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Gescheiterte Hybridität in Hans Christian Andersens "Die kleine Seejungfrau". Der gescheiterte Versuch der Verbindung zweier Welten

Titre: Gescheiterte Hybridität  in Hans Christian Andersens "Die kleine Seejungfrau". Der gescheiterte Versuch der Verbindung zweier Welten

Dossier / Travail de Séminaire , 2018 , 14 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Ina Noschitzka (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Résumé Extrait Résumé des informations

Andersens „Die kleine Seejungfrau“ greift einen Mythos auf, der seit mehreren tausend Jahren in Literatur und Kunst vieler verschiedener Kulturen präsent ist. Die Figur der Wasserfrau bietet viele verschiedene Formen: Nixe, Sirene, Meerjungfrau, Undine, Melusine und Loreley. Alle diese Realisierungen spielen auf „die Assoziation von Weiblichkeit und Wasser“ (Wich 15) an. Andersen jedoch prägte vornehmlich das Bild der Meerjungfrau, das wir heute kennen und inspirierte damit viele andere Werke – das wohl berühmteste ist Disneys Arielle. In den meisten anderen Version besitzen „die Fabelwesen, zumeist die weiblichen, eine erotische Anziehungskraft, die den unweigerlichen Untergang des Betörten freiwillig erscheinen lässt.“ (27). Andersens Seejungfrau jedoch wirkt kindlicher und unschuldiger. Dies verweist auf eine andere Sichtweise dieser Wesen.

„Die Meerjungfrauen erscheinen als schutz- und erlösungsbedürftige Fabelwesen, die nur durch die Liebe eines Menschen aus dem Zustand der Seelenlosigkeit befreit werden können.“ (28). Ebendiese Sichtweise beschreibt die Essenz von Andersens Märchen. Die kleine Seejungfrau (die, zusätzlich bemerkt, keinen Namen besitzt und somit eine Beispielhaftigkeit bleibt) ist auf der Suche nach der Erlösung und dem Erlangen einer Seele. In der ersten Fassung von Andersen’s Märchen stirbt die kleine Seejungfrau und wird zu Schaum auf dem Meer, nachdem sie sich weigert, den Prinzen zu töten. Später wurde das Ende insofern umgeändert, dass sie eine zweite Chance auf eine unsterbliche Seele erhält, indem sie sich den Luftgeistern anschließt. Die kleine Seejungfrau verkörpert den tragisch gescheiterten Versuch, zwei Welten zu verbinden, die unvereinbar sind.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2.1. Beschreibungen zweier Welten

2.2. Die Unvereinbarkeit dieser Welten

3. Der Verbindungsversuch der Seejungfrau

3.1. Alles, was sie hat geben können

3.2. Die personifizierte Hybridität

4.1. Vorahnungen ihres Scheiterns

4.2. Scheitern

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert Hans Christian Andersens „Die kleine Seejungfrau“ unter dem Aspekt der Hybridität und untersucht, warum der Versuch der Protagonistin, zwei grundlegend verschiedene Welten – die Unterwasserwelt und die Welt der Menschen – miteinander zu verbinden, zwangsläufig zum Scheitern verurteilt ist.

  • Darstellung und Kontrastierung der Lebensräume (Unterwasser vs. Überwasser)
  • Die Meerjungfrau als hybrides Wesen und "Grenzgängerin"
  • Die Bedeutung von Aufopferung und Schmerz bei der Transformation
  • Symbolik des Gartens als Vorgriff auf das tragische Beziehungsende
  • Die Unvereinbarkeit von Natur und Kultur in der Sozialisation

Auszug aus dem Buch

3.1. Alles, was sie hat geben können

Dieser Übertritt in eine andere Welt, ja sogar in ein anderes Element, ist jedoch nicht problemlos möglich. Die kleine Seejungfrau versucht, in sich selbst eine Verbindung dieser beiden Welten zu erschaffen. Ihre Verwandlung aber ist mit Aufopferungen und Einschränkungen verbunden, denn:

die „Meerhexe“ selber wird der „kleinen Meerjungfrau“ zum Entgelt für ihre „Dienste“ die Zunge herausschneiden und sie für alle Zeiten buchstäblich „mundtot“ machen. Nie wird die „kleine Meerjungfrau“ zu einem anderen Menschen von ihrer Liebe reden können; zu schrecklich ist für sie und zu scheußlich bleibt für sie, was sie im Untergrund dieses Wortes „Liebe“ im „Gebeinhaus“ der „Hexe“ hat mitansehen müssen. (Drewermann, Seele 68).

Andersens Protagonistin bringt ihre Opfer auf drei verschiedene Weisen: da sind einerseits immense körperliche Schmerzen, andererseits der Verlust ihrer Stimme und zuletzt der endgültige Abschied von ihrer Familie. Die Meerhexe verspricht zwar der kleinen Seejungfrau, ihren Wunsch zu erfüllen, aber dieser ist von Leid überschattet:

Dann wird dein Schwanz von dir getrennt und schrumpft zu dem zusammen, was die Menschen niedliche Beine nennen, aber es tut weh, es ist, als ob ein scharfes Schwert durch dich durchdringe. […]. Du behältst deinen schwebenden Gang, keine Tänzerin kann sich so leicht bewegen wie du, aber jeder Schritt, den du machst, ist, als ob du auf scharfe Messer trätest, als ob dein Blut fließen müßte. (Andersen 130).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Märchens als prägendes Werk für das moderne Bild der Meerjungfrau und Definition der Forschungsfrage über den gescheiterten Verbindungsversuch zweier Welten.

2.1. Beschreibungen zweier Welten: Gegenüberstellung der Ästhetik und Lebensbedingungen unter Wasser sowie über dem Meeresspiegel.

2.2. Die Unvereinbarkeit dieser Welten: Analyse der sozialen und existenziellen Differenzen zwischen der Meerjungfrau und dem Prinzen als Ausdruck eines Konflikts zwischen Natur und Kultur.

3. Der Verbindungsversuch der Seejungfrau: Untersuchung der Aufopferung der Protagonistin, die versucht, ihre biologische Hybridität durch eine physische Verwandlung zu überwinden.

3.1. Alles, was sie hat geben können: Detaillierte Darstellung der physischen und sozialen Verluste, die mit der Verwandlung der kleinen Seejungfrau einhergehen.

3.2. Die personifizierte Hybridität: Betrachtung der Meerjungfrau als "Grenzgängerin" und Zwitterwesen, das zwischen den Welten steht und Erwartungen an eine Harmonisierung der Gegensätze erfüllen soll.

4.1. Vorahnungen ihres Scheiterns: Interpretation des Gartens der Seejungfrau und der Marmorstatue als Dingsymbole für ihre unerfüllbare Sehnsucht und das drohende tragische Ende.

4.2. Scheitern: Erörterung der Gründe für das Scheitern der Beziehung, bedingt durch die fehlende Kommunikation und die Wahrnehmung des Prinzen, die Meerjungfrau lediglich als Kind zu sehen.

5. Schluss: Zusammenfassung der Kernergebnisse zur Unvereinbarkeit der Lebensräume und der Rolle des Opfers der Seejungfrau.

Schlüsselwörter

Hans Christian Andersen, Die kleine Seejungfrau, Hybridität, Märchenanalyse, Erlösung, Unvereinbarkeit, Natur und Kultur, Grenzgängerin, Zwitterwesen, Dingsymbol, Sehnsucht, Opfergang, Meerhexe, Literaturwissenschaft, Identität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Märchen "Die kleine Seejungfrau" von Hans Christian Andersen unter dem Fokus der Hybridität und beleuchtet, warum das Bemühen der Protagonistin, eine Brücke zwischen der Wasser- und der Menschenwelt zu schlagen, scheitern muss.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Kontrastierung der beiden Lebenswelten, die Rolle der Seejungfrau als hybrides Fabelwesen, die zerstörerische Kraft der unerfüllten Liebe sowie die soziologische Differenz zwischen Natur und Kultur.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Unvermeidbarkeit des Scheiterns der Seejungfrau durch ihre biologische und soziale "Wesensdifferenz" zu belegen und zu zeigen, dass die Verbindung der zwei Welten aufgrund ihrer Unvereinbarkeit zum Tode oder zur Transformation führt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext mittels Sekundärliteratur, tiefenpsychologischer Deutungsansätze und symbolischer Textanalysen untersucht.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Beschreibung der zwei Welten, den schmerzhaften Voraussetzungen für die Verwandlung der Seejungfrau (Verlust der Stimme, Schmerzen beim Gehen) und der symbolischen Vorwegnahme des Scheiterns durch Symbole wie den Garten.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich diese Analyse charakterisieren?

Hybridität, Grenzgängertum, Identitätssuche, Märchensymbolik und die Unvereinbarkeit von Welten sind die prägenden Begriffe dieser wissenschaftlichen Arbeit.

Welche Bedeutung kommt der Marmorstatue im Garten der Seejungfrau zu?

Die Statue dient als wichtiges Dingsymbol; sie repräsentiert nicht nur das Ebenbild des Prinzen, sondern fungiert als Vorausdeutung auf das tragische Ende der Protagonistin, da sie als unbewegliches, "totes" Ziel der Sehnsucht wahrgenommen wird.

Warum kann der Prinz die Liebe der Seejungfrau nicht erwidern?

Der Prinz sieht in ihr aufgrund ihrer stummen, kindlichen Art keine gleichwertige Partnerin oder Heiratskandidatin; durch die fehlende Kommunikationsmöglichkeit bleibt ihm ihr Wesen und ihr Opfer im wahrsten Sinne des Wortes unverständlich.

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Résumé des informations

Titre
Gescheiterte Hybridität in Hans Christian Andersens "Die kleine Seejungfrau". Der gescheiterte Versuch der Verbindung zweier Welten
Université
University of Frankfurt (Main)  (Neuere Deutsche Literatur und Ihre Didaktik)
Cours
Das Meer
Note
1,0
Auteur
Ina Noschitzka (Auteur)
Année de publication
2018
Pages
14
N° de catalogue
V461680
ISBN (ebook)
9783668923898
ISBN (Livre)
9783668923904
Langue
allemand
mots-clé
Andersen Kleine Seejungfrau Meerjungfrauen Meer See Geschlechterrollen Wasser Märchen Wasserfrauen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Ina Noschitzka (Auteur), 2018, Gescheiterte Hybridität in Hans Christian Andersens "Die kleine Seejungfrau". Der gescheiterte Versuch der Verbindung zweier Welten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/461680
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Extrait de  14  pages
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