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Das Motiv der Natur in Goethes "Die Leiden des jungen Werthers"

Titre: Das Motiv der Natur in Goethes "Die Leiden des jungen Werthers"

Dossier / Travail , 2019 , 15 Pages

Autor:in: Maren Schürer (Auteur)

Didactique de l'Allemand - Littérature, Œuvres
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Werther ist ein typisches Beispiel der Identitätskrise des 18. Jahrhunderts. Wie sich diese äußert und wie Werther versucht diese zu bewältigen, soll in dieser Arbeit erläutert werden. Insgesamt unternimmt Werther drei Versuche mithilfe von Natur, Liebe und Gesellschaft sein Leben zu stabilisieren. Hierbei liegt der Fokus auf der Natur, zu der Werther eine ganz besondere Verbindung erlebt, welche so stark ist, dass sie in pantheistischen Zügen kumuliert. Im Nachfolgenden werden die Parallelen von Werthers Naturerleben zu seiner Gefühlswelt, die Suche nach der eigenen Identität mithilfe der Natur und Gründe für das Scheitern daran näher erleuchtet. Des Weiteren werden Einblicke in Goethes religiöse Einstellung, seine eigene Haltung zum Pantheismus und zur Natur gewährt sowie ausgewählte Vergleiche zu anderen Werken Goethes gezogen.

Wie man bereits beim ersten Lesen des Werkes "Die Leiden des jungen Werthers" bemerkt, ist Werthers Verhältnis zur Natur ein ganz besonderes. Natur bedeutet für ihn Zuflucht, Sicherheit, Geborgenheit und offenbart die Anwesenheit übernatürlicher Kräfte. Es lassen sich demzufolge deutlich pantheistische Züge bei der Beschreibung der Natur erkennen. Durch die Natur versucht Werther sich zu identifizieren und sein Leben zu stabilisieren. Anhand seiner entweder positiv-euphorischen bzw. später negativ-hasserfüllten Beschreibung seiner Umgebung lassen sich Werthers innerste Gefühle ableiten. Man sieht, dass die Natur einige Parallelen zu Werthers Gefühlswelt aufweist.

Da Werther ein typischer Vertreter der Stürmer und Dränger ist, sieht auch er die Natur als einen lebendigen Organismus an. Er selbst ist dabei Teil dieses Organismus. Demzufolge dient die Natur im Sturm und Drang als Rückzugs- bzw. Zufluchtsort. Dies lässt sich ebenfalls auf Werther übertragen, der aus seinem städtischen Heimatort in das ländliche Wahlheim gezogen ist.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Werther und die Natur

2.1 Allgemeines

2.2 Die Rolle der Jahreszeiten

2.3 Vergleich von Natur und Stadt

2.4 Pantheistische Züge in Werthers Naturerleben

2.5 Die Natur als Lösung für Werthers Identitätskrise

3. Die Rolle der Natur in Goethes Leben und Werk

3.1 Goethe ein Pantheist? – Goethes Bezug zur Religion

3.2 Vergleich zu anderen Werken Goethes

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der Natur in Johann Wolfgang von Goethes Werk "Die Leiden des jungen Werthers" und analysiert, inwiefern Werther versucht, seine Identitätskrise durch eine Flucht in die Natur zu bewältigen und dabei pantheistische Züge entwickelt.

  • Die ambivalente Rolle der Natur als Zufluchtsort und zerstörerische Kraft
  • Der Einfluss von Jahreszeiten auf Werthers psychische Verfassung
  • Die pantheistische Naturauffassung im Vergleich zum christlichen Weltbild
  • Die Funktion der Natur im Prozess der Identitätsfindung des Individuums
  • Parallelen und Kontraste zu weiteren Werken Goethes wie "Faust" oder "Ganymed"

Auszug aus dem Buch

2.4 Pantheistische Züge in Werthers Naturerleben

Werthers besondere Verbindung zur Natur nimmt an vielen Stellen pantheistische Züge an. Er erkennt überall um sich herum Zeichen, die die Lebendigkeit und die Göttlichkeit der Natur belegen sollen. So spricht er zum Beispiel in dem Brief vom 10. Mai von einer von „Geistern“ beseelten Natur. Er sieht die Natur als ein übernatürliches Zusammenspiel von Kräften, die er als „Offenbarung der göttlichen Ur- und Schöpferkraft“ interpretiert. Doch er spürt diese göttliche Macht nicht nur in Form von übernatürlichen Erscheinungen.

Wenn ich das Wimmeln der kleinen Welt zwischen Halmen, die unzähligen, unergründlichen Gestalten, all der Würmgen, der Mückgen, näher an meinem Herzen fühle , und fühle die Gegenwart des Allmächtigen, der uns nach seinem Bilde schuf, das Wehen des Allliebenden, der uns in ewiger Wonne schwebend trägt und erhält. Mein Freund, wenns denn um meine Augen dämmert, und die Welt um mich her und Himmel ganz in meiner Seele ruht, wie die Gestalt einer Geliebten; dann sehne ich mich oft und denke: ach könntest du das wieder ausdrücken, könntest du dem / Papier das einhauchen, was so voll, so warm in dir lebt, daß es würde der Spiegel deiner Seele, wie deine Seele ist der Spiegel des unendlichen Gottes. Mein Freund - Aber ich gehe darüber zu Grunde, ich erliege unter der Gewalt der Herrlichkeit dieser Erscheinungen.

In Form der kleinen Insekten wie „Würmgen“ und „Mückgen“ spürt er die metaphysische Kraft auch körperlich. Diese Empfindungen sind so stark, dass er sie kaum begreifen kann und ihnen unterliegt. In all den Naturerscheinungen empfindet er die „Gegenwart des Allmächtigen“ bzw. des „unendlichen Gottes“. Das Epipheton „All-„ deutet darauf hin, dass sich diese göttliche oder metaphysische Gewalt überall in der Natur und in jedem Lebewesen finden lässt. Folglich ist der Mensch und somit auch Werther selbst als Teil der Natur auch Teil des Göttlichen. Im Laufe der Zeit erkennt er jedoch, dass sowohl Mensch als auch Natur eine gewaltige zerstörerische Kraft besitzen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Identitätskrise Werthers ein und stellt die zentrale These auf, dass die Natur ein primäres, wenn auch letztlich scheiterndes Instrument seiner Lebensstabilisierung darstellt.

2. Werther und die Natur: Dieses Kapitel analysiert Werthers Naturerleben, von seiner euphorischen Zufluchtssuche über die psychologische Bedeutung der Jahreszeiten bis hin zu seiner pantheistischen Deutung, die schließlich in der Erkenntnis der zerstörerischen Naturkräfte kulminiert.

3. Die Rolle der Natur in Goethes Leben und Werk: Hier wird der Bogen zu Goethe selbst geschlagen, indem seine religiöse Haltung, sein Pantheismus und der Vergleich mit anderen Werken wie Faust oder Ganymed zur Einordnung des Werther-Stoffs herangezogen werden.

4. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert, dass Werther an der Natur scheitert, da er sie zu stark subjektiviert und idealisiert, während Goethe durch die distanzierte Darstellung eine kritische Beleuchtung des Pantheismus vornimmt.

Schlüsselwörter

Die Leiden des jungen Werthers, Johann Wolfgang von Goethe, Naturmotiv, Pantheismus, Identitätskrise, Sturm und Drang, Subjektivität, Naturerleben, Selbstfindung, Lebensstabilisierung, Literaturwissenschaft, Naturreligion, Privatrelegion, Faust, Werther-Figur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung des Naturmotivs in Goethes "Die Leiden des jungen Werthers" und wie dieses Motiv mit der Identitätskrise der Hauptfigur verknüpft ist.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Natur als Zufluchtsort, die Auswirkungen der Jahreszeiten auf die Gefühlswelt, die philosophische Einordnung des Pantheismus und der Vergleich mit weiteren Werken Goethes.

Was ist das primäre Ziel der Analyse?

Ziel ist es zu ergründen, warum Werther bei seinem Versuch scheitert, seine Identität und Stabilität durch die Natur zu finden, und inwieweit dies Goethes eigene religiöse und naturphilosophische Einstellung reflektiert.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit verwendet eine werkimmanente Textanalyse, ergänzt durch literaturwissenschaftliche Sekundärliteratur zu Goethes Naturphilosophie und zeitgenössischen Strömungen.

Was bildet den inhaltlichen Schwerpunkt des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Untersuchung der Werther-Natur-Beziehung sowie eine anschließende Auseinandersetzung mit Goethes Biografie und dessen kritischer Distanz zum Pantheismus.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Naturmotiv, Identitätskrise, Pantheismus, Subjektivierung, Sturm und Drang und Lebensstabilisierung.

Wie verändert sich Werthers Verhältnis zur Natur im Verlauf des Romans?

Werther sieht die Natur anfangs als heilbringenden, göttlichen Ort der Geborgenheit, erkennt jedoch im weiteren Verlauf ihre grausame, zerstörerische Seite, was seinen endgültigen psychischen Zusammenbruch forciert.

Welche Verbindung sieht die Autorin zwischen Werther und Goethes eigener Religion?

Die Arbeit legt nahe, dass Goethe Werther scheitern lässt, weil er selbst kein dogmatischer Pantheist war und eher auf die Unzulänglichkeiten dieses Weltbildes aufmerksam machen wollte.

Warum wird im Kontext des Werthers auch der "Faust" oder "Erlkönig" analysiert?

Diese Vergleiche dienen dazu, Goethes wiederkehrende Auseinandersetzung mit der Ambivalenz der Natur – als lebensspendende und zugleich vernichtende Instanz – aufzuzeigen.

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Résumé des informations

Titre
Das Motiv der Natur in Goethes "Die Leiden des jungen Werthers"
Université
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Germanistische Literaturwissenschaft)
Auteur
Maren Schürer (Auteur)
Année de publication
2019
Pages
15
N° de catalogue
V462242
ISBN (ebook)
9783668934559
ISBN (Livre)
9783668934566
Langue
allemand
mots-clé
motiv natur goethes leiden werthers Pantheismus Naturreligion
Sécurité des produits
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Citation du texte
Maren Schürer (Auteur), 2019, Das Motiv der Natur in Goethes "Die Leiden des jungen Werthers", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/462242
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Extrait de  15  pages
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