Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem E-Business Geschäftsmodell des Unternehmens Kleiderkreisel GmbH und den Motiven der Nutzer. Zunächst werden theoretische Grundlagen geliefert, die die Analyse des Geschäftsmodells ermöglichen. Es werden daraufhin die für das Geschäftsmodell relevante Technologie sowie Wettbewerbsvorteile in Anbetracht der Wettbewerber auf dem Markt diskutiert. Abschließend folgt Kritik am Geschäftsmodell, das Erörtern der Nutzermotive, und das vermutete Potential des Geschäftsmodells.
Der Trend des geteilten Konsums begann im Alltagsleben bereits vor einer langen Zeit mit Allmenden, Bibliotheken und Videotheken. Durch die digitale Revolution entwickelten sich, angeknüpft an diese Grundidee des Teilens und Tauschens, Dienste wie Napster (File Sharing), Wikipedia und das „Kleiderkreiseln“.
Nach einer Befragung der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC stehen 70 Prozent der deutschen Bürger den Angeboten der Sharing Economy positiver gegenüber als denen der klassischen Anbieter. Sind die Geschäfte der Sharing Economy, aus Anbieter- und Konsumentensicht, jedoch wirklich so sozial motiviert wie sie scheinen?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung: Sharing Economy – Die Ökonomie des Teilens
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Sharing Economy
2.2 Geschäftsmodelle im E-Business
2.2.1 Geschäftsmodell nach Osterwalder und Pigneur
2.2.2 Geschäftsmodell nach Wirtz
2.2.3 Geschäftsmodell nach Schallmo
2.2.4 Vergleich und Auswahl Geschäftsmodell
2.3 Wertschöpfung
2.3.1 Ressourcenorientierter Ansatz
2.3.2 Wissensorientierter Ansatz
3 Kleiderkreisel GmbH
3.1 Geschäftsmodellanalyse nach Osterwalder und Pigneur
3.2 Technische Umsetzung
3.2.1 Elektronischer Geschäftsprozess: Kauf eines Artikels
3.2.2 GPS App-Funktion
3.3 Wettbewerbsvorteile Kleiderkreisel
4 Fazit
4.1 Nutzermotive beim Kreiseln
4.2 Kritik am Geschäftsmodell
4.3 Potential für die Zukunft
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das E-Business-Geschäftsmodell der Kleiderkreisel GmbH im Kontext der Sharing Economy. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob es sich bei dieser Plattform tatsächlich um ein sozial motiviertes Beispiel für nachhaltigen Secondhand-Austausch handelt oder primär um ein kommerzielles Geschäftsmodell mit gewinnorientierten Zielen.
- Analyse des Geschäftsmodells von Kleiderkreisel mittels der Business Model Canvas.
- Diskussion der relevanten Technologien, insbesondere der A-GPS-basierten Standortfunktion.
- Untersuchung der Wettbewerbsvorteile im Vergleich zu anderen Secondhand-Plattformen.
- Kritische Beleuchtung der Nutzermotive und der Nachhaltigkeitsaspekte des Modells.
- Prognose zum zukünftigen Potential der Plattform innerhalb der Sharing Economy.
Auszug aus dem Buch
3.2.2 GPS App-Funktion
Laut einer deutschen Umfrage aus dem Jahr 2014 nutzen mehr als zwei Drittel der befragten Smartphone-Nutzer Anwendungen mit Zugriff auf Standortfunktionen des Gerätes. Ebenfalls mehr als die Hälfte der Befragten (64 Prozent) geben an, hierbei ein ungutes Gefühl zu haben (Goldmedia GmbH 2014, S. 41 ff.). Standortbasierte Dienste teilen ortsspezifische Informationen zu einer Position mit.
Das globale Positionsbestimmungssystem „Navigational Satellite Timing and Ranging“, kurz NAVSTAR-GPS, wird seit 1995 von der US-Regierung betrieben. Hierzu umkreisen 24 Satelliten die Erde und übertragen ein hochauflösendes Zeitsignal, welches zur Berechnung der Distanz zwischen Satelliten und Empfänger genutzt wird. Sind die Abstände von mindestens drei Satelliten gegeben, kann eine Positionsberechnung auf der Erdoberfläche stattfinden (Dhein und Grimm 2016, S. 1).
Das GPS hat allerdings systembezogenen Einschränkungen. Zum einen bedarf es der Sichtverbindung zwischen Satellit und Empfänger (funktioniert nicht in geschlossenen Räumen) und zum anderen werden bis zu 12,5 Minuten zur Übermittlung gebraucht (Dhein und Grimm 2016, S. 1–2).
Mithilfe des Assisted-GPS-Verfahrens, kurz A-GPS, wird versucht, einige dieser Nachteile des GPS-Verfahrens zu umgehen. Es werden hierzu zusätzliche Daten zur Positionsbestimmung genutzt. Ein großer Vorteil ist, dass Assisted-GPS so auch innerhalb von Gebäuden funktioniert. Obendrein ist die Lokalisierung mittels A-GPS erheblich schneller als via GPS und verbraucht weniger Energie, da Sensoren benutzt werden, die ohnehin in Betrieb sind (Dhein und Grimm 2016, S. 2).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Sharing Economy – Die Ökonomie des Teilens: Dieses Kapitel führt in den Trend des geteilten Konsums ein und definiert die Problemstellung sowie das Ziel der Untersuchung bezüglich des Geschäftsmodells von Kleiderkreisel.
2 Theoretische Grundlagen: Hier werden zentrale Konzepte der Sharing Economy und verschiedene theoretische Ansätze zur Definition von Geschäftsmodellen sowie Wertschöpfungsprozessen im E-Business erläutert.
3 Kleiderkreisel GmbH: Dieses Hauptkapitel analysiert das konkrete Geschäftsmodell, die technische Umsetzung der Plattformfunktionen und arbeitet die Wettbewerbsvorteile von Kleiderkreisel heraus.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Nutzermotive zusammen, übt Kritik am Geschäftsmodell im Kontext der Nachhaltigkeit und bewertet das zukünftige Potential des Unternehmens.
Schlüsselwörter
Sharing Economy, E-Business, Kleiderkreisel, Geschäftsmodell, Business Model Canvas, Secondhand, Nachhaltigkeit, Wertschöpfung, Peer-to-Peer, Wettbewerbsvorteile, A-GPS, Standortfunktion, Kreisel-Käuferschutz, Konsumentenmotive, Digitale Plattformen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Geschäftsmodell der Secondhand-Plattform Kleiderkreisel GmbH und analysiert, inwieweit das Unternehmen die Ideale der Sharing Economy erfüllt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Sharing Economy, die Struktur von Geschäftsmodellen im E-Business, die technische Implementierung von App-Funktionen sowie eine Wettbewerbsanalyse.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, ob Kleiderkreisel ein sozial motiviertes Instrument für nachhaltigen Austausch ist oder primär als kommerzieller Akteur agiert.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Analyse erfolgt primär durch die Anwendung der "Business Model Canvas" nach Osterwalder und Pigneur sowie durch strategische Ansätze zur Wertschöpfungsanalyse.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der detaillierten Geschäftsmodellanalyse, der technischen Funktionsweise (Kaufprozess und GPS) sowie einem Vergleich mit direkten und indirekten Wettbewerbern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Sharing Economy, Secondhand, Geschäftsmodell, Nachhaltigkeit und Peer-to-Peer charakterisiert.
Wie bewertet die Autorin die Motive der Nutzer auf Kleiderkreisel?
Die Autorin äußert Zweifel an der rein altruistischen Motivation der Nutzer und stellt fest, dass die Motive von nachhaltigem Teilen bis hin zur kommerziellen Bereicherung der Privatperson reichen.
Inwieweit spielt die Standortfunktion in der App eine Rolle?
Die GPS-basierte Ortungsfunktion ("in der Nähe") wird als technische Komponente analysiert, die den lokalen Handel und die persönliche Abholung von Artikeln ermöglicht.
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- Charleen Piecek (Author), 2018, Kleiderkreisel. Sharing Economy für nachhaltigen Secondhand-Austausch oder nur ein lukrativer Nebenerwerb?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/461647