Der Berufsstand Wirtschaftsprüfung leidet unter einem starken Rückgang der Bewerberzahlen. Häufig fallen Schlagworte wie Fachkräftemangel, demografischer Wandel und Generation Y, wenn über die Nachwuchssituation in diesen Berufen gesprochen wird. Demografischer Wandel, eine gute Auftragslage in den Unternehmen und der Eintritt der Generation Z in den Arbeitsmarkt treffen in der jetzigen Zeit zusammen und sind für den zunehmenden Fachkräftemangel verantwortlich. Die gut ausgebildeten jungen Erwachsenen der Generation Z können sich Arbeitsstellen aussuchen und ihre Bedingungen durchsetzen. Dadurch hat das Thema Arbeitgeberattraktivität aktuell eine hohe Bedeutung in der personalwirtschaftlichen Diskussion erlangt. Die von den Wirtschaftsprüfungsgesellschaften beworbenen attraktiven Rahmenbedingungen wie eine abwechslungsreiche Tätigkeit, vielfältige Berufserfahrungen, Teamarbeit, sehr gute Karrierechancen, umfangreiche Weiterbildungsmöglichkeiten und internationale Erfahrungen führen aktuell nicht zu einem Anstieg der Bewerberzahlen. Die Anzahl der Teilnehmer an Wirtschaftsprüfungsexamen ist in den letzten Jahren von 1251 Teilnehmern im Jahr 2005 auf fast die Hälfte mit 665 Anwärtern im Jahr 2017 gesunken. Die Notwendigkeit der Änderung der Rahmenbedingungen ist erforderlich, um im Kampf um die Fachkräfte erfolgreich zu sein.
Das Ziel der Bachelorarbeit ist es herauszufinden, wie die Attraktivität der Rahmenbedingungen in der Wirtschaftsprüferbranche zur Gewinnung von Fachkräften aus der Generation Z erhöht werden kann.
Ich erkläre, dass ich die Seminararbeit selbständig und ohne unzulässige Inanspruchnahme Dritter sowie ohne Korrekturen des, die Arbeit betreuenden, Lehrstuhls verfasst habe.
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung
2 Die Generation Z und die Rahmenbedingungen in der Wirtschaftsprüfungsbranche
2.1 Abgrenzung und Charakterisierung der Generation Z
2.2 Die Rahmenbedingungen in der Wirtschaftsprüfungsbranche
3 Notwendigkeit und Möglichkeiten zur Erhöhung der Attraktivität der Wirtschaftsprüfungsbranche
3.1 Aktuelle Herausforderungen für die Unternehmen in der Wirtschaftsprüfungsbranche
3.2 Diskrepanzen zwischen den Erwartungen und dem Entwicklungsstand der Unternehmen sowie der Generation Z
3.3 Umsetzungsmöglichkeiten für Anpassungen
4 Schlussfolgerungen und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie die Arbeitgeberattraktivität in der Wirtschaftsprüfungsbranche gesteigert werden kann, um den Nachwuchsmangel angesichts des Eintritts der Generation Z in den Arbeitsmarkt zu bewältigen.
- Analyse der Merkmale und Erwartungen der Generation Z
- Untersuchung der Rahmenbedingungen und Herausforderungen der Wirtschaftsprüfungsbranche
- Gegenüberstellung von Unternehmensangeboten und Mitarbeitererwartungen
- Entwicklung von Lösungsansätzen zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität
Auszug aus dem Buch
2.1 Abgrenzung und Charakterisierung der Generation Z
Durch die inflationäre Verwendung des Generationsbegriffes wird die Erfordernis einer kritischen Betrachtung der Bevölkerungseinteilung in Generationen ersichtlich. Hieraus ergibt sich die Frage nach der Generationsdefinition „Was genau ist eine Generation und wie wird ihre Einteilung nach aktuellen Maßstäben bestimmt?“ Werden die Erkenntnisse MANGELSDORFS herangezogen, definiert sich der Begriff Generation folgender Maßen. Eine Generation ist eine Menschengruppe, die sich durch eine fast homogene Altersstruktur, sowie durch eine Übereinstimmung in Merkmalen, Werten und Verhaltenspräferenzen kennzeichnen lässt. Diese Präferenzen werden durch soziale und politische Rahmenbedingungen in ihrer Ausprägung beeinflusst.
SCHOLZ hingegen klassifiziert Generationen provokant an Hand von Schubladen, welche die Analyse von Eigenarten homogener Altersgruppen ermöglicht. Diese Art der Unterteilung der Generationen birgt jedoch die Gefahr der Pauschalisierung, da sämtliche Merkmale einer Generation zugesprochen werden und Prozesse der Individualisierung in den Hintergrund geraten. Durch verschiedene Faktoren der Individuumsentwicklung, kann eine Überstülpung sämtlicher Merkmale auf alle Vertreter einer Generation nicht vorgenommen werden. Die seit 2007 erscheinende Sinusstudie unterstützt diese Theorie, indem sie die Differenzierungsmerkmale zwischen den verschiedenen Gruppen einer Jahrgangskohorte aufzeigt. Gewisse Homogenitäten einer Altersgruppe bleiben dennoch erhalten und werden durch Studien und Umfragen belegt. Die sich daraus ergebenden Gemeinsamkeiten bilden die Basis für einen Überblick über die Generationen die momentan mit ihren unterschiedlichen Wertevorstellungen in der Arbeitswelt zusammen treffen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Fachkräftemangels in der Wirtschaftsprüfungsbranche ein und stellt das Ziel der Arbeit vor.
2 Die Generation Z und die Rahmenbedingungen in der Wirtschaftsprüfungsbranche: Dieses Kapitel definiert die Generation Z und beleuchtet die berufsständischen sowie gesetzlichen Rahmenbedingungen des Wirtschaftsprüferberufs.
3 Notwendigkeit und Möglichkeiten zur Erhöhung der Attraktivität der Wirtschaftsprüfungsbranche: Hier werden Herausforderungen analysiert, Diskrepanzen zwischen Erwartungen und Realität aufgezeigt und Lösungsansätze für die Personalpolitik erarbeitet.
4 Schlussfolgerungen und Ausblick: Das Fazit bewertet die Ergebnisse und gibt einen Ausblick auf notwendige strategische Anpassungen in der Branche.
Schlüsselwörter
Generation Z, Wirtschaftsprüfungsbranche, Fachkräftemangel, Arbeitgeberattraktivität, Personalpolitik, Lebensphasenorientierte Personalpolitik, Digitalisierung, Berufsstand, Wirtschaftsprüfer, Mitarbeiterbindung, Wertewandel, Karriereplanung, Unternehmenskultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit behandelt die Nachwuchssituation in der Wirtschaftsprüfungsbranche und die Notwendigkeit, Rahmenbedingungen an die Bedürfnisse der Generation Z anzupassen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Charakterisierung der Generation Z, die Analyse des aktuellen Wirtschaftsprüfer-Berufsbildes und die Entwicklung moderner personalpolitischer Ansätze.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie die Attraktivität der Branche für hochqualifizierte Fachkräfte aus der Generation Z erhöht werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse des aktuellen Forschungsstandes zu Generationen sowie gesetzlichen und branchenrelevanten Rahmenbedingungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Diskrepanzen zwischen den Erwartungen der jungen Generation und den Strukturen der Branche sowie mögliche Umsetzungsmöglichkeiten für Anpassungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Generation Z, Arbeitgeberattraktivität, Fachkräftemangel und Lebensphasenorientierte Personalpolitik.
Welche Rolle spielt die Digitalisierung für die Generation Z in dieser Branche?
Die Generation Z als „Digital Natives“ fordert moderne Kommunikationstools und digitales Arbeiten, was die Branche zwingt, Prozesse für die Zukunftsfähigkeit zu modernisieren.
Wie stehen die "Big Four" zur Generation Z?
Große Gesellschaften stehen vor der Herausforderung, ihre starren Karrierepfade wie das "Up-or-out"-Prinzip und die pyramidenförmige Struktur flexibler zu gestalten, um die junge Generation zu binden.
- Citar trabajo
- Sylvia Jürß (Autor), 2018, Die Generation Z in der Wirtschaftsprüfungsbranche, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/461700