„Pferdesport - das stille Leiden der Pferde“, ein Titel, den die weltweit größte Tierschutzorganisation PETA auf ihrer Internetseite für einen ihrer Artikel nutzt. In dem genannten Artikel werden nur negative Darstellungen verschiedener Reitsportdisziplinen aufgelistet. Ausdrücke und Formulierungen wie „Pferde werden zu Sportgeräten 'degradiert' und müssen 'funktionieren'“ oder auch „Kommt es beim Sprung über ein Hindernis zum Sturz und zu einer Fraktur des Pferdebeines, ist das Tier für den Sport 'unbrauchbar' und wird häufig zum Schlachter gebracht.“ Eine Häufung von dramatisierten Darstellungen, mit denen man den Reitsport so nicht verallgemeinern kann. Die Aussagen können an Beispielen nachvollzogen werden, spiegeln aber nicht den Alltag des Reitsports wieder.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Schmerzen in der Ausbildung
3. Dressurreiten ist unnatürlich
4. Das rittige und durchlässige Pferd
5. Kommunikation mit dem stillen Pferd (Fazit)
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht kritisch die Vorwürfe der Tierschutzorganisation PETA gegenüber dem Pferdesport, insbesondere im Bereich der Dressur, und stellt diese einer differenzierten sport- und tierethischen Perspektive gegenüber, die auf harmonischer Kommunikation basiert.
- Tierethische Analyse der Ausbildungsmethoden im Pferdesport
- Kritische Auseinandersetzung mit Vorwürfen der Unnatürlichkeit und Tierquälerei
- Bedeutung von Kommunikation und Vertrauen zwischen Mensch und Tier
- Rolle von Ausbildungskonzepten und der Verantwortung des Reiters
Auszug aus dem Buch
Das rittige und durchlässige Pferd
„Durch reiterliche Hilfen soll das Pferd 'rittig' und 'durchlässig' gemacht werden.“, schreibt die PETA-Redaktion im Artikel. An dieser Stelle müssen zuerst einmal die Begriffe Rittigkeit und Durchlässigkeit geklärt werden. Wie zuvor genannt, sollte sich bei der Ausbildung eines Reitpferdes an der Ausbildungsskala orientiert werden. Die einzelnen Ausbildungsziele eines Pferdes nach der Ausbildungsskala (Takt, Losgelassenheit, Anlehnung, Schwung, Geraderichten und Versammlung) bauen aufeinander auf. Als oberstes Ziel steht die Durchlässigkeit. Ein durchlässiges Pferd ist einfach nur ein Pferd, welches gelernt hat die Kommandos seines Reiters zu verstehen. Die von PETA vorgeworfene Rittigkeit ist im Reitsport verstanden als innere und äußere Merkmale des Pferdes. Als inneres Merkmal ist zum Beispiel die Tragbereitschaft eines Pferdes zu verstehen. Und ein äußeres Merkmal gehört zum Körperbau, wie ein gerader Rücken oder ähnliches.
Eigentlich sind somit Rittigkeit und Durchlässigkeit als Voraussetzung und Ziel einen guten Reitpferdes zu sehen. Beim Reiten kommuniziert der Reiter mit dem ganzen Körper zu seinem Pferd. Die sogenannten „Hilfen“ werden in folgende Gruppen unterteilt: Gewichts-, Schenkel- und Zügelhilfe. Hinzu kommt die Stimme und erlaubte Hilfsmittel, wie die Gerte und Sporen. Bei den Gewichtshilfen kann der Reiter durch leichte Verlagerung seines Gewichts das Pferd bei einigen Lektion unterstützen. Zum Beispiel beim Angaloppieren. Mit den Schenkelhilfen übt der Reiter Druck mit der Wade auf die Seite des Pferdes aus. Dadurch lässt es sich lenken und führen. Es wird unterschieden zwischen „vorwärts treibenden“, „vorwärts-seitwärts treibenden“, und „verwahrenden“ Hilfen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die kritische Haltung von PETA gegenüber dem Pferdesport und hinterfragt die Verallgemeinerung von Einzelfällen durch eine ethische Betrachtung der tierischen Bedürfnisse und der Notfallmedizin.
2. Schmerzen in der Ausbildung: Dieses Kapitel thematisiert den Vorwurf schmerzhafter Ausbildungsmethoden und stellt diesem das Konzept des "Pferdeflüsterers" sowie moderne Ansätze einer schmerzfreien Kommunikation, wie das "Natural Horsemanship", gegenüber.
3. Dressurreiten ist unnatürlich: Hier wird der Einwand entkräftet, dass Dressurlektionen unnatürlich seien, indem verdeutlicht wird, dass diese auf natürlichen Bewegungsabläufen des Pferdes basieren und eine fachgerechte Ausbildung voraussetzen.
4. Das rittige und durchlässige Pferd: Dieses Kapitel definiert die Fachbegriffe Rittigkeit und Durchlässigkeit, erklärt die reiterlichen Hilfengebung und setzt sich kritisch mit dem potenziellen Missbrauch von Hilfsmitteln wie Zügeln und Sporen sowie der Problematik der "Rollkur" auseinander.
5. Kommunikation mit dem stillen Pferd (Fazit): Das Fazit betont, dass der Reitsport auf einer harmonischen Partnerschaft basieren muss, bei der das Pferd nicht als Sportgerät degradiert wird, sondern als Lebewesen mit individuellen Bedürfnissen zu behandeln ist.
Schlüsselwörter
Pferdesport, Tierethik, Sportethik, PETA, Dressurreiten, Kommunikation, Rittigkeit, Durchlässigkeit, Natural Horsemanship, Ausbildungsskala, Rollkur, Tierwohl, Reitsport, Hilfengebung, Sportpartner.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die ethische Berechtigung des Pferdesports unter Berücksichtigung von Tierschutzbedenken und plädiert für einen respektvollen Umgang zwischen Mensch und Tier.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die Ausbildungsmethoden, die Natur des Pferdes, die Kommunikation zwischen Reiter und Pferd sowie die Kritik an Missbrauchspraktiken.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die einseitige Kritik von Organisationen wie PETA durch eine differenzierte Argumentation aus der Sicht des verantwortungsbewussten Reitsports zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine essayistische Auseinandersetzung, die auf Literaturrecherche, sportethischen Grundlagen und Erfahrungen aus der Reitlehre basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden spezifische Vorwürfe wie Schmerzen in der Ausbildung, die Unnatürlichkeit von Dressurlektionen sowie die korrekte Hilfengebung detailliert besprochen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Pferdesport, Tierethik, Kommunikation, Rittigkeit, Ausbildungsskala und Tierwohl.
Wie definiert der Autor das Konzept der Rollkur?
Der Autor bezeichnet die Rollkur (Hyperflexion) als eine Form von Machtmissbrauch, die den Kopf des Pferdes zwanghaft zur Brust zieht und somit die Kommunikation und das Wohlbefinden des Tieres massiv schädigt.
Warum wird im Dokument das Natural Horsemanship erwähnt?
Es dient als Gegenbeispiel zu einer als schmerzhaft empfundenen Ausbildung, um zu zeigen, dass eine auf Vertrauen basierende Kommunikation zwischen Mensch und Pferd möglich und erstrebenswert ist.
- Citation du texte
- Rebecca Czayka (Auteur), 2019, Pferdesport. Das stille Leiden der Pferde, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/461790