Diese Arbeit beschäftigt sich mit Armut und den verschiedenen Ursachen und Wirkungen von Armut auf Erwachsene und deren Kinder.
Die Arbeit bietet zunächst einen Überblick über die verschiedenen Definitionen von Armut, um daraufhin eine Grundlage für den weiteren Verlauf der Arbeit zu schaffen. Dies wird durch eine Festlegung auf eine Definition von Armut erfolgen. Darüber hinaus wird die Armutsentwicklung in den letzten Jahrzehnten in Deutschland veranschaulicht. Danach wird die theoretische Grundlage von Bourdieu geschaffen, indem seine Theorien zu den Kapitalformen und dem Habitus erläutert werden. Es folgt eine genaue Darstellung der Ursachen von prekären Lebenslagen. Dabei werden verschiedene Dimensionen dieser aufgezeigt und analysiert. Als nächstes rücken die Auswirkungen von prekären Lebenslagen in den Vordergrund, dabei wird zwischen Erwachsenen und Kindern unterschieden. Bei den Erwachsenen werden die Dimensionen Einkommensarmut, soziale Separation und die Situation zwischen Gesundheit und Krankheit beschrieben. Dies wird in Anlehnung an Bourdieu erfolgen. Bei der Analyse der verschiedenen Dimensionen bei den Kindern wird sich ebenfalls auf Bourdieu berufen. Die Ebenen bei den Kindern sind: Eltern als Vorbild, wohnliche Segregation, Entwicklung sowie der Bildungstrichter und Nachhilfe. Als Lösungsmöglichkeiten dient das nächste Kapitel, da hier nach den Kapitalformen die möglichen Lösungen, die bereits bestehen, ausgearbeitet werden, die an die vorigen Kapitel anknüpfen. Zum Schluss wird ein Fazit gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Armut
2.1 Erläuterung von Armut
2.2 Armutsentwicklung in Deutschland in den letzten Jahrzehnten
3. Erklärungsansatz von Pierre Bourdieu
3.1 Kapitalarten
3.2 Habitus
4. Prekäre Lebenslagen als Ursache für Armut
4.1 Atypische Beschäftigung
4.2 Familiäre Umstände
4.3 Persönliche Umstände
5. Auswirkungen von prekären Lebenslagen nach dem Ansatz von Pierre Bourdieu
5.1 Erwachsene
5.1.1 Einkommenssituation
5.1.2 Soziale Separation
5.1.3 Zwischen Gesundheit und Krankheit
5.2 Kinder/ Jugendliche als Betroffene von prekären Lebenslagen
5.2.1 Eltern als Vorbild
5.2.2 Wohnliche Segregation
5.2.3 Entwicklung bei Kindern/ Jugendlichen
5.2.4 Bildungstrichter und Nachhilfe
6. Lösungsmöglichkeiten nach Bourdieu
6.1 Ökonomisches Kapital
6.2 Kulturelles Kapital
6.3 Soziales Kapital
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Mechanismen der generationsübergreifenden Armut in Deutschland. Das zentrale Ziel ist es, zu klären, ob Armut von den Eltern an ihre Kinder vererbt wird, wobei insbesondere die Auswirkungen prekärer Lebenslagen auf verschiedene Generationen im Fokus stehen. Dabei wird untersucht, wie soziale Ungleichheit durch den Erklärungsansatz von Pierre Bourdieu – unter Nutzung der Konzepte von Kapitalarten und Habitus – theoretisch und praktisch nachvollziehbar gemacht werden kann.
- Ursachen und Entwicklung der Armut in Deutschland
- Die Habitustheorie und Kapitalformen von Pierre Bourdieu als analytischer Rahmen
- Einfluss prekärer Lebenslagen auf Erwachsene und deren Kinder
- Bildungsungleichheit als Faktor der sozialen Reproduktion
- Bestehende Lösungsansätze und Interventionen
Auszug aus dem Buch
3.1 Kapitalarten
Zunächst werden die verschiedenen Kapitalformen nach Pierre Bourdieu erläutert. Seine Kapitaltheorie besteht aus dem ökonomischen, kulturellen und sozialen Kapital. Zu Beginn wird dargestellt, was das ökonomische Kapital ist. Diese Form des Kapitals kann direkt und unmittelbar in Geld konvertiert werden, da es selbst aus wirtschaftlichem Kapital entstanden ist. Das ökonomische Kapital eignet sich zudem besonders gut zur Institutionalisierung, beispielsweise zum Kauf eines Hauses oder dergleichen, also zu allem, was man in Form von Geld erwerben kann (vgl. Bourdieu 1983, 185). Ein weiteres Merkmal von ökonomischem Kapital ist, dass durch dieses die anderen Kapitalarten erworben werden können, was durch einen mehr oder weniger großen Aufwand an Transformationsarbeit geschehen kann (vgl. ebd., 195).
Im Nachfolgenden wird beschrieben, was man unter kulturellem Kapital versteht. Kulturelles Kapital kann in drei Formen existieren: In einem inkorporierten, objektivierten und institutionalisierten Zustand. Beim inkorporierten Zustand handelt es sich um dauerhafte Dispositionen des Organismus, also um Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse. Damit ist die Akkumulation von Kultur in korporiertem Zustand gemeint, also in Bildung. Somit setzt inkorporiertes Kapital einen Verinnerlichungsprozess voraus. Hierbei geht es um die Aneignung von Bildungskapital, welches man sich nur selbst aneignen kann und nicht durch einen Fremden übernommen werden kann (vgl. Bourdieu 2001, 113 f.). Beim zweiten Zustand vom kulturellen Kapital handelt es sich um die Objektivierung (vgl. ebd., 113). Dieses ist „(…) in Form von kulturellen Gütern, Bildern, Büchern, Lexika, Instrumenten oder Maschinen, in denen bestimmte Theorien und deren Kritik, Problematiken usw. Spuren hinterlassen oder sich verwirklicht haben“ (Bourdieu 2001, 113), vorhanden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der generationsübergreifenden Armut in Deutschland ein, benennt die Brisanz des Themas und definiert die zentrale Forschungsfrage sowie das hermeneutische Vorgehen der Arbeit.
2. Armut: In diesem Kapitel wird der Begriff der Armut definiert, zwischen verschiedenen Armutsvarianten unterschieden und die Armutsentwicklung in Deutschland seit der Wiedervereinigung, inklusive Kinder- und Jugendarmut, aufgezeigt.
3. Erklärungsansatz von Pierre Bourdieu: Dieses Kapitel erläutert Bourdieus Theorien zu den Kapitalarten (ökonomisches, kulturelles, soziales Kapital) und zum Habitus, die als theoretische Basis für die Analyse sozialer Ungleichheit dienen.
4. Prekäre Lebenslagen als Ursache für Armut: Der Fokus liegt hier auf atypischer Beschäftigung, familiären sowie persönlichen Umständen als Ursachen für prekäre Lebenslagen, wobei deren Zusammenhang mit Armutsrisiken analysiert wird.
5. Auswirkungen von prekären Lebenslagen nach dem Ansatz von Pierre Bourdieu: Hier werden die Auswirkungen der Armut differenziert nach Erwachsenen (Einkommen, soziale Separation, Gesundheit) und Kindern (Elternhaus, Segregation, Entwicklung, Bildung) untersucht.
6. Lösungsmöglichkeiten nach Bourdieu: Das Kapitel diskutiert staatliche und bürgerschaftliche Lösungsansätze für die drei Kapitalformen, um Armut zu lindern oder zu vermeiden, und bewertet deren Wirksamkeit.
7. Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse der Analyse zusammen und reflektiert, dass Armut ein komplexes Phänomen ist, das durch das Zusammenspiel vieler Faktoren verfestigt wird.
Schlüsselwörter
Generationsübergreifende Armut, Pierre Bourdieu, Kapitalarten, Habitus, prekäre Lebenslagen, relative Armut, Bildungschancen, soziale Ungleichheit, Kinderarmut, soziale Reproduktion, Alltagskompetenz, soziale Segregation, Armutsprävention, Sozialisation, Lebensverhältnisse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Situation der generationsübergreifenden Armut in Deutschland und untersucht, inwiefern Armut von einer Generation auf die nächste übertragen wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Armutsursachen, die Rolle prekärer Lebenslagen, Bildungschancen und die Anwendung der soziologischen Theorien von Pierre Bourdieu auf diese Problematiken.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es zu ergründen, ob Armut der Eltern an ihre Kinder vererbt wird und welche Rolle hierbei das familiäre und soziale Umfeld spielt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit ist eine literaturbasierte Untersuchung, die das hermeneutische, also quellenanalytische Vorgehen nutzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert auf Basis von Bourdieus Kapital- und Habitustheorie die Ursachen und Auswirkungen prekärer Lebenslagen auf Erwachsene und Kinder sowie bestehende Lösungsansätze.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Generationsübergreifende Armut, Pierre Bourdieu, Kapitalarten, Habitus, prekäre Lebenslagen und soziale Ungleichheit.
Welche Rolle spielt die Bildung für die Generationenfolge?
Bildung wirkt als zentrale Variable der sozialen Reproduktion, da das Elternhaus durch die Vermittlung von inkorporiertem kulturellem Kapital und Erziehungszielen maßgeblich über den Bildungserfolg und somit den sozialen Aufstieg oder Abstieg der Kinder entscheidet.
Warum wird das Konzept der „Alltagskompetenz“ untersucht?
Alltagskompetenz wird als Teil des Humanvermögens betrachtet; ihr Fehlen gilt als prägendes Merkmal bei Familien in verwalteter Armut, während ihre Stärkung als Ansatzpunkt für Armutsprävention und Alltagsbewältigung dient.
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- Nadine Huber (Author), 2018, Generationsübergreifende Armut. Eine Analyse der Situation in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/461780