Im Rahmen des soziologischen Forschungspraktikums habe ich mir das Thema Familie und Arbeitsmarkterfolg ausgesucht.
Einkommensungleichheiten sind ein gesellschaftlich sehr diskutiertes Thema. Differenzen in der Bezahlung sind jedoch nicht nur zwischen den Geschlechtern zu finden. Da auch Männer innerhalb ihrer sozialen Gruppe unterschiedliche Lohnrenditen erhalten (Brückner 2004). Auch aus wissenschaftlicher Sicht ist dieses Phänomen von besonderem Interesse da die Kausalität unklar ist: Hat eine Heirat einen positiven Effekt auf das Einkommen oder haben besserverdienende Männer schlicht höhere Chancen auf dem Partnermarkt und somit eine größere Wahrscheinlichkeit, sich zu ehelichen?
In dieser Arbeit wird nur die Heirat betrachtet, da die zugrunde liegende Theorie von Becker (1981) für die „altmodische“ Partnerschaft geschrieben wurde. Eingetragene Partnerschaften und Gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften werden deswegen nicht beachtet.
Ziel dieser Arbeit ist den Zusammenhang von Familie und Arbeitsmarkterfolg zu erklären. Es wird dabei auf den Einfluss einer Heirat auf das Einkommen von Männern analysiert. Die Fragestellung lautet somit: Wie unterscheidet sich das Einkommen von verheirateten und unverheirateten Männern?
Um die Einkommensboni verheirateter Männer zu erforschen, wird im ersten Teil die Theorie der Familienökonomie von Gary Becker herangezogen, die eine innerfamiliale Arbeitsteilung in Erwerbsarbeit und Hausarbeit als nutzenmaximierende Handlungsstrategie bei Ehepaaren beschreibt (Becker 1981). Des Weiteren werden die darauffolgenden Hypothesen abgeleitet und erläutert. Im zweiten Teil dieser Arbeit wird kurz auf den genutzten Datensatz eingegangen und es werden die Variablen operationalisiert und erklärt wie diese aufbereitet wurden. Darauf folgen eine deskriptive Analyse der Daten sowie eine Regressionsanalyse der Hypothesen und deren Interpretation. Es soll herausgefunden werden, ob die Hypothesen bestätigt oder wiederlegt werden können. Dann wird geschaut, ob die Annahmen eines unverzerrten Model gegeben sind. Im letzten Teil dieser Arbeit werden die Ergebnisse kritisch diskutiert und Ideen für weitere Forschungen vorgeschlagen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Theorie und Hypothesen
Daten, Operationalisierung und Methode
Deskriptive und multivariate Analyse
Zusammenfassung und Diskussion
Literaturverzeichnis
Anhang: Abbildungen
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem Familienstand und dem Arbeitsmarkterfolg von Männern. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, ob verheiratete Männer ein höheres Einkommen erzielen als unverheiratete Männer und inwiefern der Zeitaufwand für Hausarbeit als erklärender Mechanismus fungiert.
- Analyse der ökonomischen Theorie der Familie nach Gary S. Becker
- Empirische Untersuchung des Einflusses des Heiratsstatus auf das Erwerbseinkommen
- Überprüfung der Bedeutung von Hausarbeit für die Lohnentwicklung
- Verwendung des ALLBUS 2012 Datensatzes für eine quantitative Analyse
- Durchführung bivariater und multivariater Regressionsanalysen
Auszug aus dem Buch
Theorie und Hypothesen
Die ökonomische Theorie der Familie wurde von dem Wirtschaftswissenschaftler Gary S. Becker (1981) entworfen. Sie erklärt die Arbeitsaufteilung in einer Partnerschaft. Es wird in dem Ansatz nicht unterschieden, ob es um Ehen oder uneheliche Lebensgemeinschaften geht, jedoch war es zu der Zeit üblich, erst zu heiraten und dann zusammen zu wohnen. In der ökonomischen Theorie der Familie vertritt Becker die Ansicht, dass die Arbeitsteilung im Haushalt ökonomischen Kriterien folgt und, dass sich Akteure nach Kosten-Nutzen-Abwägungen für eine Partnerschaft entscheiden (Becker 1981: 228). Nach Becker (1981) werden Frauen und Männer als Tauschpartner gesehen, die sich entschließen zu heiraten oder sich zusammen zu tun, wenn der erwartete Nutzen größer als der des Ledig seins ist.
Becker sieht die Familie wie eine Produktionsgemeinschaft, die ihren Nutzen maximieren möchte. Um die möglichst effektivste Produktionsgemeinschaft zu bilden wirken sich zwei Faktoren auf die Produktivität beider Partner aus. Der erste Faktor ist die Summe des Humankapitals der Partner. Das Humankapital einer Person sind komplementäre Eigenschaften wie zum Beispiel Bildung oder Gesundheit aber auch physische Attraktivität. Des Weiteren geht Becker auf die Spezialisierung der Partner auf Erwerbs- oder Hausarbeit ein. Unter Hausarbeit fällt auch die Kindererziehung. Becker spricht von der Haushaltsproduktion, weil bestimmte Fähigkeiten und Zeit vorhanden sein müssen. Diese entsprechen der Humankapitalausstattung und den Kosten.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, stellt die Forschungsfrage zum Einkommensunterschied zwischen verheirateten und unverheirateten Männern vor und erläutert die soziologische Relevanz.
Theorie und Hypothesen: Hier wird die ökonomische Theorie der Familie von Gary S. Becker dargelegt und daraus die Zusammenhangshypothese sowie die Mechanismus-Hypothese abgeleitet.
Daten, Operationalisierung und Methode: Dieses Kapitel beschreibt den Datensatz ALLBUS 2012, die Auswahl der Variablen sowie die methodische Vorgehensweise zur Prüfung der Hypothesen.
Deskriptive und multivariate Analyse: Der Autor präsentiert hier die statistischen Auswertungen, einschließlich der Regressionsmodelle, und prüft die Einhaltung der regressionsanalytischen Annahmen.
Zusammenfassung und Diskussion: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Grenzen der durchgeführten Analyse und gibt Ausblicke für zukünftige Forschungen.
Literaturverzeichnis: Hier werden sämtliche in der Arbeit verwendeten Quellen und Datenquellen aufgelistet.
Anhang: Abbildungen: Dieser Teil enthält die grafischen Darstellungen und Tabellen zur Unterstützung der deskriptiven und multivariaten Analyse.
Schlüsselwörter
Familie, Arbeitsmarkterfolg, Einkommensungleichheit, Heirat, Erwerbseinkommen, Gary S. Becker, Hausarbeit, Humankapital, ALLBUS 2012, lineare Regression, Arbeitsteilung, Geschlechtsspezifische Unterschiede, Berufserfahrung, Haushaltsnutzen, Regressionsanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, ob und warum verheiratete Männer ein höheres Erwerbseinkommen erzielen als unverheiratete Männer.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Themen umfassen Familienökonomie, Arbeitsteilung in Partnerschaften, geschlechtsspezifische Einkommensunterschiede und soziologische Determinanten des Lohnerfolgs.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die zentrale Frage lautet: Wie unterscheidet sich das Einkommen von verheirateten und unverheirateten Männern und spielt der zeitliche Aufwand für Hausarbeit hierbei eine vermittelnde Rolle?
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung verwendet?
Es wird eine quantitative Methode angewandt, konkret eine bivariate und multivariate Regressionsanalyse auf Basis des ALLBUS 2012 Datensatzes.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Fundierung durch Becker, der operationalen Aufbereitung der Daten und der statistischen Überprüfung der aufgestellten Hypothesen unter Berücksichtigung von Kontrollvariablen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Erwerbseinkommen, Familienstand, Hausarbeit, ökonomische Theorie der Familie und Regressionsanalyse.
Warum spielt die Variable "Hausarbeit" eine besondere Rolle im Modell?
Sie dient als Mechanismus-Variable, um zu prüfen, ob verheiratete Männer durch die Entlastung bei der Hausarbeit mehr Zeit für ihre Erwerbsarbeit und Humankapitalinvestitionen haben.
Welchen Einfluss hat das Wohngebiet auf das Ergebnis?
Die Analyse zeigt, dass das Wohngebiet (Ost-West-Unterschiede) einen signifikanten Einfluss auf den Stundenlohn der Männer hat.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2018, Einfluss einer Heirat auf das Einkommen von Männern. Familie und Arbeitsmarkterfolg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/461860