefordert, weil die Annahme verbreitet ist, dass Menschen, die sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlen, nicht therapierbar seien. Erst im Laufe der Jahre hat sich das Thema Pädophilie in der Forschung der Sexualwissenschaften etabliert, sodass mittlerweile auch Therapieangebote für pädophile Menschen vor allem im Strafvollzug entwickelt wurden. In dieser Arbeit wird ein Präventionsmodell für Pädophilie erarbeitet und vorgestellt.

Dazu werden zwei Therapieangebote für pädophile Personen miteinander verglichen. Dabei handelt es sich um die Konzepte des Präventionsnetzwerks "Kein Täter werden" und des Behandlungsprogramms für Sexualstraftäter. Im Anschluss erfolgt eine Diskussion über Stärken und Schwächen der beiden Konzepte, sowie ein Ausblick auf die zukünftigen Aufgaben der Sozialen Arbeit in diesem Handlungsfeld.

Auf dieser Basis wird ein Konzept für ein Präventionsmodell von sexuellem Kindesmissbrauch erarbeitet. Der Fokus dieses Präventionsmodells liegt dabei auf der Täterseite mit einer diagnostizierten sexuellen pädophilen Störung. Das Präventionsmodell soll für Pädophile primäre, sekundäre und tertiäre Therapiemöglichkeiten zur Prävention von Kindesmissbrauch bieten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen

2.1 Definition Prävention

2.2 Definition Pädophilie

2.2.1 Nichtmedizinische Definition Pädophilie

2.2.2 Medizinische Definition Pädophilie

2.2.3 Erklärungsmodell zur Entstehung von Pädophilie

2.3 Definition sexueller Kindesmissbrauch

3. Präventionsprojekt Dunkelfeld

3.1 Diagnostik im Präventionsprojekt Dunkelfeld

3.2 Therapie im Präventionsprojekt Dunkelfeld

3.3 Medikamentöse Therapie im Präventionsprojekt Dunkelfeld

4. Behandlungsprogramm für Sexualstraftäter

4.1 Diagnostik im Behandlungsprogramm für Sexualstraftäter

4.2 Therapie im Behandlungsprogramm für Sexualstraftäter

4.3 Medikamentöse Therapie im Behandlungsprogramm für Sexualstraftäter

5. Vergleich der Projekte

5.1 Vergleich der Diagnostik beider Projekte

5.2 Vergleich der Therapien beider Projekte

5.3 Vergleich der medikamentösen Therapie beider Projekte

6. Schlussfolgerung zur Erstellung eines Präventionsmodells sexuellen Kindesmissbrauchs

7. Diskussion und Ausblick

8. Reflexion

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Ziel dieser Arbeit ist es, zwei Therapieansätze für pädophile Personen kritisch miteinander zu vergleichen, um daraus ein fundiertes Konzept für ein Präventionsmodell sexuellen Kindesmissbrauchs abzuleiten, das den Fokus explizit auf die Täterseite legt.

  • Vergleich der Projekte "Dunkelfeld" (für juristisch unauffällige Pädophile) und "Behandlungsprogramm für Sexualstraftäter" (für inhaftierte Täter).
  • Analyse und Differenzierung der therapeutischen Methoden, Diagnostikverfahren und medikamentösen Ansätze.
  • Kategorisierung der Maßnahmen in primäre, sekundäre und tertiäre Präventionsformen.
  • Erörterung der ethischen Abwägung zwischen notwendiger sozialer Kontrolle und dem Recht auf individuelle Freiheit.
  • Integration sozialpädagogischer Perspektiven zur Förderung der sozialen Reintegration und Lebensqualität der Betroffenen.

Auszug aus dem Buch

3.1 Diagnostik im Präventionsprojekt Dunkelfeld

Die Diagnostik des Präventionsprojekts Dunkelfeld beruht auf den aktuell gültigen Klassifikationssystemen der ICD-10 und DSM-V und bezieht sich multi-methodal auf das individuelle Erleben, relevante Verhaltensmerkmale und Inhalte sexueller Fantasien der Betroffenen. Neben der Einschätzung der Kriterien der Klassifikationssysteme gelingt so auch eine differenzierte Beschreibung der individuellen Problemlage. Dabei ist die Diagnostik nicht zu Beginn der Therapie beendet, sondern begleitet die Betroffenen auch während der Therapie und bei der Nachsorge mit ihren Verfahren (vgl. Grundmann et al 2015a, S. 155). Mehrmals während der Therapie wird anhand der Therapist-Rating-Scale der Fortschritt diagnostisch evaluiert. Ziel ist es, dass die Teilnehmer in den Kategorien intellektuellem Verständnis und Akzeptanz/Integration in allen zehn Bereichen (unter anderem Selbstwertgefühl, Empathie, Coping-Strategien, Angemessenheit im Umgang mit Intimität und weitere) der Norm entsprechen und ein durchschnittliches Funktionsniveau aufweisen. Anhand dessen wird auch beschlossen, wann die Therapie erfolgreich beendet ist (vgl. Berner et al 2013, S. 44ff).

Bereits bei der anonymen Kontaktaufnahme per E-Mail oder Telefon erhält jeder Interessierte eine Identifikationsnummer, wenn er sich 1. sexuell zu Kindern hingezogen fühlt, 2. einen Leidensdruck beschreibt, 3. einen klinischen Experten konsultieren möchte und 4. justiziell nicht auffällig geworden ist.

Sollten diese Voraussetzungen auf die Person zutreffen, resultiert daraus der Erstkontakt mit dem Team der Diagnostik, bei dem erste Fragebögen und computerbasierte Verfahren durchgeführt werden. In den folgenden fünf Stunden werden Ein- und Ausschlusskriterien für das Behandlungsprogramm geprüft (vgl. ebd.).

Im 90-120-minütigen klinischen Interview wird in erster Linie die allgemeine Anamnese erfasst: der familiäre und berufliche Hintergrund, die sexuelle Entwicklung und Beziehungen (sexuelle Präferenzen und Nutzung von Missbrauchsabbildungen) und die Motivation für das Präventionsprojekt werden hinterfragt. Weiterhin geht die Arbeitsgruppe auf psychiatrische Auffälligkeiten und sonstige Vorerkrankungen ein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das polarisierende Thema Pädophilie und die Problematik sexuellen Kindesmissbrauchs ein und erläutert die Zielsetzung, durch einen Vergleich zweier Therapieangebote ein Präventionsmodell zu erarbeiten.

2. Definitionen: In diesem Kapitel werden grundlegende Fachbegriffe wie Prävention, Pädophilie aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven sowie die juristische Definition des sexuellen Kindesmissbrauchs im Strafgesetzbuch dargelegt.

3. Präventionsprojekt Dunkelfeld: Dieses Kapitel beschreibt das Präventionsprojekt „Dunkelfeld“ als Angebot für juristisch unauffällige Betroffene, inklusive dessen Diagnoseverfahren, therapeutischer Gruppensettings und medikamentöser Unterstützungsmöglichkeiten.

4. Behandlungsprogramm für Sexualstraftäter: Hier wird das für inhaftierte Sexualstraftäter konzipierte Projekt vorgestellt, das Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie und Rückfallprävention nutzt, sowie die Rolle der medikamentösen Therapie im Maßregelvollzug erläutert.

5. Vergleich der Projekte: Das Kernkapitel stellt die Ansätze von „Dunkelfeld“ und dem „Behandlungsprogramm für Sexualstraftäter“ in den Bereichen Diagnostik, Therapie und Medikation gegenüber und ordnet sie in Präventionsformen ein.

6. Schlussfolgerung zur Erstellung eines Präventionsmodells sexuellen Kindesmissbrauchs: Dieses Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und entwirft ein zielgruppenbezogenes Präventionsmodell, das Verhaltensänderungen und soziale Kontrolle integriert.

7. Diskussion und Ausblick: Hier werden die Grenzen der aktuellen therapeutischen Methodenauswahl kritisch hinterfragt und die Bedeutung einer stärkeren Einbindung sozialpädagogischer Ansätze diskutiert.

8. Reflexion: Zum Abschluss reflektiert der Autor die Stärken und Grenzen des entwickelten Modells und identifiziert bestehende Forschungslücken, insbesondere in der pädagogischen Arbeit mit Pädophilen.

Schlüsselwörter

Pädophilie, sexueller Kindesmissbrauch, Prävention, Dunkelfeld, Sexualstraftäter, Psychotherapie, Rückfallprävention, Diagnostik, Maßregelvollzug, Sozialpädagogik, medikamentöse Therapie, Antiandrogene, Risiko-Need-Responsivity-Modell, Tätertherapie, Lebensqualität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den therapeutischen Möglichkeiten für pädophile Menschen und untersucht, wie durch gezielte Programme sexuellem Kindesmissbrauch von Täterseite präventiv entgegengewirkt werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit deckt die Definition der Pädophilie, die gesetzlichen Rahmenbedingungen, verschiedene psychotherapeutische Ansätze (Gruppentherapie, Kognitive Verhaltenstherapie) sowie die medikamentöse Behandlung ab.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist der Vergleich zweier bestehender Therapieangebote („Dunkelfeld“ und „Behandlungsprogramm für Sexualstraftäter“), um daraus ein strukturiertes Konzept für ein Präventionsmodell zu erstellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse. Sie vergleicht Diagnoseinstrumente, therapeutische Manuale und medikamentöse Leitlinien anhand von Fachliteratur und klinischen Daten, um Rückschlüsse für ein neues Präventionsmodell zu ziehen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Vorgehensweisen beider Projekte bei der Diagnostik, der Gruppentherapie, der Anwendung des RNR-Modells (Risk-Need-Responsivity) sowie den Einsatz von Antiandrogenen und SSRI zur Impulskontrolle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Pädophilie, Präventionsmodell, Tätertherapie, Rückfallprävention, Diagnostik und Soziale Arbeit charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die Zielgruppe der beiden verglichenen Projekte?

Das Projekt „Dunkelfeld“ richtet sich an juristisch unauffällige Personen, die eigenmotiviert Hilfe suchen, während das „Behandlungsprogramm für Sexualstraftäter“ (BPS) inhaftierte oder im Maßregelvollzug untergebrachte Täter behandelt.

Welche Rolle spielt die medikamentöse Therapie in den Projekten?

Medikamente (wie Antiandrogene zur Reduktion des Testosteronspiegels) dienen als unterstützende Maßnahme zur Impulskontrolle und Senkung der sexuellen Erregbarkeit, wenn eine reine Gesprächstherapie nicht ausreicht oder ein akutes Gefährdungspotenzial besteht.

Warum kritisiert der Autor die sozialpädagogische Komponente in den Projekten?

Der Autor stellt fest, dass in den betrachteten therapeutischen Projekten die sozialpädagogische Perspektive, die für die Reintegration und Bewältigung des Alltags essenziell wäre, bisher nur unzureichend integriert ist.

Ende der Leseprobe aus 50 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Pädophilie im therapeutischen Kontext. Erstellung eines Präventionsmodells für sexuellen Kindesmissbrauch
Hochschule
Universität Vechta; früher Hochschule Vechta
Note
2,2
Autor
Kai Liekefett (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
50
Katalognummer
V460856
ISBN (eBook)
9783668904521
ISBN (Buch)
9783668904538
Sprache
Deutsch
Schlagworte
pädophilie kontext erstellung präventionsmodells kindesmissbrauch
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kai Liekefett (Autor:in), 2018, Pädophilie im therapeutischen Kontext. Erstellung eines Präventionsmodells für sexuellen Kindesmissbrauch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/460856
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Leseprobe aus  50  Seiten
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