Kritische Analyse des Leasings exemplarisch dargestellt an einem selbstgewählten Beispiel


Hausarbeit, 2019
27 Seiten, Note: 1,5

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen des Leasings
2.1 Historie und Begriffsklärung
2.2 Dreipunktbeziehung
2.3 Rechtsgrundlagen

3 Erscheinungsformen des Leasings
3.1 Operate Leasing
3.2 Financial Leasing
3.2.1 Vollamortisationsvertrag
3.2.2 Teilamortisationsvertrag
3.3 Sonderformen
3.3.1 Full-Service-Leasing
3.3.2 Sale-and-lease-back
3.3.3 Mietkauf

4 Leasingmarkt in Deutschland

5 Kritische Analyse – Leasing eine sinnvolle Finanzierungsalternative für ein mittelständisches Unternehmen
5.1 Vorteile des Leasings
5.2 Nachteile des Leasings
5.3 Begründung für die Wahl des Leasings als Finanzierungsalternative

6 Analyse der These: Leasing sichert die Liquidität eines Unternehmens

7 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1.1 Wurde Leasing in Ihrem Unternehmen in Betracht gezogen? (Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen, 2015)

Abbildung 4.1 Entwicklung der Leasinginvestition in Deutschland von 2006 bis 2017 in Mrd. Euro (Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen, 2018)

Abbildung 4.2 Entwicklung der Leasing-Quoten für Mobilien und Immobilien in Deutschland in den Jahren 2001 bis 2017 (Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen, 2018)

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Neben den klassischen Fremdfinanzierungsformen, hier sind vor allem mittel- und langfristige Bankdarlehen zu nennen, hat Leasing in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Unternehmen aller Größenklassen nutzen verstärkt Leasing als zusätzliche Finanzierungsalternative bei ihren Investitionsplänen. Wie in Abbildung 1.1 ersichtlich, gaben laut einer Umfrage aus dem Jahre 2015 des Bundesverbands Deutscher Leasing-Unternehmen 89 % der rund 1.000 befragten Unternehmen mit 50 bis 499 Mitarbeitern an, dass sie dem Leasing als Finanzierungsalternative offen gegenüberstehen und immer bis häufig oder zumindest sporadisch als Investitionsform in Betracht ziehen.1

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1.1 Wurde Leasing in Ihrem Unternehmen in Betracht gezogen? (Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen, 2015)

Unternehmen erwerben durch Leasing nicht direkt Eigentum an den jeweiligen Investitionsgütern, sondern sichern sich dadurch den Gebrauch dieser Objekte gegen Zahlung eines vorab definierten Nutzungsentgelts.2 Die Idee, auf die Nutzung und nicht auf das Eigentum abzustellen, hat ihren Ursprung in der Antike. Aristoteles definierte bereits im 4. Jahrhundert vor Christus, dass „Reichtum mehr im Gebrauchen besteht als im Besitzen.“3

Die im Rahmen dieser Hausarbeit von der Euro-FH aufgestellte These Leasing sichert die Liquidität eines Unternehmens (!?) ist ein beliebtes und viel genutztes Werbeargument der Leasingbranche. Im Rahmen dieser Ausarbeitung wird diese oft zitierte Aussage, wie auch das Finanz-Konstrukt Leasing an sich, kritisch analysiert. Beginnend mit grundlegenden Informationen zum Thema Leasing, wird anschließend ein Überblick über die Rechtsgrundlagen des Leasings gegeben. Im darauffolgenden Kapital 3 werden die unterschiedlichen Erscheinungsformen des Leasings kurz dargestellt und dabei insbesondere die grundlegenden Unterschiede der Leasingarten Operate-Leasing und Financial-Leasing aufgezeigt. In diesem Zusammenhang wird auch auf die Leasing-Sonderformen Full-Service-Leasing, Mietkauf und Sale-and-lease-back eingegangen. Im Anschluss leitet ein Blick auf den Leasingmarkt in Deutschland im Kapitel 4 auf die kritische Analyse in Kapitel 5 über, um dort zu beleuchten, ob Leasing eine sinnvolle Finanzierungsalternative für ein familiengeführtes mittelständisches Unternehmen ist. Anhand eines konkreten Beispiels, der Investition in ein neues Rechenzentrum, werden die Vor- und Nachteile des Leasings kritisch gegenübergestellt. Basierend auf den damit erlangten Erkenntnissen wird im Weiteren die vorab genannte These analysiert und entsprechend bewertet. Eine zusammenfassende Gesamtbetrachtung der erarbeiteten Ergebnisse beschließt diese Ausarbeitung.

2 Grundlagen des Leasings

Folgend soll die Historie, der Begriff Leasing an sich, sowie die Rechtsgrundlagen näher beleuchtet werden. Das Leasing stellt eine Variation der Fremdfinanzierung dar, welche vor allem in den letzten Jahren vermehrt an Gewichtung gewonnen hat.4 Bei dieser speziellen Finanzierungsform handelt es sich um eine Kombination aus einem Kauf- und einem Miet- bzw. Pachtvertrag. Der Vermieter bzw. Verpächter wird als Leasinggeber und der Mieter bzw. Pächter als Leasingnehmer bezeichnet. Dieses Kreditsubstitut ist typischerweise dadurch gekennzeichnet, dass der Leasinggeber, dies kann entweder eine Leasinggesellschaft (indirektes Leasing) oder aber auch ein Hersteller eines Wirtschaftsgutes (direktes Leasing) sein, dem Leasingnehmer ein bewegliches (Mobilienleasing) oder unbewegliches (Immobilienleasing) Wirtschaftsgut zur entgeltlichen Nutzung überlässt.5

2.1 Historie und Begriffsklärung

Steht eine Investitionsentscheidung für ein Unternehmen an, muss der Investor letztlich entscheiden, ob das Investitionsgut fremd- oder eigenfinanziert werden soll. Darüber hinaus ist durch den Investor ebenfalls zu prüfen, ob die Miete bzw. das Leasing des Investitionsguts aufgrund bestimmter Parameter sinnvoller ist als dessen käuflicher Erwerb.

Wie bereits in den einleitenden Worten erwähnt, hat der Grundgedanke der eigentumslosen Nutzung von Anlagegütern seinen Ursprung in der Antike.6 Mit der Deutschen Leasing GmbH wurde im Jahre 1962 die erste deutsche Leasinggesellschaft gegründet, wodurch sich die Idee des eigentumslosen Gebrauchs auch in Deutschland nach und nach durchsetzen konnte und mittlerweile eine viel genutzte Alternative zu den klassischen Finanzierungsformen ist.

Der Begriff Leasing kann aus dem Englischen abgeleitet werden, in dem lease bzw. to lease so viel bedeutet wie Miete[7] oder Pacht[8] bzw. „vermieten“ oder „verpachten“. Allgemein ist unter Leasing im deutschen Sprachgebrauch die Vermietung oder auch die Verpachtung von Investitionsgütern zur Nutzung gegen eine vorab bestimmte Vergütung zu verstehen. 9 An dieser Stelle ist jedoch festzuhalten, dass weder eine abschließende juristische, noch eine eindeutige betriebswirtschaftliche Definition des Begriffs Leasing im deutschen Sprachgebrauch vorhanden ist.

2.2 Dreipunktbeziehung

Im Gegensatz zu einer klassischen Kreditfinanzierung, bei welcher sich direkte bzw. unmittelbare Vertragskonstellationen zwischen den beteiligten Parteien bilden, entstehen bei einer Leasingfinanzierung komplexe und mehrstufige Rechtsverhältnisse zwischen den drei beteiligten Parteien (Lieferant, Leasingnehmer und Leasinggeber). Sobald sich der Investor während der finalen Vertragsverhandlungen - spätestens jedoch danach - über das Investitionsgut mit dem Lieferanten für eine Leasingfinanzierung entschieden hat, weist der Investor eine Leasinggesellschaft (Leasinggeber) an, in den mit dem Lieferanten geschlossenen Kaufvertrag einzutreten. Häufig wird diese Leasinggesellschaft unmittelbar durch den Lieferanten vermittelt. Somit erwirbt nicht der Investor (Leasingnehmer), sondern die Leasinggesellschaft (Leasinggeber) das Eigentum am Investitionsgut. Anschließend schließt die Leasinggesellschaft (Leasinggeber) mit dem Investor, dem künftigen Leasingnehmer, einen Leasingvertrag, der die Nutzungsüberlassung auf Zeit gegen ein monatliches Entgelt am Leasinggut regelt. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Leasinggesellschaft in das Kaufvertragsverhältnis zwischen dem Lieferanten und dem Investor (Leasingnehmer) eintritt, wodurch der Leasingnehmer einerseits aus diesem Kaufvertragsverhältnis ausscheidet und andererseits ein Vertragsverhältnis mit der Leasinggesellschaft durch Abschluss eines Leasingvertrages eingeht.10 In der Literatur wird diese Vertragskonstellation als sogenannte „ Dreipunktbeziehung“[11] bezeichnet.

2.3 Rechtsgrundlagen

In Deutschland ist das Leasing weder in der Gesetzgebung geregelt noch gibt es eine rechtliche Definition hierfür. Grundsätzlich ist ein Leasingvertrag zivilrechtlich betrachtet als ein Mischvertrag anzusehen. In Leasingverträgen finden sich Eigenschaften des Mietvertrags, dieser ist in den §§ 535-597 BGB geregelt, wie auch Eigenschaften des Kaufvertrags der in den §§ 433-515 BGB geregelt ist. Primär kommen bei derartigen Vertragskonstellationen mietrechtliche Regelungen in Betracht, jedoch sind diese je nach vertraglicher Ausgestaltung im konkreten Fall separat im Detail zu beleuchten.12

An dieser Stelle sei auch erwähnt, dass „das Leasing kein Bankgeschäft im Sinne des §1 KWG ist.“13

3 Erscheinungsformen des Leasings

Am Finanzierungsmarkt gibt es mittlerweile eine Reihe unterschiedlichster Leasingarten in den verschiedensten Ausgestaltungen14. Vorliegende Arbeit konzentriert sich auf die finanzwirtschaftliche Perspektive. Diese unterscheidet grundsätzlich zwischen den beiden Modellen Operate Leasing und Financial Leasing.15 Nachfolgend werden diese beiden Grundformen sowie gängige Sonderformen vorgestellt.

3.1 Operate Leasing

Das Operate Leasing, auch Operating-Leasing oder Gebrauchsleasing genannt, ist fast nicht von einem Mietvertrag im Sinne der §§ 535 ff. BGB abzugrenzen.16 Hier steht vor allem die kurzfristige Nutzung sowie die Vermietung des Anlageguts durch den Leasinggeber im Vordergrund und nicht die Finanzierung des Leasinggegenstandes.17 Zu den wichtigsten Merkmalen dieser Leasingform zählen zum einen die entweder unbestimmten oder sehr kurzen Vertragslaufzeiten, die zwischen nur wenigen Stunden, Tagen und Monaten variieren können. Üblicherweise wird diese Art von Verträgen für nicht länger als zwölf Monate vereinbart.18 Zum anderen ist für diese Leasingform ein ständiges Kündigungsrecht prägend, mindestens jedoch eine vereinfachte Kündigungsmöglichkeit sowohl für den Leasingnehmer als auch den Leasinggeber unter Einhaltung vorab definierter Kündigungsfristen.19 Weiter bleibt auch das wirtschaftliche Risiko bzw. das Objektrisiko beim Leasinggeber. Er trägt somit die Gefahr der technischen Überalterung des Leasingobjekts und des Diebstahls sowie technischer Defekte oder eventueller Beschädigungen. Auch die Service- und Kundendienstpflichten verbleiben beim Leasinggeber.20 Da dieser aufgrund der kurzen Vertragslaufzeiten, das Leasinggut mehrmals vermieten muss um wirtschaftlich bzw. profitabel zu sein, spricht man hier auch von Second-Hand-Leasing21. Aufgrund dessen ist der Leasinggeber besonders an einem guten Erhaltungszustand des Leasingobjekts interessiert und zudem sind auch nur Leasingobjekte mit einer hohen Drittverwendungsmöglichkeit für diese Leasingform geeignet.22 Hierfür kommen vor allem neben Büro- und Wohnkomplexen, Standard-Industriehallen wie auch jegliche Art von Fahrzeugen in Frage.23 Das Operate Leasing kommt vor allem dann für Unternehmen in Frage, wenn sich die Eigeninvestition in das Leasingobjekt aufgrund einer geplanten kurzfristigen Nutzung nicht lohnt.24 Diese Form des Leasings ist als eine Investitionsalternative zu bezeichnen, da der Leasinggeber als Käufer in Erscheinung tritt. Im Gegensatz hierzu handelt es sich bei dem im nachfolgenden Abschnitt dargestellten Financial-Leasing um ein klassisches Kreditsubstitut als Alternative zu den Bankdarlehen.25

[...]


1 Vgl. Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen, 2015

2 Vgl. Grundmann, W., 2013, S. 3

3 Aristoteles, n.d., 1361a (I, 5-7), S. 25f

4 Vgl. Weber, W. et. al., 2018, S. 293

5 Vgl. Grill, W. et. al., 2004, S. 446 f.

6 Vgl. Wöhe, G. et al., 2011, S. 318

7 Definition Miete: Doppelschuldverhältnis, bei dem der Vermieter dem Mieter den Mietgegenstand zur Nutzung überlässt und dafür einen Mietzins erhält. (Vgl. Schneck, O., 2015, S. 640)

8 Definition Pacht: Dauerschuldverhältnis, bei dem der Verpächter dem Pächter den Pachtgegenstand zur Nutzung und zur Erzielung von Erträgen überlässt und dafür einen Pachtzins erhält. (Vgl. ebd. S. 691)

9 Vgl. Becker, H.P. et al., 2016, S.212

10 Vgl. Grundmann, W., 2013, S. 35 f.

11 ebd., S. 35

12 Vgl. Elsner, H. et al., 2008, S. 151

13 Grill, W. et al., 2004, S. 446

14 Vgl. Becker, H.P. et. al., 2018, S. 214

15 Vgl. Elsner, H. et. al., 2008, S. 152

16 Vgl. Grundmann, W. 2013, S. 7

17 Vgl. Grundmann, W. 2013, S. 8

18 Vgl. Grill, W. et al., 2004, S.446

19 Vgl. Becker, H.P. et. al., 2018, S. 212f

20 Vgl. ebd., S. 213

21 Vgl. Elsner, H. et. al., 2008, S. 153

22 Vgl. ebd., S. 153

23 Vgl. ebd., S. 153

24 Vgl. Grundmann, W., 2013, S. 8

25 Vgl. Elsner, H. et. al., 2008, S. 153

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Kritische Analyse des Leasings exemplarisch dargestellt an einem selbstgewählten Beispiel
Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg
Note
1,5
Autor
Jahr
2019
Seiten
27
Katalognummer
V461740
ISBN (eBook)
9783668918528
ISBN (Buch)
9783668918535
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Leasing, BWL, Analyse, Kreditgeschäft
Arbeit zitieren
Roland Mittermeier (Autor), 2019, Kritische Analyse des Leasings exemplarisch dargestellt an einem selbstgewählten Beispiel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/461740

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