Wie passen Mode und ökologische Nachhaltigkeit zusammen? Am Beispiel H&M


Hausarbeit, 2018
23 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Nachhaltigkeit
2.1 Definition
2.2 Nachhaltigkeit in der Modeindustrie
2.3 Nachhaltiges Marketing
2.4 Nachhaltigkeits-Zertifikate
2.5 Vereinte Nationen
2.6 Baumwolle

3 Das Unternehmen H&M
3.1 Negative Presseberichte
3.2 Produktionsstätten von H&M
3.3 H&M und Sustainability

4 Textilindustrie
4.1 Greenwashing in der Textilindustrie
4.2 Greenwashing bei H&M

5 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Durch den Zeitungsartikel „Schweden zieht die Preise an“ (Zeit Online, 2017) bin ich auf nach- haltige Mode aufmerksam geworden und möchte mich daher mit nachfolgender Forschungs- frage beschäftigen:

M ode und ökologische Nachhaltigkeit: Passt das zusammen? Am Beispiel H&M

Mit dieser Hausarbeit möchte ich überprüfen, ob sich Mode und ökologische Nachhaltigkeit miteinander verbinden lassen, bzw. wie nachhaltig unsere Textilien derzeit sind. Durch Um- weltkatastrophen, negativ Berichte über ausgenutzte Produktionsstätten in Schwellenländern und sinkende Gewinne werden die Unternehmen zum Handeln gezwungen. Die Gesellschaft erkennt, dass Preise in den Hintergrund rücken müssen und eine nachhaltige Produktion trotz höherer Verkaufspreise wichtig für die Umwelt und die zukünftigen Generationen sind. Am Beispiel H&M möchte ich überprüfen, ob sich die zuvor erwähnten negativen Merkmale bestä- tigen lassen oder nicht. Ebenfalls soll überprüft werden, ob es sich hierbei um ein explizites Branchenproblem handelt und wie sich andere Wettbewerber verhalten.

2 Nachhaltigkeit

2.1 Definition

Nachhaltigkeit beschreibt ein Prinzip der Ressourcen-Nutzung, welches versucht, die Bedürf- nisse für bestehende und nachkommende Generationen durch die natürliche Regenerationsfä- higkeit des Ökosystems und der Lebewesen zu bewahren. (Kopfmüller, 2011, S. 11)

Der Begriff Nachhaltigkeit hat in den letzten 25 Jahren sehr viel Aufmerksamkeit erregt, dies liegt auch mitunter daran, dass der Nachhaltigkeit zuvor keine übermäßig große Aufmerksam- keit geschenkt wurde, da die Ausmaße des unbewussten Handels unbemerkt oder noch meist- gehend ignoriert werden konnten.

Sobald ein Lebensmittel, ein Kleidungsstück oder eine Ware den Begriff Bio beinhaltet, wird dem Konsumenten suggeriert, dass er ein ökologisch nachhaltiges Produkt erworben hat. Der Endkunde ist aufgrund des Bio-Siegels bereit, einen Aufpreis zu zahlen, daher sind Bio-Pro- dukte in höheren Preissegmenten angesiedelt; dies hängt bedingt damit zusammen, dass der Anbau von Bio-Produkten teurer im Vergleich zu konventionell angebautem Lebensmittel ist. Das Gefühl des Erwerbs von Bio-Produkten löst bei den meisten Menschen eine befriedigende Emotion aus, da sie sich bewusst für ein ökologisch nachhaltig angebautes Produkt entschieden haben, welches besser für die Umweltverträglichkeit, als das konventionell angebaute Produkte ist. Das Verlangen nach biologischen Produkten wächst über den Zeitraum hinweg, wie nach- folgende Grafik veranschaulicht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bild 1 - Bio Boom in Deutschland, Quelle: https://www.test.de/Bio-oder-konventionell-Wer-hat-die-Nase-vorn-4947770-0/

Betrachten wir die oben dargestellte Grafik, erkennen wird deutlich, dass sich der Umsatz des Biosektors seit dem Jahre 2000 fast vervierfacht hat und ein Rückgang des Umsatzes ist nicht in Sicht. Dies ist ein deutliches Indiz dafür, dass vermehrt unbelastete/ naturbelassene Lebens- mittel eingekauft bzw. vom Verbraucher gefordert werden, herkömmliche Lebensmittel hinge- gen sind in der Gunst der Käufer gefallen und werden je nach finanziellen Möglichkeiten ver- mieden. (Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft, 2018, S. 2 f.)

Um Nachhaltigkeit besser zu beschreiben, möchte ich daher ein paar Beispiele nennen: Täglich kommen wir in Berührung mit Produkten, die nicht nachhaltig sind und in den seltensten Fällen mehr als zweimal benutzt werden, hierzu zählen z.B. nachfolgende Produkte:

- Kaffee-Becher
- Alufolie
- Kaffeekapseln
- Plastiktüten

Mit den zuvor genannten Beispielen möchte ich deutlich machen, dass wir täglich mit den Pro- dukten in Berührung kommen. Aus Bequemlichkeit und Kostengründen wird nicht zu ökolo- gisch nachhaltigen Alternativen gegriffen, sondern lieber zu den kostengünstigeren unökologi- schen. Beispiel: Dabei bieten z.B. die meisten Kaffeehäuser ihren Kunden einen Rabatt von 10 Cent an, wenn diese einen eigenen Mehrwegkaffeebecher zur Befüllung mitbringen. Der Mehr- wegbecher kann gereinigt und erneut benutzt werden. Ein Kunststoffbecher dagegen wird weg- geworfen; zeitgleich sparen die Unternehmen dadurch die Kosten für Einwegbecher. Ein wei- teres Beispiel: Supermärkte bieten zwei Sorten von Taschen an, eine Tasche besteht aus Plastik und kann für 0,10 € erworben werden, die nachhaltige Variante aus Baumwolle wird mit einem € berechnet. Seit Neustem ist aber auch hier ein Umdenken entstanden und die ersten Super- marktketten bieten nur noch Baumwoll-Taschen an.

Nachhaltigkeit bedeutet aber nicht nur ein Produkt mehrfach verwenden zu können, sondern beginnt bewusst in vielen anderen Bereichen bereits mit Entstehung des Produktes. Wenn wir beispielsweise darauf verzichten, neue Produkte zu kaufen und funktionierende Produkte zu ersetzen, welche noch nicht das Ende ihres Produktlebenszykluses erreicht haben. Wir könnten auf Lebensmittel verzichten aus Übersee und bevorzugt auf regionale Lebensmittel setzen. Wir wechseln unseren Stromanbieter und setzen auf Ökostrom, da Ökostrom z.B. per Windkraft und somit auf Basis von nachhaltig regenerativen Energievorkommen entsteht. Atomenergie hingegen stellt keine natürlich vorkommende Ressource dar, im Gegensatz zur Kohle, welche zwar als natürlicher Rohstoff existiert aber nicht unbegrenzt zur Verfügung steht, sich nicht regeneriert und verbrauchsbedingt Umweltschäden anrichtet. Öfters das Auto stehen lassen, oder falls es sich nicht vermeiden lässt, Fahrgemeinschaften zu bilden. Am ökologischsten wäre es, mit dem Fahrrad zu fahren oder auf öffentlichen Verkehrsmitteln zurückzugreifen. (Kirsten Diekamp, 2010, S. 7 ff.)

Durch Rücksichtslosigkeit gegenüber unserer Umwelt haben wir unsere Erde enormen Strapa- zen ausgesetzt. Inzwischen machen sich die Ausmaße auf der ganzen Welt bekannt. Inzwischen lassen sich die Ausmaße der Schäden weltweit nicht mehr leugnen, da wir vermehrt mit Natur- katastrophen rechnen müssen, sich unsere Jahreszeiten um mehrere Monate verschieben und der von uns eigens Erzeugte CO² Ausstoß : solch eine extreme Intensität angenommen hat, welche dazu führen, dass wir eine steigende Anzahl von Gesundheitsbeschwerden davon tragen müssen, die sich in Infektionskrankheiten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen niederschlagen. (Umweltbundesamt, 2016)

2.2 Nachhaltigkeit in der Modeindustrie

Auch die Textilindustrie reagiert, indem sie Produkte in „Slow“ und „Fast Fashion“ anbietet. Wobei der „Fast Fashion“ Ansatz nicht nachhaltig ist. Bei der Slow-Fashion wird darauf ge- achtet, dass die Mode aus Biostoffen oder recycelten Materialien besteht. Dazu zählt auch Se- cond Hand Mode zu tragen und somit den Lebenszyklus des Produktes zu verlängern, bzw. zu entschleunigen, kleinere lokale Anbieter zu stärken oder Kleidungsstücke aufgrund qualitativ besserer Herstellung länger zu nutzen. Diese Produkte sind im Vergleich zu günstigen Anbie- tern in höheren Preissegmenten angesiedelt. (Choi, 2013, S. 9 f.)

2.3 Nachhaltiges Marketing

Das Nachhaltigkeitsmarketing, welches sowohl ökologische als auch soziale Ziele miteinan- der verbindet, entstand aus der Weiterentwicklung des Ökomarketings. Dabei steht die reine Gewinnmaximierung nicht mehr im Fokus. Die nachfolgende Abbildung bildet das Grundge- rüst für Nachhaltigkeit, nachhaltiges Marketing wird in die folgenden drei Säulen unterteilt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

B i l d 2 - Nachhaltigkeit Säulen - Quelle: https://ibu-epd.com/wp-content/uploads/2016/03/3S%C3%A4ulen.png

- Ökologische Nachhaltigkeit – Es dürfen nur ökologisch nachhaltige Rohstoffe abge- baut und beansprucht werden, die sich selbstständig regenerieren
- Ökonomische Nachhaltigkeit – Derzeitige Generationen sollen nicht über ihren Ver- hältnissen leben, sondern zukunftsorientiert, verantwortungsvoll konsumieren
- Soziale Nachhaltigkeit – Ein Staat sollte so organisiert sein, dass die gesellschaftliche Stabilität erhalten bleibt

Nachhaltiges Marketing besagt, dass ein Unternehmen seinen Umsatz steigern kann, wenn es sich an den oben genannten Säulen orientiert. Dadurch, dass Nachhaltigkeit in der Gesell- schaft einen hohen Stellenwert eingenommen hat, können mit nachhaltigen Produkten höhere Umsätze erzielt werden. Hierbei gilt es aus Unternehmer-Sicht zu beachten, dass Nachhaltig- keitsmaßnahmen nicht als Aufwendung gesehen werden dürfen, sondern als Investition in die Zukunft. Nachhaltigkeitsorientiertes Marketing stellt die Auswirkungen der Konsumfreudig- keit der heutigen Generation auf den Prüfstand und blickt vorausschauend auf nachfolgende Generationen, damit auch diese sich an derselben Konsumfreudigkeit erfreuen können. (Philip Kotler, 2010, S. 136 ff.)

Hinzu kommt, wie bereits in Kapitel 2.1 erwähnt, dass Nachhaltigkeit einen hohen Stellen- wert genießt und Kunden durchaus bereit sind für nachhaltige Produkte mehr Geld auszuge- ben, da diese bevorzugt konsumiert werden. (Shen, 2014)

2.4 Nachhaltigkeits-Zertifikate

Unternehmen haben die Möglichkeit, ihre Produkte mit Nachhaltigkeits-Zertifikaten zu verse- hen, diese Zertifikate können sie gegen ein Entgelt erwerben und nach erfolgreicher Prüfung durch vorgegebene EU-Richtlinien, dürfen die Produkte mit dem Siegeln beworben werden. Zu den Bekanntesten zählen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bild 3 - Blauer Engel - Quelle: https://www.siegel- klarheit.de/sta- tic/Logo/285.de.jpg

Das Siegel „Blauer Engel“ steht für Textilien, welche umweltfreundlich hergestellt werden, schadstoffgeprüft sind und sozialen Kriterien entsprechen. (Siegelklarheit, 2018)

Als weiteres, bekanntes und oft benutztes Siegel fungiert das GOTS-Siegel. Dieses kenn- zeichnet Produkte, die mindestens einen Anteil von 70 Prozent aus biologisch erzeugten Na- turfasern besitzen müssen. Am bekanntesten, wohl auch durch die Lebensmittelindustrie sind Kleidungsstücke, die mit dem Vermerk „Fairtrade“ gekennzeichnet sind. Des Weiteren exisitiert in Deutschland das Bündnis für nachhaltige Textilien, hierbei handelt es sich aber nicht um einen Aufkleber, wie er in der Lebensmittelindustrie benutzt wird, sondern es handelt sich um eine Vereinigung von Firmen, welche versprechen die Tex- tilproduktion zu verbessern. Diesem Bündnis gehören derzeit zum Beispiel folgende Unternehmen an: Adidas, Gerry Weber, H&M, Hugo Boss und ca. 75 weitere Unternehmen. Unter Punkt 3.2 wer- den wir uns weiter dem Unternehmen H&M und dessen Maßnah- men für Nachhaltigkeit widmen. Das Bündnis sorgt dafür, dass Unternehmen ihre Lieferketten trans- parent offenlegen, ebenfalls versprechen die Unternehmen, sich zu-

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bild 4 - Fairtrade Cotton - Quelle: https://www.siegelklar- heit.de/static/Logo/288.de. jpg

künftig noch stärker für Nachhaltigkeit einzusetzen So einigten sich alle teilnehmenden Fir- men darauf, ihre nachhaltige Baumwollproduktion bis 2020 auf mindestens 35% zu steigern, hiervon wiederum müssen mindestens 10% aus Bio-Baumwolle stammen. In den darauffol- genden Jahren haben sich die Unternehmen verpflichtet den Bio-Baumwollen-Anteil bis 2025 auf 20% zu steigern. (Textilbüdnis für nachhaltige Textilien, 2018)

2.5 Vereinte Nationen

Die Vereinten Nationen bestehen aus 193 Nationen, welche miteinander beschlossen haben, die gleichen Standards und humanitäre Versorgung zu gewährleisten. Der Begriff Nachhaltig- keit nimmt einen immer höheren Stellenwert in der Zusammenarbeit zwischen den Ländern ein. Im Jahre 2015 trat ein Beschluss der Vereinten Nationen in Kraft, welcher die 17 nachfol- genden Verabredungen umfasst, zusätzlich wurden 169 Unterziele beschlossen. (Umweltbundesamt, 2016)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bild 5 - United Nations 17 tasks, Quelle: https://www.visavis-wirkt.de/sustainable-development-goals-corporate-citizenship- w orkshopergebnisse.html

“Sustainable development is development that meets the needs of the present without compro- mising the ability of future generations to meet their own needs” (United Nations, 1987)

2.6 Baumwolle

Unsere Textilien bestehen zum Großteil aus Baumwolle, dabei wird in konventionellen und nachhaltigen Bio-Anbau unterteilt. Der Bio-Anteil der Baumwollproduktion beträgt derzeit nur einen Anteil von 15%, obwohl die Kosten für Bio-Baumwolle, im Vergleich zur konventionel- len Produktion geringer sind. (WWF, 2018)

Bio Baumwolle besteht zu einem Großteil aus Zellulose und lässt sich biologisch abbauen. Da- bei werden keine Insektenvernichtungsmittel oder Pestizide eingesetzt. Bio-Baumwolle ist län- ger haltbar und belastbarer als normale Baumwolle. Jedoch verbraucht die Produktion bei der Herstellung pro Kilo ca. 11.000 Liter Wasser, allerdings kann die Bio-Baumwolle zu 80% aus Regenwasser bewässert werden, dadurch sinkt die künstlich zugeführte Wassermenge auf knapp 2.000 Liter.

Herkömmliche Baumwolle wiederum wird mit Pestiziden und Insektengiften behandelt und damit belastet, dadurch wird auch der Boden und das Grundwasser geschädigt. Baumwolle kann zu ihrem Nachteil nicht mit Regenwasser bewässert werden und verbraucht daher 8.000 Liter Süßwasser, welches auch für die Grundwasserversorgung hätte eingesetzt werden können. (WWF, 2017)

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Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Wie passen Mode und ökologische Nachhaltigkeit zusammen? Am Beispiel H&M
Hochschule
Universität Hamburg  (Universität Hamburg)
Note
2,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
23
Katalognummer
V461155
ISBN (eBook)
9783668895737
ISBN (Buch)
9783668895744
Sprache
Deutsch
Schlagworte
mode, nachhaltigkeit, beispiel, H&M, Ökologisch
Arbeit zitieren
Sebastian Moussa (Autor), 2018, Wie passen Mode und ökologische Nachhaltigkeit zusammen? Am Beispiel H&M, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/461155

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