Im Zuge der ständigen und ausgeprägten Innovationsdynamik im Sektor der Informations- und Kommunikationstechnologien ist aktuell eine nie dagewesene digitale Revolution im Automobilsektor zu beobachten. Die Automobilhersteller sind bei der Umsetzung neuer digitaler Innovationen auf Wissen aus ihrer Umwelt angewiesen, welches sie mithilfe der Absorptionsfähigkeit ins Unternehmen aufnehmen, verarbeiten, transformieren und letztlich nutzen können. Jener Prozess der Absorptive Capacity (ACAP) mit besonderem Augenmerk auf digitale Innovationen sowie eine systematische Analyse der Hindernisse des Absorptionsprozesses in der Automobilindustrie wurde in der bisherigen Forschung nur unzureichend untersucht bzw. durchgeführt. An dieser Forschungslücke setzt die vorliegende Masterarbeit an. Mit der Hilfe von 29 Experten aus der Automobilbranche sollen der bis dato kaum erforschte Absorptionsprozess und die ihn hervorbringenden Routinen und Prozesse sowie auftretende Barrieren und darauf aufbauende Best Practices auf der Basis der Grounded Theory umfassend dargelegt werden. In einem ersten Modell wird der genaue Ablauf des Absorptionsprozesses in der Automobilindustrie in Anbetracht digitaler Innovationen erläutert. In dem zweiten Modell werden Barrieren, welche die Absorptive Capacity limitieren sowie dazugehörige Gestaltungsempfehlungen aufgezeigt. Beide Modelle werden auf Grundlage einer sowohl deduktiven als auch induktiven Herangehensweise dargestellt. Zusammengefasst bilden die Ergebnisse eine essenzielle Grundlage für das Verständnis des Wissenstransferprozesses aus dem Bereich der digitalen Innovation in der Automobilindustrie im realen Kontext sowie eine qualitaive Erweiterung der bisherigen ACAP - Forschung.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Forschungsstand
1.2 Forschungsziel und – fragen
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Absorptive Capacity als Wissenstransferprozess
2.1.1 Definitionen und theoretische Konstrukte der Absorptive Capacity
2.1.2 Determinanten der Absorptive Capacity
2.2 Digitale Innovationen
2.2.1 Definition und Begriffsabgrenzung
2.2.2 Innovationsansätze
2.2.3 Innovationstypen
2.2.4 Digitale Innovationen in der Automobilindustrie
3 Forschungsmethodik
3.1 Experteninterviews
3.1.1 Auswahl der Experten
3.1.2 Konzeption des Leitfadens
3.1.3 Vorbereitung und Durchführung der Interviews
3.2 Methodik der Auswertung
3.3 Grounded Theory Ansatz
4 Ergebnisse
4.1 Modell 1: Absorptionsprozess in der Automobilindustrie
4.2 Modell 2: Barrieren und Best Practices im Wissenstransferprozess
5 Diskussion und Interpretation der Ergebnisse
5.1 Limitationen
5.2 Implikationen für weitere Forschung
5.3 Implikationen für die Praxis
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Prozess der "Absorptive Capacity" (ACAP) in der Automobilindustrie im Kontext der digitalen Transformation. Ziel ist es, den bisher kaum erforschten Absorptionsprozess von externem Wissen detailliert zu beschreiben, auftretende Hindernisse zu identifizieren und gestützt auf Experteninterviews sowie der Grounded Theory praxisnahe Modelle für den Wissenstransfer und Best Practices zu entwickeln.
- Absorptive Capacity als theoretisches Fundament des Wissenstransfers
- Digitale Innovationen in physischen Industrien
- Qualitative Analyse mittels Experteninterviews und Grounded Theory
- Modellbildung zu Absorptionsprozessen und Barrieren in der Automobilindustrie
- Handlungsempfehlungen und Best Practices für das Innovationsmanagement
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
„Hypercompetitive business environments require enterprises to deliver offerings at a faster pace, gauge market trends in real-time, and be ready to reinvent their role in value creation networks. This requires enterprises to exchange and assimilate a broad range of information from external sources” (Malhotra et al. 2005, p.147).
Innovativen technologischen Produkten kommt aufgrund der dynamischen Entwicklung internationaler Märkte und des zunehmenden Druckes, Innovationen hervorzubringen, eine immer höhere Bedeutung zu (Kollmann et al. 2009, p.311). Die Digitalisierung führt zur Zusammenarbeit von Firmen aus unterschiedlichsten Industrien, um gemeinsam ein neues Produkt auf den Markt zu bringen (Yoo et al. 2010, p.724). Die explosionsartige Verbreitung und Fragmentierung von Wissen sowie das zunehmend kürzere Bestehen von Produkten am Markt, zwingen Unternehmen dazu, auch außerhalb ihrer Unternehmensgrenzen verfügbares Wissen aufzunehmen und für die Entfaltung von Innovationen einzusetzen (Bahli et al. 2013, p.4635; Lucas et al. 2009, p.54). Gerade im Hinblick auf digitale Innovationen rücken die Integration von internen und externen Wissensressourcen und die Wissensbildung in Zusammenarbeit mit diversen Partnern zur Erzielung eines langfristigen Wettbewerbsvorteils mehr und mehr in den Fokus (Malhotra et al. 2005, p.146; Addorisio et al. 2014, p.2). Die sogenannte „Absorptive Capacity“ definiert sich als genau jene Fähigkeit, auch außerhalb der Unternehmensgrenzen verfügbares Wissen in sich aufzunehmen und für die Entwicklung von Innovationen zu nutzen (Cohen & Levinthal 1990, p.128).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die wachsende Bedeutung der Absorptive Capacity für Unternehmen im digitalen Wandel dar und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Wissensabsorption in der Automobilbranche.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erarbeitet den konzeptionellen Rahmen zur Absorptive Capacity und digitalen Innovationen, um eine theoretische Basis für die qualitative Untersuchung zu schaffen.
3 Forschungsmethodik: Hier wird der qualitative Forschungsansatz dargelegt, insbesondere die Durchführung von Experteninterviews und die Anwendung der Grounded Theory zur Datenauswertung.
4 Ergebnisse: Die Ergebnisse werden in zwei Modellen präsentiert, die den Absorptionsprozess sowie Barrieren und Best Practices in der Automobilindustrie veranschaulichen.
5 Diskussion und Interpretation der Ergebnisse: Dieser Abschnitt ordnet die Ergebnisse in den wissenschaftlichen Kontext ein, diskutiert Limitationen und leitet Implikationen für Forschung und Praxis ab.
6 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die Bedeutung der entwickelten Modelle.
Schlüsselwörter
Absorptive Capacity, Digitale Innovation, Wissensmanagement, Automobilindustrie, Grounded Theory, Wissenstransfer, Experteninterviews, Innovationstypen, Unternehmenskultur, Strategische Barrieren, Best Practices, Interne Determinanten, Externe Determinanten, Digitale Transformation, Wissensabsorption.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht, wie Automobilhersteller externes Wissen im Bereich digitaler Innovationen aufnehmen, verarbeiten und für eigene Produktentwicklungen nutzen, ein Prozess, der als „Absorptive Capacity“ bezeichnet wird.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Wissenstransfer, den Herausforderungen durch die digitale Transformation in einer klassischen Hardware-Industrie und der Entwicklung von Modellen zur Optimierung dieser Prozesse.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das Ziel ist es, den bislang in diesem Kontext wenig erforschten Absorptionsprozess in der Automobilbranche durch Experteninterviews zu entschlüsseln und ein Modell für effektive Innovationsprozesse zu erstellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine qualitative Studie, die auf Experteninterviews mit 29 Branchenvertretern basiert und diese mittels des Grounded Theory Ansatzes auswertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die methodische Vorgehensweise und die Erarbeitung von zwei Modellen: einem Prozessmodell der Wissensabsorption und einem Modell zu Barrieren und Best Practices.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Absorptive Capacity, Wissensmanagement, Digitale Innovation, Automobilindustrie und Wissenstransfer.
Warum ist die Untersuchung der "Absorptive Capacity" für Automobilhersteller so wichtig?
Da Automobilhersteller zunehmend auf externe IT-Kompetenzen angewiesen sind, ist ihre Fähigkeit, dieses Wissen effizient zu integrieren und Barrieren abzubauen, entscheidend für ihre Wettbewerbsfähigkeit im digitalen Zeitalter.
Welche Rolle spielen "Barrieren" in den Modellen der Autorin?
Barrieren wie Silodenken oder starre hierarchische Strukturen werden systematisch erfasst, um darauf aufbauend konkrete "Best Practices" zur Überwindung dieser Hindernisse aufzuzeigen.
Was ist der Mehrwert des Grounded Theory Ansatzes für diese Arbeit?
Dieser Ansatz ermöglicht es, aus den qualitativen Daten der Experteninterviews neue Zusammenhänge und Modelle zu entwickeln, statt nur bestehende Theorien zu bestätigen, was besonders bei einem wenig erforschten Phänomen sinnvoll ist.
- Citation du texte
- Laura Storch (Auteur), 2018, Mobilisierung von Wissen im Bereich digitaler Innovationen. Eine qualitative Untersuchung der Absorptive Capacity in der Automobilindustrie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/460994