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Die Problematik der staatlichen Kulturförderung aus sozioökonomischer Sicht. Die Bayreuther Festspiele

Title: Die Problematik der staatlichen Kulturförderung aus sozioökonomischer Sicht. Die Bayreuther Festspiele

Diploma Thesis , 2005 , 110 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Friedrich Bielfeldt (Author)

Business economics - Miscellaneous
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Die staatliche Kulturfinanzierung in der Bundesrepublik Deutschland (BRD) steht vor einem Dilemma, welches zumal nach der Wiedervereinigung 1990 zu einer immer lauter werdenden Diskussion auf politischer Ebene über den (Un-)Sinn der staatlichen Kulturförderung von Kulturinstitutionen geführt hat. Zum einen nämlich steht ein Staat, welcher sich als Kulturnation, als Land der Dichter und Denker versteht, in der Verantwortung, seine Kultur zu schützen und zu fördern. Zum anderen aber führt die Krise sämtlicher staatlicher Haushalte auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene zu der Notwendigkeit, in allen öffentlichen Bereichen, und so auch im Bereich der Kultur und ihrer Institutionen, Einsparungen vornehmen zu müssen, womit vor allem Theater und Opernhäuser, Museen, Orchester, Volkshochschulen, Bibliotheken sowie Literaturarchive und Denkmäler gemeint sind.

Die Frage der staatlichen Kulturförderung soll in dieser Diplomarbeit einer Gesamtbetrachtung unterzogen und in Bezug auf die Bayreuther Festspiele angewendet und diskutiert werden, welche in ihrer Erscheinungsform als Festspiele, von ihrer inhaltlichen und historischen Entstehung her, aber auch aufgrund ihrer finanziellen Situation eine singuläre Stellung in der bundesdeutschen Kulturlandschaft einnehmen.
Dabei wird es von Bedeutung sein, dass die Bayreuther Festspiele sowohl in ihrer Funktion als Festspielbetrieb, der lediglich in den Sommerwochen von Ende Juli bis Ende August stattfindet, als auch aus ihrer spezifischen Geschichte heraus anders zu bewerten sind, als diejenigen Kulturinstitutionen, denen ein eher regionaler und saisonaler Charakter beigemessen werden kann.
Zudem ist es zur genaueren Bestimmung eines kultursoziologischen Stakeholder-Ansatzes nicht nur wichtig, die Organisation und Finanzierung der Bayreuther Festspiele zu betrachten, sondern zusätzlich auch eine Betrachtung des Bayreuther Publikums vorzunehmen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Das Problem der staatlichen Kulturförderung I

2. Der Staat und die Kulturförderung

2.1. Kultur als Staatsaufgabe

2.1.1. Die Krise der Staatshaushalte

2.1.2. Die staatliche Kulturfinanzierung in der BRD in Zahlen

2.2. Der Sinn staatlicher Kulturförderung

2.2.1. Kultur als volkswirtschaftliches Gut

2.2.2. Positive externe Effekte von Kultur

2.2.3. Kultur als Standortfaktor

2.2.4. Kritik an der volkswirtschaftlichen Sichtweise

2.3. Kultur und Umwegrentabilität

2.3.1. Wirtschaftliche Effekte von Festspielen

2.3.2. Methodik des Umwegrentabilitäts-Konzepts

2.3.3. Mögliche Ergebnisse

2.3.4. Kritik an dem Modell der Umwegrentabilität

3. Die Kultur in ihrem sozialen und wirtschaftlichen Umfeld

3.1. Der Kulturbegriff

3.1.1. Das Kulturmodell nach Mary Douglas

3.1.2. Die Einordnung der staatlichen Kulturförderung in das Modell

3.2. Der Versuch eines kulturpolitischen Stakeholderansatzes

3.2.1. Der ökonomische Stakeholderansatz

3.2.2. Ein Stakeholderansatz für Kulturbetriebe

3.2.3. Die Verknüpfung von Kulturmodell und Stakeholderansatz

3.3. Kritik an der sozialwissenschaftlichen Sichtweise

4. Die Bayreuther Festspiele

4.1. Die Geschichte der Bayreuther Festspiele

4.2. Organisation und Finanzierung

4.2.1. Die Organisation des Festspielbetriebes

4.2.2. Die Finanzierung der Festspiele

4.2.3. Die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth e.V.

4.2.4. Die Kulturförderung der Stadt Bayreuth

4.3. Der Besucher- und Kundenkreis der Festspiele

4.4. Die Auswirkungen der Festspiele auf die Region

4.5. Ein Stakeholderansatz für die Bayreuther Festspiele

5. Das Problem der staatlichen Kulturförderung II – Ein Blick auf die gegenwärtige und die zukünftige Entwicklung

5.1. Die Entwicklung des Stakeholding im Kulturbereich

5.2. Die Zukunft der Kulturfinanzierung

Zielsetzung und Themen

Die Diplomarbeit untersucht die Problematik staatlicher Kulturförderung aus sozioökonomischer Perspektive und wendet diese Analyse am Beispiel der Bayreuther Festspiele an. Dabei wird erörtert, wie Kultur als öffentliches Gut legitimiert werden kann, welche wirtschaftlichen Impulse sie aussendet und wie ein Stakeholderansatz zur Zukunftsfähigkeit von Kulturinstitutionen beitragen kann.

  • Sozioökonomische Aspekte der staatlichen Kultursubventionierung
  • Kultursoziologische Analyse nach Mary Douglas
  • Anwendung eines Stakeholderansatzes auf Kulturbetriebe
  • Wirtschaftliche Wirkungsanalyse am Beispiel der Bayreuther Festspiele
  • Zukunftsperspektiven der Kulturfinanzierung und des Stakeholdermanagements

Auszug aus dem Buch

2.2.1. Kultur als volkswirtschaftliches Gut

Was zeichnet nun ‚die Kultur’, betrachtet man sie als volkswirtschaftliches Gut, aus bzw. welche Eigenschaften sind ihr zuzuschreiben? Aus volkswirtschaftlicher Sicht sind die am Markt angebotenen Güter als öffentliche und meritorische Güter zu bezeichnen.

Dabei sind öffentlichen Gütern zwei Merkmale zuzuschreiben: „Sie können ohne ein den Knappheitsverhältnissen entsprechendes Entgelt genutzt werden (unvollständige Anwendung des Ausschlussprinzips) und es besteht [keine] Rivalität in der Nutzung des Gutes. Dabei meint Rivalität hier, dass die Nutzung des Gutes durch einen Akteur die Nutzungsmöglichkeiten durch andere Akteure einschränkt.“ „Gilt das Ausschlussprinzip nicht oder nicht vollständig, so bedeutet dies nichts anderes, als dass [...] Effekte vorliegen und bestimmte Handlungen mit Zusatzkosten bzw. Zusatznutzen.“

Daraus leitet sich ab, dass öffentliche Güter „in kollektiver bzw. staatlicher Regie erbracht werden müssen, weil der Markt ohne spezielle Eingriffe versagt.“ Meritorische Güter sind nun wie folgt zu definieren: „Als meritorisch bezeichnet man solche Güter, die nach Auffassung der staatlichen Entscheidungsträger in zu geringem Maße nachgefragt werden [...].“

Kultur und die sie ausübenden bzw. erschaffenden Kulturinstitutionen senden also positive externe Effekte bzw. Zusatznutzen aus, welche sie selber über den Markt nicht internalisieren können, wie die o.g. Studie untermauert, da die meisten Kulturinstitutionen nicht nur ihre eigenen Produktionskosten kaum einspielen können, weil diese Kosten nur schwer auf die Eintrittspreise umlegbar sind, sondern weil sie zudem besagte positive Zusatznutzen freisetzen, für die sie auf dem Markt keine adäquate Vergütung erzielen können. Und weil dieses Marktversagen offenkundig existiert, kann der Staat sich aus der Kulturförderung nicht beliebig zurückziehen und solche positiven Zusatznutzen verloren gehen lassen. Gerade auch deswegen ist die Tatsache, dass es auf dem ‚Kulturmarkt’, also auf dem Markt, auf welchem kulturelle Güter angeboten werden, keine Rivalität im Konsum bzw. der Nutzung der Güter gibt, ein Grund mehr, Kultur staatlich zu fördern, weshalb Kulturgütern von staatlicher Seite ein meritorischer Charakter beizumessen ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Das Problem der staatlichen Kulturförderung I: Einführung in das finanzpolitische Dilemma der Kulturförderung unter dem Druck knapper öffentlicher Haushalte.

2. Der Staat und die Kulturförderung: Analyse der historischen Entwicklung staatlicher Kulturförderung und der Begründung von Kultur als öffentliches und meritorisches Gut.

3. Die Kultur in ihrem sozialen und wirtschaftlichen Umfeld: Theoretische Fundierung durch das Kulturmodell von Mary Douglas und erste Ansätze zur Übertragung eines Stakeholderansatzes auf den Kulturbereich.

4. Die Bayreuther Festspiele: Detaillierte Fallstudie zu Organisation, Finanzierung und Besucherstruktur der Bayreuther Festspiele als Modell für Kulturmanagement.

5. Das Problem der staatlichen Kulturförderung II – Ein Blick auf die gegenwärtige und die zukünftige Entwicklung: Diskussion über zukünftige Strategien der Finanzierung und die Notwendigkeit einer Stakeholder-orientierten Kulturpolitik.

Schlüsselwörter

Kulturförderung, Staatshaushalte, Volkswirtschaft, Umwegrentabilität, Festspiele, Bayreuther Festspiele, Kulturmodell, Mary Douglas, Stakeholderansatz, Non-Profit-Organisation, Kultursponsoring, Standortfaktor, Kulturfinanzierung, Corporate Governance, Kulturökonomie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die staatliche Kulturförderung in Deutschland vor dem Hintergrund der Haushaltskrise und untersucht, wie Kulturinstitutionen ökonomisch und soziologisch neu bewertet und finanziert werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die ökonomische Rechtfertigung von Kulturförderung, das Kulturmodell von Mary Douglas, das Konzept der Umwegrentabilität sowie die Anwendung eines Stakeholderansatzes auf den Kulturbetrieb.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Kulturinstitutionen durch einen Stakeholderansatz ihre gesellschaftliche und wirtschaftliche Legitimation festigen und ihre Finanzierung durch eine stärkere Einbindung privater Akteure sichern können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine interdisziplinäre Methodik, die wirtschaftstheoretische Ansätze (Kulturökonomie) mit kultursoziologischen Theorien (Mary Douglas) verbindet und durch eine detaillierte Fallstudie der Bayreuther Festspiele empirisch stützt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die ökonomische Begründung staatlicher Förderung, die soziologische Einordnung von Konsum und Kulturtypen sowie die spezifische Organisations- und Finanzierungsanalyse der Bayreuther Festspiele.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Stakeholderansatz, Kulturförderung, Umwegrentabilität, Volkswirtschaft, Bayreuther Festspiele und Kulturmanagement geprägt.

Warum sind die Bayreuther Festspiele als Fallbeispiel geeignet?

Die Festspiele dienen als ideales Beispiel, da sie als Familienbetrieb eine Sonderrolle in der deutschen Kulturlandschaft einnehmen und trotz geringerem staatlichen Zuschussanteil durch eine starke Einbindung der "Gesellschaft der Freunde" eine hohe ökonomische und kulturelle Stabilität aufweisen.

Was bedeutet der "Stakeholderansatz" konkret für Kulturbetriebe?

Er bedeutet, dass Kulturbetriebe über rein ökonomische Kennzahlen hinaus die Interessen verschiedenster Anspruchsgruppen wie Spender, Besucher, Staat und Medien aktiv managen müssen, um Ressourcen zu sichern und ihre gesellschaftliche Identität zu stärken.

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Details

Title
Die Problematik der staatlichen Kulturförderung aus sozioökonomischer Sicht. Die Bayreuther Festspiele
College
University of Lüneburg  (Institute für Sozialwissenschaften und Politikwissenschaften)
Grade
1,0
Author
Friedrich Bielfeldt (Author)
Publication Year
2005
Pages
110
Catalog Number
V46187
ISBN (eBook)
9783638602792
ISBN (Book)
9783638715737
Language
German
Tags
Problematik Kulturförderung Sicht Beispiel Bayreuther Festspiele
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Friedrich Bielfeldt (Author), 2005, Die Problematik der staatlichen Kulturförderung aus sozioökonomischer Sicht. Die Bayreuther Festspiele, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46187
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