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Von Derrida bis Butler. Die Entstehung dekonstruktiver Ansätze und ihre Bedeutung für den sozialarbeiterischen Alltag

Titre: Von Derrida bis Butler. Die Entstehung dekonstruktiver Ansätze und ihre Bedeutung für den sozialarbeiterischen Alltag

Dossier / Travail , 2018 , 19 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Auteur)

Travail Social
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Diese Hausarbeit untersucht die Dekonstruktion nach Jacques Derrida und Judith Butlers dekonstruktive Gendertheorie. Dabei wird ein besonderer Fokus auf den von Derrida entworfenen Begriff „la différance“ legen. Im Anschluss wird auf die dekonstruktive Geschlechtertheorie von Butler eingegangen und versucht, Gemeinsamkeiten aus diesen beiden Blickwinkeln zu finden.

Trotz nicht zu ignorierender Einflüsse dekonstruktiver und poststrukturalistischer Theorien gelten die Ausführungen und Denkweisen dahinter immer noch als Spezialthema in der allgemeinen sozialen Arbeit. Sie teilen dies mit dem Thema Gender. Denn trotz der Tatsache, dass diese Strömungen in den letzten 40 Jahren nahezu jeden sozialarbeiterischen Diskurs berührt haben, findet die Anerkennung fast ausschließlich in der Differenzforschung statt. Das ist wahrscheinlich auch einer der Gründe, warum es relativ wenig Literatur zu eben dieser Verbindung von Dekonstruktion und Sozialer Arbeit zu finden gibt. Dekonstruktive Verständnisse können nicht nur neue Erkenntnisse und Perspektiven auf die Differenzforschung geben, sondern auch andere Gebiete der Sozialen Arbeit erleuchten und nicht zum Schluss den Gegenstand und die Haltung der Sozialen Arbeit weiterentwickeln.

Im beruflichen, aber auch im privaten Alltag fühlen wir uns immer wieder mit der Aufgabe konfrontiert, Menschen nicht direkt „in eine Schublade“ zu stecken. In der Realität sieht es so aus, dass wir uns immer wieder dabei erwischen kategorisch zu denken. Wir versuchen Dinge einzuordnen in dem wir sie mit unserem Erfahrenen vergleichen. Allen voran geschieht dies bei geschlechterspezifischen Zuschreibungen. Obwohl der Einfluss der Genderthematik seit den 70er Jahren in der Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit nicht zu ignorieren ist, hat dieser noch immer den Charakter eines Spezialthemas.

Auch heute scheint es, trotz allem was die Geschlechterforschung in den letzten 40 Jahren geleistet hat, immer noch als das evident Wichtigste, einen Menschen als Frau oder als Mann zu identifizieren. Sehen wir einen Menschen, so möchten wir ihn oder sie automatisch einer Kategorie zuordnen, männlich oder weiblich. Sind die Anzeichen dafür nicht eindeutig zu bestimmen, werden wir irritiert und versuchen solange nach etwas zu suchen, bis wir uns sicher sind: Das muss eine Frau sein, das ist ein Mann. Woher kommt der Drang, alles was wir sehen zu kategorisieren?

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Dekonstruktion nach Derrida

2.1 Entstehung der Theorie nach Derrida

2.2 „La différance“

2.3 Derridas Verständnis des Dekonstruktionsgedanken

2.4 Subjektivität in Derridas Verständnis

3 Dekonstruktion und Geschlecht

3.1 Dekonstruktive Gendertheorie nach Judith Butler

3.1.1 Diskurstheorie

3.2 Erkenntnisse aus der dekonstruktiven Gendertheorie

3.3 Gemeinsamkeiten der Ansätze

4 Die Dekonstruktion als Aufgabe der Sozialen Arbeit

4.1 Zwischen Zuschreibungen und struktureller Offenheit

4.2 Konkrete Praxis

4.2.1 Dekonstruktion als Haltung in der Sozialen Arbeit

4.2.2 Erkenntnisse der dekonstruktiven Gendertheorie für die Praxis der Sozialen Arbeit

5 Reflexion

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die theoretischen Grundlagen der Dekonstruktion nach Jacques Derrida sowie der dekonstruktiven Gendertheorie nach Judith Butler aufzuarbeiten und deren Bedeutung für die sozialarbeiterische Praxis zu untersuchen, um eine kritische Haltung gegenüber Kategorisierungen und Machtverhältnissen zu fördern.

  • Grundlagen des Poststrukturalismus und der Dekonstruktion
  • Die Rolle von Sprache und Diskurs bei der Identitätskonstruktion
  • Analyse von Geschlechternormen und deren performative Wirkung
  • Methoden und Herausforderungen dekonstruktiver Ansätze in der Sozialen Arbeit
  • Verhältnis zwischen professionellem Handeln und der Reproduktion von Differenz

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Diskurstheorie

Fokus in Butlers Theorie lässt sich in Form der Diskustheorie finden. Sprache bzw. der Diskus bildet für Butler das Instrument zu Konstruktion von Wirklichkeit sowie die Ausübung von Macht. Diskurse bezeichnen nicht nur, sie konstruieren auch. Erst durch den Diskurs erhält ein Begriff seine Deutung (vgl. Villa 2010 S. 149).

„Zwischen uns und der Welt im Allgemeinen, zwischen uns und der ‚Natur des Geschlechts‘ steht für Butler immer die Sprache bzw. stehen epistemische Diskurse. Unsere Bezugnahme auf die Welt ist immer unausweichlich ein ‚linguistischer Rekurs‘“ (Butler rezensiert nach Villa 2010, S.149)

Diskurse sind für Butler Systeme des Denkens und Sprechens, die die Welt sinnvoll ordnen. Sie sind deshalb so produktiv, weil sie Gegenstände konfigurieren und diese Konfiguration auch immer mit Macht und eventuell auch Unterdrückung einhergehen (Villa 2010 S.150).

Um zu verdeutlichen, wie aus Diskursen konkrete Wirklichkeiten werden, greift Butler auf die Sprechakttheorie von John L. Austin zurück. Diese Theorie der Performative, besagt, dass zwischen Diskurs und Wirklichkeit die Rede, also das Sprechen steht und diese Rede die Fähigkeit hat, dass was sie benennt auch zu erzeugen. „Eine performative Handlung ist eine solche, die das, was sie benennt, hervorruft oder in Szene setzt und so die konstitutive oder produktive Macht der Rede unterstreicht“ (Villa 2010, S.149). Dabei muss gesehen werden, dass die performative Kraft und Wirkung weniger durch die Intention des Sprechenden erfolgt, sondern sich, wie bereits beschrieben, sozialen Konventionen und gesellschaftlichen Normen anschließt, die mit diesen Äußerungen aktiviert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Es wird die Relevanz dekonstruktiver Ansätze für die Soziale Arbeit dargelegt, wobei die Problematik der Kategorisierung von Menschen im Fokus steht.

Dekonstruktion nach Derrida: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der Dekonstruktion, insbesondere den Begriff der „différance“, und deren Bedeutung für das Verständnis von Sprache, Zeichen und Subjektivität.

Dekonstruktion und Geschlecht: Hier wird Judith Butlers dekonstruktive Gendertheorie vorgestellt, die Identität als Ergebnis performativer Anrufungen durch Diskurse und Normen begreift.

Die Dekonstruktion als Aufgabe der Sozialen Arbeit: Es wird analysiert, wie dekonstruktive Ansätze als professionelle Haltung in der Praxis genutzt werden können, um Differenzordnungen und Machtstrukturen in der Sozialen Arbeit kritisch zu reflektieren.

Reflexion: Die Autorin reflektiert die Komplexität der Thematik und die Schwierigkeit, dekonstruktive Ansätze konzeptionell in der Sozialen Arbeit umzusetzen, ohne selbst wieder neue Normalisierungen zu produzieren.

Schlüsselwörter

Dekonstruktion, Soziale Arbeit, Jacques Derrida, Judith Butler, Gendertheorie, Differenz, Machtverhältnisse, Performativität, Diskurstheorie, Subjektivierung, Identitätskonstruktion, Normalisierung, Sprache, Professionelle Haltung, Geschlechterforschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht, wie dekonstruktive Ansätze – ausgehend von Jacques Derrida und Judith Butler – für die Soziale Arbeit fruchtbar gemacht werden können, um den Blick auf Kategorisierungen und Normalisierungszwänge zu schärfen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Dekonstruktion von Sprache, die performative Erzeugung von Geschlechteridentitäten sowie die kritische Hinterfragung von Machtstrukturen im sozialpädagogischen Alltag.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, ein Verständnis für Dekonstruktion als professionelle Haltung zu entwickeln, die dabei hilft, die eigene Verstrickung in gesellschaftliche Ausschlussmechanismen zu erkennen und zu reflektieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse poststrukturalistischer und dekonstruktiver Theorien sowie deren Bezugnahme auf sozialarbeitswissenschaftliche Diskurszusammenhänge.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Konzepte von Derrida und Butler dargelegt, gefolgt von einer Übertragung dieser Erkenntnisse auf die praktische Handlungsfelder und die professionelle Reflexion in der Sozialen Arbeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Dekonstruktion, Performativität, Macht, Identitätskonstruktion und professionelle Haltung in der Sozialen Arbeit definieren.

Was bedeutet der Begriff „différance“ im Kontext der Arbeit?

„La différance“ nach Derrida beschreibt eine zeitlich-räumliche Verschiebung und Nicht-Fixierbarkeit von Bedeutungen, die verdeutlicht, dass Identitäten und Konzepte nie endgültig abgeschlossen sind.

Wie beeinflussen „Anrufungen“ die Identität nach Butler?

Butlers Konzept der Anrufung besagt, dass Identitäten wie Geschlecht erst durch performative Akte und gesellschaftliche Wiederholungen konstruiert werden, denen sich Subjekte unterwerfen müssen, um als „normal“ anerkannt zu werden.

Wie soll die Soziale Arbeit mit Differenz umgehen?

Die Soziale Arbeit soll Differenz nicht nur als Merkmal von Adressaten sehen, sondern die eigenen Ordnungs- und Normalisierungsprozesse hinterfragen, die diese Differenzen überhaupt erst produzieren.

Ist eine rein dekonstruktive Arbeit in der Praxis möglich?

Die Autorin weist darauf hin, dass eine rein dekonstruktive Haltung nur vorläufig gewahrt werden kann, da jeder Planungs- und Handlungsentwurf unweigerlich wieder Konstruktionen von Wirklichkeit mit sich bringt.

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Résumé des informations

Titre
Von Derrida bis Butler. Die Entstehung dekonstruktiver Ansätze und ihre Bedeutung für den sozialarbeiterischen Alltag
Université
University of Applied Sciences Bielefeld
Note
1,0
Auteur
Anonym (Auteur)
Année de publication
2018
Pages
19
N° de catalogue
V462132
ISBN (ebook)
9783668916081
ISBN (Livre)
9783668916098
Langue
allemand
mots-clé
Dekonstruktion Sprache Derrida Butler Poststrukturalismus Gender Subjektivität Haltung Soziale Arbeit
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Anonym (Auteur), 2018, Von Derrida bis Butler. Die Entstehung dekonstruktiver Ansätze und ihre Bedeutung für den sozialarbeiterischen Alltag, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/462132
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Extrait de  19  pages
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