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Die Rolle des Unbewußten beim Erschaffen und Rezipieren von Kunst

Title: Die Rolle des Unbewußten beim Erschaffen und Rezipieren von Kunst

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Ricardo Westphal (Author)

Psychology - Personality Psychology
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An Kunstwerken und deren Schaffen oder Betrachten hatte bereits Freud großes Interesse. Die Psychoanalyse ist mehr am Inhalt als an der Form eines Kunstwerks interessiert und weist dem Unbewußtsein dabei eine große Rolle zu. Deutlich wird dies schon dadurch, daß die meisten Menschen kaum in der Lage sind, ein Kunsterlebnis mit Worten auszudrücken.
Da zwischen dem Unbewußten und dem Bewußtsein ein dynamischer Zusammenhang besteht, liegt es nahe, daß sich die Vorgänge im Unbewußten durch Kunstwerke am klarsten äußern können. Sie können also dazu dienen, Verdrängtes freizulegen.
Anders gesagt laufen beim Schaffen und Rezipieren von Kunst unbewußte Prozesse ab, die in den Inhalt eines Kunstwerks einfließen oder den Betrachter unbewußt beeinflussen
Die wichtigsten psychoanalytischen Theorien dazu, werden in dieser Arbeit beleuchtet: Beginnend bei Freud bis zu den Lehren gegenwärtiger Wissenschaftler. Außerdem wird auf die Methoden der mit der Psychoanalyse engverwandten Kunsttherapie eingegangen.

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Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Freuds Auffassung über die Wirkung von Kunst

III. Alfred Adlers und Carl Gustav Jungs Ansichten über die Kunst

IV. Kreativität und Kunst aus Sicht der Psychoanalyse seit 1960

1. Anton Ehrenzweig (1967)

2. Hans Müller-Braunschweig (1977)

3. Hans & Shulamith Kreitler (1980)

4. Kunsttherapie

V. Fazit

VI. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung des Unbewussten im Kontext des künstlerischen Schaffens und der Kunstrezeption. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Fokus, wie psychoanalytische Theorien – von Freud bis zu zeitgenössischen Ansätzen – die psychologischen Dynamiken hinter der Entstehung und Wirkung von Kunstwerken erklären und inwieweit diese Erkenntnisse in der modernen Kunsttherapie Anwendung finden.

  • Psychoanalytische Grundlagen der Kunsttheorie
  • Vergleich der Konzepte von Freud, Adler und Jung
  • Kreativitätsprozesse und das Unbewusste seit 1960
  • Die Rolle der Sublimierung und des Lustprinzips
  • Kunsttherapeutische Anwendung und Heilungsprozesse

Auszug aus dem Buch

II. Freuds Auffassung über die Wirkung von Kunst

Freud ordnet die Kunst in den Zusammenhang kultureller Tätigkeiten ein. Triebbefriedigung bedeutet Glück; – wenn die Außenwelt durch ihre Werte und Normen eine Befriedigung nicht zuläßt, ist dies „Ursache schweren Leidens“ (Freud 1930, 210). Um dieses Leid abzuwenden, bedient sich der seelische Apparat der Libidoverschiebung: „Die zu lösende Aufgabe ist, die Triebziele solcherart zu verlegen, daß sie von der Versagung der Außenwelt nicht getroffen werden können“ (a.a.O., 211). Freud bezeichnet diesen Vorgang als „Sublimierung der Triebe“ (ebd.). Als effektivsten sieht Freud dabei den Lustgewinn aus psychischer und intellektueller Arbeit an.

Das Phantasieleben entwickelte sich zusammen mit dem Realitätssinn, um schwer durchsetzbare Wünsche zu erfüllen. Der Kunstgenuß stellt dabei das beste Mittel dar; jedoch „vermag die milde Narkose, in die uns die Kunst versetzt, nicht mehr als eine flüchtige Entrückung aus den Nöten des Lebens herbeizuführen und ist nicht stark genug, um reales Elend vergessen zu machen“ (a.a.O, 212). Das Dargestellte wird hierbei vom Betrachter stellvertretend miterlebt. Freud bezieht sich dabei besonders auf Kunstwerke, die Triebrelevantes abbilden, wohingegen „ungegenständliche Kunstformen oder auch musikalische Werke [...] weniger Material zu einer interpretierenden Analyse bieten“ (ebd.).

Bei der Sublimierung bleibt dem Künstler das Triebziel erhalten (z.B. zerstörerische Impulse) – allerdings wechselt das Triebobjekt, sodaß die Triebbefriedigung auf eine gesellschaftlich akzeptierte Weise erfolgt. Aggressive Impulse können so etwa bei der Bearbeitung eines Marmorblocks abgeführt werden. Die Inhalte eines Kunstwerks interpretiert Freud mithilfe biologischer Dimensionen, der Sexualität und des Sexualverhaltens. Bedeutungsüberschneidungen lassen hierbei den versteckten, wirklichen Inhalt erkennen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die psychoanalytische Bedeutung des Unbewussten als zentrale Instanz für menschliches Verhalten und Triebbefriedigung ein, insbesondere in Bezug auf die Entstehung von Kunst.

II. Freuds Auffassung über die Wirkung von Kunst: Es wird dargelegt, wie Freud Kunst als Mechanismus der Sublimierung und Wunscherfüllung begreift, der es ermöglicht, Triebimpulse kulturell akzeptiert abzuführen.

III. Alfred Adlers und Carl Gustav Jungs Ansichten über die Kunst: Dieses Kapitel kontrastiert Freuds Triebtheorie mit Adlers Fokus auf Kompensation von Mangelhaftigkeit und Jungs Konzept des kollektiven Unbewussten.

IV. Kreativität und Kunst aus Sicht der Psychoanalyse seit 1960: Es werden moderne Perspektiven von Ehrenzweig, Müller-Braunschweig und den Kreitlers analysiert, die das Zusammenspiel zwischen Bewusstsein und Unbewusstem in kreativen Prozessen beleuchten.

V. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Psychoanalyse Kunst primär als Abbild von Konflikten zwischen Ich und Es betrachtet, während die Kunsttherapie diese Erkenntnisse aktiv für Heilungsprozesse nutzt.

VI. Literaturverzeichnis: Auflistung sämtlicher wissenschaftlicher Quellen, die für die Untersuchung der psychoanalytischen Kunsttheorie herangezogen wurden.

Schlüsselwörter

Psychoanalyse, Unbewusstes, Kunstpsychologie, Triebbefriedigung, Sublimierung, Kreativität, Sigmund Freud, Alfred Adler, Carl Gustav Jung, Kunsttherapie, Phantasie, Lustprinzip, Abwehrmechanismen, Kollektivseele, Symbolik

Häufig gestellte Fragen

Was ist das zentrale Thema dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht den Einfluss des Unbewussten auf das Schaffen und Rezipieren von Kunst aus Sicht der psychoanalytischen Theorie.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die Schwerpunkte liegen auf den klassischen Theorien von Freud, Adler und Jung sowie deren Weiterentwicklung in der modernen Kreativitätsforschung und Kunsttherapie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll nachgezeichnet werden, wie verschiedene psychoanalytische Schulen den kreativen Prozess definieren und welche Rolle Kunst dabei spielt, unbewusste Konflikte zu bearbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse psychoanalytischer Fachliteratur und kunstpsychologischer Studien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Theorien von Freud, Adler und Jung, betrachtet moderne Ansätze wie die von Ehrenzweig und beleuchtet die praktische Anwendung in der Kunsttherapie.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind unter anderem Sublimierung, Lustprinzip, schöpferische Prozesse, Ich-Struktur und die therapeutische Arbeit mit künstlerischen Medien.

Wie unterscheidet sich Jungs Sicht auf die Kunst von der Freuds?

Während Freud Kunst primär durch die persönliche Biographie und Triebunterdrückung erklärt, betrachtet Jung Kunst als Ausdruck eines kollektiven Unbewussten, das über die individuelle Persönlichkeit hinausgeht.

Warum spielt die Kunsttherapie in dieser Arbeit eine Rolle?

Die Kunsttherapie wird als praktisches Anwendungsfeld angeführt, da sie die psychoanalytischen Erkenntnisse nutzt, um verdrängte Ereignisse durch künstlerisches Gestalten bewusst zu machen und zu verarbeiten.

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Details

Title
Die Rolle des Unbewußten beim Erschaffen und Rezipieren von Kunst
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Grade
1,0
Author
Ricardo Westphal (Author)
Publication Year
2005
Pages
24
Catalog Number
V46245
ISBN (eBook)
9783638434782
ISBN (Book)
9783638719704
Language
German
Tags
Rolle Unbewußten Erschaffen Rezipieren Kunst Unbewußtsein Unbewußt Psychoanalyse Verdrängung Betrachtung Kunsttherapie Freud Jung Adler Ehrenzweig Kreitler Müller-Braunschweig Kreativität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ricardo Westphal (Author), 2005, Die Rolle des Unbewußten beim Erschaffen und Rezipieren von Kunst, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46245
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