Mit dieser Hausarbeit soll überprüft werden, ob sich Mode und ökologische Nachhaltigkeit miteinander verbinden lassen, bzw. wie nachhaltig unsere Textilien derzeit sind. Durch Umweltkatastrophen, negative Berichte über ausgenutzte Produktionsstätten in Schwellenländern und sinkende Gewinne werden die Unternehmen zum Handeln gezwungen. Die Gesellschaft erkennt, dass Preise in den Hintergrund rücken müssen und eine nachhaltige Produktion trotz höherer Verkaufspreise wichtig für die Umwelt und die zukünftigen Generationen sind. Am Beispiel H&M möchte ich überprüfen, ob sich die zuvor erwähnten negativen Merkmale bestätigen lassen oder nicht. Ebenfalls soll überprüft werden, ob es sich hierbei um ein explizites Branchenproblem handelt und wie sich andere Wettbewerber verhalten.
Der Begriff Nachhaltigkeit hat in den letzten 25 Jahren sehr viel Aufmerksamkeit erregt, dies liegt auch mitunter daran, dass der Nachhaltigkeit zuvor keine übermäßig große Aufmerksamkeit geschenkt wurde, da die Ausmaße des unbewussten Handels unbemerkt oder noch meistgehend ignoriert werden konnten.
Sobald ein Lebensmittel, ein Kleidungsstück oder eine Ware den Begriff Bio beinhaltet, wird dem Konsumenten suggeriert, dass er ein ökologisch nachhaltiges Produkt erworben hat. Der Endkunde ist aufgrund des Bio-Siegels bereit, einen Aufpreis zu zahlen, daher sind Bio-Produkte in höheren Preissegmenten angesiedelt; dies hängt bedingt damit zusammen, dass der Anbau von Bio-Produkten teurer im Vergleich zu konventionell angebautem Lebensmittel ist.
Das Gefühl des Erwerbs von Bio-Produkten löst bei den meisten Menschen eine befriedigende Emotion aus, da sie sich bewusst für ein ökologisch nachhaltig angebautes Produkt entschieden haben, welches besser für die Umweltverträglichkeit als das konventionell angebaute Produkte ist.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Nachhaltigkeit
2.1 Definition
2.2 Nachhaltigkeit in der Modeindustrie
2.3 Nachhaltiges Marketing
2.4 Nachhaltigkeits-Zertifikate
2.5 Vereinte Nationen
2.6 Baumwolle
3 Das Unternehmen H&M
3.1 Negative Presseberichte
3.2 Produktionsstätten von H&M
3.3 H&M und Sustainability
4 Textilindustrie
4.1 Greenwashing in der Textilindustrie
4.2 Greenwashing bei H&M
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Vereinbarkeit von Mode und ökologischer Nachhaltigkeit am Beispiel des Textilkonzerns H&M. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob der Konzern tatsächlich nachhaltig wirtschaftet oder ob es sich bei entsprechenden Maßnahmen lediglich um Greenwashing handelt, wobei zudem das Branchenverhalten in der Textilindustrie analysiert wird.
- Grundlagen der Nachhaltigkeit und ihre Bedeutung in der Modeindustrie
- Analyse der Nachhaltigkeitsstrategien und Zertifizierungen von H&M
- Kritische Untersuchung negativer Presseberichte und Vorwürfe gegenüber dem Unternehmen
- Definition und Identifikation von Greenwashing-Praktiken in der Modebranche
- Bewertung der unternehmerischen Verantwortung und ökologischer Zielsetzungen
Auszug aus dem Buch
4.2 Greenwashing bei H&M
Um zu untersuchen, ob das Unternehmen Greenwashing betreibt, schauen wir die „Conscious“ Kollektion genauer an. H&M wirbt damit, ausschließlich Produkte zu verwenden, welche aus Bio-Seide recycelten Fischernetzen und Fasern aus Holz bestehen. Der Schwerpunkt liegt hier auf den Stoffen, die nachhaltig wiederverwendet werden. Die Arbeitsbedingungen der Hersteller während der Produktion werden nicht untersucht, es wird nur von Stoffen geredet, die nachhaltig aufbereitet werden.
Hinzu kommt, dass das Unternehmen nur zusichert, dass z.B. Bio-Baumwolle verwendet wird, es wird nicht erwähnt wie die Bio-Baumwolle bearbeitet wird. Wie bereits in Punkt 2.6 erwähnt wird Bio-Baumwolle ohne Pestizide und schädliche Stoffe angebaut. Die Bearbeitung der Stoffe wird aber in anderen Firmen fortgesetzt, H&M erwähnt aber nicht, ob die Verarbeitung ohne schädliche Zusatzstoffe erfolgt.
Durch den Einsatz von Subunternehmern entzieht sich H&M der Verantwortung und verweist lediglich auf den eigens geschaffenen Verhaltensindex. Dieser sieht vor, dass die Lieferanten und Produzenten sich selbstständig um die Einhaltung des Kodexes durch die Subunternehmer kümmern. Das sorgt wahrlich für wenig Transparenz und kann daher folgerichtig nicht abschließend überprüft werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Hier wird die Relevanz des Themas erläutert und die Forschungsfrage zur Nachhaltigkeit am Beispiel H&M formuliert.
2 Nachhaltigkeit: Dieses Kapitel definiert Nachhaltigkeit und erläutert deren Bedeutung im Kontext der Modeindustrie, des Marketings sowie die Rolle von Zertifikaten und Rohstoffen wie Baumwolle.
3 Das Unternehmen H&M: Es erfolgt ein Überblick über das Unternehmen, gefolgt von einer kritischen Betrachtung medialer Skandale, der Produktionsbedingungen und der Nachhaltigkeitsmaßnahmen des Konzerns.
4 Textilindustrie: Dieses Kapitel analysiert das allgemeine Konsumverhalten und erörtert das Phänomen Greenwashing in der Branche, spezifisch angewandt auf die Praktiken von H&M.
5 Fazit und Ausblick: Der Autor resümiert die Ergebnisse der Untersuchung und bewertet die zukünftige Entwicklung des Unternehmens hinsichtlich echter Nachhaltigkeit versus Greenwashing.
Schlüsselwörter
Nachhaltigkeit, Modeindustrie, H&M, Greenwashing, Fast Fashion, Slow Fashion, Baumwolle, Bio-Produkte, Nachhaltigkeitsbericht, Corporate Social Responsibility, Lieferkette, Textilindustrie, Umwelt, Konsumverhalten, Zertifikate
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der ökologischen Nachhaltigkeit in der Modebranche und prüft anhand der Fallstudie H&M, ob nachhaltiges Wirtschaften in diesem Sektor tatsächlich praktiziert wird oder nur als Marketingstrategie dient.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Definition von Nachhaltigkeit, nachhaltiges Marketing, die Auswirkungen der Baumwollproduktion sowie eine kritische Hinterfragung von CSR-Strategien und Greenwashing-Vorwürfen gegen große Modeketten.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, ob Mode und ökologische Nachhaltigkeit miteinander vereinbar sind und wie glaubwürdig die entsprechenden Bemühungen am Beispiel von H&M einzuschätzen sind.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Nachhaltigkeitsberichten, Presseberichten und Branchenanalysen, um die Diskrepanz zwischen öffentlicher Darstellung und tatsächlichem Handeln zu beleuchten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Begriffs Nachhaltigkeit, eine detaillierte Unternehmensanalyse von H&M inklusive kritischer Aspekte sowie eine branchenweite Untersuchung von Greenwashing-Praktiken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Schlagworte sind Nachhaltigkeit, H&M, Greenwashing, Fast Fashion, Lieferketten-Transparenz und unternehmerische Verantwortung.
Wie bewertet der Autor die „Conscious“ Kollektion von H&M?
Der Autor hinterfragt die Kollektion kritisch, da sie sich zwar auf nachhaltige Materialien konzentriert, jedoch die problematischen Arbeitsbedingungen bei der Produktion und die Intransparenz der weiteren Verarbeitungsschritte ausklammert.
Warum wird H&M im Zusammenhang mit Greenwashing kritisiert?
Kritik entsteht durch Diskrepanzen zwischen dem Werbeversprechen eines nachhaltigen Unternehmens und Berichten über Kinderarbeit bei Subunternehmern, das Verbrennen unverkaufter Ware sowie eine mangelnde Transparenz bei der Rohstoffbearbeitung.
Was sagt der Autor über die Rolle des Konsumenten?
Der Autor betont, dass der Konsument eine entscheidende Rolle einnimmt; nur durch eine bewusste Nachfrage nach echten nachhaltigen Produkten können große Textilunternehmen gezwungen werden, ihr Geschäftsmodell dauerhaft zu ändern.
Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass H&M zwar in Nachhaltigkeit investiert, dies jedoch durch Greenwashing-Aspekte getrübt wird. Dennoch wird eine nachhaltige Ausrichtung als langfristige Notwendigkeit für das Überleben im Wettbewerb gesehen.
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- Sebastian Moussa (Author), 2018, Wie passen Mode und ökologische Nachhaltigkeit zusammen? Am Beispiel H&M, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/461155