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Religiosität und politische Einstellungen evangelikaler Studierender in Freiburg

Title: Religiosität und politische Einstellungen evangelikaler Studierender in Freiburg

Bachelor Thesis , 2017 , 59 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Timon Renz (Author)

Sociology - Religion
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Diese Arbeit untersucht Religiosität und politische Einstellungen evangelikaler Studierender in Freiburg. Im deutschen protestantischen Fundamentalismus und Evangelikalismus entwickelten sich in den vergangenen Jahrzehnten immer radikalere politische Forderungen, die vermehrt in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Die vorliegende Arbeit leistet einen Beitrag zur quantitativen Religionsforschung und empirischen Politikwissenschaft zugleich, indem sie N=277 BWL-, Theologie- und evangelikale Studierende an der Universität Freiburg zu Religiosität und politischen Einstellungen befragte. Der Gruppenvergleich zeigt, dass Studierende aus dem evangelikalen Spektrum und mit hoher Religiosität signifikant unterschiedliche politische Einstellungen als andere Studierende gleichen Alters haben.

Folgende Fragen stehen im Mittelpunkt der nachfolgenden Kapitel: Wie beeinflussen religiöse Einstellungen, oder allgemein gesprochen die Religiosität, politische Einstellungen und Überzeugungen? Es wird somit auf einer Individualebene gearbeitet, Verbände, Institutionen oder Kirchen spielen erst einmal keine Rolle. Trotzdem wird die Hypothese aufgestellt, dass Mitglieder evangelikaler Gruppen von nicht-evangelikalen Gruppen verschiedene Religiositätsniveaus annehmen und hierdurch auch andere politische Einstellungen und Überzeugungen entwickeln. Wie sieht dieser Zusammenhang dann im Evangelikalismus aus? Gibt es signifikante Unterschiede der Einflussstärke der Religiosität auf politische Einstellungen, wenn man verschiedene Gruppen vergleicht? Oder spielt dies keine Rolle? Sind Evangelikale ähnlich wie Nicht-Evangelikale? Und was für konkrete politische Forderungen ergeben sich als Konsequenz aus Sicht der Evangelikalen aus den Zusammenhängen?

Um diese Fragen adäquat zu beantworten, wird wie folgt vorgegangen: Kapitel 2 gibt einen kurzen Überblick über das Phänomen der Religion und wie es in der Politikwissenschaft betrachtet wird. Der Evangelikalismus in Deutschland und seine politischen Ansichten werden näher in Kapitel 3 beleuchtet. Kapitel 4 handelt dann von der empirischen Arbeit. Neben Fragen der Datensammlung oder des Untersuchungsdesigns werden hier auch die Ergebnisse der standardisierten Befragung (N = 277) präsentiert. Wie noch näher in Kapitel 4 erläutert werden wird, handelt es sich bei den Befragten um Studierende der Universität Freiburg. Die Diskussion der Resultate wird in Kapitel 5 vorgenommen. Kapitel 6 beendet die Arbeit mit einem Fazit und Ausblick.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Religion in der Politikwissenschaft

2.1 Betrachtungsweisen von Religion und Politik

2.2 Zum Begriff der Religion und Religiosität

3 Evangelikalismus und Politik in Deutschland

3.1 Der Begriff des Evangelikalismus

3.2 Die evangelikale Bewegung in Deutschland

3.3 Politik und Evangelikalismus in Deutschland

4 Empirischer Teil

4.1 Fragestellung

4.2 Datensammlung

4.3 Das Untersuchungsdesign

4.4 Der Fragebogen

4.5 Deskriptive Darstellung

4.6 Ergebnisse

5 Diskussion

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Religiosität und politischen Einstellungen am Beispiel von Studierenden der Universität Freiburg, um die Relevanz religiöser Faktoren in der empirischen Politikwissenschaft aufzuzeigen und die Entkopplungsthese zu hinterfragen.

  • Quantitative Analyse religiöser und politischer Einstellungen bei Studierenden
  • Vergleich der politischen Positionierung evangelikaler Gruppen mit anderen Studierenden
  • Anwendung der Post-Critical-Belief-Skala (PCBS) in der Religionspsychologie
  • Zusammenhang zwischen fundamentalistischen Weltanschauungen und Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit
  • Einfluss politischer Präferenzen auf das Meinungsspektrum

Auszug aus dem Buch

2.1 Betrachtungsweisen von Religion und Politik

Geht man von einem Schichtenmodell der Politik aus (Patzelt 2007: 47), lässt sich der Einfluss der Religion auf die Politik grob auf drei Ebenen beschreiben: Auf einer Mikroebene können religiöse Werte, Überzeugungen und Einstellungen der Politiker einen immensen Einfluss auf ihr Stimmverhalten in den Gremien haben (Liedhegener und Thieme 2015: 690). Wähler entscheiden möglicherweise konfessionell (Liedhegener 2006) oder betrachten die religiöse Ausrichtung einer Partei als wahlentscheidend. Auf der Mesoebene bilden Individuen soziale Gruppen und versuchen über religiös ausgerichtete Organisationen und Verbände Einfluss auf politische Willensbildungs- und Entscheidungsprozesse zu nehmen.

Definiert man Politik über das „Herstellen allgemein verbindlicher Regelungen (Patzelt 2007: 22)“, wird klar, warum Religionen ein besonderes Interesse am Einfluss auf die Politik haben könnten. Religionsgemeinschaften waren immer schon darauf aus, ihre Wert- und Moralvorstellungen in gesellschaftliche Bereiche außerhalb ihrer Gemeinden zu transportieren. In Form von so genannten ‚promotional groups‘ versuchen Religionen ihre Wertorientierungen und Moralvorstellungen in die Politik miteinzubringen und können somit indirekt religiöses Sozialkapital bilden (Putnam 2000). Auch auf der Makroebene kann Religion relevant werden, wenn es um kulturelle Konflikte und Auseinandersetzungen zwischen politischen Systemen geht (Huntington 2002). Ohne auch nur annähernd die zahlreichen Interaktionsfelder zwischen Religion und Politik in ihrer Fülle beschrieben zu haben, lässt sich hier bereits erahnen, dass die Beziehung zwischen beiden sehr komplex und vielschichtig ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung kritisiert das langjährige Desinteresse der Politikwissenschaft am Phänomen Religion und führt in die Relevanz des Evangelikalismus als zentrales Thema ein.

2 Religion in der Politikwissenschaft: Dieses Kapitel erläutert das theoretische Spannungsfeld zwischen Religion und Politik und diskutiert verschiedene Religionsbegriffe sowie deren Operationalisierung.

3 Evangelikalismus und Politik in Deutschland: Hier werden der Begriff des Evangelikalismus, die Struktur der evangelikalen Bewegung in Deutschland und deren politische Kanäle dargestellt.

4 Empirischer Teil: Dieser Teil beschreibt das methodische Design der Befragung, das Instrumentarium zur Messung der Religiosität und der politischen Einstellungen sowie die deskriptive Auswertung der erhobenen Daten.

5 Diskussion: Die Diskussion reflektiert die Ergebnisse der Untersuchung im Hinblick auf die initialen Hypothesen und die theoretische Literatur.

6 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die anhaltende Relevanz religiöser Überzeugungen für die politische Landschaft.

Schlüsselwörter

Evangelikalismus, Religiosität, Politikwissenschaft, Post-Critical-Belief-Skala, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, politische Einstellungen, Fundamentalismus, Parteienpräferenz, Säkularisierung, Religionssoziologie, Studierende, Campus für Christus, Studentenmission Deutschland, Werte, politisches Verhalten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Religiosität von Studierenden und deren politischen Einstellungen, wobei ein besonderer Fokus auf evangelikalen Studierenden liegt.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind der Einfluss von Religion auf politisches Handeln, der Evangelikalismus in Deutschland, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und die Frage nach der Säkularisierung.

Was ist das primäre Ziel der Studie?

Das Ziel ist es, eine empirische Forschungslücke in Deutschland zu schließen und zu prüfen, ob Religiosität weiterhin als relevanter Einflussfaktor für politische Überzeugungen gelten kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wurde ein quantitatives Untersuchungsdesign (Quasiexperiment) mit einer standardisierten Befragung von 277 Studierenden durchgeführt, wobei die Post-Critical-Belief-Skala zur Messung der Religiosität genutzt wurde.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Verhältnisses von Religion und Politik sowie einen umfangreichen empirischen Teil, der das Studiendesign, die Befragung und die statistische Auswertung (Regression) umfasst.

Welche Rolle spielen die untersuchten Studierendengruppen?

Die Gruppen dienen als Vergleichseinheiten: Es werden BWL-Studierende, Theologiestudierende und Studierende aus drei verschiedenen evangelikalen Organisationen einander gegenübergestellt.

Wie stehen die evangelikalen Studierenden politisch zur AfD?

Die Arbeit stellt fest, dass evangelikale Studierende die AfD signifikant häufiger präferieren als die Kontrollgruppen, was auf inhaltliche Schnittmengen, etwa im Bereich der Gender-Politik, hindeutet.

Beeinflusst die CDU-Präferenz die Ergebnisse?

Innerhalb der Gruppe der BWL-Studierenden zeigte sich, dass eine Präferenz für die CDU mit einer höheren Zustimmung zu homophoben Aussagen korreliert.

Bestätigt die Studie die Säkularisierungsthese?

Nein, die Ergebnisse widersprechen der Säkularisierungsthese und zeigen, dass religiöse Überzeugungen weiterhin ein relevanter Faktor für politische Orientierungen sind.

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Details

Title
Religiosität und politische Einstellungen evangelikaler Studierender in Freiburg
College
University of Freiburg
Grade
1,7
Author
Timon Renz (Author)
Publication Year
2017
Pages
59
Catalog Number
V461838
ISBN (eBook)
9783668913943
ISBN (Book)
9783668913950
Language
German
Tags
Religion Politik Religionssoziologie Religion und Politik politische Soziologie politische Psychologie Evangelikalismus politische Einstellungen Einstellungsforschung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Timon Renz (Author), 2017, Religiosität und politische Einstellungen evangelikaler Studierender in Freiburg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/461838
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