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Das Kyoto-Protokoll. Beweggründe der staatlichen Akteure in Anbetracht des neuen Liberalismus

Title: Das Kyoto-Protokoll. Beweggründe der staatlichen Akteure in Anbetracht des neuen Liberalismus

Term Paper , 2017 , 17 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Sandra Seeger (Author)

Politics - Environmental Policy
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Seit im Jahre 1972 die Konferenz der vereinten Nationen in Stockholm stattfand und später die Diskussion über das zu schließende Ozonloch aufbrach, ist die globale Umweltpolitik in der öffentlichen Wahrnehmung fest verankert. Das Bewusstsein dafür, dass Umweltschäden ein vielschichtiges globales Problem sind, das gemeinsame Lösungen erfordert, wurde im Laufe der Zeit immer mehr geschärft. Staatsgrenzen schützen nicht vor Umweltproblemen, mögen die internationalen Akteure noch so verschiedene Interessen und Weltbilder vertreten. Deswegen muss es Richtlinien und eine zielgerichtete Steuerung in der globalen Umweltpolitik geben. Vor allem in den 80er Jahren drängte sich das neue Thema Umweltschutz förmlich in den Vordergrund. Zum einen durch ein Vorankommen in der wissenschaftlichen Klimaforschung aber auch außergewöhnliche klimatische Vorkommnisse. So wurde auch die Gesellschaft in den westlichen Industriestaaten immer mehr für diese Thematik sensibilisiert. Das öffentliche Bewusstsein für den internationalen Klima- und Umweltschutz entwickelt sich meist durch Naturkatastrophen. So ist es nicht verwunderlich, dass z.B. die Katastrophe von Fukushima zur gesellschaftlichen Verteufelung der Atomkraft in den westlichen Teilen Europas führte.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der (neue) Liberalismus nach Andrew Moravcsik

3. (Umwelt-)Regime in den internationalen Beziehungen

4. Das Kyoto-Protokoll und seine Entstehung

5. Die beteiligten Akteure und ihre Beweggründe

5.1 Die europäische Union

5.2 Die JUSSCANNZ-Gruppe

5.3 Die Entwicklungsländer

5.4 Die CEIT-Länder

6. Anwendung der Theorie des Liberalismus auf das Akteursverhalten

7. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit das Verhalten der am Entstehungsprozess des Kyoto-Protokolls beteiligten Staaten durch die Theorie des (neuen) Liberalismus nach Andrew Moravcsik erklärt werden kann, wobei der Fokus auf den nationalen Präferenzen gesellschaftlicher Akteure liegt.

  • Grundlagen des (neuen) Liberalismus nach Andrew Moravcsik
  • Funktionsweise und Notwendigkeit internationaler (Umwelt-)Regime
  • Genese und Rahmenbedingungen des Kyoto-Protokolls
  • Analyse der Akteursgruppen (EU, JUSSCANNZ, Entwicklungsländer, CEIT-Länder)
  • Theoretische Überprüfung der Akteursmotive anhand liberalistischer Ansätze

Auszug aus dem Buch

3. (Umwelt-)Regime in den internationalen Beziehungen

Der Begriff des Regimes kam zuerst in den 1970er Jahren in den USA auf. Mittlerweile sind sie aus der internationalen politischen Forschung nicht mehr wegzudenken (vgl. Stieger 1995, S. 93). Regime zählen zu den Regeln in der internationalen Politik. Sie bieten ein Sammelsurium an normalerweise verschriftlichten Normen und Regelungen, die dabei helfen politische Verfahren, Streitfälle und Verhandlungen zu organisieren und den Akteuren zeigen, wie sie sich in den Verhandlungen verhalten sollen und was nicht erlaubt ist (vgl. Schimmelfennig 2017, S. 102).

Internationale Regime, auch weiter gefasst als zwischenstaatliche Institutionen, zielen darauf ab, bei möglichst niedrigen Transaktionskosten im internationalen Tausch Eigentumsrechte zwischen Staaten zu kreieren und zu verwirklichen. Transaktionskosten sind jene Kosten, die durch den Prozess eines Tausches, also einer Transaktion, entstehen. Darunter fallen erstens Informationskosten. Diese entstehen bei der Suche nach Verursachern im Falle nur begrenzt bemerkbarer Schäden. Zweitens entstehen Verhandlungskosten, die den Betrag umfassen, der bei der Einigung auf den durchzuführenden Tausch zustande kommen. Drittens werden unter den Transaktionskosten auch noch Durchsetzungskosten, die sich jeweils noch in Verifikationskosten (überwachen) und Sanktionskosten (sicherstellen) gliedern. Sie sollen dazu dienen, die Verpflichtungen, die aus dem Tausch entstehen, zu beobachten und zu überwachen (vgl. Stieger 1995, S. 82). Umweltregime haben den Vorteil, dass sie eine internationale Forschung ökologischer Zusammenhänge ermöglichen. So können eine gemeinsame Datenbasis geschaffen und Kosten eingespart werden. Diese aus Eigentumsrechten und Entscheidungsregeln zusammengesetzten Regime bieten also die Möglichkeit, sich in einem Forum zu organisieren, in dem Regeln der Verhandlungsführung festgelegt werden können. Die Durchsetzung kann, durch die im jeweiligen Regime festgelegten Überwachungsmechanismen kontrolliert und durch vorher absehbare Sanktionsmechanismen gesteuert werden. Das Niveau von Transaktionskosten internationaler Umweltpolitik kann so deutlich gesenkt werden (vgl. ebd., S. 77; 92).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Problem der globalen Umweltpolitik und Darlegung der Forschungsfrage bezüglich der Anwendbarkeit des Liberalismus nach Moravcsik.

2. Der (neue) Liberalismus nach Andrew Moravcsik: Theoretische Erläuterung der Annahmen des Liberalismus, insbesondere der Rolle gesellschaftlicher Akteure bei der Präferenzbildung.

3. (Umwelt-)Regime in den internationalen Beziehungen: Definition und Funktion internationaler Regime zur Senkung von Transaktionskosten und zur Kooperationsförderung.

4. Das Kyoto-Protokoll und seine Entstehung: Historischer Abriss der Verhandlungsprozesse und Ziele des Kyoto-Protokolls von 1997.

5. Die beteiligten Akteure und ihre Beweggründe: Detaillierte Analyse der Interessenlagen verschiedener Staatengruppen wie der EU, JUSSCANNZ, Entwicklungsländer und CEIT-Länder.

6. Anwendung der Theorie des Liberalismus auf das Akteursverhalten: Kritische Überprüfung der zuvor vorgestellten Akteursinteressen anhand der liberalen Theorie.

7. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage mit dem Ergebnis, dass der liberale Erklärungsansatz nur teilweise auf alle Akteure zutrifft.

Schlüsselwörter

Kyoto-Protokoll, Liberalismus, Andrew Moravcsik, internationale Umweltpolitik, Regimetheorie, Akteursverhalten, Emissionsreduktion, Transaktionskosten, globale Klimapolitik, Interessenvertretung, JUSSCANNZ, Entwicklungsländer, Präferenzbildung, Klimawandel, internationale Beziehungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verhalten der am Entstehungsprozess des Kyoto-Protokolls beteiligten Staaten vor dem Hintergrund der internationalen Klimapolitik.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind der (neue) Liberalismus, die Theorie internationaler Umweltregime, die Entstehungsgeschichte des Kyoto-Protokolls und die Analyse spezifischer Akteursgruppen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Frage lautet, ob sich das Verhalten der am Kyoto-Protokoll beteiligten Staaten mit der liberalen Theorie nach Andrew Moravcsik erklären lässt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, bei der die liberale Theorie auf die empirisch beobachtbaren Interessen und Handlungen der Akteure im Rahmen der Klimaverhandlungen angewendet wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen (Liberalismus, Regimetheorie), die historische Entstehung des Protokolls und eine detaillierte Fallanalyse der verschiedenen Staatengruppen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Kyoto-Protokoll, Liberalismus nach Moravcsik, internationale Regime, Präferenzbildung, Emissionsreduktion und Akteursgruppen.

Warum lässt sich das Verhalten der EU und der USA eher mit dem Liberalismus erklären als das anderer Staaten?

Bei der EU und den USA konnte ein deutlicher Einfluss gesellschaftlicher Organisationen, Normen und Lobbygruppen auf die staatliche Präferenzbildung nachgewiesen werden, was Kernannahmen des Liberalismus entspricht.

Warum stößt die Theorie bei den OPEC-Staaten oder Russland an ihre Grenzen?

In diesen Systemen erfolgte das Handeln oft primär aus wirtschaftlichen Interessen des Staates ohne erkennbare Rückkoppelung an gesellschaftliche Bedürfnisse oder demokratische Interessenvertretung, was der liberalen Grundannahme widerspricht.

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Details

Title
Das Kyoto-Protokoll. Beweggründe der staatlichen Akteure in Anbetracht des neuen Liberalismus
College
Technical University of Darmstadt
Grade
2,0
Author
Sandra Seeger (Author)
Publication Year
2017
Pages
17
Catalog Number
V461961
ISBN (eBook)
9783668918108
ISBN (Book)
9783668918115
Language
German
Tags
kyoto-protokoll beweggründe akteure anbetracht liberalismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sandra Seeger (Author), 2017, Das Kyoto-Protokoll. Beweggründe der staatlichen Akteure in Anbetracht des neuen Liberalismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/461961
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