Diese Portfolioarbeit bietet Einblick in eine Sachanalyse zum Thema "Staatsorgane" und eine fachdidaktische Analyse zum Thema "Wahlen mit 16".
Der Rahmenlehrplan des Faches Sozialkunde setzt der Jahrgangsstufe 9 die Thematik der politischen Ordnung als Vorgabe. Im Rahmen dieses Sachinhaltes ist der politische Prozess im Regierungssystem der Bundesrepublik Deutschland zu thematisieren. Zielführend ist, dass es den Schülern möglich wird, politische Institutionen und Strukturen beschreiben zu können und Beziehungen zwischen ihnen zu erkennen und zu analysieren. Eine wichtige Komponente für ein fundiertes Verständnis dafür stellen die Verfassungsorgane dar. Die politische Willensbildung vollzieht sich weitgehend im Rahmen von Institutionen. Daher ist auch die strukturelle Seite des Regierungssystems ein Teil politischer Bildung und deren Inhalt im Unterricht zu erschließen. Daher führe ich nachfolgend eine Sachanalyse nach der Methode von Janssen zu dieser Thematik durch. Die geplanten Unterrichtseinheiten werden drei, höchstens vier Doppelstunden umfassen. Um die Lerneinheiten nicht zu überfrachten, habe ich drei Verfassungsorgane (Bundesrat, Bundestag und den Bundespräsidenten) ausgewählt, um die Thematik zu konkretisieren und zu begrenzen. Meines Erachtens ist die Behandlung dieser im Sozialkundeunterricht wichtig, da diese Organe sind, die eng miteinander verflochten sind und Repräsentationsinstanzen darstellen. Es fließen viele Faktoren zusammen (beispielsweise der Gesetzgebungsprozess, Länderinteressen, Sachpolitik etc.). Diese bilden eine gute Grundlage für die politische Urteilsbildung der Schüler und auch eine kritische Auseinandersetzung mit der Thematik, die meine Unterrichtseinheiten für die Schüler auch zu einer interessanten Stunde werden lassen.
Inhaltsverzeichnis
1. Sachanalyse - Die Staatsorgane
1.1. Einleitung
1.2. Sachanalyse
1.2.1 Der Bundesrat
1.2.2 Der Bundestag
1.2.3 Der Bundespräsident
1.3 Fazit und Bezug auf den Beutelsbacher Konsens
2. Didaktische Analyse: Wahlen mit 16
2.1 Themenauswahl
2.2 Didaktische Analyse der Themenauswahl
2.2.1 Unterrichtszusammenhang
2.2.2 Exemplarisches Lernen und Struktur
2.2.3 Aktualität / Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung
2.2.4 Problemorientierung und Kontroversität
2.2.5 Handlungsorientierung
2.3. Grobplanung Unterrichtsverlauf
Zielsetzung & Themen
Das Portfolio verfolgt das Ziel, zentrale Verfassungsorgane der Bundesrepublik Deutschland sachanalytisch aufzubereiten und didaktische Szenarien für den Sozialkundeunterricht zu entwickeln, um die politische Urteilsfähigkeit von Schülern zu fördern.
- Sachanalyse der Funktionen von Bundesrat, Bundestag und Bundespräsident
- Reflexion über den Beutelsbacher Konsens in der politischen Bildung
- Didaktische Begründung einer Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre
- Konzeption eines handlungsorientierten Unterrichtsentwurfs zum Wahlrecht
- Förderung der politischen Partizipation und Urteilsbildung bei Jugendlichen
Auszug aus dem Buch
1.2.1 DER BUNDESRAT
Schon im Norddeutschen Bund und im Deutschen Reich gab es eine Vor-Form des Bundesrates, der aus Vertretern des Bundes bestand und mit dem Reichstag die Reichsgesetzgebung ausübte. Der Bundesrat, in seiner heute bekannten Form, wurde am 23. Mai 1949 gegründet (vgl. Stein 1993, S. 67).
Allgemeingültig gesprochen, ist der Bundesrat „die Vertretung des Staatsvolkes auf Bundesebene“ (Stein 1993, S. 67) und bildet das gemeinsame Verfassungsorgan der Länder auf Bundesebene (vgl. Pötzsch 2009, S. 86). Eine große Anzahl an Verwaltungsvorschriften müssen vom Bundesrat bestätigt werden, um in Kraft zu treten (vgl. Bormann 2001, S. 36).
Die 16 Bundesländer entsenden zwischen drei und sechs Mitglieder in den Bundesrat und haben ebenso viele Stimmen. Jedes Land hat mindestens drei Stimmen, Länder mit mehr als zwei Millionen Einwohnern haben vier, mit mehr als sechs Millionen fünf und mit mehr als sieben Millionen Einwohnern sechs Stimmen (Art. 51 Abs. 2 GG). Ein Bundesland stellt abwechselnd für ein Jahr einen Bundesratspräsidenten, welcher als Vertreter des Bundespräsidenten fungiert (vgl. Pötzsch 2009, S. 86). Im Unterschied zu Mitgliedern des Bundestages sind Mitglieder des Bundesrates weisungsgebunden und genießen keine Immunität.
Der Bundesrat wirkt nach zwei Befugnissen: Dem Zustimmungsgesetz und dem Einspruchsgesetz. Ersteres tritt in Kraft, wenn Entscheidungen die Länder betreffen. Der Bundestag kann hier eine Ablehnung nicht überstimmen. Solchen Gesetzen muss vom Bundesrat eindeutig zugestimmt werden (vgl. Stein 1993, S. 68).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Sachanalyse - Die Staatsorgane: Dieses Kapitel erläutert die Funktionen und Strukturen von Bundesrat, Bundestag und Bundespräsident als Grundlage für das politische Verständnis im Unterricht.
1.1. Einleitung: Hier wird die Relevanz der Institutionenlehre im Rahmenlehrplan für die 9. Jahrgangsstufe begründet und der methodische Ansatz dargelegt.
1.2. Sachanalyse: Dieser Abschnitt bietet eine detaillierte fachliche Analyse der verfassungsrechtlichen Aufgaben und Befugnisse der drei ausgewählten Staatsorgane.
1.2.1 Der Bundesrat: Analyse der Rolle des Bundesrates als Ländervertretung, seiner Stimmverteilung und seiner legislativen Kontrollfunktion.
1.2.2 Der Bundestag: Betrachtung des Bundestages als zentrales Repräsentationsorgan, dessen Wahlmodus und Funktionen bei der Gesetzgebung und Kontrolle der Exekutive.
1.2.3 Der Bundespräsident: Untersuchung der repräsentativen Rolle des Staatsoberhauptes und seiner spezifischen Befugnisse gemäß Grundgesetz.
1.3 Fazit und Bezug auf den Beutelsbacher Konsens: Reflexion der Unterrichtsinhalte vor dem Hintergrund des fachdidaktischen Minimalkonsenses und der Prinzipien der politischen Bildung.
2. Didaktische Analyse: Wahlen mit 16: Analyse des kontroversen Themas der Wahlalterabsenkung hinsichtlich ihrer didaktischen Potenziale für Schüler der 9. Klasse.
2.1 Themenauswahl: Begründung, warum die Debatte um das Wahlalter ab 16 für die politische Bildung Jugendlicher besonders motivierend und relevant ist.
2.2 Didaktische Analyse der Themenauswahl: Vertiefende pädagogische Einordnung des Themas in den Rahmenlehrplan unter Berücksichtigung von Schülerorientierung und Kontroversität.
2.2.1 Unterrichtszusammenhang: Darstellung, wie das Thema in das bestehende Curriculum eingebettet werden kann.
2.2.2 Exemplarisches Lernen und Struktur: Erläuterung der Verbindung zwischen dem konkreten Thema und den zugrunde liegenden Verfassungsartikeln (Art. 21 und 38 GG).
2.2.3 Aktualität / Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung: Aufzeigen der Relevanz des Themas im Alltag der Schüler und für ihre zukünftige Rolle als Wähler.
2.2.4 Problemorientierung und Kontroversität: Diskussion des Themas als Mittel zur Förderung multiperspektivischer Urteilsbildung durch konträre Interessenpositionen.
2.2.5 Handlungsorientierung: Fokus auf die aktive Partizipation der Schüler bei der Entwicklung eigener Positionen im Unterricht.
2.3. Grobplanung Unterrichtsverlauf: Konkreter Entwurf für eine dreiteilige Doppelstundeneinheit mit methodischen Hinweisen und Kompetenzzielen.
Schlüsselwörter
Sozialkundeunterricht, Staatsorgane, Bundesrat, Bundestag, Bundespräsident, Beutelsbacher Konsens, Wahlalter ab 16, Politische Bildung, Politische Urteilsbildung, Didaktische Analyse, Demokratie, Partizipation, Unterrichtsplanung, Grundgesetz, Kontroversitätsgebot.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Portfolio grundsätzlich?
Das Portfolio befasst sich mit der fachdidaktischen Aufarbeitung politischer Institutionen und der Entwicklung unterrichtlicher Szenarien für den Sozialkundeunterricht an Regionalen Schulen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themenfelder sind die Funktionsweise deutscher Verfassungsorgane (Bundesrat, Bundestag, Bundespräsident) sowie die didaktische Debatte über das Wahlalter ab 16 Jahren.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, Schülern ein fundiertes Verständnis für staatliche Strukturen zu vermitteln und sie durch handlungsorientierte Methoden zur politischen Partizipation und Urteilsbildung zu befähigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methode der Sachanalyse zur fundierten Aufarbeitung politischer Inhalte sowie die didaktische Analyse zur zielgruppengerechten Unterrichtsplanung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fachwissenschaftliche Analyse der Staatsorgane und einen detaillierten Grobentwurf für eine Unterrichtseinheit zum Thema "Wahlen mit 16".
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie politische Urteilsbildung, Partizipation, Staatsorgane, Beutelsbacher Konsens und handlungsorientierter Unterricht charakterisiert.
Warum ist die Behandlung der Staatsorgane für Schüler so wichtig?
Die Auseinandersetzung mit den Staatsorganen bildet die Basis für das Verständnis der eigenen Rechte und Pflichten sowie der politischen Prozesse in Deutschland.
Wie wird das kontroverse Thema "Wahlalter ab 16" im Unterricht behandelt?
Das Thema wird durch ein Rollenspiel und eine Pro-Contra-Diskussion bearbeitet, bei der Schüler verschiedene Interessenpositionen (Parteien vs. Jugendliche) einnehmen, um ihre Urteilsfähigkeit zu schulen.
- Citation du texte
- Nane Möller (Auteur), 2018, Sachanalyse zum Thema "Staatsorgane". Eine fachdidaktische Analyse von "Wahlen mit 16", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/460904