Diese Hausarbeit soll die Frage bearbeiten, inwieweit das Online-Dating die Partnerwahl-Muster verändert.
Online-Dating ist in Deutschland eine verbreitete und gesellschaftlich weitgehend akzeptierte Methode, einen Partner zu finden. Das Internet biete neue Möglichkeiten für die Partnersuche, die im Alltag zunehmend an Bedeutung gewinnen. Das Konzept des Heiratsmarktes meint in der Soziologie die Beschreibung struktureller Rahmenbedingungen der Partnerwahl. Der Partnerwahlprozess unterliegt derzeit einem Wandel und ist vor allem für die Partnerwahlforschung relevant. Die Untersuchung von Internetkontaktbörsen ist auch aus weiteren Gründen für die Soziologie interessant. Es handelt sich bei der Partnersuche im Internet um eine neue Gelegenheitsstruktur mit starkem öffentlichem und wissenschaftlichem Interesse.
In dieser Hausarbeit wird nur eines der Merkmale der Partnerwahl näher betrachtet: die Bildung. Somit handelt es sich hier um die soziale Mobilität, die über die Bildung des Partners erfolgt. Als erstes soll das Heiratsverhalten aus der offline Welt beschrieben werden. Es werden die verschiedenen Tendenzen des Heiratsmarktes expliziert. Im zweiten Teil wird herausgearbeitet, was unter Partnerwahl im Internet zu verstehen ist und es werden die neuen Möglichkeiten des digitalen Heiratsmarktes vorgestellt.
Im letzten Teil dieser Arbeit werden die Online-Kontaktbörsen-Nutzer beschrieben und die Muster der Partnerwahl im Internet analysiert um sie mit dem Heiratsverhalten aus dem ersten Teil zu vergleichen. Es soll herausgefunden werden, inwieweit die Möglichkeiten des Online-Datings das Heiratsverhalten beeinflussen. Es wird vor allem geschaut, ob die neue Gelegenheitsstruktur des Internets sozialen Aufstieg ermöglicht und die Partnerwahlmuster verändert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Partnerwahl und Heiratsmuster
3. Neue Gelegenheitsstruktur: Internet
4. Online-Kontaktbörsen-Nutzer
5. Muster der Partnerwahl im Internet
6. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des Internets auf das Heiratsverhalten, mit einem spezifischen Fokus auf die Rolle des Bildungsniveaus. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, inwieweit das Online-Dating die klassischen Muster der Partnerwahl verändert und ob die neue digitale Gelegenheitsstruktur eine soziale Öffnung der Partnerwahl ermöglicht.
- Analyse traditioneller Heiratsmuster und der Bedeutung der Bildung
- Untersuchung des Internets als neue Gelegenheitsstruktur für die Partnersuche
- Charakterisierung der Nutzerpopulation von Online-Kontaktbörsen
- Empirischer Vergleich von bildungsspezifischen Heiratsmustern im Internet mit der Offline-Welt
- Evaluation des Einflusses von Online-Dating auf soziale Mobilität und Schließung
Auszug aus dem Buch
3. Neue Gelegenheitsstruktur: Internet
Das Internet und vor allem die Internetkontaktbörsen bieten eine neue Gelegenheitsstruktur für das Kennenlernen. Es besteht die Möglichkeit, mit jemandem in Kontakt zu treten, der nicht zu einem der Kontexte aus dem Alltag gehört. Die Bedeutung des Internets als Medium zur Partnersuche hat in den letzten Jahren stark zugenommen (Häring et al. 2014: 96). Auf Dating-Plattformen müssen Individuen ihren Partner selbst aktiv auswählen um mit ihm in Kontakt zu treten (Skopek et al. 2009: 186). Die Besucher dieser Plattformen müssen die Selektion potenzieller Partner selbst vornehmen und unterscheiden sich somit von Vermittlungsplattformen (Schulz und Zillmann 2009: 8).
Der neue Heiratsmarkt im Internet unterscheidet sich in mehreren Punkten von den Heiratsmärkten im Alltag. Als erstes ist zu erwähnen, dass Akteure auf Internetkontaktbörsen ganz bewusst an dem Kontext der Partnersuche teilnehmen und damit eine Erwartungssicherheit entsteht (Schulz und Zillmann 2009: 13). Des Weiteren ist die Zusammensetzung der Nutzer von Internetkontaktbörsen sehr heterogen. Prinzipiell ist niemand von deren Nutzung ausgeschlossen. Somit ist es für zwei Akteure mit komplett unterschiedlichen soziodemografischen und sozialen Hintergründen möglich, aufeinander zu treffen (Skopek et al. 2009: 193). Man könnte also eine Tendenz zur sozialen Öffnung erwarten (Skopek et al. 2009: 193). Drittens ist auch die Auswahl an potenziellen Partnern größer als im realen Alltag (Skopek et al. 2009: 193). Als letztes ist zu erwähnen, dass die Suche nach einem Partner im Internet rund um die Uhr und unabhängig von dem Raum stattfindet. Kontaktierung und Beantwortung können zeitversetzt stattfinden. Das Internet bietet bei der Partnersuche einen sozialer Begegnungsraum, der geringe Zugangsbarrieren aufweist und eine Erweiterung der Kontaktgelegenheiten mit potenziellen Partnern ermöglicht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik ein und definiert die Fragestellung zur Veränderung der Partnerwahl-Muster durch Online-Dating unter besonderer Berücksichtigung der Bildung.
2. Partnerwahl und Heiratsmuster: Das Kapitel beschreibt die soziologischen Grundlagen von Heiratsmärkten und die Bedeutung von Bildungshomogamie im traditionellen Kontext.
3. Neue Gelegenheitsstruktur: Internet: Hier wird das Internet als moderner Heiratsmarkt analysiert, der neue Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme bietet, aber auch eigene Selektionsmechanismen aufweist.
4. Online-Kontaktbörsen-Nutzer: Dieses Kapitel vergleicht die soziodemografischen Merkmale der Nutzer von Online-Dating-Plattformen mit der Gesamtbevölkerung.
5. Muster der Partnerwahl im Internet: Es werden empirische Daten zu Erstkontakten analysiert, um zu prüfen, ob die klassische Bildungshomogamie auch im digitalen Raum fortbesteht.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass sich trotz neuer digitaler Möglichkeiten die Grundmuster der Partnerwahl durch Bildungshomogamie kaum verändert haben.
Schlüsselwörter
Online-Dating, Partnerwahl, Heiratsmarkt, Bildungshomogamie, Bildung, Soziale Mobilität, Gelegenheitsstruktur, Internetkontaktbörsen, Nutzerpopulation, Partnerwahlforschung, Soziologie, Digitaler Heiratsmarkt, Soziale Schließung, Heiratsmuster, Selektion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht den Einfluss des Internets auf das Heiratsverhalten, wobei der Fokus insbesondere auf der Bedeutung des Bildungsniveaus bei der Partnerwahl liegt.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit befasst sich mit soziologischen Konzepten des Heiratsmarktes, der sozialen Mobilität, der Digitalisierung der Partnersuche sowie dem Vergleich von Offline- und Online-Selektionsmustern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, ob die neuen digitalen Gelegenheitsstrukturen eine soziale Öffnung der Partnerwahl ermöglichen oder ob weiterhin die klassischen, bildungsbasierten Heiratsmuster dominieren.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literatur- und Sekundärdatenanalyse, bei der bestehende soziologische Studien und Daten von Internetkontaktbörsen ausgewertet und gegenübergestellt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die traditionellen Heiratsmuster, dann die spezifischen Merkmale des Internet-Heiratsmarktes sowie die soziodemografischen Daten der Nutzer und die empirischen Muster der Partnerwahl im Internet analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Schlagworte umfassen Online-Dating, Bildungshomogamie, Heiratsmarkt, soziale Mobilität und Partnerwahl.
Warum spielt die Bildung eine so zentrale Rolle bei der Partnerwahl im Internet?
Die Bildung dient auf Online-Dating-Plattformen als wesentlicher Indikator für sozioökonomische Ressourcen, Wertehaltung und Lebensstil, da den Nutzern meist nur wenige standardisierte Informationen zur Auswahl zur Verfügung stehen.
Ändert das Internet das traditionelle Muster, dass Frauen nach oben und Männer nach unten heiraten?
Die Analyse zeigt, dass das Internet zwar neue Kontaktmöglichkeiten bietet, die Tendenz zur Bildungshomogamie jedoch auch online sehr hoch bleibt und das traditionelle Bild der Partnerwahl bestehen bleibt.
Was bedeutet der Begriff "Digital Divide" im Kontext dieser Arbeit?
Er beschreibt die Ungleichheit beim Zugang zum Internet und bei der Nutzungskompetenz, was dazu führt, dass bestimmte soziale Schichten in Online-Kontaktbörsen unterrepräsentiert sind.
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- Pauline C. (Author), 2018, Das Online-Dating. Einflüsse des Internets auf das Heiratsverhalten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/461862