Zielstellung der vorliegenden Arbeit ist die Identifikation, Einordnung und Bewertung möglicher Instrumente zum erfolgreichen Umgang mit Volatilität sowie die Ableitung von Handlungsempfehlungen in der Folge.
Die Globalisierung des Wettbewerbs, disruptive technologische Innovationsimpulse, die globale Beachtung lokaler Krisen sowie der Eintritt in ein neues Informationszeitalter, um nur einige Beispiele zu nennen, sind Gründe für einen sich verändernden Markt, der in den vergangenen Jahren zunehmend an Komplexität und Dynamik gewann.
Anstelle stabiler und prognostizierbarer Marktentwicklungen treten kurzfristige und unerwartete Schwankungen, die Unternehmen sowohl auf der Beschaffungs-, als auch auf der Finanzierungs- und Absatzseite vor neue Herausforderungen stellen. Dies führt zur Verunsicherung vieler Akteure innerhalb der Wirtschaft, den Finanzmärkten und auch im politischen Umfeld.
Hohe Strafzölle, unterjährige Rohstoffpreisschwankungen von über 25% oder auch die Unberechenbarkeit der Wechselkurse sind hierbei nur einige Belege für unerwartete Parameter, welche die Marktsituation für Unternehmen beeinträchtigen. Die dargelegten Marktschwankungen, die spätestens seit der Finanzkrise 2009 unter dem Begriff „Volatilität“ analysiert werden , gelten insbesondere für das Management und das Controlling als zentrale Herausforderung der Zukunft.
Während aufgrund der Unsicherheit oftmals lediglich die Risiken in turbulenten Zeiten diskutiert werden, birgt der Umgang mit Volatilität auch ein erhebliches Maß an Potential zur Verbesserung der wirtschaftlichen Lage eines Unternehmens. Unternehmen, welche Trends und Risiken frühzeitig erkennen, sind in der Lage, mittels adäquater Maßnahmen gezielt neue Chancen zu nutzen und zugleich mittel- und langfristige Risiken zu vermeiden. Eine kontinuierliche und schnelle Ausrichtung wird somit zum kritischen Wettbewerbsvorteil für Unternehmen.
Im Rahmen einer von Unsicherheit und Dynamik bestimmten Marktsituation, zeichnet sich eine agile Unternehmensführung als entscheidende Voraussetzung zum Umgang mit den neuen Herausforderungen ab. Flexibilität, Wandlungsfähigkeit und eine offene Unternehmenskultur sind Erfolgsfaktoren, welche den beschleunigten strukturellen Wandel zur Generierung eines Wettbewerbsvorteils im Unternehmen nutzen.
Inhaltsverzeichnis
1. Reaktionsfähigkeit als Wettbewerbsfaktor in Zeiten hoher Volatilität
2. Volatilität im Rahmen der Unternehmenssteuerung
2.1 Begriff der Volatilität
2.2 Bereiche der Volatilität und Anforderungen für Unternehmen
2.3 Wichtige Ansätze für einen Paradigmenwechsel in der Unternehmenskultur
3. Bandbreite geeigneter Steuerungsinstrumente
3.1 Klassifizierung der Instrumente
3.2 Beurteilung der Instrumente
4. Analyse selektierter Instrumente im Umgang mit Volatilität
5. Handlungsempfehlungen für eine volatilitätsresistente Unternehmenssteuerung
6. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit identifiziert, ordnet und bewertet Instrumente, die Unternehmen beim Umgang mit einer volatilen Marktsituation unterstützen, um Wettbewerbsvorteile zu generieren und Risiken zu minimieren.
- Analyse der Auswirkungen von Volatilität auf Unternehmen
- Bedeutung von Agilität, Wandlungsfähigkeit und Unternehmenskultur
- Klassifizierung und Bewertung moderner Steuerungsinstrumente
- Einsatz von Business Intelligence und treiberorientierten Modellen
- Ableitung konkreter Handlungsempfehlungen für die Praxis
Auszug aus dem Buch
2.1 Begriff der Volatilität
Dem Wortursprung nach beruht die Volatilität auf dem lateinischen Wort „volatilis“ und bedeutet demnach veränderlich, beweglich oder flüchtig.12 Eine intensive Verwendung erfährt der Begriff Volatilität bereits über viele Jahre im Finanzbereich zur Beschreibung von Kursschwankungen auf dem Wertpapiermarkt, eine differenzierte Definition im unternehmerischen Bereich ist als Grundlage dieser Arbeit jedoch notwendig.
Allgemein wird Volatilität im vorherrschenden unternehmerischen Sprachgebrauch durch unerwartete und kurzfristige Marktschwankungen beschrieben13, wobei eine eindeutige und gültige Definition in der Literatur bislang ausbleibt.14 Obwohl verschiedene Autoren auch differenzierte Aspekte in ihrer jeweiligen Definition berücksichtigen, legen alle modernen Interpretationen der Literatur den zentralen Fokus auf den Aspekt des Schwankungsausmaßes. Besonders häufig werden Definitionen der Mitwirkenden aus dem Kernteam der Ideenwerkstatt des Internationalen Controller Vereins zitiert, weshalb dieser Arbeit eine gemeinschaftlich verfasste Definition dieser Ideenwerkstatt zugrunde gelegt wird:
„Volatilität beschreibt die eingetretene und erwartete Schwankungsbreite und -häufigkeit der für Unternehmen relevanten externen und internen wirtschaftlichen Parameter, deren Ablaufmuster schwer prognostizierbar sein können.“15
Die Intensität sowie die Häufigkeit der Schwankungen nehmen hierbei in Richtung Wachstum und auch in Richtung Rezession zu.16 Von hoher Bedeutung ist, dass Volatilität auf verschiedene Unternehmen nicht im selbigen Ausmaß, sondern unternehmensindividuell wirkt.17
Zusammenfassung der Kapitel
1. Reaktionsfähigkeit als Wettbewerbsfaktor in Zeiten hoher Volatilität: Dieses Kapitel erläutert, warum die zunehmende Dynamik und Unsicherheit der Märkte ein neues Managementverständnis erfordern.
2. Volatilität im Rahmen der Unternehmenssteuerung: Hier werden der Begriff der Volatilität definiert, ihre Auswirkungen auf Beschaffungs- und Absatzmärkte dargestellt sowie notwendige Änderungen in der Unternehmenskultur diskutiert.
3. Bandbreite geeigneter Steuerungsinstrumente: In diesem Kapitel werden diverse Steuerungsinstrumente klassifiziert und anhand eines Kriterienkatalogs systematisch bewertet.
4. Analyse selektierter Instrumente im Umgang mit Volatilität: Dieses Kapitel untersucht detailliert die Eignung ausgewählter Instrumente wie rollierende Forecasts, Szenario-Technik und treiberbasierte Kennzahlensysteme.
5. Handlungsempfehlungen für eine volatilitätsresistente Unternehmenssteuerung: Hier werden praktische Empfehlungen für Unternehmen abgeleitet, um sich besser gegen Volatilität zu wappnen.
6. Ausblick: Das Fazit fasst die Bedeutung des Controllings als Business Partner in einem volatilen Umfeld zusammen und gibt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
Schlüsselwörter
Volatilität, Unternehmenssteuerung, Controlling, Agilität, Wandlungsfähigkeit, Resilienz, Unternehmenskultur, Business Intelligence, Predictive Analytics, rollierender Forecast, Szenario-Technik, treiberorientierte Kennzahlensysteme, Informationskultur, Business Partner, Marktschwankungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den Umgang mit Volatilität als eine der zentralen Herausforderungen für moderne Unternehmen und analysiert, wie das Controlling hierfür adäquate Instrumente bereitstellen kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Flexibilisierung der Planung, der Förderung einer offenen Unternehmenskultur sowie dem Einsatz moderner IT-gestützter Analysewerkzeuge.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Identifikation und Bewertung geeigneter Steuerungsinstrumente sowie die Ableitung von Handlungsempfehlungen, um Unternehmen volatilitätsresistenter zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse zur Herleitung von Kriterien sowie ein Scoring-Modell zur systematischen Bewertung und Auswahl geeigneter Controllinginstrumente.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Anforderungen an Unternehmen definiert, danach verschiedene Instrumente wie der rollierende Forecast, die Szenario-Technik und BI-Ansätze analysiert und ihre jeweilige Eignung für das volatile Umfeld beurteilt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Volatilität, Agilität, Wandlungsfähigkeit, Business Intelligence, treiberorientierte Kennzahlensysteme und Controlling.
Warum ist eine offene Unternehmenskultur für den Umgang mit Volatilität so wichtig?
Eine offene Kultur fördert Transparenz und den schnellen Informationsaustausch, was die Reaktionsgeschwindigkeit des Unternehmens bei unerwarteten Ereignissen deutlich erhöht.
Wie unterscheidet sich ein rollierender Forecast von der traditionellen Budgetierung?
Im Gegensatz zur starren, oft jährlichen Budgetierung ermöglicht ein rollierender Forecast eine kontinuierliche Anpassung der Prognosen an aktuelle Marktentwicklungen.
- Arbeit zitieren
- Jonas M. (Autor:in), 2018, Umgang mit Volatilität als zentrale Herausforderung für Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/461912