Warum bietet sich der Einsatz einer BSC in diesem Fall besonders an? Was spricht gegen ein traditionelles Kennzahlensystem?
Um diese Frage zu beantworten, erörtern wir zunächst: Was sind eigentlich Kennzahlen? Kennzahlen sind zuallererst Rechengrößen, die einen bestimmten betriebswirtschaftlich relevanten Sachverhalt illustrieren. Es gibt absolute Kennzahlen - zum Beispiel Umsatz - oder relative Kennzahlen - zum Beispiel die später noch zu behandelnde Eigenkapitalquote, die sich aus dem Verhältnis vom Eigen- zum Gesamtkapital des Unternehmens ergibt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einsatz der Balanced Scorecard (BSC)
1.1 Vorteile und Eignung
1.2 Grundlagen der Balanced Scorecard
1.3 Die Balanced Scorecard als strategisches Managementsystem
2 Besonderheiten im Kontext einer Non-Profit-Organisation (NPO)
2.1 Vorteile des Einsatzes der BSC bei einer NPO
2.2 Eventuelle Vorteile der Klinik Wanderdüne als NPO
3 Kennzahlen
3.1 Anlagenintensität
3.2 Eigenkapitalquote
3.3 Vergleichsparameter
4 Portfolioentwicklung
4.1 Zielbildungsprozess
4.2 Portfoliogestaltung und -diskussion
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendung strategischer Managementinstrumente, insbesondere der Balanced Scorecard (BSC) und der Portfolioanalyse, im spezifischen Kontext einer Non-Profit-Organisation (NPO), exemplifiziert am Fallbeispiel der Klinik Wanderdüne. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie diese Instrumente trotz der Besonderheiten gemeinnütziger Strukturen zur zukunftsorientierten Unternehmenssteuerung beitragen können.
- Grundlagen und strategische Relevanz der Balanced Scorecard
- Herausforderungen der Unternehmenssteuerung in Non-Profit-Organisationen
- Einsatz von Kennzahlensystemen zur proaktiven Steuerung
- Methodik des Zielbildungsprozesses (SMART-Ansatz)
- Strategische Portfolioanalyse zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit
Auszug aus dem Buch
1.1 Vorteile und Eignung
Um diese Frage zu beantworten, erörtern wir zunächst: Was sind eigentlich Kennzahlen? Kennzahlen sind zuallererst Rechengrößen, die einen bestimmten betriebswirtschaftlich relevanten Sachverhalt illustrieren. Es gibt absolute Kennzahlen - zum Beispiel Umsatz - oder relative Kennzahlen - zum Beispiel die später noch zu behandelnde Eigenkapitalquote, die sich aus dem Verhältnis vom Eigen- zum Gesamtkapital des Unternehmens ergibt.
Ein Kennzahlensystem ist die Zusammenfassung mehrerer gleichartiger Kennzahlen, die einen Unternehmensbereich charakterisieren. Die klassischen Kennzahlensysteme haben im vorliegenden Fall zu Tage gefördert, dass beispielsweise die Auslastung zurückgeht. Des Weiteren haben sie auch gezeigt, dass sowohl Küche als auch Wäscherei nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden. Dies alles sind Erkenntnisse aus retrospektiven Betrachtungen.
Die reine Rückschau greift hier jedoch zu kurz, da sich aus den gewonnenen Kennzahlen ergibt, dass für die Zukunft etwas geändert werden muss und klassische Kennzahlensysteme sich nicht für eine proaktive Maßnahmenableitung eignen, da sie aufgrund des retrospektiven Charakters nicht die Zukunft, sondern die Vergangenheit beleuchten. Der Einsatz der BSC muss hier also nicht alternativ, sondern komplementär geplant werden.
Ein weiterer relevanter Aspekt ist, dass Kennzahlen immer nur einen isolierten Sachverhalt betrachten, die BSC hingegen vier Dimensionen, wie unten näher erläuterten.
Aufgrund der beiden wesentlichen Aspekten - Zukunftsausrichtung und mehrdimensionale Betrachtung - bietet sich die Verwendung der BSC in diesem Fall besonders an.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einsatz der Balanced Scorecard (BSC): Dieses Kapitel analysiert die Grenzen klassischer, retrospektiver Kennzahlensysteme und begründet, warum die Balanced Scorecard als komplementäres, zukunftsorientiertes Steuerungsinstrument zu bevorzugen ist.
2 Besonderheiten im Kontext einer Non-Profit-Organisation (NPO): Hier wird die Eignung der BSC für gemeinnützige Institutionen beleuchtet und anhand des Beispiels der Klinik Wanderdüne dargelegt, wie trotz NPO-Struktur ein erfolgreiches Agieren am Markt möglich ist.
3 Kennzahlen: Das Kapitel widmet sich der Bedeutung spezifischer Kennzahlen wie der Anlagenintensität und der Eigenkapitalquote sowie der Notwendigkeit sinnvoller Vergleichsparameter für die betriebswirtschaftliche Steuerung.
4 Portfolioentwicklung: Es wird der Prozess der Zielbildung erläutert und eine Portfolioanalyse erstellt, um durch strategische Geschäftseinheiten (SGE) die zukünftige Ausrichtung und Diversifizierung der Klinik zu planen.
Schlüsselwörter
Balanced Scorecard, NPO, Klinik, Kennzahlen, Strategie, Unternehmenssteuerung, Portfolioanalyse, Zielbildungsprozess, SMART-Ansatz, Wettbewerbsfähigkeit, Diversifizierung, Non-Profit-Organisation, Marktanteil, Managementinstrumente, Wirtschaftlichkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die strategische Steuerung von Non-Profit-Organisationen durch betriebswirtschaftliche Instrumente wie die Balanced Scorecard und die Portfolioanalyse am Beispiel einer Klinik.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die strategische Unternehmensplanung, der Einsatz von Kennzahlensystemen, die Besonderheiten gemeinnütziger Organisationen sowie die methodische Portfolioentwicklung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, die Anwendbarkeit moderner Managementinstrumente auf eine Klinik zu prüfen, um deren Zukunftsfähigkeit in einem schrumpfenden Markt zu sichern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse zur Theoriebildung sowie die Fallstudienmethode, um das Modell der Balanced Scorecard und der Boston-Consulting-Group-Matrix auf die Klinik Wanderdüne anzuwenden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Vorteile der BSC gegenüber klassischen Kennzahlen, die Besonderheiten der NPO-Steuerung und anschließend konkrete Kennzahlen sowie eine Portfolioanalyse für das untersuchte Krankenhaus erörtert.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Die wichtigsten Begriffe sind Balanced Scorecard, NPO-Management, Kennzahlensysteme, strategische Geschäftseinheiten (SGE) und der SMART-Ansatz zur Zielformulierung.
Warum ist die Balanced Scorecard für eine Klinik als NPO besonders relevant?
Da NPOs nicht nur auf Gewinnmaximierung ausgerichtet sind, ermöglicht die BSC durch ihre mehrdimensionale Betrachtungsweise (Finanzen, Kunden, Prozesse, Mitarbeiter) eine ausgewogene Steuerung, die auch soziale Wirkungen berücksichtigt.
Welche Rolle spielt die Portfolioanalyse für die Klinik Wanderdüne?
Die Portfolioanalyse hilft, die verschiedenen medizinischen und wirtschaftlichen Leistungen (SGE) zu bewerten, um strategische Maßnahmen wie Diversifizierung oder Outsourcing sinnvoll zu priorisieren.
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- Oliver Seebass (Autor), 2013, Allgemeine BWL. Balanced Scorecard und andere Instrumente im Gesundheitswesen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/461810