Thema dieser Hausarbeit sind die skandinavischen Übersetzungen von Miguel de Cervantes Saavedras Roman El ingenioso hidalgo don Quijote de la Mancha. Als Hintergrundinformation zum Entstehen der skandinavischen Don Quijote Übersetzungen soll zunächst eine kurze Zusammenfassung der Geschichte des Übersetzens in Skandinavien gegeben werden. Nach einem Überblick über die Übersetzungsgeschichte des Don Quijote in den einzelnen Ländern Dänemark, Norwegen und Schweden, sollen die jeweils aktuellen Neuübersetzungen dieser Länder genauer betrachtet werden. Anhand von Rezensionen, Übersetzerkommentaren und Beispielen aus dem Text soll versucht werden, Rückschlüsse auf den übersetzungstheoretischen Ansatz zu ziehen, der hinter den jeweiligen Übersetzungen steht. Wenn im Folgenden von Skandinavien oder den skandinavischen Ländern die Rede ist, so sind damit die Länder Dänemark, Norwegen und Schweden gemeint. Island lasse ich aufgrund der schwierigen Literaturlage und meiner eingeschränkten Isländischkenntnisse außen vor. Alle skandinavischen Zitate sind mit einer von mir selbst angefertigten deutschen Übersetzung versehen, die jeweils in Klammern folgt.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Übersetzen in Skandinavien
2. Don Quijote in Dänemark
3. Don Quijote in Norwegen
4. Don Quijote in Schweden
Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit untersucht die skandinavischen Übersetzungsgeschichten und die aktuellen Neuübersetzungen von Miguel de Cervantes’ Roman „Don Quijote de la Mancha“ in Dänemark, Norwegen und Schweden. Ziel ist es, anhand von Rezensionen und Textbeispielen die übersetzungstheoretischen Ansätze der verschiedenen Übersetzer zu analysieren und zu vergleichen.
- Geschichte des Übersetzens in Skandinavien
- Analyse dänischer Neuübersetzungen von Rigmor Kappel Schmidt und Iben Hasselbach
- Vergleichende Untersuchung der norwegischen Übersetzung von Arne Worren
- Betrachtung der schwedischen Neuübersetzung von Jens Nordenhök
- Gegenüberstellung von originalgetreuen und leserorientierten Übersetzungsstrategien
Auszug aus dem Buch
2. Don Quijote in Dänemark
Die erste skandinavische Übersetzung von Don Quijote de la Mancha erschien in den Jahren 1776 und 1777 in Dänemark, genau zu der Zeit, als sich Übersetzungen aus romanischen Sprachen allmählich in Dänemark etablierten. Angefertigt wurde diese Übersetzung von Charlotta Dorothea Biehl, die dem Dansk Kvindebiografisk Leksikon (Dänischen Frauenbiographischen Lexikon) zufolge „den største kvindelige kulturpersonlighed i Danmark i 1700-tallet“ („die größte weibliche Kulturpersönlichkeit in Dänemark im 18. Jahrhundert“) war. Die freie Übersetzerin und Dichterin hatte bereits zahlreiche Werke aus dem Französischen, Deutschen und Italienischen übersetzt, als sie 1775 den spanischen Botschafter E. Delitala in Kopenhagen traf.
Zwischen 1776 und 1777 erschien Biehls Übersetzung Den sindrige Herremands Don Quixote af Mancha Levnet og Bedrifter (Leben und Taten des sinnreichen Gutsherren Don Quixote von Mancha) in vier Bänden. Diese Übersetzung trägt deutliche Züge der Komödiensprache Ludvig Holbergs. Holbergs Komödien sind zum Teil durch Cervantes’ Don Quijote, den Holberg in französischer Übersetzung kannte, beeinflusst und gehörten schon früh zu Charlotte Biehls Lieblingsliteratur.
Im Laufe der Zeit ist Biehls Don Quijote Übersetzung zweimal überarbeitet worden. Zunächst gab F. L. Liebenberg die Biehl’sche Übersetzung zwischen 1865 und 1869 mit einigen Modernisierungen dänischer Wörter und Ausdrücke heraus. Ein zweites Mal wurde sie leicht überarbeitet von Tom Smidth, der jedoch viele der Modernisierungen, die Liebenberg vorgenommen hatte, einfach beibehielt. Smidths Überarbeitung erschien im Jahre 1926. Charlotte Biehls Übersetzung repräsentierte (in ihrer ursprünglichen und in überarbeiteter Form) über zweihundert Jahre lang Cervantes’ Don Quijote in Dänemark.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Umreißt das Thema der skandinavischen Don Quijote-Übersetzungen und erläutert die methodische Vorgehensweise anhand von Rezensionen und Textbeispielen.
1. Übersetzen in Skandinavien: Bietet einen historischen Überblick über die Entwicklung der Übersetzungstätigkeit in Skandinavien vom Mittelalter bis in das 20. Jahrhundert.
2. Don Quijote in Dänemark: Analysiert die historische Übersetzung von Charlotta Dorothea Biehl sowie die modernen Neuübersetzungen von Rigmor Kappel Schmidt und Iben Hasselbach.
3. Don Quijote in Norwegen: Untersucht die Rolle der norwegischen Übersetzungen, insbesondere die Arbeit von Arne Worren und dessen Position zwischen Treue zum Original und Leserorientierung.
4. Don Quijote in Schweden: Betrachtet die schwedische Rezeptionsgeschichte und die aktuelle Neuübersetzung durch Jens Nordenhök im Kontext seiner übersetzungstheoretischen Überlegungen.
Zusammenfassung: Fasst die Ergebnisse der Untersuchungen zusammen und hebt die unterschiedlichen methodischen Ansätze der skandinavischen Übersetzer hervor.
Schlüsselwörter
Don Quijote, Skandinavien, Literaturübersetzung, Übersetzungsgeschichte, Dänemark, Norwegen, Schweden, Miguel de Cervantes, Rigmor Kappel Schmidt, Iben Hasselbach, Arne Worren, Jens Nordenhök, Klassikerübersetzung, Literaturwissenschaft, Literaturgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Übersetzungsgeschichte und den aktuellen Neuübersetzungen des Romans „Don Quijote de la Mancha“ in den skandinavischen Ländern Dänemark, Norwegen und Schweden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Entwicklung der Übersetzungskultur in Skandinavien, der Vergleich zwischen historischer Tradition und modernen Neuübersetzungen sowie die theoretischen Ansätze der Übersetzer.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, durch die Analyse von Rezensionen und konkreten Textbeispielen die übersetzungstheoretischen Ansätze zu bestimmen, die hinter den aktuellen Neuübersetzungen der jeweiligen Länder stehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin wählt einen vergleichenden methodischen Ansatz, der historische Hintergründe mit einer philologischen Analyse konkreter Textstellen und zeitgenössischer Übersetzerkommentare verbindet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden nacheinander die Übersetzungsgeschichten und die spezifischen Ansätze in Dänemark, Norwegen und Schweden detailliert dargelegt und miteinander in Beziehung gesetzt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Don Quijote, Skandinavistik, Literaturübersetzung, Klassikerübersetzung und die Namen der zentralen Übersetzerinnen und Übersetzer wie Kappel Schmidt, Hasselbach, Worren und Nordenhök.
Welche Rolle spielt Charlotta Dorothea Biehl für die dänische Rezeption?
Sie schuf die erste dänische Übersetzung, die über 200 Jahre lang den Standard prägte und die Grundlage für spätere Überarbeitungen darstellte.
Wie unterscheidet sich der Ansatz von Rigmor Kappel Schmidt von jenem Iben Hasselbachs?
Während Kappel Schmidt eine hohe formale Genauigkeit und Nähe zum spanischen Original anstrebt, priorisiert Hasselbach eine freie Übersetzung, um die Lesbarkeit und Lebendigkeit für ein modernes dänisches Publikum zu erhöhen.
Was zeichnet die norwegische „Volksausgabe“ von Arne Worren aus?
Worrens Übersetzung nimmt eine Mittelposition ein: Er hält sich formal streng an das Original, integriert aber erklärende Einschübe, um dem modernen Leser den Zugang ohne wissenschaftliche Fußnoten zu erleichtern.
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- Nora Pröfrock (Author), 2005, "Don Quijote" in Skandinavien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46193