Viele Menschen befinden sich weltweit auf der Flucht. Diese Hausarbeit befasst sich mit der Fragestellung, ob europäisches Handeln bzw. europäische Politik diese Fluchtbewegungen hervorruft oder begünstigt. Um diese Frage zu klären werden am Anfang dieser Hausarbeit wichtige Begrifflichkeiten definiert. Dieser Schritt erfolgt, um im weiteren Verlauf Sachzusammenhängen sowie Ansichten von Wissenschaftlern und Forschern durch vorher getroffene Definitionen, einfacher folgen zu können. Definiert werden zuerst die Begrifflichkeiten Flucht und Migration, besonderes Augenmerk wird bei diesem Punkt auch auf die Unterschiede zwischen diesen Begriffen gelegt. Nachdem dies geschehen ist, ist es notwendig die so genannten, „Push und Pull“ Faktoren zu definieren.
Um im weiteren Verlauf feststellen zu können, ob europäisches Handeln Fluchtursachen hervorruft oder verstärkt, muss festgestellt werden, welche die größten Fluchtursachen sind. Hierbei werden diese tiefergehend erläutert und mit Zahlen und Fakten untereinander verglichen. Zuerst wird bei diesem Schritt der Zusammenhang zwischen politischer, ethnischer und religiöser Verfolgung als Fluchtursachen definiert und genauer betrachtet. Darauf folgend wird der Einfluss von Kriegen und Bürgerkriegen auf Fluchtbewegungen genauer beleuchtet. Im dritten Schritt werden dann ökonomische Faktoren als Ursache zur Flucht definiert und mit den anderen Fluchtursachen abgeglichen.
Im dritten Teil dieser Hausarbeit wird die europäische Politik als Verstärker von Fluchtursachen tiefergehend betrachtet. Hierfür wird europäisches Handeln in drei Bereiche aufgeteilt. Der erste Bereich befasst sich tiefergehend mit dem Zusammenhang zwischen europäischer Wirtschaftspolitik und dem Einfluss dieser auf Fluchtbewegungen. Hierfür werden Ansichten verschiedener Forscher und Wissenschaftler genauer betrachtet und verglichen. Der zweite Bereich befasst sich mit Waffenexporten durch europäische Staaten und dem Zusammenhang mit Fluchtbewegungen. Auch hierfür werden Ansichten aus Forschung und Wissenschaft abgeglichen und gegenübergestellt. Der dritte Bereich befasst sich konkret mit dem Zusammenhang europäischer Außenpolitik und derer Auswirkungen auf Flucht von Menschen aus ihrer Heimat. Um die Relevanz von europäischer Außenpolitik auf die Entstehung von Fluchtursachen, oder auf deren Verstärkung genauer zu untersuchen, werden auch hier wieder Positionen aus Wissenschaft und Forschung gegenüber gestellt und abgeglichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was unterscheidet Migration und Flucht?
2.2 Definition Migration
2.2 Definition Flucht
2.3 Definition „Push und Pull“ Faktoren
3. Fluchtursachen
3.1 Politische, ethnische und religiöse Verfolgung als Fluchtursachen
3.2 Krieg bzw. Bürgerkrieg
3.3 Ökonomische Fluchtursachen
4. Europäische Handeln als Verstärker von Fluchtursachen
4.1 Europäische Wirtschaftspolitik als Fluchtursache
4.2 Europäische Waffenexporte als Fluchtursache
4.3 Europäische Außenpolitik als Fluchtursache
5. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Forschungsfrage, inwieweit europäisches Handeln und die europäische Politik aktiv Fluchtursachen hervorrufen oder bestehende Fluchtbewegungen verstärken. Dabei wird analysiert, ob eine europäische Mitverantwortung für die Entstehung von Fluchtsituationen in Herkunftsregionen besteht.
- Differenzierung der Begriffe Flucht und Migration sowie Definition von "Push- und Pull"-Faktoren
- Analyse zentraler Fluchtursachen wie Verfolgung, Krieg und ökonomische Not
- Untersuchung der europäischen Wirtschaftspolitik als Verstärker von Fluchtursachen
- Bewertung des Einflusses europäischer Waffenexporte auf Konflikteskalationen
- Evaluation der Rolle europäischer Außenpolitik in Krisenregionen
Auszug aus dem Buch
4.2 Europäische Waffenexporte als Fluchtursache
Dieser Abschnitt befasst sich mit der Fragestellung inwiefern Waffenexporte aus der EU in Krisengebiete als Fluchtursache beziehungsweise als Verstärker von Fluchtursachen angesehen werden können. Unter anderem wurden in diesem Zusammenhang zuvor in dieser Hausarbeit die Begriffe Krieg und Bürgerkrieg definiert. Eine Gruppe deutscher Wissenschaftler stellte zu dieser thematischen Fragestellung eine These auf. Sie behaupten, dass Waffenexporte keine zwangsläufigen und direkten Ursachen für den Ausbruch von gewaltsamen Konflikten sind, welche zur Flucht von Menschen führen. Jedoch behaupten sie, dass Waffenexporte die Eskalation eines Konflikts überhaupt erst ermöglichen würden, und bereits vorhandene gewaltsame Konflikte verstärken.
Der Bericht der Bundesregierung über ihre Exportpolitik für konventionelle Rüstungsgüter im Jahre 2014 besagt, dass Deutschland im Jahr 2014 rund 113 Genehmigungen für die Ausfuhr von Kriegswaffen an rund 25 Länder erlaubt hat. Diese hatten einen Wert von 1.138.762.371 Euro. Das nachweislich Teile dieser Waffenlieferungen in bewaffneten Konflikten eingesetzt wurden, und aufgrund dieser Konflikte Menschen geflohen sind, leitet die Wissenschaftler zu der Annahme, dass Waffenexporte aus der EU in Krisenregionen zumindest mitverantwortlich für eine Gewalteskalation sind.
Eskalation von Gewalt in Form von Kriegen oder Bürgerkriegen, teilweise bedingt durch Waffenlieferungen in die betroffenen Regionen, führen wiederrum zur Flucht von Menschen. Dies geht unter anderem aus dem Abschnitt 3.2 „Krieg bzw. Bürgerkrieg“ in dieser Hausarbeit deutlich hervor. Der These der deutschen Wissenschaftler schließen sich Bündnisse und Organisationen aus der Gesellschaft an. So zum Beispiel der Verein „Ärzte in sozialer Verantwortung“. Dieses Bündnis vertritt die Einstellung, dass Waffenexporte konkrete Verstärker von Fluchtursachen sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problemstellung ein, ob europäische Politik Fluchtbewegungen beeinflusst, und definiert den Aufbau der Arbeit sowie die methodische Vorgehensweise.
2. Was unterscheidet Migration und Flucht?: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen durch Definitionen der Begriffe Migration, Flucht sowie der "Push- und Pull"-Faktoren geschaffen.
3. Fluchtursachen: Dieses Kapitel erläutert die wesentlichen Treiber von Fluchtbewegungen, insbesondere politische Verfolgung, kriegerische Konflikte und ökonomische Notlagen.
4. Europäische Handeln als Verstärker von Fluchtursachen: Der Hauptteil untersucht kritisch, wie europäische Wirtschafts-, Waffenexport- und Außenpolitik die Ursachen von Flucht verschärfen können.
5. Fazit: Das Fazit führt die Ergebnisse zusammen und beantwortet die Forschungsfrage mit der Schlussfolgerung, dass Europa zwar nicht alleiniger Verursacher, aber ein wesentlicher Verstärker von Fluchtursachen ist.
Schlüsselwörter
Fluchtursachen, Migration, Europäische Politik, Waffenexporte, Wirtschaftspolitik, Außenpolitik, Krieg, Bürgerkrieg, Push-Faktoren, Pull-Faktoren, Armut, Überfischung, Krisenregionen, Globale Verantwortung, Konflikteskalation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die kritische Frage, ob europäisches Handeln und die Politik der EU Fluchtursachen in Herkunftsländern von Flüchtlingen aktiv hervorrufen oder verstärken.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit beleuchtet die Zusammenhänge zwischen europäischer Wirtschafts- und Außenpolitik, Waffenexporten und deren Auswirkungen auf die Lebensbedingungen in Entwicklungsländern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Leser für die weitreichenden Folgen europäischen Handelns zu sensibilisieren und eine kritische Auseinandersetzung mit der europäischen Verantwortung bei der Entstehung von Fluchtursachen zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, bei der verschiedene Ansichten von Wissenschaftlern, Forschern und Organisationen gegenübergestellt und abgeglichen werden.
Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit analysiert?
Im Hauptteil werden drei Bereiche untersucht: die ökonomischen Folgen der europäischen Handelspolitik (z.B. Fischerei), die Auswirkungen deutscher und europäischer Waffenexporte sowie die Rolle der Außenpolitik bei der Destabilisierung von Regionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Wichtige Begriffe sind Fluchtursachen, europäische Außenpolitik, Waffenexporte, Push- und Pull-Faktoren sowie globale wirtschaftliche Ungleichheit.
Wie bewertet der Autor die Rolle der EU bei der Entstehung von Flucht?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die EU zwar nicht allein maßgeblich für die Entstehung aller Fluchtursachen ist, aber durch ihr Handeln bereits vorhandene Probleme in vielen Fällen verschärft und somit eine Mitschuld trägt.
Welchen Einfluss haben Waffenexporte laut der Arbeit auf Konflikte?
Obwohl Waffenexporte nicht direkt jeden Konflikt auslösen, ermöglichen sie laut den zitierten Quellen oft erst die Eskalation von gewaltsamen Auseinandersetzungen, was Menschen zur Flucht zwingt.
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- Lukas Funck (Author), 2018, Europas Verantwortung bei der Entstehung von Fluchtursachen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/461883