Die Versorgung mit relevanten und von Dritten zuverlässig nachprüfbaren Unternehmensinformationen der Kapitalmarktteilnehmer ist eine Hauptaufgabe von Jahresabschlüssen. Die Versorgung mit relevanten Informationen bedeuten im Bezug auf den Kapitalmarkt meist eine Versorgung mit zeitnahen Informationen.
Ein Ansatz vieler Unternehmen für die schnelle Bereitstellung der gewünschten Unternehmensinformationen ist die Aufstellung eines Jahresabschlusses mit Hilfe des Fast Close Ansatzes. Fast Close dient nicht nur der schnelleren Erstellung des Jahresabschlusses eines Unternehmens. Fast Close optimiert auch den gesamten Abschlussprozess und hat somit auch Auswirkungen auf eventuelle Monatsabschlüsse und die in bestimmten Bereichen des Kapitalmarktes geforderten Quartalsabschlüsse eines Unternehmens.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Definitionen Themen tragender Begriffe
1.3.1 Fast Close
1.3.2 IAS/ IFRS
2 Grundsätze von IAS/ IFRS - Abschlüssen
3 Fast Close
3.1 Gründe für einen Fast Close Abschluss
3.2 Allgemeiner Aufbau eines Fast Close Abschlusses
3.3 Aufbau und Umsetzung eines Fast Close Projekts
3.3.1 Projektinitialisierung
3.3.2 Gap- Analyse
3.3.3 Re- design
3.3.4 Implementierung
3.4 Ergebnisse und Erkenntnisse der KPMG Fast Close Studie 2002
3.4.1 Ansatz der Studie
3.4.2 Externes Berichtswesen
3.4.3 Internes Berichtswesen
3.4.4 IT- Landschaft
4 Vereinbarkeit Fast Close mit der Zwecksetzung der IAS/IFRS
4.1 Allgemeines
4.2 Wertaufhellungszeitraum
4.3 Festbewertung
4.4 Verbrauchsfolgeverfahren
4.5 Latente Steuern
4.6 Abschluss der Kontokorrentkonten
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, ob die Bestrebungen zur Beschleunigung von Jahresabschlussprozessen, bekannt als "Fast Close", mit der grundlegenden Zwecksetzung der IAS/IFRS-Rechnungslegung vereinbar sind.
- Analyse der theoretischen Grundlagen von Fast Close und IAS/IFRS.
- Untersuchung der Projektphasen zur Implementierung eines Fast Close.
- Auswertung empirischer Erkenntnisse aus der KPMG Fast Close Studie 2002.
- Bewertung der Vereinbarkeit von Fast Close mit spezifischen Rechnungslegungsprinzipien wie dem Wertaufhellungsgrundsatz.
- Diskussion technischer und organisatorischer Herausforderungen im Kontext der zeitnahen Berichterstattung.
Auszug aus dem Buch
3.1 Gründe für einen Fast Close Abschluss
Die Informationsanforderungen der Marktteilnehmer auf den Finanz- und Handelsmärkten sind in den letzten Jahren stetig angestiegen und werden sich auch noch weiter erhöhen. Hauptgrund hierfür ist die Globalisierung und Konzentration der Märkte. Aus diesem Grund soll unter dem Namen Fast Close in einer sehr geringen Zeitspanne nach dem Abschlussstichtag den Abschlussadressaten alle relevanten Informationen über das Unternehmen zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus vermittelt die Versorgung des Kapitalmarktes mit zeitnahen und verlässlichen Informationen einen professionellen Eindruck vom Unternehmen.
Doch nicht nur die börsenorientierten Unternehmen spüren einen Zwang zur Verkürzung ihrer Abschlusserstellungs- und Veröffentlichungszeiträume. Auch mittelständische Unternehmen werden von ihren kreditgebenden Banken infolge Basel II und den daraus resultierenden Ratinganforderungen zur schnelleren und ausführlicheren Veröffentlichung ihrer Unternehmensdaten angehalten.
Zusätzlich zu den oben aufgeführten externen Motiven für die Einführung eines Fast Close gibt es auch eine Reihe unternehmensinterner Motive einer Fast Close Einführung. Zum einen ist das Management, um wirtschaftliche Chancen und Risiken schnell erkennen und angemessen reagieren zu können, auf eine zeitnahe Verfügbarkeit und hochwertige Informationen angewiesen. Mit Fast Close und einer daraus resultierenden Verkürzung und Verbesserung des Abschlusszyklus durch standardisierte Informationssysteme und optimierte Prozesse werden diese Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus kann die Datenkonsistenz durch die Standardisierung von Daten und Datenströmen erhöht werden. Fast Close kann auch dazu beitragen nicht wertschöpfende Aktivitäten zu erkennen und zu eliminieren. Durch effizientere Aufgabenverteilungen und vertieftes Verständnis der Schlüsselprozesse kann die Einfügung eines Fast Close zur Erhöhung der Motivation und Befähigung der Mitarbeiter beitragen. Ein weiteres wichtiges Argument für die Fast Close Einführung im Unternehmen sind die sich mittelfristig ergebenden möglichen Kostensenkungen. Diese Kostensenkungen ergeben sich bei den Personalkosten ebenso wie bei den Sachkosten. Der Grund hierfür sind vorgezogene Investitionen während der Fast Close Einführung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Problemstellung der zeitnahen Unternehmensberichterstattung und definiert die zentralen Begriffe sowie das Ziel der Untersuchung.
2 Grundsätze von IAS/ IFRS - Abschlüssen: Dieses Kapitel beschreibt die Aufgaben und qualitativen Anforderungen der IAS/IFRS-Rechnungslegung zur Erfüllung von Informationsbedürfnissen.
3 Fast Close: Es werden die Gründe, der Aufbau und die praktische Projektumsetzung von Fast Close sowie relevante Studienergebnisse zur aktuellen IT-Landschaft analysiert.
4 Vereinbarkeit Fast Close mit der Zwecksetzung der IAS/IFRS: Dieser Teil prüft die Verträglichkeit von Fast Close mit spezifischen Rechnungslegungsmethoden und dem Wertaufhellungsgrundsatz.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die zukünftige Relevanz von Fast Close im Kontext internationaler Standards.
Schlüsselwörter
Fast Close, IAS, IFRS, Jahresabschluss, Rechnungslegung, Kapitalmarkt, Berichtswesen, Wertaufhellung, Bilanzierung, Abschlussprüfung, Prozessoptimierung, Unternehmenssteuerung, ERP-Systeme, Transparenz, Finanzberichterstattung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Konzept des "Fast Close" – also der Beschleunigung der Erstellung von Jahresabschlüssen – und untersucht, ob diese zeitliche Verkürzung mit den Anforderungen der IAS/IFRS-Rechnungslegung vereinbar ist.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Im Fokus stehen die Anforderungen des Kapitalmarktes an zeitnahe Informationen, die Methodik der Projektumsetzung eines Fast Close im Unternehmen sowie die Analyse konkreter Rechnungslegungssachverhalte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit "Fast Close"-Bestrebungen mit der Zwecksetzung von IAS/IFRS-Abschlüssen harmonieren, ohne die Qualität und Verlässlichkeit der Finanzdaten zu gefährden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse sowie der Auswertung empirischer Daten aus einer Fachstudie (KPMG Fast Close Studie 2002) zur betrieblichen Praxis.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung von Fast Close, die Darstellung der Projektphasen (Initialisierung, Analyse, Design, Implementierung), Studienergebnisse sowie eine Prüfung der Vereinbarkeit bei Themen wie der Festbewertung und latenten Steuern.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Fast Close, IAS/IFRS, Zeitnähe, Datenqualität, Prozessoptimierung und Konzernabschluss kennzeichnen.
Warum spielt die IT-Landschaft bei der Einführung von Fast Close eine so wichtige Rolle?
Standardisierte Systeme und eine einheitliche ERP-Landschaft sind essenziell, um Prozesse zu automatisieren und die Datenkonsistenz zu erhöhen, was die Grundlage für eine beschleunigte Berichterstattung bildet.
Wie beeinflusst Fast Close den sogenannten Wertaufhellungszeitraum?
Durch die forcierte Abschlusserstellung verkürzt sich der Zeitraum zwischen Bilanzstichtag und Aufstellung, was dazu führen kann, dass der im IAS 10 geregelte Wertaufhellungsgrundsatz eingeschränkt wird.
Ist Fast Close Ihrer Einschätzung nach mit den aktuellen Standards vereinbar?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Fast Close-Bestrebungen generell mit IAS/IFRS vereinbar sind, sofern die Qualität der Prozesse und die Ausbildung der Mitarbeiter sichergestellt werden.
- Quote paper
- Dipl.-Kfm. (FH) Nick Brackmann (Author), 2005, Fast Close- Bestrebungen und Ihre Vereinbarkeit mit der Zwecksetzung von IAS/ IFRS- Abschlüssen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46086