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Partizipation in der Kunst. Ein Paradigmenwechsel vom Objekt zum Subjekt

Title: Partizipation in der Kunst. Ein Paradigmenwechsel vom Objekt zum Subjekt

Term Paper , 2016 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sophie Hohmann (Author)

Art - Installation / Action/Performance Art / Modern Art
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Die nachfolgende Arbeit befasst sich im Rahmen eins vergleichsweisen neuen Kunstverständnisses mit dem partizipatorischem Subjekt-Subjekt-Verhältnis, welches im Gegensatz zum bewährten Produzent-Rezipient-Modell steht.

Besonders seit den 1990er Jahren hat sich ein Trend in der Kunst-Branche in Richtung partizipatorischer Projekte, der so genannten "Mitmachkunst" herauskristallisiert. Der Begriff "Partizipation" taucht in der zeitgenössischen Kunst stetig zunehmender auf und prägt sie wie nie zuvor. Immer häufiger wird man als Besucher aufgefordert, das Kunstwerk selbst zu betreten, zu gestalten oder zu "benutzen". Die Künstler beanspruchen eine neue Art der Teilhabe und ein gänzliches "Eintauchen" in das Kunstobjekt.

Die Künstler verlangen von ihren Besuchern vollste Aufmerksamkeit und binden durch die geforderte Interaktion das Werk in das Zeitgeschehen ein. Im Zentrum dieser Art von Kunst steht der Kunstbetrachter oder der Ausstellungsbesucher.
Die körperlich passive und kontemplative Rezeptionshaltung, die lange vorherrschte, soll abgelegt werden, indem der Betrachter sowohl intellektuell, als auch physisch in die Realisation einer künstlerischen Arbeit involviert wird. Erst im Moment der tatsächlichen Beteiligung des Publikums realisiert sich die Projektidee als eine künstlerische Arbeit. Doch wie ist dieser neue Ansatz im Umgang mit Kunst zu bewerten? Welche Intentionen stecken hinter solchen partizipatorisch orientierten Projekten?

Um diese Fragen zu beantworten, wird zunächst der Partizipationsbegriff genauer definiert. Anschließend wird der aktuelle Forschungsstand durch Juliane Rebentisch, Siglinde Lange und Markus Miessen umrissen. Im Anschluss daran wird ein Projekt der Performance-Künstlerin katharinajej näher beschrieben und mit Rückblick auf die Forschungsliteratur kritisch rezipiert. Schließlich fasst ein Fazit die gewonnen Erkenntnisse noch einmal zusammen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Partizipation

2.1. Begriffserklärung und Definition

2.2. Partizipation in der Kunst

2.3. Geschichte der partizipatorischen Kunst

3. Forschungsstand

3.1. Juliane REBENTISCH „Formen der Partizipation“

3.2. Siglinde LANGE „Partizipatives Kulturmanagement: Interdisziplinäre Verhandlung zwischen Kunst, Kultur und Öffentlichkeit“

3.3. Markus MIESSEN „Albtraum Partizipation“

4. katharinajej „ich in Köln in mir“

5. Fazit: Ein Paradigmenwechsel vom Objekt zum Subjekt

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Paradigmenwechsel in der zeitgenössischen Kunst hin zu partizipatorischen Ansätzen, bei denen der Rezipient vom passiven Beobachter zum aktiven Handelnden wird. Ziel ist es, die Intentionen hinter dieser Entwicklung kritisch zu beleuchten und anhand des Projekts „ich in Köln in mir“ der Künstlerin katharinajej zu hinterfragen, ob Partizipation tatsächlich neue Erkenntnisse schafft oder lediglich ein Selbstverklärungsprogramm darstellt.

  • Entwicklung und Geschichte der partizipatorischen Kunst
  • Wissenschaftliche Debatten um Partizipation (Rebentisch, Lange, Miessen)
  • Kritische Analyse von „Mitmachkunst“ und öffentlichem Raum
  • Fallbeispiel: „ich in Köln in mir“ als Analogie zu Social-Media-Praktiken

Auszug aus dem Buch

3.3. Markus MIESSEN „Albtraum Partizipation“

Der Philosoph Markus MIESSEN fügt dem Diskurs eine gänzlich neue Sichtweise hinzu. In seinem Werk „Albtraum Partizipation“ aus dem Jahr 2012 verdeutlicht er den trügerisch schönen Schein von Partizipation. Er bezieht sich in seiner Argumentation u.a. auf das politische Beispiel der Piraten-Partei oder der Internetbewegung Anonymus. „Sie alle eint der Wunsch, dass jeder jederzeit partizipieren kann und soll.“ An sich hält der Autor Partizipation für ein gutes und tragfähiges Konzept, MIESSEN betont allerdings, dass es sich dabei um ein reparaturbedürftiges Konzept handelt. Auch er legt ein Augenmerk auf Partizipation in der Kunst. Er kritisiert, dass Ausstellungsbesucher zunehmend anstandsloser an Kunst teilnehmen:

„Viele Praktiker in der Kunstwelt produzieren selten mehr als Einzeiler und Postings und leben in der relativen Freiheit und Luxus einer über allem schwebenden, unbekümmerten Blase, in der Partizipation zu nichts anderem als einem esoterischen Selbstverklärungsprogramm geworden ist.“

MIESSEN ist der Meinung, dass Partizipation ihre wahre Bedeutung verloren hat und zu einem reinen Selbstzweck für Künstler geworden ist. Es findet ein Wandel in Richtung einer weniger kritischen und naiven Wahrnehmung von gesellschaftlichem Aktionismus und Kunst statt. Vor allem im Bereich der Politik hat sich Partizipation, MIESSEN zufolge, zu einer Art Ausrede entwickelt, um die Verantwortung an die Bevölkerung abzugeben. Für ihn durch den wachsenden Gebrauch des Begriffs die eigentliche Intention verloren und an Aussagekraft eingebüßt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in den Trend der „Mitmachkunst“ seit den 1990er Jahren ein und stellt die zentrale Frage nach der Intention und Bewertung dieses neuen, partizipatorischen Kunstansatzes.

2. Partizipation: Das Kapitel definiert den Begriff Partizipation aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven und erläutert seine spezifische Rolle in der Kunstgeschichte sowie die Entwicklung der Kunstform „Environment“.

3. Forschungsstand: Hier werden die theoretischen Positionen von Juliane Rebentisch, Siglinde Lange und Markus Miessen gegenübergestellt, die von einer positiven, gemeinschaftsstiftenden Sicht bis hin zu einer kritischen Distanz gegenüber dem Partizipationsbegriff reichen.

4. katharinajej „ich in Köln in mir“: Anhand dieses konkreten Performance-Projekts wird untersucht, wie persönliche, intime Erlebnisse im öffentlichen Raum durch Goldtafeln und Workshops partizipatorisch verarbeitet werden.

5. Fazit: Ein Paradigmenwechsel vom Objekt zum Subjekt: Das Fazit fasst zusammen, dass die Bewegung weg vom klassischen Kunstobjekt hin zur Subjekt-Subjekt-Beziehung eine zentrale Entwicklung der Gegenwartskunst darstellt, deren Mehrwert jedoch kritisch hinterfragt werden muss.

Schlüsselwörter

Partizipation, Gegenwartskunst, Mitmachkunst, Performance, Rezipient, Kunstvermittlung, Öffentlicher Raum, Subjekt-Subjekt-Verhältnis, Relationale Ästhetik, Autorenbegriff, Soziale Experimente, Intimität, Gesellschaftlicher Aktionismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung partizipatorischer Kunstprojekte seit den 1990er Jahren und dem damit einhergehenden Wandel der Rolle des Betrachters.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Felder sind die Geschichte der Partizipationskunst, die theoretische Einordnung durch relevante Fachliteratur sowie die kritische Untersuchung von Kunst im öffentlichen Raum.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, ob der Paradigmenwechsel vom Objekt zum Subjekt in der Kunst einen echten Mehrwert bietet oder ob der Begriff der Partizipation zunehmend entleert und missbraucht wird.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literaturrecherche und -analyse der genannten Theoretiker sowie eine kritische Fallstudie des Projekts „ich in Köln in mir“.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffsdefinition, einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand anhand dreier Autoren und eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Werk der Künstlerin katharinajej.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Partizipation, Subjekt-Subjekt-Verhältnis, öffentliche Kunst, Performativität und die kritische Distanz zur „Mitmachkunst“.

Wie bewertet die Autorin das Projekt „ich in Köln in mir“?

Die Autorin betrachtet das Projekt zwar als ein interessantes Beispiel für den partizipatorischen Ansatz, äußert jedoch Zweifel daran, ob die Goldtafeln tatsächlich Passanten zum Nachdenken anregen oder lediglich eine Form von „Selbstverklärung“ der Künstlerin darstellen.

Warum zieht die Autorin Vergleiche zu Social-Media-Plattformen?

Der Vergleich dient dazu, das Bedürfnis nach der Ausstellung privater Ereignisse im öffentlichen Raum zu verdeutlichen, da sowohl das Projekt von katharinajej als auch Social Media darauf abzielen, das eigene Leben analog oder digital zur Schau zu stellen.

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Details

Title
Partizipation in der Kunst. Ein Paradigmenwechsel vom Objekt zum Subjekt
College
University of Duisburg-Essen  (Kunst und Kunstwissenschaft)
Grade
1,0
Author
Sophie Hohmann (Author)
Publication Year
2016
Pages
17
Catalog Number
V462137
ISBN (eBook)
9783668918726
ISBN (Book)
9783668918733
Language
German
Tags
Partizipation Kunst REBENTISCH LANGE Miessen katharinajej Objekt Subjekt Rezeption Provokation Performance
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sophie Hohmann (Author), 2016, Partizipation in der Kunst. Ein Paradigmenwechsel vom Objekt zum Subjekt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/462137
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