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Der Brexit. Wieso stimmte Großbritannien für einen Austritt aus der EU?

Ein Kampagnenvergleich von 2016 und 1975

Titel: Der Brexit. Wieso stimmte Großbritannien für einen Austritt aus der EU?

Hausarbeit , 2018 , 25 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Tobias Duff (Autor:in)

Politik - Region: Westeuropa
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Seit Juni 2016 ist es offiziell. Die Bevölkerung Großbritanniens hat mit einer knappen Mehrheit von 51,9 % für einen Austritt aus der Europäischen Union gestimmt. Dies jedoch war nicht die erste Abstimmung über einen Austritt aus einer Europäischen Gemeinschaft. Bereits 1975 kam es zu einer Abstimmung über einen Verbleib, welche in etwa mit einer Zweidrittelmehrheit angenommen wurde.

In der Arbeit soll es darum gehen zu untersuchen, was dazu geführt hat, dass es im Referendum knappe 40 Jahre später zu einem anderen Output gekommen ist. Dabei wird das Thema der Arbeit die Kampagnen sein, welche im Vorfeld des jeweiligen Referendums stattgefunden haben. Die Relevanz ergibt sich aus der Debatte, welche nach dem ersten Austritt eines Landes aus der Europäischen Union entstanden ist und kann als genereller Indikator für die europäische Entwicklung und Unterstützung von den Inklusionsbestrebungen aus Brüssel angesehen werden.

Insbesondere zum Brexit kann auf ein breites Portfolio an qualitativen Untersuchen der Bevölkerung und derer Einstellung zurückgegriffen werden. Ebenso lassen sich aufgrund der Parallelen der Referenden generelle Artikel über gemeinsame Ausgangssituationen finden, jedoch gibt es, nur eine äußerst überschaubar Anzahl an selbstständiger Literatur, die die Kampagnen an sich in den Mittelpunkt stellen und Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieser aufzeigen. Dabei soll dieser Aufsatz Abhilfe leisten. In Bezug auf die Referenden hat sich gezeigt, dass mit „The 1975 Referendum“ von David Butler und Uwe Kitzinger und „Brexit –Why Britain voted to leave the European Union-“ von Harald Clarke u.a., zwei Werke existieren, die einen Gesamtüberblick von den Verhandlungen bis zu den Folgen des Ergebnisses aufzeigen und sich dabei auf aufbereitete Umfragen und Analysen beziehen. Darüberhinaus werden offizielle Statements und Flugblätter der Kampagnen und der jeweiligen Regierungen als Literaturnachweise mit herangezogen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historischer Abriss: Großbritannien und die Europäische Integration bis zum Beitritt in die EG 1973

3. Die Hintergründe der Referenden 1975 und 2016

3.1 Referendum 1975

3.2 Referendum 2016

3.3 Zusammenfassung

4. Die Kampagnen zum Referendum 1975

4.1 Britain in Europe (BIE) und Regierungserklärung

4.2 National Referendum Campaign (NRC)

5. Kampagne zum Referendum 2016

5.1 Britain Stronger in Europe und Regierungserklärung

5.2 Vote Leave

6. Vergleich der Kampagnen

6.1 Pro-Akteure

6.2 Contra-Akteure

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Gründe für die unterschiedlichen Ausgänge der britischen Referenden von 1975 und 2016. Dabei wird analysiert, wie sich die Kampagnen hinsichtlich ihrer Struktur, Inhalte und personellen Unterstützung unterschieden und welche politischen Faktoren maßgeblich zur Entscheidung für einen Austritt bzw. Verbleib beitrugen.

  • Vergleichende Analyse der EU-Referendums-Kampagnen 1975 und 2016.
  • Rolle politischer Kalküle der Premierminister zur Befriedung parteiinterner Konflikte.
  • Untersuchung der thematischen Schwerpunkte (Wirtschaft vs. Immigration/Souveränität).
  • Bewertung des Einflusses von Kampagnenorganisationen und Akteuren auf die Mobilisierung.

Auszug aus dem Buch

4.2 National Referendum Campaign (NRC)

Die National Referendum Campaign war die offizielle Schirmorganisation für die Kampagne gegen einen Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Gemeinschaft. Der Kampagne zuzuordnen sind Politiker des linken Flügels der Labour-Partei, des rechten Flügels der Konservativen sowie von nationalistischen Parteien aus Schottland, Irland und Wales (vgl. Vaughne 2015: 22). Die Gründung der nationalen Kampagne geht auf die „Common Market Safeguards Campaign“ und Get Britain Out (GBO)“ zurück, welche am 07. Januar 1975 die Kampagne offiziell verkündeten. Die Vertreter der GBO (Body und Frere-Smith) und der Safeguards (Jay und Marten) einigten sich auf die grundsätzlichen Ziele, sich für eine ausschließliche Legislativkompetenz des britischen Parlaments und einen unabhängigen Handel mit jedem Land einzusetzen (vgl. Butler/Kitzinger 1976: 98f).

Die Kampagne stockte nach dessen Verkündung jedoch, da Douglas Jay, der Kampagnenführer für die Labours, es nicht geschafft hat, seine Parteikollegen für eine aktive Teilnahme in der Kampagne und bekannte Sprecher für die Kampagne zu gewinnen. Darüberhinaus vertrat die die NRC vom linken bis zum rechten Spektrum eine große politische Bandbreite, die die Organisation intern behindert. Mit Neil Marten (Konservative) konnte NRC zwar einen anerkannten und respektierten Vorsitzenden für sich gewinnen welcher auch aus anderen politischen Lagern für seine Art Anerkennung bekam, jedoch hielt er sich in der Öffentlichkeit bedeckter, wodurch eine breite Mobilisierung ausblieb (Butler/Kitzinger 1976: 100).

Im Gegensatz zu BIE hatte NRC deutlich größere Probleme die einzelnen Posten adäquat zu besetzen. So wurde bis einem Monat vor dem Referendum die Presseleitung nur unzureichend ausgefüllt. Im Vergleich zu BIE konnte NRC nur knappe 135.000 Pfund an Spenden einnehmen. Aufgrund eben dieser begrenzten Möglichkeiten lag die Hoffnung der Kampagne auf den Medien (insbesondere Radio und Fernsehen). Ein weiteres Problem war jedoch, dass innerhalb der NRC die Aktivisten zwei verschiedene Lager vertraten. Auf der einen Seite fokussierten sich die Vertreter auf die aus ihrer Sicht wirtschaftlichen Konsequenzen der Mitgliedschaft. Das andere Lager konzentrierte sich anfangs eher auf die Unabhängigkeit von der EG und die parlamentarische Souveränität (vgl. Butler/Kitzinger: 108f).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Fragestellung der Arbeit und begründet das wissenschaftliche Interesse am Vergleich der Referenden von 1975 und 2016.

2. Historischer Abriss: Großbritannien und die Europäische Integration bis zum Beitritt in die EG 1973: Dieses Kapitel erläutert die schwierige Annäherung Großbritanniens an die europäische Integration nach dem Zweiten Weltkrieg bis zum tatsächlichen Beitritt 1973.

3. Die Hintergründe der Referenden 1975 und 2016: Hier werden die innenpolitischen Motive und das strategische Kalkül von Harold Wilson und David Cameron für die Ansetzung der Referenden analysiert.

4. Die Kampagnen zum Referendum 1975: Dieses Kapitel untersucht die Organisation und Strategien der Pro-Kampagne BIE und der Gegenkampagne NRC im Jahr 1975.

5. Kampagne zum Referendum 2016: Es erfolgt eine detaillierte Betrachtung der Kampagnenstrukturen und Argumentationslinien von Britain Stronger in Europe und Vote Leave im Jahr 2016.

6. Vergleich der Kampagnen: Die Arbeit stellt die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Akteure sowie deren Mobilisierungsstrategien in einem direkten Vergleich gegenüber.

7. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und begründet den Austritt Großbritanniens 2016 als Resultat einer veränderten Themenlage und effektiverer Mobilisierung durch die Leave-Seite.

Schlüsselwörter

Referendum, Großbritannien, Europäische Union, EG, Kampagnen, Brexit, politische Interessenvermittlung, Labour-Partei, Konservative, Souveränität, Immigration, Wirtschaft, politische Kommunikation, Mobilisierung, EU-Mitgliedschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert die Kampagnenführung und die Hintergründe der britischen Referenden über die Mitgliedschaft in europäischen Institutionen in den Jahren 1975 und 2016.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind das politische Kalkül der Premierminister, die organisatorischen Strukturen der Kampagnen sowie die inhaltliche Fokussierung auf Wirtschaft, Souveränität und Immigration.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Das Ziel ist es, die Gründe für den unterschiedlichen Ausgang der Referenden aufzudecken, indem Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Kampagnenführung systematisch verglichen werden.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine vergleichende Analyse (Kampagnenvergleich), die auf einer Auswertung von Literatur, offiziellen Stellungnahmen, Flugblättern und Wahldaten basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst den historischen Hintergrund, die Analyse der spezifischen Kampagnenorganisationen für beide Referenden sowie einen strukturierten Vergleich der Pro- und Contra-Akteure.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Referendum, EU-Mitgliedschaft, politische Strategie, Souveränität, Immigration und Kampagnenvergleich.

Inwiefern spielte die Immigration bei den Referenden eine Rolle?

Während dieses Thema 1975 kaum eine Rolle spielte, entwickelte es sich 2016 zu einem zentralen, mobilisierenden Faktor, den die "Vote Leave"-Kampagne erfolgreich für sich nutzen konnte.

Welche Rolle spielte das "politische Kalkül" der Premierminister?

Sowohl 1975 (Wilson) als auch 2016 (Cameron) initiierten die Premierminister die Referenden primär als strategisches Mittel, um parteiinterne Spannungen zu befrieden und sich als geschlossene politische Kraft zu präsentieren.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Brexit. Wieso stimmte Großbritannien für einen Austritt aus der EU?
Untertitel
Ein Kampagnenvergleich von 2016 und 1975
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
2,3
Autor
Tobias Duff (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
25
Katalognummer
V461287
ISBN (eBook)
9783668914025
ISBN (Buch)
9783668914032
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Brexit Kampagne Vergleich Corbyn May 1975 Referendum EU UKIP
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tobias Duff (Autor:in), 2018, Der Brexit. Wieso stimmte Großbritannien für einen Austritt aus der EU?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/461287
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  25  Seiten
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