Chancengleichheit durch Inklusion im Schulsystem?


Hausarbeit, 2018

17 Seiten


Leseprobe

Inhalt

Abstract

1 Einleitung.

2 Theoretisches Grundwissen
2.1 Definition Inklusion
2.2 Diversität
2.3 Unterschied zur Integration
2.4 Chancengleichheit

3 Historische Entwicklung
3.1 Wandel von Exklusion zur Inklusion
3.2 Salmanca Erklärung
3.3 UN – Behindertenrechtskonvention
3.4 Entwicklung der Schulreform in Deutschland

4 Inklusion im Schulsystem
4.1 Rahmenbedingungen und Methoden
4.2 Vorteile inklusiven Unterrichts
4.3 Zahlen und Fakten
4.4 Kritische Aspekte

5 Schluss.

Literaturverzeichnis.

Abstract

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema Inklusion im Schulsystem und geht dabei ausgiebig auf die Fragestellung ein: „Ermöglicht Inklusion Chancengleichheit im Schulsystem?“. Um zu verstehen, was Chancengleichheit und Inklusion im Schulsystem bedeuten, gibt es im zweiten Teil der Arbeit erkenntnisreiche Definitionen und Beschreibungen zu einzelnen Bestandsteilen des Konzeptes. Der Leser bekommt erläutert, was Diversität ist und warum diese für die Inklusion von hoher Bedeutung ist. Ebenfalls wird der Unterschied zur Integration in der vorliegenden Arbeit verdeutlicht. Im weiteren Verlauf folgt der geschichtliche Werdegang der Inklusion, der unter anderem den Wandel von der Exklusion zur Inklusion einschließt. Durch die im Jahre 1994 verabschiedete Salmanca Erklärung, entstand der erste internationale Rahmen für die Umsetzung von Inklusion. Unter der im Jahr 2006 ratifizierten UN-BRK wurde verdeutlicht, dass jeder Mensch das Recht auf uneingeschränkt, selbstständige Teilhabe in der Gesellschaft hat. Um zu sehen, ob inklusiver Unterricht in unserem Schulsystem Platz findet, erfolgt eine Ausarbeitung zu der Entwicklung der Schulreformen in Deutschland. Zu erkennen ist, wie viele Schüler/innen Förderbedarf haben und wer in welchem Bundesland Platz in einer Regelschule findet. Die Realisierung des inklusiven Schulsystems erfolgt durch die Wahrnehmung von Rahmenbedingungen und geeigneter Methoden im Unterricht. Schulen müssen barrierefreie Zugänge besitzen und extra geschulte Sonderpädagogen, damit der Förderungsbedarf der Schüler/innen gerecht abgedeckt werden kann. Vorteile eines inklusiven Schulsystems sind folgend dazu wird Einblick gewährt, in Form von Zahlen und Fakten, wie viele Schüler mit Defiziten in welchen Bundesländern Platz in einer Regelschule finden. Da die Durchführung der Inklusion im Schulsystem häufig in Kritik steht, werden einige der Problematiken erläutert und begründet. So kritisieren Sonderpädagogen oft die schlechten Rahmenbedingungen in Schulen an. Im Diskussionsteil kommt es zum Vorschlag von Lösungen und Verbesserungsvorschläge bei der Durchführung. Beispiel dafür ist die bessere Ausstattung der Schulen.

1 Einleitung

Alle Menschen, unabhängig von ihrer Heterogenität, haben das Recht auf gesellschaftliche Teilhabe und persönliche Entwicklung – Das ist Inklusion. Diese Teilhabe soll auch im Bildungssystem gewährleistet werden. So können beispielsweise Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf zusammen mit anderen Schülern ohne Förderbedarf zusammen lernen und sich gegenseitig unterstützten.

Der Inhalt dieser Arbeit setzt sich mit dem Thema „ Inklusion im Schulsystem“ auseinander und stellt die Frage: „ Ermöglicht Inklusion Chancengleichheit im Schulsystem?“.

Im ersten Teil wird Auskunft darüber gegeben, was Inklusion ist und wie ihre historische Entwicklung aussieht. Folgend erfährt der Leser den Zusammenhang zwischen Heterogenität und inklusivem Unterricht und den Unterschied zur Integration. Um ein inklusives Schulsystem gelingend zu gestalten, sind bedeutungsvolle Rahmenbedingungen wie barrierefreie Zugänge und personelle Veränderungen nötig, die hier näher erläutert werden. Im Hinblick auf die Durchführung, werden nötige Inhalte aufgegriffen und erläutert, die das Fundament für die Akzeptanz der Vielfalt und den qualitativ hochwertigen, differenzierten Lerninhalt legen. Darauf anschließend werden die Vorteile erklärt und wo aktuell Handlungsbedarf vorhanden ist.

Das Resümee der Arbeit fasst Ergebnisse zusammen, ermöglicht so Platz für Frageentwicklungen und Ideen für neue Herangehensweisen bezüglich des Bedarfs zur Veränderung.

2 Theoretisches Grundwissen

2.1 Definition Inklusion

Das Konzept der Inklusion steht in enger Verbindung mit dem Begriff der Teilhabe. Im gemeinsamen Zusammenhang versteht man unter den beiden Begriffen, die Zusammenführung und Akzeptanz jeglicher Personen mit individuellen Merkmalen in der Gesellschaft. Eine inklusive Gemeinschaft kann nur dann heranwachsen „[…], wenn jedes Mitglied als Teil der Gesellschaft anerkannt wird und die Möglichkeit hat, die eigene Teilhabe vollständig und ohne Barrieren umzusetzen und zu gestalten“ (Sonnenberg, 2017, S. 37). Dies bedeutet, dass Inklusion die Teilnahme und Teilhabe in der Gesellschaft ermöglicht und niemanden aufgrund Vielfältigkeit ausgegrenzt oder ausschließt. Individuelle Merkmale, auch Heterogenität genannt, sind beispielsweise Alter, Geschlecht oder religiöse Zugehörigkeit. Merkmale wie diese werden eher als Bereicherung angesehen und wirken sich nicht auf das Recht der Teilhabe aus. Voraussetzung für eine gelingende Inklusion ist die Schaffung von Rahmenbedingungen. Die Gesellschaft hat also folglich Rahmenbedingungen zu schaffen, die die barrierefreie Bewegung der Mitglieder ermöglicht. Was bedeutet also Inklusion im Schulsystem? Es bedeutet, dass Menschen mit und ohne persönliche Einschränkungen von Anfang an gemeinsam lernen. Die Aufgabe des Bildungssystems ist es, Methoden und Ausrüstung bereitzustellen, um Lernbedarf zu unterstützen und zu fördern. Mit diesen Bedingungen wird also ein System geschaffen, das das Augenmerk auf die Bedürfnisse aller Lernenden richtet und sich an diese anpasst.

2.2 Diversität

Der Begriff Diversität stammt aus dem Englischen und wird als Vielfalt übersetzt. Es ist ein Konzept, das in unterschiedlichsten gesellschaftlichen Zusammenhängen auftaucht. In der Literatur werden unter dem Begriff „Diversität“ die unterschiedlichen Dimensionen von Vielfältigkeit wie Geschlecht, ethnische und kulturelle Herkunft, sexuelle Orientierung, Gesundheit oder das Alter zusammengefasst. Ebenfalls gehört der Zugang zu Ressourcen zu den Unterschieden (Götz, 2010).

Über das Konzept der Diversität haben sich in den verschiedenen Bereichen unterschiedliche Vorstellungen etabliert. So richtet sich der Blick in der Pädagogik auf die Vielfältigkeit der Kinder und Jugendlichen. Diversität ist aktuell in aller Munde und wird im Zusammenhang mit demokratischen Bildungsprinzipien diskutiert. Ziel ist es, unabhängig von der Vielfalt, dem Menschen den bestmöglichen Zugang zur Bildung mitzugeben. Auch das Entwickeln von Modellen des Zusammenlebens, die für eine facettenreiche und demokratische Gesellschaft notwendig sind, gehören zu den Zielen des Konzeptes. Der Unterschied zur Heterogenität besteht darin, dass Diversität die unterschiedlichsten Merkmale nicht als Defizit ansieht, sondern eher als Ressource und Bereicherung wahrgenommen wird.

In der Wirtschaft wird das Diversity Managment als Anerkennung und Nutzbarmachung von Vielfalt in Unternehmen definiert. Ziel ist es, „[…] erfolgsrelevante Aspekte der Vielfalt in Unternehmen zu identifizieren und den Nutzen von unterschiedlichen individuellen Kompetenzen, Eigenschaften, Haltungen und kulturelle Hintergründen zu erschließen“ (Lies, 2018).

Diversität in der Politik wird mit dem Fokus auf Minderheitenrechte und Antidiskriminierungsmaßnahmen diskutiert.

2.3 Unterschied zur Integration

Häufig werden die Begriffe Inklusion und Integration irrtümlicherweise gleichgesetzt, die zwei unterschiedliche gesellschaftliche Philosophien aufweisen. Im Allgemeinen bedeutet Integration die Eingliederung besonderer Eigenschaften, „[…] die Herstellung einer Einheit aus einzelnen Elementen oder die Fähigkeit einer Einheit, den Zusammenhalt der Teilelemente auf Grundlage gemeinsamer Normen zu erhalten“ (http://www.bundesauslaenderbeauftragte.de, kein Datum). Die Inklusion dagegen betrachtet alle Menschen als gleichberechtigte Teilnehmer einer Gesellschaft und sieht diese als Teil eines Ganzen, unabhängig von individuellen Merkmalen. Integration versteht also das bewusste Wahrnehmen von Unterschieden und verlangt vom Einzelnen, sich an ein Mehrheitssystem anzupassen, um so erst vollständiges Mitglied einer Gesellschaft zu sein. Im Vergleich zu diesem Konzept betrachtet die Inklusion die Heterogenität und Vielfalt einer Gesellschaft als selbstverständlich. Bei der Inklusion werden flexible Rahmenbedingungen geschaffen, die jedem die Teilhabe ermöglicht, statt sich dem System anzupassen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(www.aktion-mensch.de, kein Datum)

2.4 Chancengleichheit

Als im Jahr 2010 die erste PISA-Studie in Deutschland durchgeführt und ausgewertet wurde, war das Ergebnis schockierend. Deutsche Schüler und Schülerinnen schnitten bei der Studie unterdurchschnittlich ab. Es konnte bei den Testern ein enger Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft und Defizite bei der Chancengleichheit in Deutschland festgestellt werden. Die Realisierung der Chancengleichheit ist daher ein großes Thema im Bildungssystem. Ziel der Realisierung ist eine explizite Berücksichtigung von Differenz und Ungleichheit (Schuppener , Bernhardt, Hauser, & Poppe, 2014). Im Fokus stehen folglich beim Verständnis von Chancengleichheit die Unterschiedlichkeit von Sozialisations- und Entwicklungsbedingungen. Jeder Mensch soll die gleichen Zugangs- und Partizipationsrechte haben. Im Zentrum des Konzeptes steht der Erwerb gleicher Grundfähigkeiten für das Leben in der Gesellschaft. Aufgabe des Staates ist es also, jedes Gesellschaftsmitglied zu befähigen, ein selbstbestimmtes und befriedigendes Leben führen zu können.

3 Historische Entwicklung

3.1 Wandel von Exklusion zur Inklusion

Schüler/innen mit sonderpädagogischen Förderbedarf wurden noch bis zum 19. Jahrhundert nicht unterrichtet und litten unter dem Ausschluss aus vielen gesellschaftlichen Bereichen. Einen gleichwertigen Zugang zu Bildungseinrichtungen gab es für betroffene Schüler nicht. Die erste Sonderschule für Kinder mit Lerneinschränkungen entstand 1880. Es folgten Förder- und Sonderschulen, die betroffene Schüler unterrichteten. Da es keine ausreichende Abdeckung von Sonderschulen gab, wurden Schüler/innen mit Lerneinschränkungen in allgemeinen Schulen aufgenommen und unterrichtet, womit die Entwicklung von der Exklusion langsam zur Separation voranschritt. Die Anzahl an Sonderschulen verdoppelte sich zwischen 1960 und 1973. Eine weitere Entwicklung folgte, nach dem das Trennende und Unterschiedliche der Seperation verdeutlicht wurde. Es entstanden so Bemühungen zur Integration. Ein wichtiger Meilenstein in der Entstehungsgeschichte der Inklusion ist die Salamanca Erklärung, die den ersten internationalen Rahmen für die Realisierung von Inklusion bildete. Die Konzeption der Inklusion wurde laut Dieter Katzenbach eingeführt, um „[…] gegen eine im Alltag verwässerte Integrationssprache zu argumentieren[..]“ (Katzenbach, 2013, S. 27). Die Ratifizierung der UN-BRK 2008 in Deutschland stellt parallel zur Salmanca Erklärung ein essentielles Bestandsstück des Konzeptes der Inklusion dar.

3.2 Salmanca Erklärung

Die Salmanca Erklärung wurde 1994 Vertretern von 92 Regierungen und 25 internationalen Organisationen auf der UNESCO-Konferenz in Salamaca verabschiedet. Sie ist eine menschenrechtliche Empfehlung an die internationale Staatengemeinschaft, die kein rechtsverbindliches Handeln beinhaltet. Als wichtigstes Thema der Konferenz wurde Inklusion genannt, womit nun der erste internationale Rahmen für die Umsetzung von Inklusion geschaffen wurde. Die Regierungen werden somit aufgefordert, eine inklusive Orientierung in ihren Schulsystemen zu integrieren und die Entwicklung einer kindgerechten Pädagogik zu fördern. Das miteinander Lernen ohne Einbeziehung individueller Lernfähigkeiten wurde zum Leitprinzip der inklusiven Pädagogik erhoben. Es wird als notwendig angesehen, dass Kinder mit Lernschwierigkeiten in einer Regelschule unterrichtet werden. Die Idee hinter dem Konzept ist die menschenrechtliche Überzeugung, dass das Lernen am Kind angepasst werden muss und Unterschiede bei Menschen normal sind. So könne man eine kindzentrierte Pädagogik gestalten, die das beste Mittel gegen diskriminierende Haltung ist.

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Chancengleichheit durch Inklusion im Schulsystem?
Autor
Jahr
2018
Seiten
17
Katalognummer
V462472
ISBN (eBook)
9783668918009
ISBN (Buch)
9783668918016
Sprache
Deutsch
Schlagworte
chancengleichheit, inklusion, schulsystem
Arbeit zitieren
Hamza Oliver Hayetz (Autor:in), 2018, Chancengleichheit durch Inklusion im Schulsystem?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/462472

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