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Rassismus in Gruppendiskussionen. Eine empirische Rekonstruktion von kollektiven Orientierungen

Título: Rassismus in Gruppendiskussionen. Eine empirische Rekonstruktion von kollektiven Orientierungen

Tesis (Bachelor) , 2018 , 177 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor)

Pedagogía - General
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Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den internalisierten, rassistischen Handlungsmustern innerhalb des Alltagsdiskurses. Hierfür wird dieser Alltagsdiskurs innerhalb von Gruppendiskussionen rekonstruiert, um darunterliegende Strukturen zutage zu fördern. Entsprechend lautet die Fragestellung wie folgt: "Wie lassen sich die kollektiven Orientierungen innerhalb der Gruppendiskussionen zum Thema Rassismus beschreiben?". Um diese Frage zu beantworten, wird im ersten Teil der Arbeit die theoretische Fundierung von Rassismus als alltagsdiskursive Praxis behandelt. Darauf aufbauend schließt der zweite Abschnitt mit der eigenen Untersuchung an, bei der zwei Gruppendiskussionen in Anlehnung an die Dokumentarische Methode ausgewertet wurden.

Das zweite Kapitel gibt einen Überblick über die Entstehung des Rassismus im Zuge der kolonialen Ära. Nur unter Berücksichtigung der Entstehungsgeschichte und der Verbreitung von kolonial-rassistischen Ideologien mittels Wissens- und Repräsentationssystemen durch den eurozentristischen Machtapparat, ist die "moderne" Struktur des Rassismus innerhalb der (deutschen) Gesellschaft zu begreifen. Dementsprechend schlägt das Kapitel die Brücke zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart. Kapitel drei diskutiert die methodischen Überlegungen zur Datenerhebung, Materialaufbereitung, Auswertung und die Auswahl des Samples. Abschließend wird der gesamte Forschungsprozess sowie die Reichweite und Grenzen der Ergebnisse dieser Arbeit reflektiert, sowie ein Ausblick gegeben.

Unter dem Deckmantel von Komplimenten, neugierigen Fragen zur Herkunft oder Witzen wirken die Ausgrenzungs- und Hierarchisierungsmechanismen, welche Menschen alltäglich zu "AusländerInnen" machen, obwohl diese seit Generationen in Deutschland leben. Die unter dem Hashtag #metwo ausgelöste mediale Debatte förderte die Alltäglichkeit und Verbreitung dieser "banalen", weil subtilen, Ausgrenzungserfahrungen zutage. Diese verbale Markierung als nicht-zugehörig geht überwiegend einher mit einer strukturellen und institutionellen Diskriminierung und entscheidet so über die symbolische und materielle Ressourcen- und Machtverteilung in der Bundesrepublik. Rassismus äußert sich vordergründig in Nazi-Aufmärschen oder "Ausländer raus"- Parolen. Problematisch ist dieser gesellschaftlich verankerte Rassismus gerade deshalb, weil er meist unbewusst und unabsichtlich rassistisches Handeln durch bittersüße Worte und Taten bestätigt und Machtverhältnisse reproduziert.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Rassismus als (alltags)diskursive Praxis

2.1 Die Entstehung von Rassismus und seine Verbreitung

2.2 Rassismus heute

2.2.1 Koloniale Reproduktionen im Afrikadiskurs

2.2.2 Neorassismen – Rassismus ohne Rassen

2.3 Alltagsrassismus

2.3.1 Exkurs: Rechtsextremismus, Rassismus, Ausländerfeindlichkeit

2.3.2 Normalisierung von Rassismus

2.3.3 Abwehrmechanismen gegen Rassismus

3. Die empirische Studie

3.1 Methoden

3.1.1 Erhebung

3.1.2 Aufbereitung

3.1.3 Auswertung

3.1.4 Sample

3.1.5 Methodisches Vorgehen

3.2 Rekonstruktion der Passagen

3.3 Zusammenfassung der Ergebnisse

3.4 Diskussion (inkl. Anwendung auf die Theorie)

4. Zusammenfassung und Ausblick

4.1 Erkenntnisse in Bezug auf die Fragestellung

4.2 Reflexion des Forschungsprozesses

4.3 Ausblick

7. Anhang

7.1 Transkript Gruppe „Nacktmull“

7.2 Transkript Gruppe „Sonnenblume“

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die internen, rassistischen Handlungsmuster innerhalb von Alltagsdiskursen. Ziel ist es, durch die Rekonstruktion kollektiver Orientierungen in Gruppendiskussionen zu entschlüsseln, wie rassistische Strukturen unbewusst reproduziert werden, obwohl ein explizit rassistisches Selbstbild oft verneint wird.

  • Historische Kontinuitäten kolonialer Rassismen in der heutigen Gesellschaft
  • Mechanismen der Normalisierung und Abwehr von Rassismus
  • Methodik der dokumentarischen Methode in der qualitativen Sozialforschung
  • Analyse von Gruppendiskussionen als Spiegel gesellschaftlicher Diskurse
  • Intersektion von Rassismus, Sexismus und anderen Differenzlinien

Auszug aus dem Buch

2. Rassismus als (alltags)diskursive Praxis

Das Kapitel gibt einen Überblick über die historischen Ursprünge des Rassismus, welcher wesentlicher Bestandteil und Triebfeder des Kolonialismus war. Nur unter Berücksichtigung der historischen Entstehungsgeschichte von „Rassen“ im Kontext der kolonialen Repräsentations- und Legitimationspolitik ist die Transformation in den modernen Rassismus zu verstehen.

Der zweite Abschnitt soll danach aufzeigen, wie genannte kolonial-rassistische Unterdrückungs- und Ausgrenzungsmechanismen gegenüber konstruierten Nicht-Weißen in die deutsche Gesellschaft des 21. Jahrhunderts tradiert wurden. Vor allem die subtilen, nicht-bewussten Rassismen, die sich u.a. in Stereotypen und Repräsentationen in Sprache und (Sozialen) Medien, niederschlagen, sind von Relevanz. Sie prägen den heutigen Alltagsdiskurs, der Untersuchungsgegenstand meiner Arbeit ist.

Neben der gewaltvollen Inbesitznahme territorialer Gebiete und der europäischen Fremdherrschaft über andere Völker seit Ende des 15. Jahrhunderts, waren vor allem auch Wissens- und Repräsentationssysteme Bestandteile des eurozentristischen Machtapparats (vgl. Castro/Varela 2015, S.22; Osterhammel 1995, S.21; Conrad 2012, Hall 2004). In dem binären System von Kolonialherren und Kolonialisierten lag die ökonomische und politische Macht bei den europäischen Kolonialisten. Die Möglichkeit zur Darstellung und somit Repräsentation von sich selbst oder anderen war stark von dieser politisch-ökonomischen Macht abhängig.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Relevanz des Themas Rassismus im Alltag dar und führt in die zentrale Forschungsfrage ein, die sich mit kollektiven Orientierungen innerhalb von Gruppendiskussionen beschäftigt.

2. Rassismus als (alltags)diskursive Praxis: Das Kapitel bietet eine theoretische Fundierung, indem es die historischen Wurzeln des Rassismus beleuchtet und dessen Transformation in moderne, oft unbewusste Ausgrenzungsmechanismen im Alltag analysiert.

3. Die empirische Studie: Hier wird das methodische Vorgehen erläutert, das auf der dokumentarischen Methode basiert, um implizite Orientierungsmuster in zwei durchgeführten Gruppendiskussionen empirisch zu rekonstruieren.

4. Zusammenfassung und Ausblick: Dieses abschließende Kapitel bündelt die gewonnenen Erkenntnisse und reflektiert den Forschungsprozess sowie die Potenziale für weiterführende Studien.

Schlüsselwörter

Alltagsrassismus, Kolonialismus, Dokumentarische Methode, Gruppendiskussion, Normalisierung, Repräsentation, Diskursanalyse, Weißsein, Identität, Machtverhältnisse, Intersektionalität, Stereotypisierung, Rassialisierung, kollektive Orientierung, soziale Ausgrenzung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit setzt sich mit den subtilen und oft unbewussten Formen des Rassismus im heutigen Alltagsdiskurs in Deutschland auseinander.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die historischen Kontinuitäten kolonialer Strukturen, die unbewusste Reproduktion rassistischer Muster im Alltag sowie die Art und Weise, wie Gesellschaft über Rassismus spricht (oder diesen abwehrt).

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage lautet: Wie lassen sich die kollektiven Orientierungen innerhalb von Gruppendiskussionen zum Thema Rassismus beschreiben?

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Autorin nutzt die dokumentarische Methode nach Bohnsack, eine qualitative Forschungsweise, um implizite Wissensbestände und kollektive Orientierungsmuster hinter dem Gesagten aufzudecken.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über die Entstehung und Verbreitung von Rassismus und einen empirischen Teil, in dem zwei Gruppendiskussionen mit unterschiedlichen Teilnehmern ausgewertet werden.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselbegriffe sind Alltagsrassismus, Normalisierung, kollektive Orientierung, dokumentarische Methode, Weißsein und koloniale Kontinuitäten.

Wie unterscheidet sich der Ansatz der beiden untersuchten Gruppen „Nacktmull“ und „Sonnenblume“?

Die Analyse zeigt, dass sich die Gruppen durch unterschiedliche interaktive Dichten und Schwerpunkte auszeichnen; während „Sonnenblume“ stärker narrativ durch Erinnerungen an „Früher und Heute“ geprägt ist, zeigt „Nacktmull“ andere Schwerpunkte in der Aushandlung von Fremdheit und Distanz.

Was ist das Ergebnis der Reflexion des Forschungsprozesses?

Die Autorin reflektiert kritisch ihre eigene Rolle als Diskussionsleiterin, die Schwierigkeit, in den Diskussionen das „Selbstlaufprinzip“ der dokumentarischen Methode zu wahren, und die Bedeutung des intersubjektiven Austauschs in der Forschungswerkstatt.

Final del extracto de 177 páginas  - subir

Detalles

Título
Rassismus in Gruppendiskussionen. Eine empirische Rekonstruktion von kollektiven Orientierungen
Universidad
University of Education Weingarten
Calificación
1,0
Autor
Anonym (Autor)
Año de publicación
2018
Páginas
177
No. de catálogo
V462465
ISBN (Ebook)
9783668927551
ISBN (Libro)
9783668927568
Idioma
Alemán
Etiqueta
Rassismus Dokumentarische Methode kollektive Orientierungen Gruppendiskussionen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), 2018, Rassismus in Gruppendiskussionen. Eine empirische Rekonstruktion von kollektiven Orientierungen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/462465
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