Fast Close- Bestrebungen und Ihre Vereinbarkeit mit der Zwecksetzung von IAS/ IFRS- Abschlüssen


Seminararbeit, 2005

27 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Definitionen Themen tragender Begriffe
1.3.1 Fast Close
1.3.2 IAS/

2 Grundsätze von IAS/ IFRS - Abschlüssen

3 Fast Close
3.1 Gründe für einen Fast Close Abschluss
3.2 Allgemeiner Aufbau eines Fast Close Abschlusses
3.3 Aufbau und Umsetzung eines Fast Close Projekts
3.3.1 Projektinitialisierung
3.3.2 Gap- Analyse
3.3.3 Re- design
3.3.4 Implementierung
3.4 Ergebnisse und Erkenntnisse der KPMG Fast Close Studie 2002
3.4.1 Ansatz der Studie
3.4.2 Externes Berichtswesen
3.4.3 Internes Berichtswesen
3.4.4 IT- Landschaft

4 Vereinbarkeit Fast Close mit der Zwecksetzung der IAS/IFRS
4.1 Allgemeines
4.2 Wertaufhellungszeitraum
4.3 Festbewertung
4.4 Verbrauchsfolgeverfahren
4.5 Latente Steuern
4.6 Abschluss der Kontokorrentkonten

5 Fazit und Ausblick

6 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Hierarchischer Aufbau von IAS/ IFRS

Abbildung 2: Segmentierung Teilnehmer nach Branchen

Abbildung 3: Anzahl der unterschiedlichen, eingesetzten Buchhaltungssysteme (inkl. ERP- Systemen) innerhalb der befragten Unternehmen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

Die Versorgung mit relevanten und von Dritten zuverlässig nachprüfbaren Unternehmensinformationen der Kapitalmarktteilnehmer ist eine Hauptaufgabe von Jahresabschlüssen. Die Versorgung mit relevanten Informationen bedeuten im Bezug auf den Kapitalmarkt meist eine Versorgung mit zeitnahen Informationen[1].

Ein Ansatz vieler Unternehmen für die schnelle Bereitstellung der gewünschten Unternehmensinformationen ist die Aufstellung eines Jahresabschlusses mit Hilfe des Fast Close Ansatzes. Fast Close dient nicht nur der schnelleren Erstellung des Jahresabschlusses eines Unternehmens. Fast Close optimiert auch den gesamten Abschlussprozess und hat somit auch Auswirkungen auf eventuelle Monatsabschlüsse und die in bestimmten Bereichen des Kapitalmarktes geforderten Quartalsabschlüsse eines Unternehmens.

1.2 Zielsetzung der Arbeit

Diese Seminararbeit greift das Thema der Fast Close Bestrebungen auf und versucht darzustellen ob diese Bestrebungen mit der Zwecksetzung von IAS/ IFRS- Abschlüssen vereinbar sind. Der Schwerpunkt der Seminararbeit liegt auf dem Thema Fast Close und dessen Umsetzung im Unternehmen. Beachtung finden aber auch die Grundsätze von IAS/ IFRS- Abschlüssen. Anhand mehrerer Beispiele wird versucht aufzuzeigen in wie weit Fast Close Bestrebungen mit der Zwecksetzung der IAS/ IFRS vereinbar sind. Die angesprochenen Beispiele bilden keine abschließende Aufzählung. Es gibt viele weitere Bereiche der IAS/ IFRS Rechnungslegung, die bei Einführung eines Fast Close- Abschlusses in einem Unternehmen, auf ihre Verträglichkeit hin überprüft werden müssen. Auf die Rolle des Wirtschaftsprüfers im Bezug auf einen Fast Close- Abschluss wird nicht eingegangen.

1.3 Definitionen Themen tragender Begriffe

1.3.1 Fast Close

Mit dem Begriff Fast Close wird eine Beschleunigung der Jahresabschlusserstellung in einem Unternehmen beschrieben[2]. Darunter ist zum einen die Verbesserung aller abschlussrelevanten Geschäftsprozesse bis zur Aufstellung eines ordnungsgemäßen Abschlusses zu verstehen. Hierbei wird nicht nur die reine Aufstellungsdauer des Abschlusses, sondern auch dessen Qualität positiv beeinflusst. Des Weiteren ist unter dem Begriff Fast Close auch eine Methode zur Neugestaltung und Analyse der bestehenden Abschlusstätigkeiten zu verstehen. Dabei wird die gesamte Geschäftsprozesskette untersucht, vom Beginn eines Geschäftsvorfalls bis zu dessen vollständiger Darstellung im Abschluss. Die Auswirkungen eines Fast Close betreffen bei größeren Unternehmen nicht nur den Konzernabschluss, sondern auch dessen Einzelabschlüsse[3].

1.3.2 IAS/ IFRS

Die International Financial Reporting Standards (IFRS) werden vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegeben. Das IASB ist eine nichtstaatliche Fachorganisation, welche sich aus Vertretern des Berufsstands der Wirtschaftsprüfer, der mit Rechnungslegung befassten Berufsverbände sowie der Unternehmen zusammensetzt. 1973 wurde die Vorgängerorganisation des IASB, dass International Accounting Standards Committee (IASC), gegründet, welches 2001 in IASB umbenannt wurde[4]. Bis 2001 wurden die herausgegebenen Standards International Accounting Standards (IAS) genannt. Da die neuen IFRS gemeinsam mit den alten IAS gültig sind, wird in der Regel von IAS/ IFRS gesprochen.

Im Jahre 1989 wurde - noch vom damaligen IASC - das Grundkonzept der IFRS/IAS Rechnungslegung veröffentlicht. Das so genannte Framework stellt selber keinen IAS dar. Die später erlassenen IAS gehen vor und können auch vom Framework nicht durchbrochen werden. Allerdings wurden in die im Jahr 1997 überarbeiteten IAS 1 wesentliche Inhalte des Framework eingearbeitet. Über diesen Weg wurde dann das Framework doch weitgehend verpflichtend[5].

Die Bilanzierung einzelner Sachverhalte wird in den Standards geregelt. Die Standards werden nach einem genau festgelegten, formalisierten Prozess entwickelt, welcher mehrere Jahre dauern kann. Dabei wird zunächst ein Diskussionspapier für ein Bilanzierungsproblem veröffentlicht. Auf Basis der Diskussion wird vom IASB ein Entwurf erarbeitet und veröffentlicht welcher dann - nach eventuellen Änderungen durch Stellungnahmen zu diesem Entwurf - als Standard veröffentlicht wird[6].

Bis Stand März 2004 sind 41 IAS und 5 IFRS vom IASB und vormals vom IASC veröffentlich worden. Im März 2004 waren davon 36 Standards in Kraft[7].

Falls trotzdem noch Unvollständigkeiten oder Unklarheiten zu einem Standard bestehen, werden diese durch die Veröffentlichung von Interpretationen beseitigt[8].

In der folgenden Abbildung ist der hierarchische Aufbau der IAS/ IFRS im Bild dargestellt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Hierarchischer Aufbau von IAS/ IFRS[9]

Nachdem ein Bilanzierungsproblem alle drei Stufen durchlaufen hat, sollte das Problem gelöst und dessen Abbildung im Abschluss klar sein[10].

2 Grundsätze von IAS/ IFRS - Abschlüssen

Die Aufgabe der Rechnungslegung nach IAS/ IFRS ist die Erfüllung von Informationsbedürfnissen. Das heißt, dass für die verschiedenen Abschlussadressaten alle Informationen bereitgestellt werden, welche diesen bei deren spezifischen wirtschaftlichen Entscheidungen nützlich sind. Dabei wird unterstellt, dass sich die Informationsbedürfnisse von Darlehensgebern, Anteilseignern und der Öffentlichkeit nicht wesentlich unterscheiden. Folgende Informationen gelten als entscheidungsnützlich für die Abschlussadressaten:[11]

- Finanzlage (wesentlich dargestellt in der Bilanz)
- Ertragslage (wesentlich dargestellt in der GuV)
- Änderungen der Finanzlage (wesentlich dargestellt in der Kapitalfluss-rechnung)
- Anhang
- Eigenkapitalveränderungsrechnung

In der IAS/ IFRS Rechnungslegungskonzeption gibt es zwei Grundsätze, welche die Basis für die Bereitstellung von entscheidungsnützlichen Informationen darstellen. Der erste Grundsatz ist der Grundsatz der Periodenabgrenzung. Dieser besagt das alle Geschäftsvorfälle und deren Auswirkungen in der Periode erfasst werden in der sie auftreten und nicht in der Periode, in der die dazugehörigen Zahlungsströme fließen. Der zweite Grundsatz ist der Grundsatz der Unternehmensfortführung. Dieser besagt das grundsätzlich bei der Erstellung des Jahresabschlusses von der Annahme der Unternehmensfortführung für einen absehbaren Zeitraum ausgegangen wird. Die Prognose der Unternehmensfortführung ist durch die Unternehmensleitung zu erstellen[12].

Die vermittelten Informationen in den einzelnen Jahresabschlüssen haben unter anderem die folgenden qualitativen Anforderungen zu erfüllen:

- Verständlichkeit der vermittelten Informationen
- Relevanz der vermittelten Informationen
- Verlässlichkeit der vermittelten Informationen
- Vergleichbarkeit der vermittelten Informationen

Erst durch die Erfüllung dieser qualitativen Anforderungen werden die vermittelten Informationen für den Jahresabschlussadressaten besonders nützlich.

Allerdings unterliegen die qualitativen Anforderungen gewissen Beschränkungen für relevante und verlässliche Informationen. Beschränkungen für relevante und verlässliche Informationen in IAS/ IFRS- Abschlüssen sind:[13]

- Zeitnähe der vermittelten Informationen
- Abwägung zwischen den Kosten der Informationsermittlung und des Nutzens der dadurch bereitgestellten Informationen
- Abwägung der qualitativen Anforderungen an die Informationen

3 Fast Close

3.1 Gründe für einen Fast Close Abschluss

Die Informationsanforderungen der Marktteilnehmer auf den Finanz- und Handelsmärkten sind in den letzten Jahren stetig angestiegen und werden sich auch noch weiter erhöhen. Hauptgrund hierfür ist die Globalisierung und Konzentration der Märkte[14]. Aus diesem Grund soll unter dem Namen Fast Close in einer sehr geringen Zeitspanne nach dem Abschlussstichtag den Abschlussadressaten alle relevanten Informationen über das Unternehmen zur Verfügung gestellt werden[15]. Darüber hinaus vermittelt die Versorgung des Kapitalmarktes mit zeitnahen und verlässlichen Informationen einen professionellen Eindruck vom Unternehmen[16].

Doch nicht nur die börsenorientierten Unternehmen spüren einen Zwang zur Verkürzung ihrer Abschlusserstellungs- und Veröffentlichungszeiträume. Auch mittelständische Unternehmen werden von ihren kreditgebenden Banken infolge Basel II und den daraus resultierenden Ratinganforderungen zur schnelleren und ausführlicheren Veröffentlichung ihrer Unternehmensdaten angehalten[17].

Zusätzlich zu den oben aufgeführten externen Motiven für die Einführung eines Fast Close gibt es auch eine Reihe unternehmensinterner Motive einer Fast Close Einführung. Zum einen ist das Management, um wirtschaftliche Chancen und Risiken schnell erkennen und angemessen reagieren zu können, auf eine zeitnahe Verfügbarkeit und hochwertige Informationen angewiesen. Mit Fast Close und einer daraus resultierenden Verkürzung und Verbesserung des Abschlusszyklus durch standardisierte Informationssysteme und optimierte Prozesse werden diese Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus kann die Datenkonsistenz durch die Standardisierung von Daten und Datenströmen erhöht werden. Fast Close kann auch dazu beitragen nicht wertschöpfende Aktivitäten zu erkennen und zu eliminieren. Durch effizientere Aufgabenverteilungen und vertieftes Verständnis der Schlüsselprozesse kann die Einfügung eines Fast Close zur Erhöhung der Motivation und Befähigung der Mitarbeiter beitragen. Ein weiteres wichtiges Argument für die Fast Close Einführung im Unternehmen sind die sich mittelfristig ergebenden möglichen Kostensenkungen[18]. Diese Kostensenkungen ergeben sich bei den Personalkosten ebenso wie bei den Sachkosten. Der Grund hierfür sind vorgezogene Investitionen während der Fast Close Einführung. Viele der Investitionen in eine Modernisierung bzw. Ablösung veralteter Datenverarbeitungssysteme, in neue Prozesstechnologien oder für die Konzeption Zeit sparender und strafferer Prozessabläufe während der Fast Close Einführung wären zu einem späteren Zeitpunkt ohnehin im Unternehmen angefallen. Durch die Fast Close Einführung fallen diese Kosten nun früher bzw. sofort an, aber auch die sich daraus ergebenen Synergieeffekte sowie der qualitative und prozessbedingte Nutzeneffekt werden zeitlich vorverlagert[19].

[...]


[1] Vgl. Hommel, Schulte (2004), S. 1671.

[2] Vgl. Küting, Weber, Boecker (2004), S. 5.

[3] Vgl. Raschke, Vogel (2002), S. 284.

[4] Vgl. Förschle, Holland, Kroner (2003), S. 2.

[5] Vgl. Pellens (2001), S. 435-436.

[6] Vgl. Buchholz (2003), S. 21.

[7] Vgl. http://www.standardsetter.de/drsc/docs/iasb_standards.html, Stand 13.01.2005

[8] Vgl. Buchholz (2003), S. 21.

[9] Quelle: Entnommen aus: Buchholz (2003), S. 22.

[10] Vgl. Buchholz (2003), S. 22.

[11] Vgl. Kirsch (2003), S. 19; Lüdenbach (2003), S. 42.

[12] Vgl. Kirsch (2003), S. 22.

[13] Vgl. Kirsch (2003), S. 19-20.

[14] Vgl. Eggemann, Petry (2002), S. 1635.

[15] Vgl. Küting, Weber, Boecker (2004), S. 5-6.

[16] Vgl. Dörr (2004), S. 407.

[17] Vgl. Eggemann, Petry (2002), S. 1636.

[18] Vgl. Mäder, Schärli (2002), S. 1080-1081.

[19] Vgl. Düsterwald (2002), S. 806.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Fast Close- Bestrebungen und Ihre Vereinbarkeit mit der Zwecksetzung von IAS/ IFRS- Abschlüssen
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
27
Katalognummer
V46086
ISBN (eBook)
9783638433594
ISBN (Buch)
9783656620075
Dateigröße
442 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fast, Close-, Bestrebungen, Ihre, Vereinbarkeit, Zwecksetzung, IAS/, IFRS-, Abschlüssen
Arbeit zitieren
Dipl.-Kfm. (FH) Nick Brackmann (Autor), 2005, Fast Close- Bestrebungen und Ihre Vereinbarkeit mit der Zwecksetzung von IAS/ IFRS- Abschlüssen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46086

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