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Inwieweit werden Reziprozitätsnormen in Internet-Tauschbörsen eingehalten?

Titre: Inwieweit werden Reziprozitätsnormen in Internet-Tauschbörsen eingehalten?

Dossier / Travail , 2013 , 15 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Yusuf Sari (Auteur)

Sociologie - Individu, Groupe, Société
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die vorliegende Arbeit möchte sich mit dem neuartigen Phänomen des Tausches über das Internet beschäftigen. Das Internet ist zu einer Anlaufstelle für viele Nutzer geworden, die sich in sogenannten „Tauschbörsen“ bewegen. Die Besonderheit dieser Tauschbörsen zeichnet sich dadurch aus, dass eine gewisse Anonymität der Nutzer vorliegt und quasi jeder mit jedem, weltweit, auf einfache Weise einen Tausch von Daten vollziehen kann. Der klassische reziproke Tausch von Gütern, wie ihn die Soziologie bisher skizzierte, erhält dadurch eine neue Untersuchungsebene im Hinblick auf die Einhaltung der Reziprozitätsnormen.

Dennoch ist diese Thematik in der Soziologie noch relativ wenig untersucht worden, deswegen versteht sich diese Arbeit als ein kleiner Impuls auf diesem Gebiet. Im Verlauf werden zunächst bekannte Theorien und Definitionen über den
Reziproken Tausch behandelt. Daraufhin möchte ich versuchen die Funktionsweise der Tauschbörsen zu beleuchten und gehe hierfür auf Vertreter wie Napster ein. In einem weiteren Schritt möchte ich dann die theoretischen Grundlagen über das Verhalten der Menschen in reziproken Beziehungen, mit dem Verhalten in Tauschbörsen miteinander verbinden.
Anschließend soll herausgestellt werden wie die Kooperation in diesen Tauschbörsen funktioniert und was sie so attraktiv für die Nutzer macht, trotz gewisser rechtlicher Risiken.

Soziale Beziehungen spielen in unserem Alltag eine sehr wichtige Rolle und sind Untersuchungsgegenstand der Soziologie. Reziprozitätsnormen, also das Prinzip der Gegenseitigkeit, sind inmitten dieser sozialen Beziehungen das Bindeglied.
Sei es innerhalb der Familie oder draußen beim Einkaufen, überall da wo mindestens zwei Menschen interagieren, spielt das Geben und Nehmen eine Rolle.

Im Zuge der Globalisierung ist kein Medium für die weltweite Vernetzung so prägend wie das Internet. Längst werden die Menschen auf globale Thematiken aufmerksam, die weit hinter den eigenen Grenzen liegen und sich außerhalb der
vertrauten Umgebung der Familie und Freunde abspielen. Die zunehmende Verbreitung und die steigenden Geschwindigkeiten in der Datenübertragung wirken sich auf das Nutzerverhalten aus und nehmen so einen immer wichtiger werdenden Platz im Alltag der Menschen ein. Man kauft aus dem Internet. Man kommuniziert mit Hilfe des Internets und man führt Beziehungen über das Internet.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Reziprozität?

2.1 Verschiedene Formen der Reziprozität

2.2 Direkte Reziprozität

2.3 Generalisierte Reziprozität

3. Der virtuelle Tausch

3.1 Tauschbörsen

3.2 Funktionsweise der Tauschbörsen

3.3 Rechtlicher Exkurs

4. Studien zur Reziprozität in Tauschbörsen

4.1 Aufbau und Ergebnisse der Studie von Haug/Weber

4.2 Erklärungsansatz für Kooperation in Tauschbörsen

5. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit das soziologische Prinzip der Reziprozität – also das Geben und Nehmen – auf das Nutzerverhalten in anonymen Internet-Tauschbörsen übertragbar ist und dort Anwendung findet.

  • Theoretische Fundierung der Reziprozität
  • Funktionsweise und Technik von Filesharing-Netzwerken
  • Analyse des Kooperationsverhaltens in P2P-Systemen
  • Empirische Untersuchung von Haug/Weber zum Tauschverhalten
  • Sozialpsychologische Erklärungsansätze für Internet-Moral

Auszug aus dem Buch

3.2 Funktionsweise der Tauschbörsen

Die Filesharing-Netzwerke lassen sich zum Einen in ein zentrales System (Client-Server-Netzwerk) und zum Anderen in ein dezentrales System untergliedern. Letzteres ist ebenso unter dem Begriff Peer-to-Peer (P2P) bekannt, welches auch für Programme wie Napster die Grundlage bietet. Die Suchanfrage eines Nutzers wird beim zentralen System direkt an den Server weitergeleitet und von diesem Server bekommt der Nutzer dann seine Suchergebnisse angezeigt. Die Nutzer innerhalb des P2P Systems hingegen, stellen gleichzeitig einen Server dar, von dem die Dateien zum Herunterladen zur Verfügung gestellt werden. Diese Netzwerke können also die Dienste anderer Computer im Netzwerk zur Verfügung stellen und können gleichzeitig die Dienste dieser Computer in Anspruch nehmen. Somit sind sie Client und Server zugleich. (vgl. Brockhaus 2005: Computer und Informationstechnologie, S. 143f.; Wenzel 2005, S. 24ff).

Weniger technisch ausgedrückt läuft die Tauschbeziehung in einem Filesharing-Netzwerk folgendermaßen ab:

Der Tauschprozess beginnt sobald die entsprechende Software, also das Programm, welches die Benutzeroberfläche enthält, heruntergeladen und auf dem Rechner installiert ist. Daraufhin sucht sich der Nutzer eine bestimmte Datei aus, z.B. eine Musikdatei, welche er auf die Festplatte seines Computers dauerhaft abspeichern möchte. Dann wird eine Anfrage an die Software gesendet, welches daraufhin einen oder mehrere Nutzer nennt, die die gewünschte Datei anbieten. Dazu werden die IP-Adressen (=vergleichbar mit einer Postanschrift) dieser Nutzer übermittelt, damit Interessenten diese sofort anwählen können, um die gewünschten Dateien herunter zu laden. Ist das erledigt, hat der Nutzer eine Kopie derselben Datei permanent auf dem eigenen Computer und kann darüber frei verfügen. Andere Nutzer können jetzt auch auf diesem Computer diese Datei anfinden, falls sie danach suchen. Das Herunterladen und gleichzeitige Wiederfreigeben stellt den eigentlichen Tausch der Dateien und den Sinn des Systems dar, von dem alle Nutzer profitieren, selbst wenn Vielen der Wiederfreigabeprozess in dieser Form gar nicht bewusst ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die Relevanz sozialer Reziprozitätsnormen im Kontext der modernen, global vernetzten Internetgesellschaft.

2. Was ist Reziprozität?: Das Kapitel definiert Reziprozität als grundlegendes soziales Interaktionsprinzip und unterscheidet zwischen direkten und generalisierten Formen des Austauschs.

3. Der virtuelle Tausch: Hier werden technische Funktionsweisen von Filesharing-Netzwerken beschrieben sowie die rechtliche Problematik des virtuellen Tauschs beleuchtet.

4. Studien zur Reziprozität in Tauschbörsen: Dieses Kapitel wertet empirische Daten aus und diskutiert sozialpsychologische Modelle, um die Kooperationsbereitschaft trotz Anonymität zu erklären.

5. Schlussbemerkung: Das Fazit fasst zusammen, dass eine Internetmoral existiert und die internalisierte Reziprozitätsnorm maßgeblich für das freiwillige Teilen von Daten ist.

Schlüsselwörter

Reziprozität, Soziologie, Internet, Tauschbörsen, Filesharing, Kooperation, Gegenseitigkeit, Virtuelle Gemeinschaft, P2P, Napster, Nutzerverhalten, Sozialpsychologie, Internetmoral, Trittbrettfahrerproblem, Musikindustrie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser soziologischen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das menschliche Sozialverhalten im digitalen Raum, speziell die Frage, ob soziale Normen der Gegenseitigkeit in der Anonymität des Internets bestehen bleiben.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit verknüpft soziologische Theoriebildungen zur Reziprozität mit der technologischen Realität und den rechtlichen Rahmenbedingungen von Filesharing-Netzwerken.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, inwieweit Reziprozitätsnormen in Internet-Tauschbörsen eingehalten werden und warum Nutzer trotz Anonymität und rechtlicher Risiken kooperieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die bestehende soziologische Konzepte mit empirischen Studien (z.B. von Haug/Weber) und sozialpsychologischen Ansätzen (Strahilevitz) verbindet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Reziprozität, eine technische Beschreibung von P2P-Netzwerken und die anschließende Auswertung empirischer Studienergebnisse zur Kooperation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Reziprozität, Filesharing, Internetmoral, Kooperation, P2P-Tausch, soziale Normen und Nutzerverhalten.

Wie unterscheidet sich die "direkte" von der "generalisierten" Reziprozität in der Arbeit?

Direkte Reziprozität beschreibt den unmittelbaren Austausch von äquivalenten Leistungen, während generalisierte Reziprozität auf indirekten, gemeinschaftsbasierten Tauschprozessen beruht, bei denen man Hilfe von anderen als von dem ursprünglichen Empfänger erwartet.

Welche Rolle spielen die Betreiber von Tauschbörsen laut der Untersuchung?

Die Arbeit führt an, dass Betreiber durch gezieltes Design der Software ein Umfeld schaffen, das kooperatives Verhalten als Norm erscheinen lässt und Nutzer dazu motiviert, ihre Dateien zur Verfügung zu stellen.

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Résumé des informations

Titre
Inwieweit werden Reziprozitätsnormen in Internet-Tauschbörsen eingehalten?
Université
University of Cologne
Note
1,7
Auteur
Yusuf Sari (Auteur)
Année de publication
2013
Pages
15
N° de catalogue
V462223
ISBN (ebook)
9783668916647
ISBN (Livre)
9783668916654
Langue
allemand
mots-clé
reziprozität normen soziologie tauschbörsen internet
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Yusuf Sari (Auteur), 2013, Inwieweit werden Reziprozitätsnormen in Internet-Tauschbörsen eingehalten?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/462223
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Extrait de  15  pages
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