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Zu den Determinanten von Islamfeindlichkeit und Antisemitismus

Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit im Vergleich

Titel: Zu den Determinanten von Islamfeindlichkeit und Antisemitismus

Bachelorarbeit , 2016 , 37 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Yusuf Sari (Autor:in)

Sozialwissenschaften allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit untersucht die Determinanten von Islamfeindlichkeit und Antisemitismus aus sozialwissenschaftlicher Perspektive. Dabei geht es vor allem um gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.

Die Existenz einer feindlichen Grundhaltung gegenüber Muslimen in Deutschland wird, spätestens seit der "Sarrazin-Debatte", immer weniger in Frage gestellt. Eine Reihe von Untersuchungen bestätigen die Akzeptanz islamfeindlicher Ressentiments durch breite Bevölkerungsschichten hinweg, nicht nur in Deutschland, sondern in großen Teilen Europas. Das Aufsteigen diverser rechtspopulistischer Parteien, sei es in Deutschland die "AfD", oder in Frankreich die "Front National", polarisiert die Gesellschaft. Während die Muslime dabei im Rahmen der Migrations- und Flüchtlingsdebatten ins Rampenlicht gerückt werden, steigen ebenso immer mehr antisemitische Ressentiments an die Oberfläche. Studien belegen auch hier, dass ein (latenter) Antisemitismus in der Gesellschaft vorhanden ist. Aus der Perspektive der Vorurteilsforschung ist das Phänomen der Islamfeindlichkeit nicht nur deshalb interessant.

Demnach besteht durchaus Anlass für eine Auseinandersetzung mit diesem Problemfeld. Ausgehend von diesem Kontext sollen beide Phänomene in Hinblick auf "Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" untersucht werden. Dabei möchte ich mich auf die Determinanten der Islamfeindlichkeit und von Antisemitismus fokussieren und im Anschluss miteinander vergleichen. Ein abschließender Vergleich zwischen linkem und rechtem Extremismus in Hinblick auf die genannten Phänomene runden die Analyse ab.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen

2.1. Das Vorurteil

2.2. Offene und Subtile Vorurteile

2.3. Diskriminierung als Folge

2.4. GMF - Ideologie der Ungleichwertigkeit

3. Antisemitismus

3.1. Definition

3.2. Sekundärer Antisemitismus

3.3. Forschungsstand

4. Islamfeindlichkeit

4.1. Definition

4.2. Forschungsstand

5. Der Vergleich

5.1. Strukturprinzipien des Antisemitismus

5.2. Personifizierung

5.3. Manichäisches Denken

5.4. Konstruktion Kollektiver Identität

5.5. Zwischenfazit

6. Rechter und linker Antisemitismus

7. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Determinanten von Islamfeindlichkeit und Antisemitismus im Kontext der „Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“ (GMF), um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Vorurteilsstrukturen beider Phänomene herauszuarbeiten.

  • Analyse der theoretischen Grundlagen von Vorurteilen und Diskriminierung
  • Untersuchung des Forschungsstands zu Antisemitismus und Islamfeindlichkeit
  • Vergleichende Analyse mittels der drei Strukturprinzipien des Antisemitismus nach Thomas Haury
  • Differenzierung zwischen rechter und linker Ausprägung des Antisemitismus

Auszug aus dem Buch

5.2 Personifizierung

Bezogen auf den Antisemitismus verbirgt sich hinter dem Strukturprinzip „Personifizierung“ der Befund, den sozialen Wandel der Moderne, der als abstrakt und rätselhaft empfunden wird, in eine erfassbare, konkrete Form zu bringen. Dabei werden allerdings „die Juden“ mit gesellschaftlichen Prozessen wie Modernisierung und Ökonomisierung identifiziert (vgl. Haury 2002: 106f.). Somit werden Juden zu Hauptverantwortlichen eigener gesellschaftlicher Missstände gemacht, mit dem Ziel die Komplexität der Wirklichkeit zu reduzieren. Außerdem verbirgt sich dahinter eine jüdische Konnotation mit dem Kapitalismus bzw. mit dem Geld.

Durch diese Konkretisierung liefert der Antisemitismus eine Art Gesellschaftstheorie, die in der Lage zu sein scheint, insbesondere ökonomische Gesetzmäßigkeiten zu erklären (vgl. Beyer 2015). Ein Kampf gegen den Kapitalismus wird dadurch auch zu einem Kampf gegen „die Juden“ stilisiert. Dieses Bild ist in verschiedenen sozialen Gruppen (Linke und Rechte z.B.) anschlussfähig und suggeriert außerdem eine gewisse „Macht“ bei den Juden, die das Kapital, die Medien, sowie die Politik besitzen würden (vgl. Müller 2010).

Werden die Erklärungsmuster der islamfeindlich eingestellten Menschen in den Fokus gerückt, so erschließt sich ein Bild über die Muslime, der alles andere als „mächtig“ ist. Die Argumentationsweise erfolgt „von oben nach unten“ (ebd.). Pauschal werden Muslime und ihre Religion, in kolonialistischer und rassistischer Weise, als zurückgeblieben und unaufgeklärt diskriminiert. Dem Islam wird vorgeworfen keine Aufklärung genossen zu haben und frauenfeindlich eingestellt zu sein und mit Despotismus und Fanatismus sowie Fundamentalismus wesensgleich zu sein (vgl. Hafez 2010: 111). Dadurch betrachten islamfeindlich gesinnte Akteure sich als Beschützer der modernen „westlichen“ Zivilisation.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hinführung zur Thematik der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit und Erläuterung der Relevanz der Untersuchung von Islamfeindlichkeit und Antisemitismus.

2. Theoretische Grundlagen: Definition von Vorurteilen, deren Subkategorisierung in offene und subtile Formen sowie die Erläuterung von Diskriminierung und des GMF-Konzepts.

3. Antisemitismus: Untersuchung des modernen Antisemitismusbegriffs, des sekundären Antisemitismus und des wissenschaftlichen Forschungsstandes.

4. Islamfeindlichkeit: Klärung der Begrifflichkeiten, Definition des Phänomens und Einordnung der aktuellen Forschungsergebnisse.

5. Der Vergleich: Vergleichende Analyse der beiden Phänomene anhand der Strukturprinzipien von Thomas Haury sowie ein Zwischenfazit.

6. Rechter und linker Antisemitismus: Spezifische Betrachtung der Determinanten im rechten und linken politischen Spektrum bezüglich des Antisemitismus.

7. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Reflexion der Ergebnisse und Beantwortung der aufgestellten Hypothese.

Schlüsselwörter

Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit, Vorurteile, Diskriminierung, Ideologie der Ungleichwertigkeit, Personifizierung, Manichäisches Denken, Identitäre Kollektive, Schuldabwehr, Antizionismus, Rechtspopulismus, Sozialpsychologie, Moderne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Phänomene Antisemitismus und Islamfeindlichkeit als Ausprägungen der „Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“ und vergleicht deren zugrundeliegende Mechanismen.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Theorie der Vorurteilsbildung, der Definition beider Feindbilder sowie deren wissenschaftlichem Forschungsstand.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Das Ziel ist es, die Determinanten beider Phänomene zu identifizieren und zu untersuchen, ob die Islamfeindlichkeit denselben Strukturprinzipien des Antisemitismus folgt.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Autorin nutzt eine vergleichende Analyse, basierend auf den von Thomas Haury formulierten Strukturprinzipien (Personifizierung, Manichäismus, Konstruktion identitärer Kollektive).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen und der Forschungsstand dargelegt, gefolgt von einer detaillierten vergleichenden Anwendung der Strukturprinzipien sowie einer Differenzierung zwischen rechtem und linkem Antisemitismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit, Vorurteile, Diskriminierung und die Ideologie der Ungleichwertigkeit.

Warum unterscheidet sich die „Personifizierung“ bei Antisemitismus und Islamfeindlichkeit?

Während beim Antisemitismus oft das Bild des „mächtigen, reichen Juden“ (als Lenker im Hintergrund) dominiert, werden Muslime im islamfeindlichen Diskurs als „minderwertig“ oder „zurückgeblieben“ dargestellt, von denen man die „westliche Zivilisation“ beschützen müsse.

Welche Rolle spielt die „Schuldabwehr“ beim sekundären Antisemitismus?

Sie beschreibt den psychologischen Mechanismus, bei dem Schuldgefühle bezüglich des Holocausts verdrängt und rationalisiert werden, indem die Schuld indirekt den Opfern bzw. dem jüdischen Mitbürger zugeschrieben wird.

Ende der Leseprobe aus 37 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zu den Determinanten von Islamfeindlichkeit und Antisemitismus
Untertitel
Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit im Vergleich
Hochschule
Universität zu Köln
Note
2,3
Autor
Yusuf Sari (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
37
Katalognummer
V462228
ISBN (eBook)
9783668916937
ISBN (Buch)
9783668916944
Sprache
Deutsch
Schlagworte
antisemitismus islamfeindlichkeit rassismus vorurteilsforschung vorurteil abwertung links rechts vergleich
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Yusuf Sari (Autor:in), 2016, Zu den Determinanten von Islamfeindlichkeit und Antisemitismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/462228
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  37  Seiten
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